12:18:01 | Dienstag, 15. Mai 2007
Thomas Migge – der Mann fürs Grobe – hat für die Webseite des ‘Deutschlandfunks’ einen angeblichen Artikel über ‘Radio Vatikan’ verfaßt. Ein Kommentar.

Webseite von ‘Radio Vatikan’
(kreuz.net) Bei ‘Radio Vatikan’ gibt es – nach Angaben von Thomas Migge in einem Beitrag für das ‘Deutschlandradio’ –
dicke Luft.
Seit einigen Wochen höre man bei „vielen“ Mitarbeitern des Senders scharfe Kritik.
Der
Grund: Im Sender sei die „Meinungsvielfalt“ bedroht. Glaubensstärke und „Doktrinen“ – Latrinen? – seien
das Gebot der Stunde.
Migge beruft sich auf einen „Radiotechniker“ des Senders, „der wegen möglicher
Repressalien anonym bleiben will“.
Der Techniker sorgt sich offenbar für seine Journalistenkollegen
und spricht von einer „Gleichschaltung“, die „allen Geboten des Journalismus“ widerspreche.
Im weiteren
behauptet Migge, daß politische Skandale „rechter und erklärtermaßen katholischer Politiker mit nicht
einem einzigen Wort erwähnt“ würden.
Er nennt den Fall des Politikers Francesco Storace von der – so
Migge wörtlich – „neofaschistischen Partei“ ‘Alleanza Nazionale’.
Der Faschismus ist in Italien verboten.
‘Alleanza Nazionale’ besitzt ungefähr 250.000 eingeschriebene Mitglieder. Ihr Vorsitzender, Gianfranco
Fini, war in der letzten italienischen Regierung Außen- und Vize-Premierminister.

Verwaltungsgebäude und Sendemast von ‘Radio Vatikan’
© TeecNosPos, Creative CommonsDie Nachricht von
Storace, der die rechtsaußen Abgeordnete und Duce-Enkelin Alessandra Mussolini, widerrechtlich abgehört
hatte, sei durch die internationalen Medien gegangen.
Doch bei ‘Radio Vatikan’ habe diese weltbewegende
Meldung überhaupt nicht existiert.
Dafür sei der libysche Staatsführer Muammar al-Ghadaffi dafür
gewürdigt worden, ein interreligiöses Treffen organisiert zu haben:
„Ein Thema, das in anderen Medien
überhaupt kein Echo fand“ und darum nach Migge offenbar bei ‘Radio Vatikan’ – immerhin ein religiöser
Sender – auch nichts zu suchen hat.
Migge beruft sich auf den Vatikanisten des Wochenmagazins ‘L’Espresso’,
wonach ‘Radio Vatikan’ inzwischen komplett von Jesuitenpater Federico Lombardi kontrolliert werde – „einem
Vertrauensmann von Josef Ratzinger“.
Der Papst gebe höchstpersönlich „gezielt Indikationen“, wie und
ob bestimmte Themen zu behandeln seien.
Chefredaktor Ratzinger nenne sogar gezielt jene Leute, die zur
Programmgestaltung herangezogen werden sollten.
Insomma: Pater Lombardi ist nach Migge der Ausführungsbeamte
in der faschistischen Diktatur von Radio Vatikan.
Die noch unter Johannes Paul II. existierende Aufteilung
in verschiedene Unterdirektoren sei aufgehoben worden.

Sendemast von ‘Radio Vatikan’ in den Vatikanischen Gärten
© Guido Karl, Creative CommonsDer Jesuit entscheide „ganz im Sinn seines obersten
Dienstherrn“, daß weniger Laien, dafür aber mehr Geistliche als Gesprächspartner geladen würden.
Historiker und Politikwissenschafter – die armen – seien nicht mehr erwünscht, „statt dessen aber Bischöfe
und Kardinäle“.
Als Grund für die angeblichen Umkrempelungen bei ‘Radio Vatikan’ erfindet Migge eine
„fortschreitende Laizisierung der italienischen Gesellschaft und eine Mitte-Links-Regierung, die Gesetze
erlassen will, die für die katholische Kirche unerträglich“ seien.
Daß der italienische Regierungschef
immerhin praktizierender Katholik und ein enger Freund des römischen Kardinalvikars Camillo Ruini ist,
weiß Migge nicht.
Jedenfalls trete der Papstsender „aggressiver“ auf – und das (irgendwie ein Widerspruch)
mit einer vermehrten Beteiligung wortlahmer Bischöfe?
Ob auch das ‘Deutschlandradio’ zwecks Hebung des
journalistischen Niveaus eines verstärkten Einbezugs von Bischöfen und Kardinälen bedarf?
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#12
Nachtlaterne 22:02:02 | Donnerstag, 17. Mai 2007
#11
Benedikt 13:53:46 | Donnerstag, 17. Mai 2007
#10
Nachtlaterne 06:01:05 | Mittwoch, 16. Mai 2007
#9
Tacitus 23:10:21 | Dienstag, 15. Mai 2007
#6
Benedikt 13:41:10 | Dienstag, 15. Mai 2007
#5
ottaviani 12:51:40 | Dienstag, 15. Mai 2007
#4
Monarcho 12:46:23 | Dienstag, 15. Mai 2007
#2
Guntram 12:28:38 | Dienstag, 15. Mai 2007
#1
Gunsenum 12:21:41 | Dienstag, 15. Mai 2007