14:20:01 | Dienstag, 8. Mai 2007
Während der Glaube in Deutschland nach wie vor verdunstet, fließen die Steuereinnahmen besser als erwartet. Der Sturm wird trotzdem kommen.

Noch geht der Kirche das Geld nicht aus
© W.J.Pilsak, GNU-Lizenz(kreuz.net) Die Steuereinnahmen der Kirche steigen. Grund dafür ist die gute Konjunktur und der Rückgang
der Arbeitslosigkeit.
Das berichtete die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ am 3. Mai.
Die 27 deutschen
Diözesen erhielten gegenüber 2005 im vergangenen Jahr Mehreinnahmen von fast sieben Prozent.
Der Kirche
blieben damit im Jahr 2006 nach Abzug der Verwaltungskosten rund 4,25 Milliarden Euro.
Auch die Zahl
der Kirchensteuerzahler vermindert sich nicht so schnell wie nach den Erfahrungen der 90er Jahre befürchtet.
Die Zahl der Kirchenaustritte sank 2005 gegenüber dem Vorjahr um mehr als elf Prozent auf annähernd
90.000. Gleichzeitig stieg die Zahl der Konvertiten und Rückkehrer um ein Viertel auf mehr als 16.000.
Die höheren Steuereinnahmen haben in vielen Bistümern dazu geführt, daß Sparmaßnahmen gemäßigt
werden konnten.
Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Weltkirche.

Die Zahl der Hochzeiten in Deutschland hat sich in den letzten 15 Jahren auf 50.000 mehr als halbiert
© Jason Hutchens, Creative CommonsDie deutschen Katholiken
bestreiten etwa 60 Prozent der Kosten der Priesterausbildung in Afrika, Asien und Lateinamerika. Für
diese Aufgabe wird zunächst nicht weniger Geld zur Verfügung stehen als bisher.
Ungebrochen ist indes
der Trend, daß immer weniger Kinder getauft werden. Zwar werden nach wie vor drei von vier Kindern katholisch
getauft, bei denen mindestens ein Elternteil katholisch ist. Doch ist der Anteil der Kinder, auf die diese
Voraussetzung zutrifft, stark rückläufig.
Dramatisch sinkt die Zahl der katholischen Trauungen. Sie
hat sich in den letzten 15 Jahren auf annähernd 50.000 mehr als halbiert.
Selbst wenn beide Partner
katholisch waren, heiraten nicht einmal die Hälfte der Hochzeitspaare kirchlich.
Langfristig angelegte
Prognosen des ‘Verbands der Diözesen Deutschlands’ zeigen, daß sich die Zahl der Katholiken bis zum
Jahr 2050 von derzeit knapp 26 Millionen um etwa zwanzig Prozent auf etwa zwanzig Millionen vermindern
könnte.
Die Steuereinnahmen der Kirche dürften in vergleichbarer Größenordnung zurückgehen.
Am
stärksten wird die Zahl der Kirchenmitglieder in den Ballungsgebieten Westdeutschlands zurückgehen:
Hamburg, Köln, München, Essen, Limburg und Mainz.

Volle Scheunen, gottlose Seelen?
Ländliche Regionen mit einem geringen Katholikenanteil –
Hildesheim, Magdeburg und Dresden-Meißen – werden ebenfalls stark verlieren.
Moderater wird der Rückgang
in Berlin sowie in ländlicher geprägten Regionen mit einem hohen Anteil von Katholiken ausfallen.
Diese
Regionen sind: Südoldenburg, Emsland, Bistum Erfurt, Bayern sowie der Südwesten Deutschlands.
In einigen
Jahren werden im Erzbistum Freiburg mehr Katholiken wohnen als im Erzbistum Köln.
Es ist ferner damit
zu rechnen, daß die finanzielle Abhängigkeit der ostdeutschen Bistümer – mit Ausnahme Erfurts – noch
zunimmt.
Langfristig steht auch die Finanzierung von Hochschuleinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft
zur Debatte.
Das nächste Opfer könnte die Theologische Fakultät Fulda sein, die nicht an eine Universität
angegliedert und schwach ausgelastet ist.
Die Existenz der Philosophisch-Theologischen Hochschule der
Jesuiten in Frankfurt ist langfristig nur dann gesichert, wenn sich die Orden in Deutschland darauf verständigten,
den Standort zu einer gemeinsam geförderten Ordenshochschule auszubauen.
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#20
20mancro5 † 10:33:06 | Donnerstag, 10. Mai 2007
#18
Regina 1961 09:00:11 | Mittwoch, 9. Mai 2007
#16
Sirilo 21:47:11 | Dienstag, 8. Mai 2007
#15
Gotthard 19:02:19 | Dienstag, 8. Mai 2007
#14
Rudolfus 18:49:40 | Dienstag, 8. Mai 2007
#13
Sirilo 17:41:40 | Dienstag, 8. Mai 2007
#12
Alligator 17:21:44 | Dienstag, 8. Mai 2007
#11
Genoveva 17:21:23 | Dienstag, 8. Mai 2007
#9
Genoveva 17:13:30 | Dienstag, 8. Mai 2007
#8
Rudolfus 16:33:15 | Dienstag, 8. Mai 2007
#7
Benedikt 16:06:28 | Dienstag, 8. Mai 2007
#6
Gotthard 15:55:41 | Dienstag, 8. Mai 2007
#5
Rudolfus 15:45:13 | Dienstag, 8. Mai 2007
#4
Benedikt 15:04:23 | Dienstag, 8. Mai 2007
#2
Benedikt 14:36:12 | Dienstag, 8. Mai 2007