Medien
Migge Luft bei Radio Vatikan
Thomas Migge – der Mann fürs Grobe – hat für die Webseite des ‘Deutschlandfunks’ einen angeblichen Artikel über ‘Radio Vatikan’ verfaßt. Ein Kommentar.
Webseite von 'Radio Vatikan'
Webseite von ‘Radio Vatikan’
(kreuz.net) Bei ‘Radio Vatikan’ gibt es – nach Angaben von Thomas Migge in einem Beitrag für das ‘Deutschlandradio’ – dicke Luft.

Seit einigen Wochen höre man bei „vielen“ Mitarbeitern des Senders scharfe Kritik.

Der Grund: Im Sender sei die „Meinungsvielfalt“ bedroht. Glaubensstärke und „Doktrinen“ – Latrinen? – seien das Gebot der Stunde.

Migge beruft sich auf einen „Radiotechniker“ des Senders, „der wegen möglicher Repressalien anonym bleiben will“.

Der Techniker sorgt sich offenbar für seine Journalistenkollegen und spricht von einer „Gleichschaltung“, die „allen Geboten des Journalismus“ widerspreche.

Im weiteren behauptet Migge, daß politische Skandale „rechter und erklärtermaßen katholischer Politiker mit nicht einem einzigen Wort erwähnt“ würden.

Er nennt den Fall des Politikers Francesco Storace von der – so Migge wörtlich – „neofaschistischen Partei“ ‘Alleanza Nazionale’.

Der Faschismus ist in Italien verboten. ‘Alleanza Nazionale’ besitzt ungefähr 250.000 eingeschriebene Mitglieder. Ihr Vorsitzender, Gianfranco Fini, war in der letzten italienischen Regierung Außen- und Vize-Premierminister.

Verwaltungsgebäude und Sendemast von 'Radio Vatikan'
Verwaltungsgebäude und Sendemast von ‘Radio Vatikan’
© TeecNosPos, Creative Commons
Die Nachricht von Storace, der die rechtsaußen Abgeordnete und Duce-Enkelin Alessandra Mussolini, widerrechtlich abgehört hatte, sei durch die internationalen Medien gegangen.

Doch bei ‘Radio Vatikan’ habe diese weltbewegende Meldung überhaupt nicht existiert.

Dafür sei der libysche Staatsführer Muammar al-Ghadaffi dafür gewürdigt worden, ein interreligiöses Treffen organisiert zu haben:

„Ein Thema, das in anderen Medien überhaupt kein Echo fand“ und darum nach Migge offenbar bei ‘Radio Vatikan’ – immerhin ein religiöser Sender – auch nichts zu suchen hat.

Migge beruft sich auf den Vatikanisten des Wochenmagazins ‘L’Espresso’, wonach ‘Radio Vatikan’ inzwischen komplett von Jesuitenpater Federico Lombardi kontrolliert werde – „einem Vertrauensmann von Josef Ratzinger“.

Der Papst gebe höchstpersönlich „gezielt Indikationen“, wie und ob bestimmte Themen zu behandeln seien.

Chefredaktor Ratzinger nenne sogar gezielt jene Leute, die zur Programmgestaltung herangezogen werden sollten.

Insomma: Pater Lombardi ist nach Migge der Ausführungsbeamte in der faschistischen Diktatur von Radio Vatikan.

Die noch unter Johannes Paul II. existierende Aufteilung in verschiedene Unterdirektoren sei aufgehoben worden.

Sendemast von 'Radio Vatikan' in den Vatikanischen Gärten
Sendemast von ‘Radio Vatikan’ in den Vatikanischen Gärten
© Guido Karl, Creative Commons
Der Jesuit entscheide „ganz im Sinn seines obersten Dienstherrn“, daß weniger Laien, dafür aber mehr Geistliche als Gesprächspartner geladen würden.

Historiker und Politikwissenschafter – die armen – seien nicht mehr erwünscht, „statt dessen aber Bischöfe und Kardinäle“.

Als Grund für die angeblichen Umkrempelungen bei ‘Radio Vatikan’ erfindet Migge eine „fortschreitende Laizisierung der italienischen Gesellschaft und eine Mitte-Links-Regierung, die Gesetze erlassen will, die für die katholische Kirche unerträglich“ seien.

