Prof. Karl Graf Ballestrem
Tod eines katholischen Philosophen
Der Verlust stimmt vor allem jene traurig, die von der katholischen Universität Eichstätt mehr erhoffen, als sie bisher vorweisen konnte.
Teilbibliothek Ulmer Hof der Katholischen Universtität Eichstätt
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© KU
(kreuz.net, Eichstätt) Völlig unerwartet starb am vergangenen Dienstag Professor Karl Graf Ballestrem (66).

Das berichtete Professor Nikolaus Lobkowicz, der bis 1996 Präsident der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt war, am Mittwoch in der Tageszeitung ‘Eichstaetter Kurier’.

Graf Ballestrem war verheiratet und Vater von vier Kindern.

Der gebürtige Schlesier wollte nur ungern öffentlich an seine adelige Herkunft erinnert werden. Darum kürzte er seinen Grafentitel im Namen mit dem Buchstaben „G.“ ab.

Pater Joseph Maria Bochenski OP im Jahr 1991
Pater Joseph Maria Bochenski OP im Jahr 1991
© Michael Hänel, gemeinfrei
Der Vater des Verstorbenen war Unternehmer in Dresden, die Mutter eine Schwester des Fürsten Karl zu Löwenstein – seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges langjähriger Präsident des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’.

Nach dem Abitur studierte der Verstorbene Philosophie und Sovietologie an der damals Katholischen Universität Freiburg in der Schweiz.

Sein Doktorvater war der bekannte polnische Dominikaner und Marxismus-Experte, Pater Joseph Maria Bochenski († 1995).

Zwei Semester verbrachte Ballestrem als Student an der römischen Lateranuniversität.

Der Verstorbene war auch in der Lage, Vorlesungen und Vorträge in englischer, französischer und italienischer Sprache zu halten.

Ab 1966 ging er in die USA und lehrte unter anderem Philosophie an der katholischen, aber heute stark ins heterodoxe Lager abgeglittenen Universität Notre Dame.

1971 wurde Ballestrem wissenschaftlicher Assistent am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität.

Fünf Jahre später habilitierte er sich dort im Fachbereich Sozialwissenschaft.

1984 übernahm er den neu errichteten Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt. Vor fast drei Jahren wurde er altershalber emeritiert.

Der Verstorbene beteiligte sich aber weiterhin an Lehrveranstaltungen und lehrte immer wieder in Rom.

Graf Ballestrem war ein brillanter und beliebter akademischer Lehrer. Er pflegte in seinen Vorlesungen und Vorträgen auch, sich selber Fragen zu stellen. Mit seinen Lehrveranstaltungen war er nie zufrieden. Er versuchte den Stoff jedes Mal genauer und übersichtlicher darzustellen.

Vor seiner Eichstätter Zeit sei er ein „braver Katholik“ gewesen – erklärt Professor Lobkowicz in seinem Nachruf:

„Nachdem er Professor in Eichstätt geworden war, wurde das Katholische für ihn zu einem zentralen Anliegen.“

Der Verstorbene sei ein bescheidener, aber keineswegs immer stiller Mahner gewesen. Er habe sich gelegentlich auch als Kämpfer um das katholische Profil der Universität Eichstätt bemüht.

Ballestrem „war brennend daran interessiert, daß die Eichstätter Universität zu einer Bildungs- und Ausbildungsstätte einer katholischen Intellektuellen-Elite wird“ – so Professor Lobkowicz.

Der Verlust von Graf Ballestrem stimme vor allem jene traurig, „die von dieser Universität mehr erhoffen, als sie bisher vorweisen konnte“.
      
