Papst Johannes XXIII. als Konzilsprophet
„Mit dem beginnenden Konzil hebt in der Kirche ein Tag strahlenden Lichtes an. Noch ist es wie Morgenröte, und schon berühren die Strahlen der aufgehenden Sonne Unser Herz.“ Der Schlußteil der Rede zur Eröffnung des Zweiten Vatikanums von Johannes XXIII. († 1963).

Wir sind hier in der Vatikanischen Basilika vereinigt, wo sich der Angelpunkt der Kirchengeschichte befindet und Himmel und Erde jetzt eng verbunden sind, hier am Grabe des heiligen Petrus, unweit so vieler Ruhestätten Unserer heiligen Vorgänge, deren sterbliche Reste sich in dieser feierlichen Stunde gleichsam in verborgenem Jubel mitfreuen.
Mit dem beginnenden Konzil hebt in der Kirche ein Tag strahlenden Lichtes an. Noch ist es wie Morgenröte, und schon berühren die Strahlen der aufgehenden Sonne Unser Herz.
Alles atmet hier Heiligkeit, alles erweckt Jubel.
Betrachten wir die Sterne, die mit ihrer Klarheit die Majestät dieses Heiligtums mehren. Diese Sterne seid Ihr, nach dem Zeugnis des Apostels Johannes (Offb 1,20).
Zusammen mit Euch sehen Wir goldene Leuchter um das Grab des Apostelfürsten, das heißt, die Euch anvertrauten Kirchen. Zugleich sehen Wir Männer von Rang und Würden, die aus fünf Erdteilen nach Rom gekommen sind, um ihre Nationen zu vertreten. Sie sind hier mit großer Ehrfurcht und menschlichster Erwartung zugegen.
So darf man wohl sagen, daß sich Himmel und Erde zur Feier des Konzils in gemeinsamem Werk vereinen.
Die Heiligen des Himmels schützen unsere Arbeit. Die Gläubigen auf Erden beten unablässig zu Gott, und Ihr folgt gewissenhaft den Eingebungen des Heiligen Geiste und gebt Euch eifrig Mühe, daß Eure Arbeit den Erwartungen und Bedürfnissen der verschiedenen Völker in höchstem Maße entspricht.
Damit dies geschehe, sind von Euch erhabener Geistesfrieden, brüderliche Eintracht, Mäßigung in den Vorschlägen, Würde in den Beratungen und weise Überlegung gefordert.
Mögen Eure Mühen und Arbeit, auf die so viel Völker schauen und ihre Hoffnung setzen, alle Erwartungen recht erfüllen.
Allmächtiger Gott, auf Dich setzen wir unser ganzes Vertrauen, da wir uns nicht auf unsere eigene Kraft verlassen können. Sieh gnädig auf diese Hirten Deiner Kirche. Das Licht Deiner Gnade helfe uns, wenn wir Beschlüsse fassen und Gesetze erlassen. Erhöre die Gebete, die wir in einmütigem Glauben, mit geeinter Stimme und einigen Herzens an Dich richten.
O Maria, Hilfe der Christen, Hilfe der Bischöfe, in Deinem Heiligtum von Loreto haben Wir das Geheimnis der Menschwerdung betrachtet und erst kürzlich Deine Liebe besonders erfahren. Führe alles zum guten Ende.
Bitte für uns bei Gott mit dem heiligen Joseph, Deinem Bräutigam, mit den heiligen Aposteln Petrus und Paulus, mit dem heiligen Johannes, dem Täufer und dem Evangelisten.
Jesus Christus, Unserem lieben Erlöser, dem unsterblichen König aller Völker und Zeiten, sei Liebe, Macht und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!
© Titelbild: Wikipedia-Benützer ‘Diana’, GNU-Lizenz
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Dienstag, 8. Mai 2007 23:32
Czibo Nieznany: Tradiland?
