Von dem Aufschrei, der als mediale Reaktion auf die Dreikönigspredigt von Joachim Kardinal Meisner folgte, haben die Gläubigen, welche die Predigt im Kölner Dom mit eigenen Ohren mitverfolgt haben, nichts geahnt. Die Hamburger „Interessengemeinschaft Abendland“ nimmt Stellung zu Kardinal Meisners Dreikönigspredigt und den Reaktionen darauf.
(kreuz.net, Hamburg) Vertreter der „Interessengemeinschaft Abendland“ haben sich letzte Woche zur Predigt
des Kölner Erzbischofs am Dreikönigstag geäußert und ihre Empörung über den danach künstlich erzeugten
Skandal ausgedrückt: „Wir waren in der genannten Messe und haben die Predigt gehört. Es gab weder bei
uns noch bei den anderen Gläubigen Anzeichen für Aufregung“, heißt es in der Erklärung. Merkwürdig
sei dagegen die Reaktionen mancher Zeitgenossen auf diese Predigt.
Die Interessengemeinschaft Abendland
ist ein nichteingetragener, anerkannt gemeinnütziger Verein. Sein Ziel ist die Bewahrung und Förderung
der christlich-abendländischen Kultur, vor allem in Musik und Liturgie.
Der von den Medien verbreitete
Eindruck, Kardinal Meisner habe den Holocaust relativiert und dessen Opfer verhöhnt, sei falsch. Wer
die Predigt gehört oder ihren Text gelesen habe, könne das leicht feststellen: „Eine solche Absicht
kann man dem Kardinal nur dann unterstellen, wenn man ihn mißverstehen will“, heißt es in der Erklärung.
Der Erzbischof habe davon gesprochen, daß dort, wo der Mensch sich dem göttlichen Licht verschließt,
menschenfeindliche Gesellschaften entständen. Dann folgten die genannten Beispiele. Es sei gut und notwendig,
auf die vom Kardinal erwähnten Zusammenhänge hinzuweisen.
„Ist die Empörung über die angebliche Verunglimpfung
der Holocaustopfer nicht eher der Aufschrei einer Gesellschaft, die sich mit dem täglich 1000fachen Mord
an ungeborenen Menschen gemütlich eingerichtet hat?“ fragt die Erklärung.
Nach jüdisch-christlichem
Verständnis nehme sich Gott vor allem der Schwachen und Hilflosen an. So habe er ausgerechnet das unbedeutende
Israel zu seinem Volk erwählt. Das Eintreten für die Benachteiligten sei daher ein wesentlicher Bestandteil
jüdisch-christlicher Kultur und damit des Abendlands. Der Kölner Erzbischof habe mit seiner Predigt
Stellung für die bezogen, welche die Schwächsten der Gesellschaft sind und sich gegen ihre Tötung nicht
zur Wehr setzen können. Es stimme darum traurig, daß dem Generalsekretär der CDU zur Predigt des Kardinals
nichts weiteres eingefallen sei als einige „politisch korrekten“ Floskeln: „Wenn sich die CDU in der Diskussion
um den EU-Beitritt der Türkei auf die abendländische Kultur beruft, warum tut sie es nicht hier?“
Die
wichtigste Lehre aus der Judenvernichtung im nationalsozialistischen Deutschland müsse sein, jedes menschliche
Leben – ob jüdisch oder nichtjüdisch, geboren oder ungeboren – zu verteidigen. Der Massenmord an den
Juden sei von Millionen schweigenden Deutschen sekundiert worden.
„Ist es moralisch anders zu bewerten,
wenn ein Mensch umgebracht wird, weil er Jude ist oder weil er ungeboren und unerwünscht ist und ein
Arzt an seinem Mord gut verdient?“
Der Kirche werde gerne ihr angebliches Schweigen zum Holocaust vorgeworfen.
Heute aber solle sie Euthanasie und Abtreibung nicht anprangern dürfen. Keine Mutter bringe ihr Kind
gerne um: „Dazu werden die Frauen in der Regel von außen gedrängt.“
Positiv erwähnt die Erklärung
die Stellungnahme der Linksaußen-Politikerin Claudia Roth, wonach die Worte von Kardinal Meisner Wunden
aufreiße. Deutschland töte skrupellos seine eigene Nachkommenschaft und vernichte so seine Zukunft und
sein Gewissen. Dieser Patient bedürfe der Heilung „und dazu ist bisweilen eine schmerzhafte Therapie
unumgänglich.“
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8 Lesermeinungen
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#8 Uwe Schmidt 07:13:07 | Mittwoch, 26. Januar 2005
rabbi friedman Nö, da braucht es keine Neonazis, die Rabbis „kaufen“…es ist doch bekannt, dass sich
orthodoxe und Reformjuden/Zionisten bis aufs Blut bekämpfen…nur haben die Strenggläubigen natürlich
überhaupt keinen Zugang zu unseren zionistischen Medien. Was bleibt dem armen Rabbi Friedman da anderes
übrig, als in seiner Verzweiflung sich sogar an die NATIONAL-ZEITUNG zu wenden, um gehört zu werden?
Lieber Zaratustra für wen spricht denn der Rabbi? Doch wohl nicht für das Judentum insgesamt… Ein
„Oberrabiner“, der sich von Leuten bezahlen lässt, die die Ritualmordlügen verbreiten?
#4 Zarathustra 13:14:21 | Samstag, 22. Januar 2005
Nix Aber die Medien scheint das ja überhaupt nicht zu interessieren, daß es Leute gibt, die diese Predigt
selbst gehört haben. Und erst recht kümmert sich niemand darum, daß Oberrabbiner Moishe Arye Friedman
aus Wien sich für die Attacken des Zentralrats gegen Meisner in einer öffentlichen Stellungnahme schämt.
Das sind eben unsere Medien!