19 Lesermeinungen
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#19   Bokrug †   03:38:48 | Montag, 27. August 2007
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#18   Christus vincit †   11:55:51 | Montag, 21. Mai 2007
Prof. Dr. Karl Graf Ballestrem war wohl ein sehr konsequenter Abtreibungsgegner…
…wie im Kreuz-Net-Artikel Kein legitimer Pluralismus www.kreuz.net/article.4355.html deutlich wird (und auch sonst wohl nicht immer „politisch korrekt“)… :-|
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#17   landorganist   19:48:53 | Sonntag, 13. Mai 2007
Irgendwie scheint
mir Christus Vincit an der selben Krankheit zu leiden wie dieser Lingen. Der lebt auch in beständigen Verschwörungstheorien.
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#16   Nachtlaterne   08:39:44 | Samstag, 12. Mai 2007
gemästet und schlachtreif
www.mutev.de/…atschutz/Sautrog.jpg
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#15   Christus vincit †   20:09:36 | Freitag, 11. Mai 2007
@Albertus M.: Wer schreit, hat Unrecht.
Genau das beweisen auch Sie mit Ihrem „Geschrei“. :-S
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#14   Albertus Magnus   20:07:31 | Freitag, 11. Mai 2007
@ christus vincit
es ist eine unverschämtheit mit was für einer niveaulosen, geschmacklosen art sie über unsere Katholische Kirche herziehen, auf einem Artikel der ein nachruf auf einen gerade verstorbenen ist. Sie sollten sich schämen mit so einem Namen hier aufzutreten und diese pro fide catholica nummer durchzuziehen!! ich werde sie in meine gebete einschliessen mit allen anderen hasspredigern vermeintlicher katholiken die in wirklichkeit vor gott unsere grösste scham sind während sie sich als einzig ‘echte’ christen begreifen. Reissen sie sich gefälligst zusammen und hausieren sie hier nicht mit ihrem verschwörungstheoretischem halbwissen sie nichts!
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#13   Christus vincit †   19:29:04 | Freitag, 11. Mai 2007
@„Typ“
weil Papst Johannes Paul II. in Diensten des Kommunismus stand, wurde er auch im Auftrag der Kommunisten angeschossen, klar.
Das Attentat war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Fake. Ali Agca war ein Handlanger des Vatikan/KGB. Daß der Auftrag zum Scheinattentat (können Sie vielleicht sagen, wieviel Schüsse tatsächlich abgegeben wurden und wen die Kugeln so alles getroffen haben?) aus dem Vatikan stammte, hat er selbst eingeräumt. Noch Fragen?
Und die ganzen Predigten gegen den Kommunismus waren natürlich nur Tarnung!
Heiße Luft, was sonst? Wenn ein, aufgrund seiner KGB-Spionage-Aktivitäten im Vatikan unter Montini/P6 exkommunizierter, mit einer italienischen Kommunistin verheirateter Ex-Jesuit (Alighiero Tondi), der jahrelang von Ulbricht als Professor für (atheistische) Philosophie engagiert war (!!), später von genau diesem Scheinheiligen Wojtyla >:) wieder im Vatikan als Priester (!!!) engagiert wird, ohne daß die vom Kirchenrecht vorgesehenen Auflagen für solche Fälle beachtetet werden, spricht das doch Bände…!
Wie können Sie sich denn die große Reisefreiheit erklären, die Karol Wojytla von dem kommunistischen polnischen Regime eingeräumt wurde, denn anders erklären? Sicher spielte da auch seine jüdische Abstammung eine entscheidende Rolle…! :-S
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#12   Typ   18:59:27 | Freitag, 11. Mai 2007
@ Ignorantia non vincit
Hm, ja, genau, und weil Papst Johannes Paul II. in Diensten des Kommunismus stand, wurde er auch im Auftrag der Kommunisten angeschossen, klar.
Und die ganzen Predigten gegen den Kommunismus waren natürlich nur Tarnung! :-S
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#11   Christus vincit †   18:15:06 | Freitag, 11. Mai 2007
@„Typ“
…wieso soll es das nicht an einer katholischen Universität geben?
Ganz einfach: weil die „katholische“ Kirche die Auseinandersetzung mit dem (Sowjet-)Kommunismus entweder gescheut (Pacelli/P12, Vatikanum II) hat oder gar in den Diensten desselben gestanden ist (Montini/P6, Wojtyla/JP2)… :-O
