Der von laizistischen Fundamentalisten im EU-Parlament wegen seiner familienfreundlichen Positionen verhinderte designierte EU-Justizkommissar, Rocco Buttiglione, erwartet ein Aufblühen des Glaubens in Europa. „Die Christen könnten aus Europa verschwinden, aber ich glaube nicht, daß das geschehen wird, weil sie eine Vision für Europa haben.“
(kreuz.net, Rom) In einem Vortrag in Rom äußerte sich der italienische Minister und Katholik Rocco Buttiglione
davon überzeugt, daß es im Europa von Morgen Menschen mit „einem starken Glauben“ geben wird.
Rocco
Buttiglione ist gegenwärtig Minister in der Regierung des italienischen Premierministers Silvio Berlusconi.
Der Politiker und Philosoph äußerte sich am letzten Dienstag in einem Vortrag zum Thema „Den Christen
in der Politik eine neue Stimme ermöglichen“. Er sei über die Zukunft Europas nicht pessimistisch.
Letzten Oktober wurde Buttiglione als Justizminister in der neuen EU-Kommission von fundamentalistischen
Kreisen zurückgewiesen, weil er sich zugunsten der Familie ausgesprochen und die Homosexualität als
Sünde bezeichnet hatte.
„Jesus hat uns versprochen, daß die Kirche überleben wird, nicht die europäischen
Christen“, sagte Buttiglione weiter und fügte sofort hinzu, daß er nicht glaube, daß sich die europäische
Christenheit auflösen werde.
„Die Christen könnten aus Europa verschwinden, aber ich glaube nicht,
daß das geschehen wird, weil sie eine Vision für Europa haben.“
„Wir brauchen Menschen, die Glauben
und Kinder haben“, meinte Buttiglione und verwies auch auf die Notwendigkeit von politischer Aktion. Die
Politik sei nie die Lösung, aber was immer man tue, habe eine politische Seite.
Der verheiratete Buttiglione,
der Vater von vier Kindern ist, schlug vor, daß die europäischen Länder dafür Sorge tragen, daß die
Familienpolitik nicht an die EU delegiert wird, sondern in der Kompetenz der Einzelmitglieder verbleibe.
Bezüglich der Kinderabtreibung meinte Buttiglione, daß es an der Zeit sei, „die ganze Frage neu zu
überdenken“ und das „Band zwischen dem Kind und der Mutter“ zu erneuern. Es sei sehr schwierig, das Kind
gegen seine Mutter zu verteidigen. Die Kinderabtreibung betreffe die Politik und das Gesetz, während
die ausgelebte Homosexualität in die private Sphäre falle und nicht Sache des Staates sei.
Bezüglich
der schweren Sexskandale in der Kirche in den USA äußerte sich Buttiglione zuversichtlich, daß die
Probleme überwunden wurden und die Kirche „gereinigt“ worden sei. Dagegen sieht er in Europa eine „eingeschüchterte“
Kirche, die an der Säkularisation leide und sich am Rand der Gesellschaft bewege. Buttiglione rief die
Christen auf, ihre Position einzubringen.
Email-Adressen der Empfänger
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.