Vergiftet vom Existentialismus
Wird das Verrückte dadurch weniger verrückt, weil ich erkannt habe, daß es verrückt ist? Von Hubert Hecker.
(kreuz.net) Es ist ärgerlich, wie positiv viele Theologen den französischen Existentialismus bewerten.
Kürzlich erst stellte eine katholische Zeitung den französischen Existenzialisten Albert Camus († 1960) als „Gottsucher par excellence“ vor.
Diese Heiligsprechung ist mehr als merkwürdig.
Camus kämpfte in vielen Schriften gegen Gott und seine vernunftdurchwirkte Schöpfung sowie gegen objektive Wahrheiten und vorgegebene Werte.
Die Stadt in Camus’ Hauptwerk „Die Pest“, die unter Pest-Quarantäne steht, ist nicht nur ein Gleichnis für den damals wütenden braunen Totalitarismus.
Sie ist auch ein Bild für die „sinnlose und absurde Welt“ und für ein „grausames und begrenztes Universum“, an dessen Rand der Mensch einsam vagabundiert.
In dieser Welt ohne Gott und Geist, ohne Verstand und Vernunft, ohne Sinn und Ziel – sprechen Protagonisten von Camus wie Ödipus: „Es ist alles gut!“
Sisyphos sei ein glücklicher Mensch – wird da behauptet.
„Der absurde Mensch sagt ‘Ja’ – nachdem er die grausame Absurdität der Welt erkannt und durch diese Erkenntnis gewissermaßen gebannt habe. Die niederschmetternden Wahrheiten verlieren an Gewicht, sobald sie erkannt werden“ – predigt Camus im „Mythos von Sisyphos“.
Das Wissen um die Qualen des Daseins vollendet nach ihm den Sieg des Wissenden.
In diesem Bewußtsein wendet sich Sisyphus wieder dem hochzuwälzenden Stein zu und der Arzt Rieux in „Die Pest“ führt seinen aussichtslosen Kampf gegen die Pest weiter.
Das Glück des Menschen, der glaubt, die Götter vertrieben und alle Schicksale zu einer menschlich lösbaren Angelegenheit gemacht zu haben, bestehe in einem „modernen Heroismus“ gegen die absurde Welt.
Camus und sein Dichterkollege Jean-Paul Sartre († 1980) sind durch und durch antigöttliche und antichristliche Schriftsteller.
Sie propagieren eine menschliche Selbsterlösung durch Erkenntnis der Absurdität und durch eine heroische Revolte dagegen.
„Die Entdeckung des Absurden“ – meint Camus – „vertreibt aus dieser Welt einen Gott, der mit dem Unbehagen und mit der Vorliebe für nutzlose Schmerzen in sie eingedrungen“ sei.
Bei Sartre endete der rebellische Heroismus in einem persönlichen Hedonismus und im anarchischen Terrorismus, den Sartre im Alter blind unterstützte.
Wie konnte eine so destruktive Weltanschauung so viel Einfluß auf christliche Theologen gewinnen?
Papst Benedikt XVI. legte in seiner Regensburger Vorlesung die Wurzeln zur Beantwortung dieser Frage frei.
Er verwies auf den spätmittelalterlichen Franziskanertheologen Duns Scotus († 1308), durch den die scholastische Synthese von griechischer Vernunft und christlichem Glauben aufgebrochen wurde.
(Daß sich der Philosoph Martin Heidegger († 1976) – der Begründer des europäischen Existentialismus – mit einer Arbeit über Duns Scotus habilitiert hat, ist offenbar kein Zufall.)
Dann schnitten die Reformatoren und später die Kritik von Immanuel Kant († 1804) die Theologie von Vernunftüberlegungen ab.
Schließlich – so der Papst – eliminierte die historisch-kritische Theologie des 19. Jahrhunderts zentrale theologische Dimensionen wie die Gottheit Christi und die Dreieinigkeit aus der kirchlichen Glaubenswelt.
Viele Theologen reduzierten die christliche Glaubenlehre deshalb auf den Menschen Jesu mit seinem „unbedingten Einsatz“ für den Menschen.
Damit liegt der Anknüpfungspunkt der existentialistischen Weltanschauung mit der modernen Theologie offen.
Die Ablehnung dogmatischer Wahrheiten, das Mitgefühl für das Leiden der Menschen und die Autonomie der moralischen Entscheidung werden als jesuanisch – und existentialistisch – hingestellt.