Daß der italienische Regierungschef immerhin praktizierender Katholik und ein enger Freund des römischen Kardinalvikars Camillo Ruini ist, weiß Migge nicht.

Jedenfalls trete der Papstsender „aggressiver“ auf – und das (irgendwie ein Widerspruch) mit einer vermehrten Beteiligung wortlahmer Bischöfe?

Ob auch das ‘Deutschlandradio’ zwecks Hebung des journalistischen Niveaus eines verstärkten Einbezugs von Bischöfen und Kardinälen bedarf?
      
12 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#12   Nachtlaterne   22:02:02 | Donnerstag, 17. Mai 2007
Redaktion benachrichtigen
#11   Benedikt   13:53:46 | Donnerstag, 17. Mai 2007
@ Panetta
In Deutschland herrscht auch keine Freiheit für die Redakteure!
Das ist – wie angedeutet – auch nicht anders machbar.
Redaktion benachrichtigen
#10   Nachtlaterne   06:01:05 | Mittwoch, 16. Mai 2007
Redaktion benachrichtigen
#9   Tacitus   23:10:21 | Dienstag, 15. Mai 2007
Mein Gott…
… was für ein sinnentleertes Geschmiere. Wer sich die Mühe macht, tatsächlich mal den Artikel von Herrn Mugge zu lesen, und nicht diesen dümmlichen Zusammenschnitt, wird feststellen, daß dieser zwar auf kritische Distanz geht, aber zunächst einmal schlicht über einen Richtungs- und Programmwandel bei Radio Vatikan berichtet. Wenn das nicht mehr legitim sein soll, dann weiß ich auch nicht.
Nebenbei, natürlich steht es dem Vatikan frei, seinen Sender so umzugestalten, wie er das für richtig hält – immerhin ist es eine staatliche Sendeanstalt.
Lustig finde ich die offenbar bei manchen vorherrschende Vorstellung, „Pressefreiheit“ bedeute, daß bei einer Zeitung X oder einem Radiosender Y jeder in beliebiger Weise seine eigene Meinung kundtun darf. Offenbar ist da steinzeitkommunistisches Gedankengut am Werk, anders kann ich mir das nicht erklären.
Und ebenfalls nebenbei, die Behauptung „Der Faschismus ist in Italien verboten“ ist entweder an Dummheit oder an Bosheit kaum zu überbieten. Natürlich ist die AN keine neofaschistische Partei mehr, sondern inzwischen eine „normale“ rechtskonservative Partei. Ebenso natürlich hat es im MSI in Italien bis nach den Regionalwahlen 1993 eine neofaschistische Partei gegeben.
Redaktion benachrichtigen
#8   HeinrichvonOfterdingen   22:23:19 | Dienstag, 15. Mai 2007
Lieber Herr Panetta,
in Deutschland herrscht die große Freiheit der Redakteure! Sagste waste sollst, kommste weiter oder nich! Sagste waste nich sollst, biste tot! Na, so geht es halt zu in der Unterwelt. Immer noch besser als Schutzgeld erpressen oder Rauschgift dealen, oder?
Redaktion benachrichtigen
#7   Rodolfo Panetta   22:08:48 | Dienstag, 15. Mai 2007
Bravo, Benedikt!
In Deutschland herrscht auch keine Freiheit für die Redakteure! Hätte es einer gewagt, Filbinger zu loben und Merkel zu kritisieren, wäre er sehr schnell seinen Job los! Alles linkslastige Heuchler, diese Migge & Co.
Redaktion benachrichtigen
#6   Benedikt   13:41:10 | Dienstag, 15. Mai 2007
Gleichschaltung?
Der Techniker sorgt sich offenbar für seine Journalistenkollegen und spricht von einer „Gleichschaltung“, die „allen Geboten des Journalismus“ widerspreche.
So? Also ist es reiner Zufall, dass die eine Zeitung eher links orientiert ist und die andere Zeitung eher rechts? Oder liegt das nicht etwa an redaktionellen Vorgaben (und einer entsprechenden Personalpolitik)?
