10:20:24 | Montag, 30. April 2007
In der Ewigen Stadt gibt es eine Neuigkeit. Der Vorteil? Die kurzen Dienst- und Postwege im ‘VATICAN’.

April-Ausgabe des Magazins ‘VATICAN’
(kreuz.net) Paul Badde ist Korrespondent der Berliner Tageszeitung
‘Die Welt’.
Seit Anfang des Jahres
publiziert er als Mitherausgeber die neue Zeitschrift
‘VATICAN’.
Herr Badde, warum ein neues Magazin?
Paul Badde: Jede Zeitschrift oder Zeitung ist, wie der Begriff andeutet, an eine gewisse Zeit gebunden.
Eine Zeitschrift ist keine Ewigkeitsschrift.
Auf das neue ‘VATICAN-Magazin’ trifft die Bindung an eine
konkrete Zeit besonders zu.
Gegenwärtig hat in der Weltkirche eine deutsche Stunde geschlagen. Das ist
etwas Außergewöhnliches – und das Fenster einer außergewöhnlichen publizistischen Gelegenheit.

Paul Badde, Mitherausgeber von ‘VATICAN’ – einem Magazin von Liebhabern für Liebhaber
Schon
der Name des neuen Magazins besitzt eine gewisse Magie:
„Vaticanus“ war im alten Rom – wie es heißt –
ein ägyptisches Fremdwort für einen geheimnisvollen „Platz der Propheten“.
Solch einen Ort können
wir heute auch innerhalb der Medien gebrauchen.
Das ‘VATICAN-Magazin’ ist also mehr als ein neues Magazin.
Es ist etwas, was es so noch nie gegeben hat: ein strikt journalistisches Projekt mit Sitz in Rom, von
Deutschen für deutschsprachige Leser, auf Tuchfühlung mit dem Vatikan.
Rein örtlich ist keiner näher
dran als wir. Doch wir sind nicht „drin“. Es gibt keine vatikanische Weisungsbefugnis an die Redaktion.
Gibt es bevorzugte Themen?Paul Badde: „Schönheit und Drama der Weltkirche“ – heißt im Untertitel
der Leitsatz unseres Magazins.
Besser läßt sich unser Programm nicht in Worte fassen. Die sinnliche
Pracht und Schönheit der Kirche, die sich in Rom beobachten läßt, gehört zu den Themenschwerpunkten,
ferner aktuelle kirchliche Entwicklungen oder verloren geglaubte Glaubensschätze.
Für das „strikt journalistische
Projekt“, das ich eben erwähnte, gibt es kein besseres Feld. Denn was ist interessanter als die Kirche,
was schöner, was dramatischer, was reicher an Dramen?
Hauptsächlich die Kirchengeschichte hat Italien
zu einem einzigartigen Schatzhaus des Weltkulturerbes gemacht. Noch mehr aber ist die Kirche ein Schatzhaus
an Themen.
Wir berichten also über den Papst, den Vatikan, über Kunst und geben Einblicke in die Welt
der Christen anderer Kontinente.
Selbstverständlich kommen auch Häresien aufs Tapet – jene Nattern
und Schnattern, welche die Kirche oft und immer wieder an ihrem Busen genährt hat und nährt.
Was geschah
mit der anfänglichen Zusammenarbeit mit dem US-Magazin ‘Inside the Vatican’?Paul Badde: Vor einem Jahr
startete unser Magazin als deutsche Ausgabe von ‘Inside the Vatican’. Rasch entwickelte es einen ganz
eigenen Stil.