Wo und auf welchem Erdteil liegt denn das omninöse Tradiland? Es ist wohl die Heimat aller Tradionalisten, Lefebvristen, Sedivakandisten, Ultramontanen und Antimodernisten. die da ohne Unterlass fröhliche Urständ feiern, ohne dass VAT-II-Destroyer den Ringelpietz stören können. Ist ja nur eine Frage zur Orientierung.
Dienstag, 8. Mai 2007 12:45
Benedikt: Ungültig?
Die Stimme aus dem Tradiland leugnet mal wieder den Primat des Papstes. Im Tradiland scheinen nur häretische oder schismatische Gruppierungen zu existieren.
Dienstag, 8. Mai 2007 12:27
Stimme aus dem Tradiland: Wie der gar nicht selige Johannes XXIII. die glaubenstreuen Kurialen von hinten erdolchte…
@ Rudolfus: Die Seligsprechung Johannes XXIII dürfte – so wie einige andere Selig- und Heiligsprechungen
seit der Aufhebung der alten Ordnung für Selig- und Heiligsprechungen 1983 – ungültig sein.
Was die Stelle mit der Morgenröte betrifft, so erinnert mich das an das gleiche Bild, welches die p.t. Brüder vom „Golden Dawn“ (unter ihnen zeitweise auch der führende Satanist Aleister Crawley) ebenso verwenden: Das Symbol für die Selbsterlösung des gottlosen Menschen.
Tatsächlich dürfte aus derartigen Quellen (Freimaurerei, Magie, Modernismus, Gnostik udgl.) die Einberufung von V2 viel mehr inspiriert gewesen sein als vom – brutal verscheuchten – Hl. Geist, der mit V2 nichts zu tun oder gemeinsam hat.
Johannes XXIII. hat die glaubenstreuen Kurialen scheinbar unbehelligt in der Vorbereitung von V2 vor sich hinwerkeln lassen, bis er Cardinal Ottaviani & Co mit einer Serie von ideologischen Fehlentscheidungen von hinten erdolchte:
Durch die Absetzung aller personellen Vorschläge der Kurie für V2-Kommissionen, mit der Kassation sämtlicher vorbereitender Schemata, durch die Änderung der Konzilsordnung zugunsten der Modernisten, durch personelle Manipulationen in großem Ausmaß (Bischofs- und Cardinalsernennungen sowie Ernennungen von Kurienmitarbeitern wie Cardinal Bea, sowie die Pardonierung der Ketzer vom Schlage Karl Rahners, die sogar Periti werden durfen: Häretiker als „Konzilsberater“!).
Was die Stelle mit der Morgenröte betrifft, so erinnert mich das an das gleiche Bild, welches die p.t. Brüder vom „Golden Dawn“ (unter ihnen zeitweise auch der führende Satanist Aleister Crawley) ebenso verwenden: Das Symbol für die Selbsterlösung des gottlosen Menschen.
Tatsächlich dürfte aus derartigen Quellen (Freimaurerei, Magie, Modernismus, Gnostik udgl.) die Einberufung von V2 viel mehr inspiriert gewesen sein als vom – brutal verscheuchten – Hl. Geist, der mit V2 nichts zu tun oder gemeinsam hat.
Johannes XXIII. hat die glaubenstreuen Kurialen scheinbar unbehelligt in der Vorbereitung von V2 vor sich hinwerkeln lassen, bis er Cardinal Ottaviani & Co mit einer Serie von ideologischen Fehlentscheidungen von hinten erdolchte:
Durch die Absetzung aller personellen Vorschläge der Kurie für V2-Kommissionen, mit der Kassation sämtlicher vorbereitender Schemata, durch die Änderung der Konzilsordnung zugunsten der Modernisten, durch personelle Manipulationen in großem Ausmaß (Bischofs- und Cardinalsernennungen sowie Ernennungen von Kurienmitarbeitern wie Cardinal Bea, sowie die Pardonierung der Ketzer vom Schlage Karl Rahners, die sogar Periti werden durfen: Häretiker als „Konzilsberater“!).
