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Montag, 17. Januar 2005 09:22
kreuzmeldungen
Des Papstes Terminkalender + Deutschland: Auftakt für Ehe und Familie + Bringt Mahmud Abbas Frieden nach Israel? + Anglikaner: Unwiderstehliche Euthanasie + Wespen retten Cranach-Altar + Linzer Priesterkreis äußert sich zum liturgischen Chaos in Linz
Des Papstes Terminkalender

Vatikan. Am Samstag gab der Vatikan bekannt, daß der Heilige Vater, trotz angeschlagener Gesundheit, bis Ostern ein volles Programm zu absolvieren hat. Auf fünf große Veranstaltungen im Februar folgen acht große religiöse Feiern im März. Der Höhepunkt wird der Ostersonntag sein, der heuer auf den 27. März fällt. Im April könnten die ersten Heiligsprechungen des Jahres 2005 stattfinden. Eine offizielle Bestätigung hierfür gibt es allerdings nicht.

Deutschland: Auftakt für Ehe und Familie

Deutschland. Gestern wurde in den Bistümern Deutschlands der Familiensonntag begangen. Er war auch der Auftakt für eine dreijährige Kampagne für Ehe und Familie. Der Berliner Kardinal und Familienbischof, Georg Sterzinsky, erklärte die Initiative zugunsten der Familie mit dem hohen kulturellen und fundamentalen Wert, den die Familie für die Gesellschaft darstelle. Im Jahr 2005 wird besonders die Bedeutung von Ehe und Familie für den Einzelnen und für das Miteinander der Generationen hervorgestrichen. Kritiker befürchten, daß auf viele Worte wenige Taten und konkrete Ergebnisse folgen werden.

Bringt Mahmud Abbas Frieden nach Israel?

Heiliges Land. Die katholische Kirche im Heiligen Land schaut voll Erwartung auf den neuen Palästinenserpräsidenten, Mahmud Abbas. Die Christen hoffen auf die Achtung der Religionsfreiheit und auf Frieden. Der Franziskaner-Custos, Pierbattista Pizzaballa (39), sprach am letzten Samstag nach der Amtsübernahme Mahmud Abbas mit dem italienischen Nachrichtendienst ‘misna’. Der Custos ist der Superior der Franziskaner im Heiligen Land, denen die Sorge um die Heiligen Stätten anvertraut ist. Pater Pizzaballa würdigte die Friedensbemühungen des neuen Präsidenten der Palästinenser. Abbas habe hervorgehoben, daß er für den Dialog arbeiten wolle, und mehrmals das Wort „Frieden“ in den Mund genommen. Er habe die Gewalt auf beiden Seiten verurteilt. Trotzdem brauche er Zeit, denn er müsse mit beiden Seiten – auch mit den Extremisten – verhandeln.

Anglikaner: Unwiderstehliche Euthanasie

Großbritannien. Kürzlich wurde in England ein pensionierter Polizist vor Gericht freigesprochen, der seiner schwer kranken Frau zum Selbstmord verholfen hatte. Darüber ist unter anglikanischen Theologen jetzt ein neuer Streit über die „Beihilfe zum Selbstmord“ entbrannt. Der Rechtsberater des anglikanischen Primas Rowan Williams, der anglikanische Kleriker Robin Gill, zeigte Verständnis, auf die Art des Polizisten, „Barmherzigkeit“ zu üben. Er könne es verstehen, wenn man schwer kranken Familienmitgliedern zum Selbstmord verhelfe, erklärte Gill in einem Zeitungsinterview. Wörtlich sprach der erzbischöfliche Rechtsberater von „unwiderstehlichen Motiven“, die eine Euthanasie rechtfertigen würden.

Wespen retten Cranach-Altar

Deutschland. Eine ehrenhafte Aufgabe haben Lagererz-Wespen im Erfurter Dom zu verrichten. Sie sollen ein Altarbild, das die „Verlobung der heiligen Katharina“ darstellt, von Nagekäfern säubern. Das Altarbild wurde von Lukas Cranach († 1553), nach Albrecht Dürer der bedeutendste Maler Deutschlands, zu Beginn des 16. Jahrhunderts angefertigt. Zur Bekämpfung der Nagekäfer wird der Altar unter ein luftdichtes Folienzelt gehüllt und dessen Innenraum auf die Bruttemperatur der Wespen erwärmt. Die dort gleichzeitig angesiedelten erwachsenen Wespen pflegen ihre Eier in die Körper von Nagekäfern zu legen, die sie zuvor durch einen Stich lähmen. Die Wespenlarve verspeist sodann das Innere des Käfers. Auf diese Art und Weise hofft man, den Cranach Altar binnen drei Wochen vor den Schädlingen zu befreien.

Linzer Priesterkreis äußert sich zum liturgischen Chaos in Linz

Österreich. Heute wird in der oberösterreichischen Hauptstadt Linz eine Erklärung des „Linzer Priesterkreises“ zu den liturgischen Mißständen in der Diözese veröffentlicht. Schon seit Jahren ist die Diözese Linz für die dort geduldeten schweren liturgischen Mißbräuche bekannt. Diese werden zum Teil direkt von den diözesanen Stellen ermutigt und gefördert. Bischof von Linz ist der ehemalige Benediktinerabt, Dr. Maximilian Aichern. Der „Linzer Priesterkreis“ ist ein Zusammenschluß von katholischen Priestern, der sich für die Erneuerung des Glaubens und eine Stärkung der Kirche einsetzt. Ihr gegenwärtiger Vorsitzender ist der oberösterreichische Pfarrer und Linzer Diözesanpriester Dr. Franz Breid. Der Priesterkreis organisiert auch die international besuchte „Theologische Sommerakademie“. Sie findet jährlich in Aigen/Schlägl in der Nähe von Linz statt.
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