10:14:21 | Samstag, 15. Januar 2005
Universität ohne Theologie + Deutsche Lutheraner kritisieren Kardinal Kasper + Die Diözese Salzburg stoppt die Auslieferung eines umstrittenen Buches + Polnischer Ex-Kommunist wegen Verunglimpfung des Papstes vor Gericht + Notwendige Leere im Kirchenraum
Universität ohne TheologieVatikan. Vergangenen Donnerstag besuchte eine Delegation der polnischen Universität
Katowitz in Schlesien den Heiligen Vater. Bei seiner Ansprache vor der Gruppe meinte der Papst, daß sich
Glaube und Vernunft notwendigerweise ergänzten. Früher wäre das Fehlen einer theologischen Fakultät
in einer Universität als Lücke betrachtet worden. Heute sei das nicht mehr so. Dabei sei offenkundig,
daß die Theologie innerhalb der Universität die Möglichkeit zum bereichernden Austausch biete. Vernunft
und Glaube verwendeten unterschiedliche Instrumente und Methoden, doch sie beleuchteten die vielschichtigen
Dimensionen derselben Wahrheit.
Deutsche Lutheraner kritisieren Kardinal KasperDeutschland. Die Vereinigte
Evangelisch-Lutherische Kirche (VELKD) wies die gegen sie gerichtete
Kritik von Kurienkardinal Walter
Kasper zurück. Dies berichtete gestern ‘Radio Vatikan’. Die VELKD hatte kürzlich ein Papier zum Thema
„Allgemeines Priestertum, Ordination und Beauftragung nach evangelischem Verständnis“ veröffentlicht.
Dieses Dokument sei kein ökumenischer Rückschritt. Der leitende Bischof der VELKD, Bischof Hans Christian
Knuth von Schleswig sieht das Papier „klar auf dem Boden eines lutherischen Verständnisses“ des kirchlichen
Amtes. Damit gingen „die lutherischen Kirchen unverändert vom Augsburger Bekenntnis als ihrer Richtschnur
aus.“ Weil Ökumene von Klar- und Offenheit lebe, sehe er in diesem Papier keine „Belastung des ökumenischen
Dialogs“. Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands ist ein Zusammenschluß von acht
lutherischen Landeskirchen, der am 8. Juli 1948 gegründet wurde und rund elf Millionen Gemeindeglieder
umfaßt.
Die Diözese Salzburg stoppt die Auslieferung eines umstrittenen BuchesÖsterreich. Ende Dezember
stellte der ehemalige Domdechant von Salzburg, Leonhard Lüftenegger (92), der Öffentlichkeit seine Autobiographie
vor. Darin verrät der greise Priester unter anderem, wie sich die geheime Wahl des Erzbischofs von Salzburg
im Jahre 1988 zugetragen hat. Aus dieser Wahl ging der inzwischen zurückgetretene Erzbischof Georg Eder
als neuer Oberhirte von Salzburg hervor. In Salzburg wählt das Domkapitel den Erzbischof aus einem in
Rom zusammengestellten Dreiervorschlag. Der geheime Dreiervorschlag enthielt nach Lüftenegger die Namen
von Klaus Küng, Andreas Laun und Georg Eder. In seinem Werk bezeichnet Lüftenegger diesen Dreiervorschlag
als „Schock“ und „Zumutung“. Nach einem Bericht des ‘Österreichischen Rundfunks’ hat die Erzdiözese
Salzburg nun die Auslieferung der Autobiographie gestoppt.
Polnischer Ex-Kommunist wegen Verunglimpfung
des Papstes vor GerichtPolen. Wegen eines Artikels über Papst Johannes Paul II. im polnischen Satireblatt
„Nie“, muß sich deren Chefredakteur, Jerzy Urban, vor Gericht verantworten. Urban war Anfang der 80er
Jahre Sprecher der damaligen kommunistischen Diktatur. Die Staatsanwaltschaft forderte am Freitag vor
dem Bundesgericht in Warschau wegen Verunglimpfung des Papstes eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und
5000 Euro Bußgeld. Kurz bevor der Heilige Vater im Sommer 2002 Polen besuchte, bezeichnete der ehemalige
kommunistische Funktionär Urban den Papst in einer seiner Satiren als „Breschnew des Vatikans“. Urban
empfahl dem „lieben Alterchen“, sich lieber ins Bett zu legen, statt auf Reisen zu gehen. Das Gericht
entscheidet voraussichtlich in der kommenden Woche über den Fall.
Notwendige Leere im KirchenraumDeutschland.
Pfarrer Peter Liebens von der Herz-Jesu-Kirche in Oberlohberg im Ruhrgebiet muß sich Vorwürfen von Seiten
des Pfarrgemeinderates stellen. Dessen Sprecher kritisierte bei einem gestrigen Gesprächsabend, daß
das Gotteshaus entkirchlicht werde. Dies geschehe, obwohl die Kirche unter Denkmalschutz stehe. Konkret
erwähnte der Sprecher des Pfarrgemeinderates das dubiose Verschwinden des Krippenbildes sowie die Entfernung
des Kreuzweges, des Taufsteines und der Ampel mit dem ewigen Licht. Er bemerke auch, daß es keine Taufen
und Erstkommunionfeiern mehr gebe. Der kritisierte Pfarrer rechtfertigte sich mit einer „notwendigen Leere
im Kirchenraum“. Der Sprecher des Pfarrgemeinderates erinnerte den Pfarrer außerdem an sein Versprechen,
bis zum Ende seiner Amtszeit im besagten Gotteshaus Messen zu feiern.
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#2
bonifatius 12:55:32 | Samstag, 15. Januar 2005
#1
bonifatius 12:50:01 | Samstag, 15. Januar 2005