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Donnerstag, 10. Mai 2007 16:21
Aufbruch durch Abbruch
„Du wohnst hier nicht mehr und dein Haus wird zerstört.“ Aber uns einfachen Katholiken fehlt wahrscheinlich der große Durchblick. Von Hans Hüwener, Bochum.
Die abgerissene Kirche St. Thomas Morus in Bochum
Die abgerissene Kirche St. Thomas Morus in Bochum
(kreuz.net, Essen) Nun ist es so weit: Die erste Kirche in Bochum wird abgerissen: St. Thomas Morus in Langendreer.

Als ich das gelesen hatte, machte ich mich auf nach Langendreer und fand dort einen verlassenen Gebäudekomplex von Kirche und Pfarrzentrum, der langsam vor sich hin gammelt.

Totenstille. Offen stehende Türen. Nur Geräusche aus dem Pfarrzentrum, die Abbruch signalisierten. Haufen von Material, fein säuberlich getrennt nach Holz, Metall und Sonstigem.

Ja, so sind wir Deutschen. Auch in der Zerstörung muß alles seine Ordnung haben. Dann der leere, kahle Kirchenraum. Nur ein paar Lampen hingen noch von der Decke.

Ich wollte ein Gebet sprechen. Aber irgendwie paßte es nicht. Das „Haus Gottes“ fiel mir ein: „Wir gehen zum Haus des Herrn.“

Wie kommt der Mensch in seiner Überheblichkeit dazu, nachdem Gott Jahrzehnte dort gewohnt hat, im Altar zugegen war und Menschen in ihren Sorgen und Nöten zu ihm gebracht haben, jetzt zu sagen: „Du wohnst hier nicht mehr und dein Haus wird zerstört.“

Kann auf einem solchen Unternehmen wirklich Segen ruhen?

Aber ein schönes Grundstück in guter Lage ist es auf jeden Fall. Es dürfte einen guten Quadratmeterpreis bringen.

Ob wohl jemand daran denkt, später dort einen Gedenkstein aufzustellen oder an einem Haus eine Tafel anzubringen, die darauf hinweist, daß hier früher eine Kirche stand?

Hat man wirklich – wie es im Vorfeld der Umstrukturierung immer hieß – „jeden Fall einzeln behandelt, alle Möglichkeiten einer anderweitigen Nutzung geprüft und den Abbruch nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen?“

Gibt es keine andere Lösung als die Schließung von Kirchen und Gemeinden?

Kein Bistum in Deutschland geht in dieser Sache so rigide vor wie Essen. Anderswo arbeitet man zum Beispiel mit Pfarrverbünden.

Oder könnte man nicht die Millionen Euro, die noch für neue Orgeln gespendet werden, sinnvoller einsetzen? (Wer soll in Zukunft diese Orgeln spielen?)

Das fällt einem so ein vor der ersten Kirchenruine in Bochum.

Aber uns einfachen Katholiken fehlt wahrscheinlich der große Durchblick und es gibt wichtigere Dinge zu diskutieren, zum Beispiel, die Tridentinische Messe oder den Friedensgruß.


Der Artikel war ein Leserbrief in der Essener Bistumszeitung ‘Ruhrwort’
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 26 Lesermeinungen:
Sonntag, 13. Mai 2007 15:20
Czibo Nieznany: Karrieredenken
In unserer Kirche werden Ämter zur persönlichen Karriere und Bereicherung mißbraucht!

Das ist aber keine Erfindung, die im weiten Vatikanischen Konzil ersonnen worden wäre. Ämterschacher und Nepotismus, Karriere und Bereicherung gehören durchaus auch in der Kirche zur allgemeinen Erfolgsleiter, um Hausmächte zu bilden und um unentfernbar zu werden. Sich darüber aufzuregen, ist reine Energieverschwendung.
Samstag, 12. Mai 2007 11:12
Rodolfo Panetta: Ein Skandal!
Der verantwortliche Bischof sollte sich schämen! Dismas hat die Sache richtig dargestellt. In unserer Kirche werden Ämter zur persönlichen Karriere und Bereicherung mißbraucht!
Freitag, 11. Mai 2007 15:32
Czibo Nieznany: Ohne Ärger mit der Diözesanleitung
Nun warum schreitet die Thomas-Morus-Gemeinde nicht zur Selbsthilfe, erwirbt die Kirche auf eigene Kosten und finanziert einen Priester, der die Eucharistiefeiern leitet. Die Verwaltungsarbeit kann vom Pfarrgemeinderat oder der Kirchenverwaltung überwacht werden. Der Vorteil: Sie hat dann keinen Ärger mit der allmächtigen Diözesanleitung. Das wäre bestimmt auch im Sinne des Kirchenpatrons.
Freitag, 11. Mai 2007 13:27
Dismas: Bischof Dr. Felix Genn und die „Kohorte“ befinden sich am Abgrund
Als Christ ist es erschütternd zu lesen und vor allem zu wissen, wie unsere sogenannte bestbezahlte „Geistlichkeit“, besser, BESTBEZAHLTE FUNKTIONÄRE so leben. Vor allem aber, was diese unternehmen um ihre Schafe zu weiden.
Gott weiss ALLES und das ist gut so. Gebet ist angesagt für die Rettung der Seelen der Funktionäre, die allerorts am Altare stehen, besonders für den Generalvikar Hans-Werner Thönnes.
Die Thomas Morus Kirche war vollkommen in Ordnung – erst Anfang der 90-iger Jahre wurde der Glockenturm errichtet. Der Bischof sollte „Hausverbot“ allerorts bekommen, denn er zerstört durch sein Verhalten bewußt die christliche Strukturen unseres Landes.
Essen soll zudem im Jahre 2010 Kulturhauptstadt werden und das dann ohne „Kultur“ und die Werte der Vergangenheit. KORRUPTION nennt man das Verhalten der Funktionäre, die mit anderen Mächten verbündet sind und dem schnöden goldenen Kalb huldigen.
REX Glorie ind EWIGKEIT !
Freitag, 11. Mai 2007 10:47
Czibo Nieznany: r. ruhgebietler
Haben Sie vielen Dank, das Sie mir Lektüre vorschläge machen. Ich habe aber soviel andere, wichtigere Dinge zu lesen, dass ich keine Zeit habe, auch noch Ihre gutgemeinten Vorschläge lektüremäßig zu berücksichtigen.
Freitag, 11. Mai 2007 10:21
Typ: @ ruhrgebietler
Oh, da werden Sie aber Probleme bekommen… Im Himmel werden Sie so manchen treffen, der Sie hier auf Erden geärgert hat. Gottes Herz ist nämlich viel größer als Ihres.

Das wird ein schöner Himmel für Sie, wenn Sie gewisse Gestalten in die Hölle wünschen – und dann sind die doch im Himmel!

Da stelle ich mir Ihr blödes Gesicht vor. Aber vermutlich rennen Sie dann mit Ihrem Tradi-Katechismus zu Gott und belehren ihn, wen er erlösen darf und wen nicht
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