Gute Arbeit zum Thema „Marxismus und Religion“ hat die Schönstätter Marienschwester Herta Schlosser mit ihrer Dissertation geleistet. Daß sie sich mit einem der größten Hetzer der DDR gegen Schönstatt und Katholizismus, Hubert Mohr, nach dem Zusammenbruch von „DDR“ und „UdSSR“ praktisch versöhnt hat und sie die – an ein Bild des heiligen Augustinus anknüpfenden – Devise des Schönstattgründers, P. Joseph Kentenich, daß wir heute zwar vieles als verworren (wie die Unterseite eines Teppichs) ansehen mögen, was dann erst in der Ewigkeit seine Schönheit, d.h. seine Stelle im Weisheitsplan Gottes (= Oberseite des Teppichs), offenbaren wird, in in einem ans Defätistische grenzenden Sinn versteht, ist mir jedoch nicht ganz nachvollziehbar… :-|
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#10   Typ   17:29:33 | Freitag, 11. Mai 2007
@ Christus vincit
Ein Bekannter erzählte mir, dass er auf dem Piusbrüder-Gymnasium auch das Thema Marxismus durchgenommen habe. Wieso auch nicht?
Ich wusste auch noch nie, dass es Sovietologie überhaupt als Wissenschaft gab/gibt, aber wieso soll es das nicht an einer katholischen Universität geben?
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#9   Christus vincit †   17:22:42 | Freitag, 11. Mai 2007
„Sovietologie“
Nach dem Abitur studierte der Verstorbene Philosophie und Sovietologie an der damals Katholischen Universität Freiburg in der Schweiz.
Interessant, daß es dieses Fach – trotz der Sowjethörigkeit von >:) Pacelli, Montini & Co. – an einer einer „katholischen“ Uni überhaupt gab! Weiß jemand Näheres, insbesondere, ob dieses Fach – das es vermutlich nicht mehr gibt – eher geschichtlich/politisch oder philosophisch/ideologisch ausgerichtet war? :-|
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#8   Typ   14:12:23 | Freitag, 11. Mai 2007
@ Toby
Das ist doch die Grundvoraussetzung, um mal Mitglied der anonymen, bekennermutigen kreuz.net-Redaktion zu werden. Und das möchte ich sooo gerne!
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#7   Christus vincit †   14:07:59 | Freitag, 11. Mai 2007
@Jasmina: Entwarnung kann noch lange nicht gegeben werden…
…auch wenn Graf Ballestrem kein „katholischer Priester“ war.
Er war konsequent katholisch und hatte hohe Ziele, die Vertiefung und Verbreitung des katholischen Glaubens betreffend…! :-S
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#6   Toby   14:04:19 | Freitag, 11. Mai 2007
@ Typ
Haben und leben Sie von Feinbildern?
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#5   Typ   14:00:13 | Freitag, 11. Mai 2007
@ Jasmina
Gibt es irgendetwas, das für die Bande von kreuz.net rund um Pseudo-Pfarrer Hendrick Jolie zu geschmacklos wäre?
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#4   Jasmina   13:39:30 | Freitag, 11. Mai 2007
an ottaviani
Danke,Sie haben Recht.Im Artikel steht nichts von Priester.Also kein ‘Gesetz der Serie’ und keine neue Verschwörungsgeschichte.
Gut,das wäre auch ZU geschmacklos gewesen.
R.I.P.
LG Jasmina
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#3   ottaviani   13:34:37 | Freitag, 11. Mai 2007
der herr graf
war kein priester
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#2   Christus vincit †   13:06:15 | Freitag, 11. Mai 2007
Ist es nur das „Gesetz der Serie“, das dafür verantwortlich zu machen ist,…
…daß sich die Zahl der „völlig überraschenden“ Todesfälle unter katholischen Priestern – wie immer man über ihren Status als nachkonziliare Häretiker/Schismatiker denken mag – in letzter Zeit ziemlich häufen…? ?:) :-O
Völlig unerwartet starb am vergangenen Dienstag Professor Karl Graf Ballestrem (66).
„Nachdem er Professor in Eichstätt geworden war, wurde das Katholische für ihn zu einem zentralen Anliegen.“
Ballestrem „war brennend daran interessiert, daß die Eichstätter Universität zu einer Bildungs- und Ausbildungsstätte einer katholischen Intellektuellen-Elite wird.“
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#1   Catholicus   13:03:35 | Freitag, 11. Mai 2007
Graf Ballestrem
… war ein genialer, ganz und gar katholischer und sehr umgänglicher Mensch! R.I.P.
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