Motu Proprio
Das perfekte Datum
Es gibt Daten und Daten. Heute wäre das perfekte Datum. Das müßte eigentlich auch der Vatikan gemerkt haben. Ein mysteriöser Kommentar.
Kardinal Ratzinger zelebriert 1999 in Weimar ein Pontifikalamt im Alten Ritus
Kardinal Ratzinger zelebriert 1999 in Weimar ein Pontifikalamt im Alten Ritus
© Pro Missa Tridentina. Weitere Bilder vom Pontifikalamt mit Kardinal Ratzinger
(kreuz.net, Vatikan) Heute wäre der perfekte Tag für die Veröffentlichung des Motu Proprio zur Freigabe der Alten Messe (gewesen).

Nein, nicht, weil die Priesterbruderschaft St. Pius X. an diesem denkwürdigen Tag vor der Mariensäule in München ihre Gebete verrichtet.

Das wäre allerdings gewiß ein passendes – zweifellos gottgewolltes – Zusammentreffen.

Heute ist nach dem alten Kalender der Festtag des Heiligen Papstes Pius V., der im Jahr 1570 die Bulle ‘Quo primum’ veröffentlichte, mit der er das Römische Missale auf ewig zum Meßbuch der Kirche erklärte.

Die Bulle bot die Grundlage für einen unbeschreiblichen Triumphzug des Römischen Ritus durch Kirche und Welt.

Passenderweise hätte der Papst das heute veröffentlichte Motu Proprio schon am 30. April unterzeichnen können.

Denn am 30. April wird der sogenannte Gedenktag von Papst Pius V. im Kalender des neuen Ritus begangen.

Somit hätten Unterzeichnungs- und Veröffentlichungstag des angeblichen Motu Proprio eine wahrhaft völker- ritus- und rassenverbindende Wirkung.

Außerdem ist heute Samstag. Viele wichtige Entscheide des Vatikan werden im Schutz des Wochenendes bekanntgegeben. Dann ist die Tätigkeit der Journalisten gedrosselt. Die Zugriffszahlen bei den Online-Diensten fallen.

Dem nicht unbedingt gewollten Spektakel wird so der Wind aus den Segeln genommen.

Am Montag, wenn der Medienzirkus wieder anläuft, ist eine am Samstag veröffentlichte Meldung bereits Schnee von gestern.

Zugleich ist die heiße Diskussion um das Motu Proprio gerade wieder einmal eingeschlafen.

Nach dem peinlichen „Kommt es, kommt es nicht?“ der vergangenen Monate könnte der Vatikan so denn wenigstens noch ein kleines Schnippchen schlagen.

Schließlich hat man sich bereits daran gewöhnt, daß die vatikanischen Neuigkeiten erst dann verbreitet werden, wenn sie schon lange von den Medien ausposaunt worden sind.

Aber was, wenn die Römer dieses perfekte Datum verschlafen?

Dann gäbe es immer noch den 14. Juli – jenen Tag, an dem der Heilige Papst Pius V. seine Bulle ‘Quo primum’ veröffentlicht hat.

