15:42:01 | Mittwoch, 11. April 2007
Töte nicht. Es sei denn, die Ideale der Humanität fordern es
Die Massenmörder jubeln: Es gibt kein echtes Urteil des Menschen. Darum sollte auch keine juristische und moralische Verurteilung stattfinden. Von Christian L. Schutzer.
(kreuz.net) Seit 2004 besteht in Deutschland die „Giordano-Bruno Stiftung“.
Sie knüpft sowohl an den
Religionshaß wie auch die naive Wissenschaftsgläubigkeit des alten „Deutschen Monistenbundes“.
Ihre
Grundthese kommt nicht ohne protzige Überheblichkeit daher:
Die Evolutionsbiologie könne oder werde
in naher Zukunft alle Phänomene der Natur und gleichermaßen der Kultur erklären – also auch menschliche
Kommunikation, Politik und Religion.
In der Giordano-Bruno-Stiftung ist somit der geballte Geist der
„
geistlosen Evolutionsforschung“ versammelt.
Als Kronzeugen für den Allerklärungs-Evolutionismus gelten
der US-Biologist Stephen J. Gould († 2002) und der militante Religionshasser Richard Dawkin (65). Beide
popularisierten die Theorie des sogenannten „Egoisten-Gens“.
Damit glaubte man, tierische Verhaltensweisen
besser erklären zu können als mit der Verhaltenstheorie.
Allerdings ist verschiedenes menschliches
Kulturverhalten – etwa religiös motiviertes Verhalten im Ordensleben, Zölibat etcetera – damit nicht
zu verstehen.
Deshalb stellte Dawkin zur weiteren Erklärung kultureller Phänomene neben die Gene sogenannte
Meme – menschliche Kulturelemente wie Geschichten, Dogmen, Ideen, Mode, Lieder. Diese würden wie „Viren
von Gehirn zu Gehirn springen“ und so „die Gedanken und Wünsche der Menschen infizieren“.
Offensichtlich
produzieren die Frontmänner der monistischen Philosophie jede Menge evolutionistischer Faulgase und wissenschaftlicher
Flatulenz.
Schlimmer noch: Aktivisten der „Giordano-Bruno-Gesellschaft“ wollen auf dieser angeblich wissenschaftlichen
Basis von „Wissen statt Glauben“ ein ethisch-politisches Konzept des „evolutionären Humanismus“ entwickeln.
Doch diese Verbindung von Wissenschaft und Ethik ist eine Mogelpackung, weil aus der Natur oder den wissenschaftlichen
Fakten keine Ethik abgeleitet werden kann.
Außerdem ist Ethik in einer Welt, in der die Freiheit des
Menschen, seine Selbstbestimmung und moralische Verantwortung und letztlich seine Würde geleugnet werden,
sinnlos.
Der Giordano-Bruno-Klub, der sich im Untertitel auch „Stiftung zur Förderung des evolutionären
Humanismus“ nennt, unterminiert somit die Grundaxiome unserer freiheitlichen Ordnung.
Gegen die Zehn
Gebote stellt die Evolutions-Stiftung die „10 Angebote des evolutionären Humanismus“, die nicht mehr
enthalten als einen Aufguß des alten utilitaristischen Grundsatzes, daß das Leid in der Welt zu mindern
und das Glück zu mehren sei.
In einem „Angebot“ heißt es: Töte nicht, es sei denn, die Ideale der
Humanität forderten es.
Die Verbindung von Utilitarismus und Humanität erlauben somit die Tötung eines
schwerbehinderten Kindes, weil man damit in der Welt viel Leid vermindern könnte.
Bei dem Gründer des
Monistenbundes – Ernst Haeckel († 1919) – liest sich das so:
„Es kann daher auch die Tötung von neugeborenen
verkrüppelten Kindern […] vernünftigerweise nicht unter den Begriff des Mordes fallen, wie es noch
in unseren modernen Gesetzbüchern geschieht.
Vielmehr müssen wir dieselbe als eine zweckmäßige, sowohl
für die Beteiligten, wie für die Gesellschaft nützliche Maßregel billigen.“
Michael Schmidt-Salomon
(39), Geschäftsführer der Giordano-Bruno-Stiftung, der als Organisator einer Gegenveranstaltung zum
Kölner Weltjugendtag kaum Beachtung fand, fordert in einem Aufsatz die „Befreiung von der Idee der Willensfreiheit“
und daraus resultierend die „Befreiung von Moral, Schuld und Sühne“.
Es gebe kein echtes Urteil des
Menschen – also sollte auch keine juristische und moralische Verurteilung stattfinden.
Es gebe kein Gut
und Böse – und somit auch kein moralischer Maßstab und keine ethische Verantwortung.
„Je genauer wir
hinsehen, desto klarer erkennen wird, daß die Täter stets auch die Opfer der Geschichte sind. Echtes
Verständnis macht moralische Verurteilung unmöglich.“
Auf solche Worte haben die Massenmörder der
Weltgeschichte schon lange gewartet.
Sie können sich auf eine Rehabilitierung durch die deutsche Giordano-Bruno-Stiftung
freuen.
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