14:09:53 | Sonntag, 6. Mai 2007
In Kanada ist kürzlich ein neuer „Vater der Kirche des Johannes“ offenbar geworden, der in einer katholischen Gemeinschaft ein neues Zeitalter eingeläutet hat.

Pater Éric Roy, Generaloberer der ‘Söhne Mariens’
(kreuz.net) „Man tut keinen neuen Wein in alte Schläuche.“
Mit diesem Wort aus dem Matthäusevangelium
rechtfertigt der kanadische Ordensobere, Pater Éric Roy, eine Weihesimulation, die im Januar in seiner
Gemeinschaft durchgeführt wurde.
Pater Roy leitet den Orden der ‘Söhne Mariens’. Dieser Orden gehört
zur kanadischen ‘Gemeinschaft der Frau aller Völker’.
Der Geistliche publizierte seine Stellungnahme
in der Januar/Februar Ausgabe der Zeitschrift ‘Le Royaume’, die von der ‘Gemeinschaft der Frau aller Völker’
herausgegeben wird.

Weihepriester Jean Pierre
Diese Gruppe wurde kürzlich vom neokonservativen Erzbischof von Québec
als schismatisch
erklärt.
Sie sieht sich als Verwirklichung der Botschaften der
„Frau aller Völker“, die angeblich von
1945 bis 1959 in Amsterdam erschienen ist.
Im Jahr 1967 erfuhr die Kanadierin Marie-Paule Giguère (85) –
die sich heute Mutter Paul-Marie nennt – über ein Buch des Franzosen Raoul Auclair von den Botschaften
der „Frau aller Völker“.
Mutter Paul-Marie entdeckt darin Übereinstimmungen mit Offenbarungen, die
sie in der Vergangenheit selber erhalten haben will.
Ab 1971 gründet Mutter Paul-Marie fünf Werke:
die ‘Armee Mariens’, die ‘Familie der Söhne und Töchter Mariens’, die ‘Gemeinschaft der Söhne und Töchter
Mariens’, die ‘Oblaten-Patrioten’ und das ‘Institut Marialys’.
Diese Gruppierungen sind Teil der ‘Gemeinschaft
der Frau aller Völker’, die sich als „laiko-gemeinschaftliche“ Bewegung bezeichnet, die „alle Lebensformen
und Religionen“ umfaßt.

Die fünf geweihten Diakone
In seinem Artikel begründet der Generalobere der ‘Söhne Mariens’, warum ein
Priester der Gemeinschaft – Pater Jean-Pierre Mastropietro – fünf Mitgliedern der Gemeinschaft zu „Diakonen“
weihen konnte.
Nach katholischer Lehre besitzt nur ein Bischof die Vollmacht, Weihen zu erteilen.
Die
Diakonenweihen stellen für die ‘Gemeinschaft der Frau aller Völker’ nach Ansicht des Ordensoberen eine
„neue Etappe“ dar.
Die Gemeinschaft versteht sich inzwischen als „Kirche des Johannes, die erneuerte
Kirche Petri“.
Pater Mastropietro sei vom Himmel zum „Vater der Kirche des Johannes“ ernannt worden –
so der Ordensobere.
Die von Pater Mastropietro simulierten Diakonatsweihen würden „eine Zeit der Erneuerung
für die Kirche“ darstellen:
„Man sieht nun die Dämmerung eines neuen Frühlings der Kirche, wie ihn
die Konzilsväter heiß gewünscht haben.“
Manche hätten sich vielleicht gefragt, ob Pater Mastropietro
die Diakonenweihen wirklich habe vornehmen können – fährt der Generalobere weiter und verweist auf eine
Vision der Gründermutter.

2.000 Mitglieder der Armee Mariens vor der Rosenkranzbasilika, Lourdes 1984
Diese habe Pater Mastropietro am 28. Februar 2006 während der Abendmesse
von Lichtstrahlen umgeben gesehen.
Einige Tage später habe die angebliche Seherin erfahren, daß dessen
„Stunde für eine besondere Handlung gekommen“ sei.
Diese Erkenntnis habe sich am 17. September konkretisiert.
An diesem Tag erhielt Pater Mastropietro über die Gründerin eine Mitteilung über seine zukünftige
Rolle:
„Pierre, Du bist Petrus [französisch: Pierre], und auf diesem Fels [französisch: Pierre] werde
ich meine neue Kirche bauen.“
Es sei klar, so der Generalobere, daß „diese Kirche“ – auch nach den fünf
ungewöhnlichen Weihen – weiterhin die eine, heilige katholische und apostolische Kirche sei:
„Aber von
nun an ist sie auch »verwandelt« in diese neue Wirklichkeit, welche die erneuerte Kirche, die mystische
Kirche, die Kirche des Johannes“ ist.
Es sei wichtig zu verstehen, daß Pater Mastropietro sowohl von
Christus als auch von Mutter Paul-Marie berufen worden sei.
In der Vergangenheit habe Christus seine
Apostel und später den Heiligen Paulus berufen:
„Heute sind wir im Licht der letzten Ereignisse gezwungen,
anzuerkennen, daß eine weitere göttliche Wahl in der Person von Pater Pierre Mastropietro – von nun
an Padre Jean Pierre – stattgefunden hat und daß seine Autorität ihm folglich ebenfalls von oben gegeben
wurde, um den göttlichen Plan zu verwirklichen.“
Weil Padre Jean-Pierre ein gänzlich „authentischer
Apostel“ sei und weil er seine Kräfte durch die Mittlerschaft von Mutter Paul-Marie von Oben empfangen
habe, sei es ihm möglich gewesen, die fünf Söhne Mariens zu Diakonen zu weihen.
Auf diese Weise setze
die „Kirche des Johannes“ ihre apostolische Mission fort, um durch die „Frau aller Völker“ Gnade, Erlösung
und Frieden zu bringen.
Der Generalobere ruft die Gemeinschaft auf, die alten Schläuche wegzulegen,
„um die Schläuche, die wir sind, ganz zu erneuern“.
Bereits seit längerem seien gewisse Änderungen
vorgenommen worden, um die Liturgie zu vereinfachen und die Zelebrationen der Gemeinschaft von allem zu
befreien, was nicht notwendig sei und die Aufmerksamkeit ablenke.
Der Generalobere teilt auch mit, daß
‘Le Royaume’ – die Zeitschrift der Gemeinschaft – sich künftig nicht mehr mit den Polemiken und „Ungerechtheiten“
befassen werde, welche die Gemeinschaft von seiten der Kirche habe erleiden müssen:
„Von nun an müssen
wir uns auf das konzentrieren, was uns wirklich betrifft, das heißt, auf die Entwicklung und die Aktivitäten
des Werkes.“
Der Generalobere weist auch darauf hin, daß sich in Zukunft noch viele Dinge in Kirche
und Welt ändern würden.
Dazu verweist er auf die 41. Botschaft der Frau aller Völker vom 6. April
1952:
„Viele Dinge sind bestimmt, sich in der Gemeinschaft und in der Kirche zu ändern – und sie werden
sich ändern.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.