Kinderabtreibung
Angriff gegen Joachim Kardinal Meisner aus der linksextremen Ecke
Ein Kölner Ratsherr, der zu einer linksextremen Splittergruppe gehört, hat gegen den Erzbischof von Köln eine Klage eingereicht. Der Lokalpolitiker bezeichnete den Gottesmann als „Frauen- und Menschenfeind“, weil er sich in seiner Dreikönigspredigt gegen die Zerstückelung und das Absaugen von Kleinkindern aus dem Mutterleib ausgesprochen hatte. Soll der Kardinal aus Deutschland ausgewiesen werden?
(kreuz.net, Köln) Der linksextreme Lokalpolitiker Claus Ludwig hat Kardinal Joachim Meisner verklagt, weil er in seiner Dreikönigspredigt die Kinderabtreibung in die Reihe der berüchtigsten Völkermorde der Menschheitsgeschichte gestellt hatte. Ludwig gehört zu einer Liste, die sich „Gemeinsam gegen Sozialraub“ nennt und sich als „linke Alternative in Köln“ bezeichnet.

Der Lokalpolitiker forderte indirekt, Kardinal Meisner aus Deutschland auszuweisen. Die Dreikönigspredigt von Kardinal Meisner lasse, so Ludwig, den Verdacht aufkommen, daß die Stadt Köln mit dem moslemischen Prediger Metin Kaplan den Falschen abgeschoben habe. Kardinal Meisner vertrete einen „aggressiven Fundamentalismus“ und verfüge über „mächtigere Hintermänner“ und mehr Finanzen als der isolierte „Kalif von Köln“.

Der Vergleich von Kardinal Meisner sei, so Ludwig, eine „Verharmlosung“ der nationalsozialistischen Verbrechen. Diese sei geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Über eine Verharmlosung der kommunistischen Völkermorde äußerte sich Ludwig nicht.

Kardinal Meisner habe sich zwar für diesen Teil seiner Predigt am Dreikönigstag entschuldigt, zugleich aber erklärt, er habe es unter dem Strich genauso gemeint, wie er es gesagt habe.

Durch die „Gleichsetzung“ des nationalsozialistischen Völkermords mit Abtreibung verhöhne Kardinal Meisner die Opfer des Holocausts. Er stelle Mütter, die Entscheidungen über ihren eigenen Körper treffen, auf eine Stufe mit dem schlimmsten Massenmörder der Geschichte. Über das Schicksal der abgetriebenen Kinder äußerte sich Ludwig in diesem Zusammenhang nicht.

Der Kardinal erweise sich als echter „Haßprediger“, meint Ludwig in seiner Tirade gegen den Kölner Erzbischof weiter. Er stelle daher einen Strafantrag wegen Volksverhetzung.

Der linksextreme Lokalpolitiker beschimpfte Kardinal Meisner weiter als „Frauen- und Menschenfeind“ und scheute sich nicht, bekannte rassistische Vorurteile gegen den Islam zu instrumentalisieren: „Tag für Tag hören wir von der Frauenfeindlichkeit des Islam.“ Doch wenn die katholische Kirche solche Frauen- und Menschenfeinde an verantwortlicher Position dulde, könne es dort nicht viel besser sein.

Die Klage von Claus Ludwig stößt auf breites Unverständnis. Der Staatsanwalt hat bereits öffentlich erklärt, daß die Dreikönigspredigt von Kardinal Meisner keine strafrechtlich relevanten Inhalt habe.

Ein ähnlicher Angriff gegen den Erzbischof von Köln ist bereits Gegenstand einer strafrechtlichen Abklärung. Die Kölner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt im Augenblick, ob Paul Spiegel, der Vorsitzende des „Zentralrates der Juden in Deutschland“, mit der von ihm lancierten Pressekampagne gegen Kardinal Meisner, diesen eingeschüchtert und medial genötigt habe. Zusätzlich habe Spiegel den Erzbischof von Köln wider besseres Wissens öffentlich bezichtigt, eine rechtswidrige Aussage gemacht zu haben.
      
