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Freitag, 11. Mai 2007 11:45
Tod eines katholischen Philosophen
Der Verlust stimmt vor allem jene traurig, die von der katholischen Universität Eichstätt mehr erhoffen, als sie bisher vorweisen konnte.
Teilbibliothek Ulmer Hof der Katholischen Universtität Eichstätt
Teilbibliothek Ulmer Hof der Katholischen Universtität Eichstätt
(kreuz.net, Eichstätt) Völlig unerwartet starb am vergangenen Dienstag Professor Karl Graf Ballestrem (66).

Das berichtete Professor Nikolaus Lobkowicz, der bis 1996 Präsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt war, am Mittwoch in der Tageszeitung ‘Eichstaetter Kurier’.

Graf Ballestrem war verheiratet und Vater von vier Kindern.

Der gebürtige Schlesier wollte nur ungern öffentlich an seine adelige Herkunft erinnert werden. Darum kürzte er seinen Grafentitel im Namen mit dem Buchstaben „G.“ ab.

Pater Joseph Maria Bochenski OP im Jahr 1991
Pater Joseph Maria Bochenski OP im Jahr 1991
Der Vater des Verstorbenen war Unternehmer in Dresden, die Mutter eine Schwester des Fürsten Karl zu Löwenstein – seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges langjähriger Präsident des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’.

Nach dem Abitur studierte der Verstorbene Philosophie und Sovietologie an der damals Katholischen Universität Freiburg in der Schweiz.

Sein Doktorvater war der bekannte polnische Dominikaner und Marxismus-Experte, Pater Joseph Maria Bochenski († 1995).

Zwei Semester verbrachte Ballestrem als Student an der römischen Lateranuniversität.

Der Verstorbene war auch in der Lage, Vorlesungen und Vorträge in englischer, französischer und italienischer Sprache zu halten.

Ab 1966 ging er in die USA und lehrte unter anderem Philosophie an der katholischen, aber heute stark ins heterodoxe Lager abgeglittenen Universität Notre Dame.

1971 wurde Ballestrem wissenschaftlicher Assistent am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität.

Fünf Jahre später habilitierte er sich dort im Fachbereich Sozialwissenschaft.

1984 übernahm er den neu errichteten Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt. Vor fast drei Jahren wurde er altershalber emeritiert.

Der Verstorbene beteiligte sich aber weiterhin an Lehrveranstaltungen und lehrte immer wieder in Rom.

Graf Ballestrem war ein brillanter und beliebter akademischer Lehrer. Er pflegte in seinen Vorlesungen und Vorträgen auch, sich selber Fragen zu stellen. Mit seinen Lehrveranstaltungen war er nie zufrieden. Er versuchte den Stoff jedes Mal genauer und übersichtlicher darzustellen.

Vor seiner Eichstätter Zeit sei er ein „braver Katholik“ gewesen – erklärt Professor Lobkowicz in seinem Nachruf:

„Nachdem er Professor in Eichstätt geworden war, wurde das Katholische für ihn zu einem zentralen Anliegen.“

Der Verstorbene sei ein bescheidener, aber keineswegs immer stiller Mahner gewesen. Er habe sich gelegentlich auch als Kämpfer um das katholische Profil der Universität Eichstätt bemüht.

Ballestrem „war brennend daran interessiert, daß die Eichstätter Universität zu einer Bildungs- und Ausbildungsstätte einer katholischen Intellektuellen-Elite wird“ – so Professor Lobkowicz.

Der Verlust von Graf Ballestrem stimme vor allem jene traurig, „die von dieser Universität mehr erhoffen, als sie bisher vorweisen konnte“.

© Titelbild: KU
© Bild: P. Bochenski: Michael Hänel, gemeinfrei
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 19 Lesermeinungen:
Montag, 27. August 2007 03:38
Bokrug †: Hinweis auf den Philosophen Krause
Montag, 21. Mai 2007 11:55
Christus vincit †: Prof. Dr. Karl Graf Ballestrem war wohl ein sehr konsequenter Abtreibungsgegner…
…wie im Kreuz-Net-Artikel Kein legitimer Pluralismus deutlich wird (und auch sonst wohl nicht immer „politisch korrekt“)…
Sonntag, 13. Mai 2007 19:48
landorganist: Irgendwie scheint
mir Christus Vincit an der selben Krankheit zu leiden wie dieser Lingen. Der lebt auch in beständigen Verschwörungstheorien.
Samstag, 12. Mai 2007 08:39
Nachtlaterne: gemästet und schlachtreif
Freitag, 11. Mai 2007 20:09
Christus vincit †: @Albertus M.: Wer schreit, hat Unrecht.
Genau das beweisen auch Sie mit Ihrem „Geschrei“.
Freitag, 11. Mai 2007 20:07
Albertus Magnus: @ christus vincit
es ist eine unverschämtheit mit was für einer niveaulosen, geschmacklosen art sie über unsere Katholische Kirche herziehen, auf einem Artikel der ein nachruf auf einen gerade verstorbenen ist. Sie sollten sich schämen mit so einem Namen hier aufzutreten und diese pro fide catholica nummer durchzuziehen!! ich werde sie in meine gebete einschliessen mit allen anderen hasspredigern vermeintlicher katholiken die in wirklichkeit vor gott unsere grösste scham sind während sie sich als einzig ‘echte’ christen begreifen. Reissen sie sich gefälligst zusammen und hausieren sie hier nicht mit ihrem verschwörungstheoretischem halbwissen sie nichts!
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