18:23:08 | Sonntag, 29. April 2007
Die Einheit der Katholiken untereinander, „die als leuchtendes Beispiel ganz fest bewahrt bleiben muß“, ist nach der Eröffnungsrede von Johannes XXIII. zum Beginn des Zweiten Vatikanums die Grundlage des Ökumenismus. Von Johannes XXIII.

Mosaik von Johannes XXIII. in der römischen Basilika St. Paul vor den Mauern
(kreuz.net) Die Sorge der Kirche um die Ausbreitung und Bewahrung der Wahrheit ergibt sich daraus, daß
die Menschen nach Gottes Heilsplan – „der alle Menschen retten und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen
lassen will“ (1 Tim 2,4) – nur mit Hilfe der unverkürzten Offenbarung zur absoluten und sicheren Einheit
der Herzen gelangen können, mit welcher der wahre Frieden und das ewige Heil verbunden sind.
Diese sichtbare
Einheit in der Wahrheit hat aber die gesamte christliche Familie leider noch nicht in vollendeter Vollkommenheit
erreicht.
Daher sieht es die Kirche
Papst Johannes XXIII.:
„ Es bereitet Uns großen Schmerz, daß der
größte Teil der Menschheit bisher noch nicht aus den Quellen der göttlichen Gnade lebt, die in der
katholischen Kirche fließen.“
als ihre Pflicht an, alles Erdenkliche zu tun, damit das große Geheimnis
dieser Einheit erfüllt werde, die Christus Jesus am Vorabend seines Opfertodes von seinem himmlischen
Vater mit glühenden Gebeten erfleht hat.
Sie erfreut sich eines stillen Friedens und weiß sich darin
aufs innigste mit diesem Gebet Christi verbunden.
So freut sie sich auch von Herzen, wenn sie merkt,
welch reiche Früchte dieses Gebet auch bei denen trägt, die von ihren Hürden getrennt leben.

Pontifikalamt im Petersdom, Anfang der 1960er Jahre
Genau
betrachtet, erstrahlt diese Einheit, die Jesus Christus für seine Kirche erlangte, in einem dreifachen
Licht: die Einheit der Katholiken untereinander, die als leuchtendes Beispiel ganz fest bewahrt bleiben
muß, sodann die Einheit, die im Gebet der vom Apostolischen Stuhl getrennten Christen und in ihrer leidenschaftlichen
Erwartungen besteht, wieder mit uns vereint zu sein, und schließlich die Einheit der Hochachtung und
Ehrfurcht gegenüber der katholischen Kirche, die ihr von anderen, noch nicht christlichen Religionen
erwiesen wird.
Dabei bereitet es Uns großen Schmerz, daß der größte Teil der Menschheit bisher noch
nicht aus den Quellen der göttlichen Gnade lebt, die in der katholischen Kirche fließen, obwohl alle
Menschen von Geburt an durch das Blut Christi erlöst worden sind.
So kommen Uns beim Gedanken an die
katholische Kirche, deren Licht alles erleuchtet und deren übernatürliche Einheit der ganzen Menschheit
dient, das Worte des heiligen Cyprian in den Sinn:
„Erfüllt vom göttlichen Licht strahlt die Kirche
in die ganze Welt. Aber das ist ein Licht, das überallhin flutet, ohne daß die Einheit des Körpers
aufgelöst wird.
Sie streckt ihre Zweige in reicher Fülle über die ganze Erde aus. Sie läßt immer
wieder mächtig hervorströmende Bäche fließen.
Dennoch gibt es nur eine Quelle, nur einen Ursprung,
nur eine Mutter, die mit überquellender Fruchtbarkeit gesegnet ist. Aus ihrem Schoß werden wir geboren,
mit ihrer Milch genährt, von ihrem Geist beseelt“ (De Catholicae Ecclesiae Unitate, 5).
Ehrwürdige
Brüder! Das ist die Absicht des Zweiten Vatikanischen Ökumenischen Konzils:
Da es die besten Kräfte
der Kirche vereint und sich eifrig bemüht, daß die Menschen die Heilsbotschaft bereitwillig aufnehmen,
bereitet und festigt es den Weg zu jener Einheit des Menschengeschlechts, die das notwendige Fundament
für eine Verähnlichung der irdischen mit der himmlischen Stadt bildet, „in der die Wahrheit herrscht,
deren Gesetz die Liebe, deren Existenz aber die Ewigkeit ist“ (Augustinus, Epistula CXXXVIII, 3).
Letzter
Teil: Papst Johannes XXIII. als Konzilsprophet
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Sozialkatholisch 19:14:30 | Sonntag, 29. April 2007
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Typ 18:58:07 | Sonntag, 29. April 2007