Er fällt dieses Jahr auch auf einen Samstag.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Rudolfus   21:33:36 | Donnerstag, 10. Mai 2007
Grüße von Benedikts „Freunden“ aus Deutschland
DBK-Vorsitzender Prof. Dr. Karl Cardinal Lehmann habe Berichten zufolge in den ARD-Tagesthemen vom Ostersonntag 2007 erklärt:
„Wir können und wollen keine Kirche haben, die zwei Riten hat, denn dies verwirrt nur die Gläubigen.“
Tatsächlich hat die (lateinische!) Kirche zwischen so viel Riten wie sie Priester hat,
nur der alte Ritus wird verdammt,
obwohl Papst St. Pius V. 1570 – ein Kirchenkenner – in seinem Meßbuchvorwort allen Priestern den Freibrief für diese hl. römische Messe gegeben hat.
Da die Modernisten als einziges Argument ja die „Hierarchiekeule“ haben, mit denen sie die Orthodoxen leicht und oft hinters Licht führten, ist Ratzinger als Papst jetzt natürlich die Kapitulation für diese Partie, deren Glaubensverständnis in der Vergangenheit lautete (1963-2005): „Rom“, „der Papst“, „der Bischof“ „will es so“ (als wäre unsere höchste Glaubensquelle – insbesonders für die „Konservativen“ – „Rom“, „der Papst“, „die Bischöfe“, doch dies ist einfach falsch, denn diese sind verwaltende Hierarchen und nicht „die Glaubensquelle“ oder „das Licht selbst“).
Karl Lehmanns Statement im ersten deutschen Staatsfernsehen läßt in seinem öffentlichen Widerspruch gegen Papst Ratzinger nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig,
so wie auch Deutschlands Super-GAU, Kanzlerkandidat Adolf Hitler (NSDAP), in seinen Wahlkampfreden deutlich sagte: „Wir SIND intolerant!“
Und auch als Kanzler führte „der Führer“ Klage über Pius XII.: „Der einzige Mensch, der mir ständig widerspricht!“
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#10   monti   08:56:47 | Montag, 7. Mai 2007
oh oh oh
Ja haben Sie denn nicht gewusst, dass es hier immer nur um den liturgischen Kalendergeht…?
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#9   laetare †   16:54:20 | Sonntag, 6. Mai 2007
liturgischer Kalender …
stimmt, das wirft ein anderes Licht auf die Sache.
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#8   Benedikt   00:16:38 | Sonntag, 6. Mai 2007
Aha…
Die Bulle bot die Grundlage für einen unbeschreiblichen Triumphzug des Römischen Ritus durch Kirche und Welt.
…wo er logischerweise die anderen Riten verdrängen musste!
@laetare
Ist die Frage ernstgemeint? 1970 gab es neben dem Messbuch auch eine Reform des liturgischen Kalenders. Die Formulierungen „alter Kalender“ und „neuer Kalender“ zur Unterscheidung der beiden Formen ist doch sehr nachvollziehbar und naheliegend. Fällt Ihnen eine bessere ein?
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#7   laetare †   23:41:03 | Samstag, 5. Mai 2007
Kalenderverwirrung?
Was ist bitte mit dem „Alten Kalender“ gemeint? der julianische?
Wenn der Papst 1570 noch in der Lage war, eine Bulle zu publizieren, dann kann er unmöglich vor der Kalenderumstellung schon heiliggesprochen worden sein. Seine Heiligsprechung war vielmehr – wenn man Wiki glauben darf – 1712, also definitiv nach dem gregorianischen Kalender (außer er wäre in der Türkei heiliggesprochen worden, was ich auch ohne wiki für unwahrscheinlich halte). Wie soll er also zu einem Festtag nach julianischem Kalender kommen?
Sollte allerdings meine Vermutung falsch sein, und mit „Alter Kalender“ einfach das gemeint sein, was in der Kreuznetredaktion hängt und die Daten des vorvorletzten Jahrhunderts anzeigt, dann bitte ich um Vergebung. (man kann ja schließlich nicht mit so viel selbsterkenntnis rechnen)
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#6   Rottenburg   17:13:38 | Samstag, 5. Mai 2007
Das perfekte Datum?
Aber was, wenn die Römer dieses perfekte Datum verschlafen?
Und Rom hat es wohl verschlafen, nachdem wir jetzt bereits 17 Uhr haben, ist mit keiner Überraschung mehr aus dem Apostolischen Palast zu rechnen!
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#5   Alanus ab Insulis   12:56:05 | Samstag, 5. Mai 2007
@ Tilly: Das ist reine Nächstenliebe.
Wir können doch die Frömmler hier nicht im eigenen Saft schmoren lassen, sondern müssen ihnen den Weg aus ihrer geistigen Enge heraus zeigen.
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#4   Tilly   12:32:11 | Samstag, 5. Mai 2007
Zeitgeist-Kathole
Immer dasselbe Gelabere der Zeitgeistkatholiken oder Linksliberalen das geht einem langsam auf die Eier. Ihr braucht doch hier nicht zu lesen und zu schreiben wenn es euch nicht passt!
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#3   Jasmina   09:17:02 | Samstag, 5. Mai 2007
kreuzfalsch oder kreuzbrav?
Jetzt bin ich mal gespannt! ;)
LG Jasmina
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#2   Libertas Ecclesiae   08:57:54 | Samstag, 5. Mai 2007
Die Zeit drängt
Leser „Sirilo“ schrieb am 2. Mai an anderer Stelle:
Laut Herrn Badde befindet sich das neue Magazin [Vatikan] „auf Tuchfühlung mit dem Vatikan“. Wenn diese „Tuchfühlung“ von der Qualität Baddescher Voraussagen des Motu Proprio bezügl. der Alten Liturgie ist, dann lohnt es sich wohl nicht, das Magazin zu abonnieren, denn dann hat es wohl zu viel faktenlose Spekulationen zum Inhalt …
Herr Badde hatte kurz vor Ostern in der „Welt“ geschrieben, das „Motu Proprio“ „sehr bald, wohl noch in der österlichen Zeit“ veröffentlicht werde:
www.welt.de/…ischen_Liturgie.html
Nun ja, die „österliche Zeit“ dauert offitziell noch bis Pfingsten. Das sind jetzt noch drei Wochen.
Sollte das MP nicht (mehr) erscheinen, wird sich Herr Badde erklären müssen!
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#1   Typ   08:53:57 | Samstag, 5. Mai 2007
Peinlich
Nach dem peinlichen „Kommt es, kommt es nicht?“ der vergangenen Monate
Das heißt, kreuz.net findet seine eigene „Bericht-“(=Gerüchte-)Erstattung peinlich!
Das nennt man Selbsterkenntnis. Danke, kreuz.net!
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