kreuzmeldungen
Protestantischer Ad-Limina-Besuch + Bischöfe empfehlen Boykott + Holocaust-Überlebender und Versöhner + Wo stehen die Bischöfe? + Sehr spannend
Protestantischer Ad-Limina-Besuch

Vatikan. Der Ratsvorsitzende der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’, Wolfgang Huber, befindet sich diese Woche für Gespräche im Vatikan. Am Donnerstag wird er von Papst Benedikt XVI. in Audienz empfangen. Außerdem trifft er den Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates, Kurienkardinal Walter Kasper. Auf Einladung der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl hält Huber auch einen Vortrag über den im Konzentrationslager Flossenbürg hingerechteten protestantischen Theologen Dietrich Bonhoeffer († 1945).

Bischöfe empfehlen Boykott

Mexiko. Die mexikanischen Bischöfe haben dazu aufgerufen, das neue Abtreibungsgesetz zu boykottieren. Ärzte und Krankenhausmitarbeiter sollen von ihrem Recht Gebrauch machen, eine Abtreibung aus Gewissensgründen abzulehnen. Seit Donnerstag haben Kinder bis zur zwölften Woche in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt kein Recht mehr, zu leben.

Holocaust-Überlebender und Versöhner

Polen. Der emeritierte Bischof von Stettin, Mons. Kazimierz Majdanski, ist am Sonntag im Alter von 91 Jahren gestorben. Stettin ist eine ehemalige deutsche Stadt unweit der gegenwärtigen deutschen Grenze im Norden Polens. Nach dem nationalsozialistischen Überfall auf Polen im Jahr 1939 verbrachte Bischof Majdanski sechs Jahre in den Vernichtungslagern Sachsenhausen und Dachau. Dabei war er auch Opfer verbrecherischer medizinischer Experimente. Der spätere Bischof wurde im Juli 1945 zum Priester geweiht. In den 60er Jahren setzte er sich für die Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland ein. Von 1979 bis 1992 war er Bischof von Stettin.

Wo stehen die Bischöfe?

Deutschland. Die überkonfessionelle deutsche Initiative für Familien in Not ‘Hilfe zum Leben’ hat die deutsche Bischofskonferenz scharf kritisiert. Das berichtete die evangelische Nachrichtenagentur ‘idea’. Die Initiative wirft der Bischofskonferenz vor, die „Kinder, Frauen-, Mütter- und Familien verachtende Politik“ der deutschen Bundesregierung zu bejahen. Die Kirche solle sich statt für den Ausbau von Kinderkrippen, für ein Müttergehalt einsetzen.

Sehr spannend

Die Presse: Das Christentum geht philosophisch aufs Ganze und hat zugleich eine Geschichte der verlorenen Rückzugsgefechte vorzuweisen. Positiv formuliert könnte man sagen: es wird immer spannender.

Kardinal Christoph Schönborn: Ja, genau. Das Spannende an dieser risikofreudigen Geschichte ist, daß alle Immunisierungsstrategien dem Christentum nicht geholfen haben, daß es immer herausgefordert war, ins volle Risiko zu gehen. Ich denke, das ist auch das Spannende heute: die Metaphorisierung des Christentums ist ja auch seine Banalisierung. Die wirkliche Herausforderung muß schon quer liegen.

Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, in einem Interview mit der Tageszeitung ‘Presse’.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Czibo Nieznany   12:03:32 | Freitag, 4. Mai 2007
landorganist
das hiesige Natterngezücht hält ja von den Evangelen nicht viel
Diesen Eindruck gewinnt man in diesem Forum sehr rasch, um nicht von der Oberflächlichkeit der „katholischen“ Argumenteflut nicht untergebuttert zu werden. Viel Forumsteilnehmer haben nicht nur etwas gegen die Evangelen. Sie sind teilweise so ignorant, dass sie sich noch nicht einmal der Bibel bedienen, wenn es notwendig wäre und wenn die Bibel in einer verfahrene Diskussion zur Klärung beitragen könnte. Die Möglichkeit wird einfach ignoriert. Stattdessen werden päpstliche Dekrete aus finsteren Jahrhunderten aufgefahren, die total aus dem Glaubensbewusstsein geraten sind und die Diskussion eher lähmen statt fördern. Aber viele sehen darin eine Bestätigung für angesammeltes Pseudowissen, das keine Heilsnotwendigkeit besitzt. Deshalb ist es gut, wenn ein paar Leute hier versuchen, biblische Kategorien in das „Wüten der ganzen Welt“ einzubringen und gegen den Strich gebürstete Gedankegänge gegen den katholischen Mief. Seien Sie gegrüßt.
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#7   wsxyz   21:28:49 | Mittwoch, 2. Mai 2007
@landorganist
das hiesige Natterngezücht hält ja von den Evangelen nicht viel, bzw., sieht dieselben mit Genuss in der Hölle schmoren.
Nicht mit Genuss.
Aber das viele – auch viele Katholiken – letztendlich in der Hölle landen ist leider recht sicher.
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#6   landorganist   15:27:57 | Mittwoch, 2. Mai 2007
@Czibo
Ich gebe Ihnen völlig recht, :(3 aber das hiesige Natterngezücht hält ja von den Evangelen nicht viel, bzw., sieht dieselben mit Genuss in der Hölle schmoren.
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#5   Czibo Nieznany   09:38:42 | Mittwoch, 2. Mai 2007
Mehr als unverbindliche Sympathieerklärung
Wenn sich der Ratsvorsitzende der EKD :)3 nach Rom aufmacht, um dem Papst einen Besuch abzustatten, ist das schon ein beachtliches Ereignis, das zumindest die Jeremiaden über die stagnierende Ökumene verstummen lassen könnte. Verpflichtet ist Bischof Huber keineswegs, beim Papst die Aufwartung zu machen. Er tut es aus der Freiheit eines Christenmenschen heraus und ich denke, es ist ein gutes Zeichen. Schließlich kommt Huber ja auch nicht mit leeren Händen, sondern mit einem Vortrag über den protestantischen Märtyrer Dietrich Bonhoeffer. Das Vorgehen Hubers ist ganze Stufen höher einzuschätzen als dass man darin nur eine unverbindliche Sympathieerklärung sehen könnte. Da steckt mehr drin. Das kann sich nur positiv auf das ökumenische Klima auswirken. Darin lassen sich Visionen entwickeln, weiterbringen und realisieren, dem großen Ziel entgegen. :(3
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#4   wsxyz   14:01:38 | Dienstag, 1. Mai 2007
@Oblong
„Stettin ist eine ehemalige deutsche Stadt unweit der gegenwärtigen deutschen Grenze im Norden Polens.“
Erwarten Sie demnach, daß sich diese Grenze ändert?
Behaupten Sie, dass die Oder-Neiße Grenze keine gegenwärtige Grenze Deutschlands ist?
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#3   methusalix †   13:02:40 | Dienstag, 1. Mai 2007
Schünborn „geht ins volle Risiko“?
Kardinal Christoph Schönborn: Ja, genau. Das Spannende an dieser risikofreudigen Geschichte ist, daß alle Immunisierungsstrategien dem Christentum nicht geholfen haben, daß es immer herausgefordert war, ins volle Risiko zu gehen.
Richtig! Das war für die Herren Kleriker ja auch überhaupt kein Risiko. Ausbaden mussten das „ins volle Risiko gehen“ ja nie die Herren Kirchenbeamten, sondern immer die Gläubigen, meistens die Frauen. Davon zeugt die lange und breite Blutspur, die unsere sancta ecclesia in ihrer Geschichte hinter sich her zieht.
Wie könnte das „ins volle Risiko gehen“ heute aussehen? Ein Verbot für römisch-katholische Gläubige etwas über die Evolutionstheorie zu lernen? Der Herr Kardinal hat sich ja auf dem Gebiet schon weit aus dem Fenster gelehnt. Noch ein paar Grad mehr und er stürzt ab. Aber er scheint nach dem Motto zu handeln: „No risk, no fun!“
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#2   Oblong Fitz Oblong   12:23:24 | Dienstag, 1. Mai 2007
Grenze
„Stettin ist eine ehemalige deutsche Stadt unweit der gegenwärtigen deutschen Grenze im Norden Polens.“
Erwarten Sie demnach, daß sich diese Grenze ändert?
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#1   Bruder Theophil   10:11:54 | Dienstag, 1. Mai 2007
Zum Geleit…das heutige Evangelium
EVANGELIUM Matthäus 13, 54-58
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt und lehrte die Menschen dort in der Synagoge. Da staunten alle und sagten: Woher hat er diese Weisheit und die Kraft, Wunder zu tun? Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder? Leben nicht alle seine Schwestern unter uns? Woher also hat er das alles?
Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat und in seiner Familie. Und wegen ihres Unglaubens tat er dort nur wenige Wunder.
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