Blick von der ‘VATICAN’-Redaktion zum Palazzo Apostolico – ins Fenster des Papstes
Die Resonanz war überraschend positiv. Das hing sicher auch mit dem deutschen Papst und
einer enorm gewachsenen Neugier nach allem, was mit Rom zu tun hat, zusammen.
Das Heft hat erstaunlich
schnell Abonnenten gewonnen. Seit Januar beliefern wir diese mit einem neuen, eigenständigen Heft – eben
dem ‘VATICAN-Magazin’.
Warum dieser Eigenweg? Der US-Herausgeber war nicht mehr in der Lage, für die
deutschsprachige Redaktion die nötigen Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
So wurden neue Herausgeber
und Geldgeber aus dem deutschsprachigen Raum notwendig, um sich friedlich von dem US-Herausgeber zu verabschieden.
Es schien uns wichtig, daß dieses außergewöhnliche Projekt überlebt. Dabei ist es bis heute geblieben.
Es gab also keinen deutschen Unabhängigkeitskrieg von Amerika.
Einen jährlichen „Independence Day“
können wir seit Weihnachten aber dennoch feiern. Seitdem ist das Magazin selbständig und eigenverantwortlich
in deutscher Hand.
Kann man ohne US-Dollars ein neues Magazin auf dem deutschen Markt etablieren?Paul
Badde: Natürlich kann man – wenn man statt US-Dollars ein paar Euros als Startkapital besitzt.
Bis auf
weiteres bleibt das Magazin aber immer noch eine Art Garagen-Projekt, wenn auch an piekfeiner Adresse,
drei Minuten vom Petersplatz entfernt.
Es wird von viel ehrenamtlicher Arbeit getragen, die in einer
beispiellosen Selbstausbeutung des Chefredakteurs gipfelt.
Edelste Federn haben für uns schon wundervolle
Stücke umsonst geliefert – Beiträge, die wir sonst gar nicht hätten drucken können.
Natürlich kämpfen
wir gegenwärtig wie Löwen an der schweren Aufgabe, rechtzeitig genügend Interessenten zu finden, die
dem Heft als Abonnenten ein Überleben sichern.
Warum ist ‘Vatican-Magazin’ ein Muß?Paul Badde: Weil
es von Liebhabern für Liebhaber gemacht ist – mit allen Verletzungen, die solchen Beziehungen innewohnen,
aber auch mit der Leidenschaft unverbesserlicher Liebhaber und einem permanenten Dialog an vielen Tischen
ringsum den Petersplatz.

Guido Horst, Chefredakteur von ‘VATICAN’: Das Magazin lebt von seiner beispiellosen Selbstausbeutung
An diesem Gespräch sind Leute beteiligt, welche die Kirche bisher eher von
ferne, aber doch fasziniert beobachtet haben. Einige stammen aus anderen Redaktionen. Für sie ist das
‘VATICAN-Magazin’ bereits zu etwas wie einer „Correspondent’s choice“ in Rom geworden.
Ich denke an Alexander
Kissler von der ‘Süddeutschen Zeitung’ oder Martin Zöller, der Rom-Korrespondent für viele deutsche
Zeitungen ist.
Jedes Heft entsteht in Sichtweite der Kolonnaden. Von hier aus läßt sich dem Papst ins
Fenster schauen.
Hier laufen beste Kontakte und Informationen praktisch täglich an der gläsernen Tür
der Redaktion vorbei – oder gleich zur Tür herein.
Das alles widerspiegelt sich in dem Heft. Es soll
ein Magazin sein, das Gläubige auch Ungläubigen in die Hand drücken können und sollen, ohne sich gleich
für die Mickrigkeit des Katholischen entschuldigen zu müssen – ganz im Gegenteil.
Nicht zuletzt soll
das Heft zeigen, wie schön es ist, katholisch zu sein – und welch ein unverdientes Geschenk dazu.
In
ihrer März-Ausgabe findet sich ein Beitrag des Erlanger Kunsthistorikers Christian Hecht – einem Freund
der Priesterbruderschaft St. Pius X. Wie positioniert sich ‘VATICAN-Magazin’ kirchenpolitisch?Paul Badde:
Von uns aus mag Christian Hecht Petrus-, Pius- oder Paulus-Bruderschaften nahestehen.