Auf dieser Basis hat eine ganze Generation von „nachkonziliaren“ Theologen die Priesterseminare und religiösen Debatten beherrscht.
Der bekannteste Vertreter der Existentialtheologie war wohl der Theologe Pater Karl Rahner SJ († 1984).
Als Tiefpunkt und – hoffentlich – Endpunkt dieser theologischen Dekadenz können die Schriften von Gotthold Hasenhüttl gewertet werden.
Einen besonders zerstörerischen Einfluß auf Kirche übten die existentialistischen Moraltheologen aus.
Die sogenannte Situationsethik und die „autonome Moral“ – so ein Buchtitel des kürzlich verstorbenen Theologen Hw. Alfons Auer – sind ethische Konzepte, die direkt aus der existentialistischen Philosophie übernommen wurden.
In der Königsteiner Erklärung der Deutschen Bischöfe von 1968 wurde diese autonome Moral erstmals zum deutsch-kirchlichen Dogma erhoben.
Die private Gewissensentscheidung wurde über alle kirchlichen und lehramtlichen Wahrheiten und Weisungen erhoben.
Die nächste Generation von Deutschen Bischöfen stellte 25 Jahre später erneut die individuelle Situationsethik höher als das unantastbare Recht auf Leben.
Mit einer Ausnahme ließen sich die Deutschen Oberhirten in ein staatliches Abtreibungssystem mit Beratungspflicht einbinden.
Damit nahmen sie de facto hin, daß eine schwangere Mutter ein Entscheidungsrecht über Gedeih und Verderben ihres ungeborenen Kindes besitzt.
Kürzlich erst stellte eine katholische Zeitung den französischen Existenzialisten Albert Camus († 1960) als „Gottsucher par excellence“ vor.
Diese Heiligsprechung ist mehr als merkwürdig.
Camus kämpfte in vielen Schriften gegen Gott und seine vernunftdurchwirkte Schöpfung sowie gegen objektive Wahrheiten und vorgegebene Werte.
Die Stadt in Camus’ Hauptwerk „Die Pest“, die unter Pest-Quarantäne steht, ist nicht nur ein Gleichnis für den damals wütenden braunen Totalitarismus.
Sie ist auch ein Bild für die „sinnlose und absurde Welt“ und für ein „grausames und begrenztes Universum“, an dessen Rand der Mensch einsam vagabundiert.
In dieser Welt ohne Gott und Geist, ohne Verstand und Vernunft, ohne Sinn und Ziel – sprechen Protagonisten von Camus wie Ödipus: „Es ist alles gut!“
Sisyphos sei ein glücklicher Mensch – wird da behauptet.
„Der absurde Mensch sagt ‘Ja’ – nachdem er die grausame Absurdität der Welt erkannt und durch diese Erkenntnis gewissermaßen gebannt habe. Die niederschmetternden Wahrheiten verlieren an Gewicht, sobald sie erkannt werden“ – predigt Camus im „Mythos von Sisyphos“.
Das Wissen um die Qualen des Daseins vollendet nach ihm den Sieg des Wissenden.
In diesem Bewußtsein wendet sich Sisyphus wieder dem hochzuwälzenden Stein zu und der Arzt Rieux in „Die Pest“ führt seinen aussichtslosen Kampf gegen die Pest weiter.
Das Glück des Menschen, der glaubt, die Götter vertrieben und alle Schicksale zu einer menschlich lösbaren Angelegenheit gemacht zu haben, bestehe in einem „modernen Heroismus“ gegen die absurde Welt.
Camus und sein Dichterkollege Jean-Paul Sartre († 1980) sind durch und durch antigöttliche und antichristliche Schriftsteller.
Sie propagieren eine menschliche Selbsterlösung durch Erkenntnis der Absurdität und durch eine heroische Revolte dagegen.
„Die Entdeckung des Absurden“ – meint Camus – „vertreibt aus dieser Welt einen Gott, der mit dem Unbehagen und mit der Vorliebe für nutzlose Schmerzen in sie eingedrungen“ sei.
Bei Sartre endete der rebellische Heroismus in einem persönlichen Hedonismus und im anarchischen Terrorismus, den Sartre im Alter blind unterstützte.
Wie konnte eine so destruktive Weltanschauung so viel Einfluß auf christliche Theologen gewinnen?