11 Lesermeinungen
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#11   GerdEric   17:41:37 | Dienstag, 18. Januar 2005
Will er auch, wie die Landsleute Jesu damals, einen am Kreuz hängen sehen?
Lieber sttn,
1. waren es nicht nur Landsleute, sondern auch wie Jesus selbst, Juden, wie Paul Spiegel auch,
2. entspricht Kardinal Meisner eher den Schriftgelehrten (wie sie verallgemeinernd und verzerrend dargestellt werden) der damaligen Zeit,
3. fielen dem römischen Kreuzestod jesus nur Juden zum Opfer, keine Christen.
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#10   spectator †   20:48:35 | Sonntag, 16. Januar 2005
@ sttn
Eher mit katholisch – oder besser gesagt mit „christlich“ hat es etwas zu tun das er sich korrigiert hat.
Demnach hat Jesus Christus unchristlich gehandelt, weil er sich bei den Schriftgelehrten seiner Zeit nicht entschuldigt hatte.
Wenn sich Kardinal Maisner entschuldigt hat, warum weist ein gewisser Herr Paul Spiegel diese Entschuldigung zurück? www.netzeitung.de/…tschland/320927.html
Will er auch, wie die Landsleute Jesu damals, einen am Kreuz hängen sehen?
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#9   sttn   18:36:39 | Sonntag, 16. Januar 2005
@spectator
Die Aussage von Kardinal Meissner, die er übrigens schon längst zurückgenommen hat, hat nichts mit „katholisch“ sein zu tun.
Eher mit katholisch – oder besser gesagt mit „christlich“ hat es etwas zu tun das er sich korrigiert hat. Hierzu empfehle ich: www.kreuz.net/article.468.html zu lesen.
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#8   spectator †   17:37:35 | Sonntag, 16. Januar 2005
katholische Ecke von
„Schade das aus katholischer Ecke nichts kam, aber da hat sich wohl keiner getraut.“ (sttn)
soll sich vielleicht die katholische Ecke noch dafür entschuldigen, dass sie katholisch ist?
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#7   adlerauge   17:32:17 | Sonntag, 16. Januar 2005
Prinzipielles
Nicht einmal, wenn unschuldige Menschen zu Hunderttausenden umgebracht werden, dürfen Christen darauf hinweisen, dass wir die endgültigen Lehren aus unserer Vergangenheit noch nicht gezogen haben. Genau das hat Meisner gemeint.
Die Gesellschaft will sich aber nicht belehren lassen und die Illusion aufrecht erhalten, alle Irrwege der Vergangenheit seien beseitigt. Erst dann wären prinzipielle Vergleiche mit den Ursachen der größten Verbrechen der Vergangenheit nicht mehr möglich. Die Empörung gegen Meisner zeigt sich daher nur vordergründig moralisch, tiefer liegt aber der absolute Unwille, besonders kritisch gegenüber dem Unrecht unserer heutigen Zeit zu sein.
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#6   sttn   15:48:55 | Sonntag, 16. Januar 2005
@bonifatius
Stimmt, das was Hohmann gesagt hat war ja nur noch falsch…
Und Hohmann hat ja tagelang an seiner Geschichte festgehalten, und selbst dann als ihm nahestehende Parteifreunde nahegelegt haben das es eventuell besser solchen Unsinn zurückzunehmen wollte er nicht begreifen was er so verzapft hat.
Kardinal Meissner ist nicht mit Hohmann vergleichen. Das hat der Kardinal nicht verdient, denn er hat ja keine Storries dazugedichtet und hat zudem aus Rücksichtnahme seine Predigt korrigiert.
Zu Herrn Spiegel: Das Augenmaß paßt und kann ihm nur Fairness bescheinigen und ich bin sehr froh das er sich so deutlich gegen das gestellt hat was Kardinal Meissner gesagt hat. Schade das aus katholischer Ecke nichts kam, aber da hat sich wohl keiner getraut.
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#5   Doritta   23:12:59 | Samstag, 15. Januar 2005
Verständnis / Fundamentalismus
Vielleicht sollte man sich einmal zusammensetzen und
in Ruhe miteinander reden. Was haben Manche
aus der Predigt herausgehört, was gar nicht so gemeint war? Warum wird jetzt jedes einzelne Wort gegen den Kardinal verwendet ohne den Gesamtzusammenhang zu beachten? Es ist schon so, daß es in der Kommunikation immer wieder Mißverständnisse gibt.
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#4   Dolfus   20:47:37 | Samstag, 15. Januar 2005