Falls Herr Migge aus Deutschland stammt, so müsste er eigentlich wissen, dass so ein Vorgehen nicht allen Regeln des Journalismus widerspreche. In Deutschland gibt es zB keine innere Pressefreiheit, d.h., dass sich ein Redakteur bezüglich seiner Arbeit gegenüber seinem Chef nicht auf Mediengrundrechte berufen kann. Es wäre ja auch noch schöner, wenn ein Chefredakteur die Ausfälle eines seiner Redakteure unter Verweis auf die Pressefreiheit dulden müsste. Der Chefredakteur bzw Herausgeber kann über die Linie seines Medienorgans entscheiden, wie es ihm beliebt. Da der Papst letztenendlich der Vorgesetzte der Radio Vatican Macher ist, kann er auch entscheiden, was gesendet wird und was nicht.
Herr Migge soll doch bitteschön nicht mit solchen Albernheiten und Pseudoargumenten kommen, sondern lieber klar sagen, dass ihm eine konservativere/strengere Ausrichtung schlicht und einfach nicht passt.
Redaktion benachrichtigen
#5   ottaviani   12:51:40 | Dienstag, 15. Mai 2007
Wenn man weiß wer
herr migge ist und wo er schon was alles publiziert hat ist klar aus welcher Richtung die Geschichte kommt
was den inhalt betrifft bin ich geneigt zu sagen ich wollte es währe so den rasdio vatikan war in den letzten jahren ,zumindest die deutschsprachige abreilubng , eher die stimme von Lehman und o als die Srimme des Papstes das wird jetzt hoffenntlich nach dem gesdundheitsbedingten abtretten von Hw.H. Pater von Gemmingen besser
Redaktion benachrichtigen
#4   Monarcho   12:46:23 | Dienstag, 15. Mai 2007
Spinner Migge
Also da kann man nur hoffen das der Spinner Migge recht behält. Wenn auch nur ein teil von dem wahr ist was er sagt und prophezeit, dann wäre das doch wunderbar :-D
Redaktion benachrichtigen
#3   landorganist   12:44:59 | Dienstag, 15. Mai 2007
Ach neee,
jetzt auf einmal ist der Papst der absolute Souverän! Wehe aber er nimmt ein Hochgebet, dass von den hiesigen Forumshanseln nicht approbiert worden ist, da ist es dann mit der Souveränität schnell vorbei…
Oh, Ihr Heuchler!
Redaktion benachrichtigen
#2   Guntram   12:28:38 | Dienstag, 15. Mai 2007
na und
als absoluter Souverän des Vatikans kann der Papst natürlich nach Gutdünken die Inhalte des Programms von Radio Vatikan bestimmen und auch eingreifen, wenn ihm was nicht paßt, oder Leute, die ihm in der Programmgestaltung nicht passen an die Luft setzten.
Natürlich heulen jetzt die demokratischen Schmeißfliegen auf. Aber da haben sie sich eben den falschen Arbeitgeber ausgesucht. Vielleicht sollten diese Leute eher zu Radio Havanna oder Radio Pjönjang wechseln, dort können sie sich entsprechend (volks)demokratisch entfalten.
Redaktion benachrichtigen
#1   Gunsenum   12:21:41 | Dienstag, 15. Mai 2007
Angeblch…
ENdlich hat kreuz.net in seiner Pseudoberichterstattung eine linguistisch interessante Variante zur Bezeichnung seiner schriftlichen Machwerke geliefert: ANGEBLICHER ARTIKEL.
Prima…endlich haben wir einen Terminus gefunden, der ihre Schmierereien (die der kreuznetberichterstattenden Schmierlinge!) tituliert. Danke, kreuz.net!
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
VATICAN-MagazinDie deutsche Stunde hat geschlagen Päpstliches FernsehenNachsehen statt Fernsehen MedienAls die katholische Kirche herrschte Harald SchmidtBin ich nicht zu konservativ für Kardinal Meisner? ‘Spiegel online’Der Vatikan lehnt die Wiedereinführung des Zölibats ab JahresrückblickKommt das Ende der babylonischen Gefangenschaft im Jahr 2007? JahresrückblickWas war das peinlichste Ereignis des Jahres 2006? Meistgelesen im Jahr 2006Abstimmung mit dem Mausklick WikipediaWiki-Perversion? MedienKampf um kath.net WikipediaKein Interesse WikipediaNeuer kirchenfeindlicher Ausbruch MedienAb heute wieder auf Sendung kath.netSchmutzige Tricks SJM-Priester vertriebenSteckt ‘kath.net’ hinter den Fuldaer E-Mails?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net