Papst Benedikt XVI. legte in seiner Regensburger Vorlesung die Wurzeln zur Beantwortung dieser Frage frei.
Er verwies auf den spätmittelalterlichen Franziskanertheologen Duns Scotus († 1308), durch den die scholastische Synthese von griechischer Vernunft und christlichem Glauben aufgebrochen wurde.
(Daß sich der Philosoph Martin Heidegger († 1976) – der Begründer des europäischen Existentialismus – mit einer Arbeit über Duns Scotus habilitiert hat, ist offenbar kein Zufall.)
Dann schnitten die Reformatoren und später die Kritik von Immanuel Kant († 1804) die Theologie von Vernunftüberlegungen ab.
Schließlich – so der Papst – eliminierte die historisch-kritische Theologie des 19. Jahrhunderts zentrale theologische Dimensionen wie die Gottheit Christi und die Dreieinigkeit aus der kirchlichen Glaubenswelt.
Viele Theologen reduzierten die christliche Glaubenlehre deshalb auf den Menschen Jesu mit seinem „unbedingten Einsatz“ für den Menschen.
Damit liegt der Anknüpfungspunkt der existentialistischen Weltanschauung mit der modernen Theologie offen.
Die Ablehnung dogmatischer Wahrheiten, das Mitgefühl für das Leiden der Menschen und die Autonomie der moralischen Entscheidung werden als jesuanisch – und existentialistisch – hingestellt.
Auf dieser Basis hat eine ganze Generation von „nachkonziliaren“ Theologen die Priesterseminare und religiösen Debatten beherrscht.
Der bekannteste Vertreter der Existentialtheologie war wohl der Theologe Pater Karl Rahner SJ († 1984).
Als Tiefpunkt und – hoffentlich – Endpunkt dieser theologischen Dekadenz können die Schriften von Gotthold Hasenhüttl gewertet werden.
Einen besonders zerstörerischen Einfluß auf Kirche übten die existentialistischen Moraltheologen aus.
Die sogenannte Situationsethik und die „autonome Moral“ – so ein Buchtitel des kürzlich verstorbenen Theologen Hw. Alfons Auer – sind ethische Konzepte, die direkt aus der existentialistischen Philosophie übernommen wurden.
In der Königsteiner Erklärung der Deutschen Bischöfe von 1968 wurde diese autonome Moral erstmals zum deutsch-kirchlichen Dogma erhoben.
Die private Gewissensentscheidung wurde über alle kirchlichen und lehramtlichen Wahrheiten und Weisungen erhoben.
Die nächste Generation von Deutschen Bischöfen stellte 25 Jahre später erneut die individuelle Situationsethik höher als das unantastbare Recht auf Leben.
Mit einer Ausnahme ließen sich die Deutschen Oberhirten in ein staatliches Abtreibungssystem mit Beratungspflicht einbinden.
Damit nahmen sie de facto hin, daß eine schwangere Mutter ein Entscheidungsrecht über Gedeih und Verderben ihres ungeborenen Kindes besitzt.
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Mittwoch, 2. Mai 2007 09:50
Czibo Nieznany: Stephanus
oooowwwwwhhhhhhhhhh…
Hätten Sie sie große Güte, den obenangeführten sprachklangperfekten dadaistischen Comic-Ausdruck einmal in konkrete Sprache zu übersetzen; ebenso den komplizierten Gedankengang der Smiley-Reihenfolge…, bevor große Verständnisnöte auftreten ? Einfach mal als Beitrag im Sinne von: Jeden Tag eine gute Tat.
Hätten Sie sie große Güte, den obenangeführten sprachklangperfekten dadaistischen Comic-Ausdruck einmal in konkrete Sprache zu übersetzen; ebenso den komplizierten Gedankengang der Smiley-Reihenfolge…, bevor große Verständnisnöte auftreten ? Einfach mal als Beitrag im Sinne von: Jeden Tag eine gute Tat.
Mittwoch, 2. Mai 2007 08:59
Konrad: Konrads „Beitrag“ besteht in nichts anderem
als in der Erinnerung an das 5. Gebot „Du sollst nicht töten“, das mit blutigen Konsequenzen von deutschen Bischöfen und Laien (incl. dem hier aktiven „Gotthard“)dem Relativisismus preisgegeben wurde. Warum sollte jemand, der an den Willen und das Gebot Gottes, aber auch die Würde und das absolute Recht des ungeborenen menschlichen Lebens erinnert, sich von einem Relativisten ein „schlechtes Gewissen“ machen lassen? Also hat die „Posting-Bombe“ wohl ins Schwarze der deutsch-katholischen Lebenslüge getroffen!
