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Mittwoch, 25. April 2007 18:36
Nachsehen statt Fernsehen
‘Telepace’ gilt in Italien als Fernsehen des Papstes. Doch jetzt ist dort der Krieg ausgebrochen.
Papstplakat am Weltjugendtag in Köln 2005
Papstplakat am Weltjugendtag in Köln 2005
(kreuz.net) Der Direktor des Fernsehsenders ‘Telepace’, Mons. Guido Todeschini, hat Anfang Februar die Mitglieder der römischen Redaktion entlassen.

‘Telepace’ wurde 1979 als katholische TV-Station von Mons. Todeschini in der Nähe der norditalienischen Stadt Verona gegründet.

Auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. eröffnete der Sender in den 90er Jahren auch einen Sitz in Rom.

Seither überträgt ‘Telepace’ die päpstlichen Mittwochsaudienzen, den Angelus den Rosenkranz aus den vatikanischen Gärten und die päpstlichen Liturgien.

Gleichzeitig produzierte die römische Redaktion eine tägliche Nachrichtensendung und Exklusivinterviews mit bekannten Persönlichkeiten.

Römische Redaktion gefeuert
Papst Johannes Paul II. erinnerte im März 2003 daran, dass 'Telepace' ein 'Fernsehen des Friedens' ist.
Papst Johannes Paul II. erinnerte im März 2003 daran, dass ‘Telepace’ ein ‘Fernsehen des Friedens’ ist.
Doch seit längerem schwelte ein Konflikt zwischen dem Gründerpriester und den vier Journalisten der römischen Redaktion.

Im Februar machte der Priester kurzen Prozeß. Er schloß kurzerhand die römische Redaktion und entließ die vier Journalisten.

Unter den Entlassenen befindet sich auch der bekannte Moderator Piero Schiavazzi. Ihm war es in der Vergangenheit gelungen, die Großen dieser Welt vor die Kameras von ‘Telepace’ zu bringen.

Sein letzter Interviewpartner war der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso. In der Vergangenheit hatte er verschiedene Kardinäle oder die Gattin des US-Präsidenten, Laura Bush, vor die Kameras von ‘Telepace’ bekommen.

Die radikale Vorgangsweise von Hw. Todeschini stieß in der Zwischenzeit auch im Vatikan auf Kritik. Staatssekretär Tarcisio Bertone ermahnte den Priester, den Dialog mit den entlassenen Journalisten zu suchen.

Die Gewerkschaft der Journalisten hat den Priester angeklagt, seine Mitarbeiter bestraft zu haben, weil diese die ihnen vom Gesetz zugestandenen Rechte eingefordert hatten.

Eine Untersuchung des italienischen Arbeitsministeriums hat ferner eine Unterschlagung von Mitarbeiterbeiträgen im Wert von 70.000 Euro festgestellt und den Sender mit einer Strafe von 20.000 Euro belegt.

Zwei Monate Sendepause
Jüngst bekam der Geistliche auch Schwierigkeiten mit der Vereinigung der Journalisten.

Diese suspendierte ihn für zwei Monate. Grund: Verletzung der journalistischen Standespflichten bei der Entlassung der vier Mitarbeiter.

Damit ist es dem Priester verboten, seinen Sender in den kommenden zwei Monaten zu leiten.

Mons. Todeschini hat aber bereits angekündigt, daß er trotzdem den Papst im Mai auf seiner Brasilienreise begleiten werde.

Jetzt wird Telepace von der Redaktion in Cerna – in der Nähe der Stadt Verona – geleitet.

Die Sendungen, die bisher in Rom produziert wurden, gibt es nicht mehr.

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