Montag, 7. Mai 2007 16:07
Christian Hüller: @ Bernardo
>>Was nach dem Vat. II besonders stark neu hinzukam, war die „Klerikalisierung“ der Laien – oft verbunden
mit einer Abkehr vom Apostalat in der Welt.<<
Hier würde ich Ihnen zustimmen wollen: der Laie muss heutzutage fähig und bereit sein, den Gottesdienst zu gestalten; oft wird dies sogar massiv gefordert.
Dass eine entsprechende Entwicklung aber letztlich zu einer Infragestellung und Aushöhlung des Amtspriestertums führen musste, wird vielfach nicht richtig wahrgenommen.
Man hat darin zu recht eine Protestantisierung der Kirche gesehen.
Hier würde ich Ihnen zustimmen wollen: der Laie muss heutzutage fähig und bereit sein, den Gottesdienst zu gestalten; oft wird dies sogar massiv gefordert.
Dass eine entsprechende Entwicklung aber letztlich zu einer Infragestellung und Aushöhlung des Amtspriestertums führen musste, wird vielfach nicht richtig wahrgenommen.
Man hat darin zu recht eine Protestantisierung der Kirche gesehen.
Montag, 7. Mai 2007 13:03
Rudolfus: @HeinrichvonOfterdingen
Bösgesinnt kann der XXIII. Johannes ja nicht gewesen sein, sonst hätte Gott nicht zugelassen, daß der
Roncalli-Papst durch einen Nachfolgerpapst (Johannes Paul II., 2000) in das Buch der Seligen eingetragen
wurde.
Mit der Idee eines planlosen Pastoralkonzils muß dieser Papst einfach dem Teufel auf den Leim gegangen sein, insbesonders nachdem der Gottesdiener Papst Pius XII. die Vorbereitungen zu einem eigenen Konzil aus guten Gründen hatte abbrechen lassen (aus Gründen der eigendynamischen Manipulationsgefahren von unten bei derart vielen Konzilsvätern).
Mit der Idee eines planlosen Pastoralkonzils muß dieser Papst einfach dem Teufel auf den Leim gegangen sein, insbesonders nachdem der Gottesdiener Papst Pius XII. die Vorbereitungen zu einem eigenen Konzil aus guten Gründen hatte abbrechen lassen (aus Gründen der eigendynamischen Manipulationsgefahren von unten bei derart vielen Konzilsvätern).
Montag, 7. Mai 2007 12:54
Fabianus: Konzil?
Sowohl Pius XI und besonders Pius XII dachten über ein Konzil nach. Dieses sollte allerdings die Lehren der Kirche bestätigen und das I. Vaticanum abschließen, was von Pius IX auf unbestimmte Zeit ertagt worden war. Gerade Pius XII dachte über ein Konzil nach, welches besonders die Enzyklika Humani Generis bestätigen sollte. Die Beschlüsse des I. Vaticanum sowie der Enzyklikenparagraph in Humani Generis schienen ein Konzil überflüssig gemacht zu haben. Wenn Ottaviani und Siri im Konklave mit Roncalli über ein Konzil sprachen, dachten sie über ein Konzil im Pacelli-Sinne nach, welches abschotten, sichern und die Lehre der Päpste bestätigen sollte. Interessant zu beobachten ist es, wie Johannes XXIII sich über das Konzil äußerte. Vor Katholiken schäumte er vor Begeisterung mit unendlichen Metaphern. Vor Nicht-Katholischen Kreisen war dies nicht der Fall. Es gehört zu seinem Paradox-manche nennen es Naivität- dass er einerseits die Ökumene (mit Bea) fördern wollte, andererseits fest davon ausging, dass die Beschlüsse der Vorbereitungskomissionen (kurial gefärbt) vom Konzil binnen einer Sizungsperiode abgesegnet werden würden. Oder hat der den Karren bewusst vor die Wand gefahren? Das Konzil war, wenn man die anderen Konzilien zu Grunde legt, überflüssig, die Begründungen eher spirituell-mystisch als pragmatisch und die Durchführung keineswegs geplant.
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