Mittwoch, 2. Mai 2007 03:28
Stephanus: oooowwwwwhhhhhhhhhh…
Dienstag, 1. Mai 2007 23:42
Czibo Nieznany: Jetzt hacken sie auf Albert Camus, warum?
Was spricht dagegen, dass Sisyphos glücklich gewesen sein soll? Wer will ihm neiden, dass er jeden Tag
seinen Stein (nicht das Kreuz) auf sich genommen hat…
Es gibt keinen Anlass zur Annahme, dass es anders gewesen sein könnte, als es Jesus gesagt hat: Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich. Sisyphos hat den Stein nehmen müssen. Es kann nur engstirnige katholische Denke sein, dass Sisyphos unglücklich gewesen sein muss, etwa weil er kein Kreuz zu schleppen hatte, sondern nur einen Stein.
Was tun Industriearbeiter sehr viel anderes als Sisyphos. Jeden Tag gehen sie in die Bude und wissen nicht, im Gegensatz zu Sisyphos, ob sie am nächsten Tag noch einmal antreten dürfen(!), weil sich die Gewinnorientierung des Unternehmens total geändert hat und sie ausersehen sind, Hartz-IV-Empfänger zu werden.
Sisyphos konnte sich sicher sein, es war ihm von Zeus so beschieden, lebenslänglich den Stein nach oben zu wälzen. Die Sicherheit konnte bei ihm ein Glückgefühl hervorgerufen haben. Die Kirchen, auch die römische können mit ähnlich konkreten Zusagen nicht aufwarten.
Das passt natürlich nicht in den „Kosmos“ engstirnigen katholischen Denkens. Dennoch sollten die Geiferer vorher schon einmal den Essay von Camus „Der Mythos des Sisyphos“gelesen haben, als unbelesenerweise Lästerlitaneien über Camus vom Stapel zu lassen.
Es gibt keinen Anlass zur Annahme, dass es anders gewesen sein könnte, als es Jesus gesagt hat: Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich. Sisyphos hat den Stein nehmen müssen. Es kann nur engstirnige katholische Denke sein, dass Sisyphos unglücklich gewesen sein muss, etwa weil er kein Kreuz zu schleppen hatte, sondern nur einen Stein.
Was tun Industriearbeiter sehr viel anderes als Sisyphos. Jeden Tag gehen sie in die Bude und wissen nicht, im Gegensatz zu Sisyphos, ob sie am nächsten Tag noch einmal antreten dürfen(!), weil sich die Gewinnorientierung des Unternehmens total geändert hat und sie ausersehen sind, Hartz-IV-Empfänger zu werden.
Sisyphos konnte sich sicher sein, es war ihm von Zeus so beschieden, lebenslänglich den Stein nach oben zu wälzen. Die Sicherheit konnte bei ihm ein Glückgefühl hervorgerufen haben. Die Kirchen, auch die römische können mit ähnlich konkreten Zusagen nicht aufwarten.
Das passt natürlich nicht in den „Kosmos“ engstirnigen katholischen Denkens. Dennoch sollten die Geiferer vorher schon einmal den Essay von Camus „Der Mythos des Sisyphos“gelesen haben, als unbelesenerweise Lästerlitaneien über Camus vom Stapel zu lassen.
Dienstag, 1. Mai 2007 22:24
Gotthard: @konrad
Es ist die Lebenslüge deutscher Berufskatholiken, dass sie meinen, ihr Konzept der Beratungstötung hätte
die Gesamtzahl der getöteten ungeborenen Kinder verringert.
und du glaubst, durch dein Bomben-Gegen-Posting eine Beitrag gegen die Abtreibung geleistet zu haben – und hast ein gutes Gewissen?
und du glaubst, durch dein Bomben-Gegen-Posting eine Beitrag gegen die Abtreibung geleistet zu haben – und hast ein gutes Gewissen?
Dienstag, 1. Mai 2007 22:17
matt2 †: @Konrad: ich stimme zu…
durch die Beteiligung an der Abtreibungsberatung hat sich die Kirche empfindlich mitschuldig gemacht am Verbrechen der Abtreibung und diese auch begünstigt und gleichsam sanktioniert.
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