12:30:22 | Freitag, 18. Mai 2007
Am frühen Samstag nachmittag huschte ein dunkel gekleideter bärtiger Mittefünfziger an meinem Info-Fahrrad vorbei. Von Günter Annen.
(kreuz.net) Ende April fand deutschlandweit die „Woche für das Leben“ statt.
Es handelt sich um eine
Alibi-Veranstaltung der katholischen und evangelischen Kirche. Sie stand dieses Jahr unter dem wohlklingenden
Titel: „Mit Kindern in die Zukunft gehen.“
Die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Lebensrecht
hielt sich auch in der „Woche für das Leben“ in engen Grenzen.
Eine Ausnahme war der mutige Bischof
von Augsburg, Mons. Walter Mixa, der sich mit
Äußerungen zu den geplanten Kinderkrippen zu Wort meldete.
In der Diözese Trier durfte das ‘Trierer Bündnis für Lebensrecht und Menschenwürde’ – verschiedene
örtliche Lebensrechtsgruppen – in der Moselstadt informieren.
Wie wichtig das Thema dem Bischof und
seiner Diözese ist, konnte man an dem zugewiesenen, ungünstigen Standort – in einem abseits gelegenen
Zugangsbereich zum Dom – erkennen.

Info-Rad der Initiative ‘Nie Wieder!’
Die Initiative ‘Nie Wieder!’ hatte es da besser. Von Freitag bis Sonntag
nachmittag parkten wir unser Info-Fahrrad in einer engen, stark frequentierten Zugangsstraße zum Dom.
Wegen des warmen Wetters waren nicht nur Heilig-Rock-Wallfahrer, sondern auch viele Touristen unterwegs.
Auf diese Weise konnten wir einige Tausend unserer neuen farbigen Aufklärungs-Flugblätter verteilen.
Gute Gespräche und auch mal heftige Auseinandersetzungen über die Kinderabtreibung sind bei solchen
Einsätzen normal.
Viele Touristen stammten aus Frankreich, Holland, Belgien und Luxemburg. Eventuelle
Sprachprobleme konnten bei der Betrachtung der Bilder von der Kinderabtreibung und von der Entwicklung
des Kindes im Mutterleib schnell ausgeräumt werden.
Eine Gruppe von zehn Jugendlichen belagerte unser
„Info-Rad“ längere Zeit:
„Wir werden zwar in der Schule über alles Mögliche aufgeklärt, aber wie
die Abtreibung geschieht und was sie genau ist, das wissen wir nicht. Das ist ja grausam“ – so die Reaktion.
Ein interessantes Gespräch führte ich mit einem Mann, der sich später als holländischer Schuldirektor
und praktizierender Katholik vorstellte.
Er könne aufgrund seiner Position gezielt Einfluß auf die
Lehrerschaft nehmen – so der Direktor:

Jugendliche informieren sich bei der Initiative ‘Nie Wieder!’
„So achte ich auf ordentliche Kleidung bei meinen Kollegen. Es
hat sich an unserer Schule bald herumgesprochen, daß freizügige Kleidung, wie ärmellose, weit ausgeschnittene
T-Shirts und bauchfreie Kleidung, nicht geduldet wird.
Die Lehrer gehen mittlerweile mit gutem Vorbild
voran. Kommt es dennoch zu einem Verstoß, werden die entsprechenden Personen zum Umkleiden nach Hause
geschickt.
Handys werden von uns generell eingezogen. Ihre Rückgabe erfolgt ausnahmslos an die Eltern,
um auch mit diesen reden zu können“ – so der Schuldirektor.
Wir würden uns nur wünschen, gäbe es
in Deutschland viele solche mutige katholische Schuldirektoren.
Am frühen Samstag nachmittag huschte
ein dunkel gekleideter bärtiger Mitfünfziger an unserem Info-Fahrrad vorbei.
Er würdigte uns keines
Blickes, obwohl das in der engen Straße nicht einfach war.
Da der Mann sehr schnellen Fußes unterwegs
war, interessierte es mich, wohin es ihn trieb.
Schnaufend folgte ich ihm. Er bewegte sich zielstrebig
auf ein diözesanes Info-Zelt zum Thema „Arbeit“ hin, das auf dem Hauptmarkt aufgebaut war.
Vor dem Zelt
befand sich eine mit Blechabfällen zusammengeschweißte Konstruktion. Ein Kunstwerk? Eine Skulptur? Irgendwie
konnte man die Form eines „A“ erkennen.
Flink bestieg der Mann eine Leiter. Ihm gegenüber befand sich
ein Helfer auf einem Gerüst. Dem Mann wurden Handschuhe, Schutzschild und Schweißstab gereicht. Dann
machte er sich an die Arbeit.
Er stellte sich nicht ungeschickt an. Fast gekonnt schweißte er ein Blechstück
an die Metall-Konstruktion.

Bischof Marx erwies sich bei der „Woche für das Leben“ als gekonnter Schweißer
Ob der Wert dieses Objektes dadurch in die Höhe schnellte, vermag ich nicht
zu beurteilen.Der Metallwert stieg jedenfalls. Vielleicht wird das Ding einmal versteigert und der Erlös
geht zu Gunsten der Arbeitslosen.
Jedenfalls hatte der Mann für diese Aktion viel Zeit eingeplant. Es
war ihm wichtig, sehr wichtig.
Schließlich erkannte ich den Mann auf der Leiter, der mein Info-Fahrrad
so souverän übersehen hatte:
Es war der hochwürdigste Herr Bischof von Trier, Mons. Reinhard Marx.
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Typ 00:18:14 | Samstag, 19. Mai 2007
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Benedikt 20:12:41 | Freitag, 18. Mai 2007
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matt2 † 19:55:36 | Freitag, 18. Mai 2007
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matt 19:52:48 | Freitag, 18. Mai 2007
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Benedikt 19:46:30 | Freitag, 18. Mai 2007
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Müller 19:30:16 | Freitag, 18. Mai 2007
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matt 19:18:34 | Freitag, 18. Mai 2007
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matt2 † 19:07:54 | Freitag, 18. Mai 2007
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wiener 17:38:19 | Freitag, 18. Mai 2007
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matt2 † 17:26:59 | Freitag, 18. Mai 2007
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Gotthard 15:57:47 | Freitag, 18. Mai 2007
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matt2 † 14:27:25 | Freitag, 18. Mai 2007