Ist Deutschland inzwischen ein totalitärer Staat?
… ohne daß wir es gemerkt haben, weil Schritt für Schritt?
So ähnlich soll es ja mit etwas Gegenteiligem, nämlich Gutem, dem von Christi verheißenen Gottesreich, sein: Man werde laut den Worten unseres Heilandes nicht sagen können „Seht, hier ist es“, sondern auf einmal werde es mitten unter uns sein.
So sind wir nun anscheinend mitten – ohne es zu merken – in einer futuristischen Zukunft angelangt (augenscheinlich nicht im Gottesreich), exakt so, wie man sich im 19. Jahrhundert das Jahr 2000 in den buntesten Farben ausgemalt hat.
Auch die totalitäre Meinungsdiktatur und den Überwachungsstaat haben wir bereits, das behaupte ich, aber wie könnte man so etwas konkret nachweisen? Einige, die es versuchten, sollen bereits „fehlen“, nur sind es Namenlose. Zum Beispiel der „Selbstmord“ eines freien US-Bürgers, der seine Bush-Biographie erst beinahe fertiggestellt gehabt hatte.
Inzwischen ist es schon so, daß man sich in Deutschland als Katholik von den öffentlichen Belustigungen der Zivilgesellschaft fernhalten müßte, insbesondere vom neuen „Hausaltar“ in jeder Wohnung, den Orwell’schen Fernseher. Was unterscheidet den Fernseher noch von der Grundidee des Hitler’schen Volksempfängers? Er ist zum Volkserziehungsgerät Nummer 1 geworden.
Wer sich gegen die vorgegebene Meinung stellt, und Cardinal Meisner ist einer von ihnen, zumindest hat er ein bißchen was vom Graf von Galen in sich, der wird öffentlich niedergemobbt.
Lassen Sie sich nicht unterkriegen, Eminenz! Sie haben sich als Cardinal den rechten Glauben bewahrt, das ist eine ungeheure Gnade für Eure Eminenz und Ihre Herde … Iudex crederis esse venturus …
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#3   bonifatius   18:40:19 | Samstag, 15. Januar 2005
sttn:Kardinal
Ein Familienmitglied wurde wegen seines katholischen Glaubens in Dachau gefoltert und starb später an den Folgen. Weis, wovon ich spreche. Habe Rede von Bundestagspräsidenten einigemale durchgelesen. Weder hier noch bei Hohmann und schon gar nicht bei Kardinal Meissner ist nur eine Spur von Judenhetze herauszuhören. Augenmaß und Fairness auch von einem P. Spiegel und Co. würde viel zum Frieden und nachhaltiger Aussöhnung beitragen. Darum bemühen sich die Christen, ganz besonders auch ein Kardinal Meissner.
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#2   sttn   15:48:19 | Samstag, 15. Januar 2005
Jüdische Lobby
Was hat das mit jüdischer Lobby zu tun? Jeder der damals die Rede von „Dr. Jenninger“ gehört hat muß zugeben das es so ziemich daneben war was er gesagt hat. Auch wenn es anders gemeint ist, wovon ich auch überzeugt bin. Aber darauf kommt es nicht an. Ein Volksvertreter – gerade wenn er in einer Position wie Dr. Jenninger war – muß dafür geradestehen was er und wie er es sagt.
Gerade Christen müssen sich deutlich gegen jede Form von Judenhetze richten. Deshalb war es richtig das Kardinal Meissner seine Rede korrigiert hat.
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#1   bonifatius   13:55:26 | Samstag, 15. Januar 2005
Der Cardinal
Warum reagiert die Jüdische Lobby so ungewöhnlich scharf? Erinnere mich an den Sturz des sehr integeren Bundestagtspräsidenten Dr. Jenninger. Er war sogar ein persönlicher Freund des damaligen jüdischen Jerusalemer Bürgermeisters. Die CDU wurde unter Druck gesetzt, Lohmann zu feuern, weil er geschichtswissenschaftlich dokumentierte Wahrheiten aussprach. Und nun die Drohung von P.Spiegel an den Katholischen Kardinal, es könnte ihm ähnlich ergehen. Warum solche überzogenen, ja fast pathologische Reaktionen? Es gibt zwei Möglichkeiten als Antwort:
1. Psychologisch sitzt noch sehr vieles in den verletzten kranken Seelen der Generationen danach.
2. Wäre auch möglich, daß wie im Jahre 30 nach Christi Geburt wegen politisch-kommerzieller Interessen die veröffentlichte (manipulierte) Meinung ausruft: „Kreuziget Ihn“! Hoffe, daß keines der beiden Antworten stimmt. Aber was dann?
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