‘VATICAN’-Redaktion: nur drei Minuten vom Petersplatz entfernt.
Uns interessiert,
daß er einer der ganz wenigen Experten ist, die etwas von christlicher Kunst verstehen. Als solcher gehört
er zu den Autoren des Magazins.
Wir sind römisch-katholisch. Aber wir beugen uns keinen Linienrichtern.
Deshalb hatten wir auch den Schriftsteller Martin Mosebach mit einem großen Essay in unserem ersten Heft –
den vielleicht eifrigsten und witzigsten Verfechter der Tridentinischen Liturgie.
Propst Gerald Goesche,
der ebenso konservative Direktor des Philipp Neri-Instituts in Berlin, den manche Pius-Leute leidenschaftlich
hassen, weil er einmal ihr „Hot shot“ war und dann die Verbindung mit Petrus und Rom allen anderen Vorlieben
wieder überordnete, schreibt Beiträge für eine Kolumne über die Liebe zu Rom.
Ganz wichtig für uns
ist, wie kenntnisreich und vor allem wie lebendig jemand schreibt – oder fotografiert. Das gilt auch für
die großzügige Optik und schöpferische Gestaltung der Hefte.
Einzige Linien sind uns dabei das Evangelium,
die Lehre der Kirche, die Biographien der Heiligen und die Tradition, genauer: die vielen Traditionen
der Katholischen Kirche.
Ideologien – welcher frommen Art oder Unart auch immer – bekommen bei uns kein
Forum.
Wer sind die Mitarbeiter des neuen Magazins? Was ist deren Hintergrund?Paul Badde: Das operative
Geschäft ruht vor allem in der Hand von Guido Horst – dem ehemaligen Chefredakteur und jetzigen Rom-Korrespondenten
der deutschen Zeitung ‘Tagespost’. Er kam mit dem Gedanken nach Rom zurück, hier ein Magazin mit dem
Namen ‘Disputa’ zu gründen.
Dieses Projekt ist jetzt als eigene Plattform für Essays in das Heft eingegangen.
In einer „e-mail aus Jerusalem“ schreibt der Benediktinerbruder Antonius. Er ist ein früherer Anwalt
in Frankfurt am Main, der in der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ auch über Rockkonzerte publizierte
und jetzt regelmäßig aus dem Seelenleben der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg in Jerusalem berichtet.
Kürzlich veröffentlichten wir einen wundervollen Essay von dem Publizisten Albert Christian Sellner
zur Geschichte der Päpste. Mit Sellner teilte ich vor fast dreißig Jahren einen Schreibtisch in dem
satirischen Magazin ‘Pardon’.
Der muslimische Schriftsteller Navid Kermanis aus Köln schrieb ein sehr
erhellendes Stück über die „nicht-von-Menschenhand-geschaffene“ Schönheit der Sprache des Koran.
Im
Heft Nr. 1 haben wir mit Alexander Smoltczyk vom ‘Spiegel’ – der sich selber als „agnostischen Papisten“
bezeichnet – eine Rubrik begonnen mit dem Titel: „Zehn Fragen, die ich Benedikt XVI. immer schon einmal
stellen wollte …“
Unsere Mitarbeiter verbindet also nicht nur die Liebe zur Kirche, das Staunen vor
der Schönheit des Glaubens und das Mitleiden an den Dramen der Christenheit von heute.
Ein noch größerer
Kreis von Autoren und Mitarbeitern ist auch aus Freude dabei, in den schöpferischen Prozeß von ‘VATICAN-Magazin’
hinein verwoben zu werden.
Gibt es auch einen Kardinalprotektor?Paul Badde: Nein. Dafür bekommen alle
Kardinäle und Bischöfe in Deutschland das Heft zugeschickt.
Das erste Magazin jeder Ausgabe geht jedoch
ins Appartamento des Papstes im Palazzo Apostolico hinauf, wo Benedikt XVI. ein sehr aufmerksames Auge
auf alle Beiträge wirft.
Das ist der Vorteil der kurzen Dienst- und Postwege im VATICAN.
Vertrieb und
Abonnenten-Verwaltung: Fe-Medienverlags GmbH
Email: info@vatican-magazin.de
„VATICAN magazin“ erscheint
monatlich mit zwei Doppelnummern in den Sommermonaten.
Jahresabo Deutschland: 50,00 €
Jahresabo Ausland:
60,00 €
Schüler- und Studentenabo: 44,50 €
kath.net-Clubmitglieder: 37,50 €
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