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Mittwoch, 19. Januar 2005 08:16
Der Erzbischof von St. Louis führt 400 Demonstranten vor eine Abtreibungsanstalt
Am vergangenen Samstag zog der Erzbischof von St. Louis (USA), Raymond Burke, gemeinsam mit 400 Lebensschützern im Rahmen einer friedlichen Prozession von seiner Kathedrale zu einer nahegelegenen Abtreibungsanstalt, in der jährlich ungefähr 6000 Kinder getötet werden. Der Erzbischof sieht den Kampf gegen die Abtreibung als ein Kampf gegen „Satan und seine Horden.“
Raymond Burke, Erzbischof von St. Louis/USA
Raymond Burke, Erzbischof von St. Louis/USA
(kreuz.net, St. Louis) Die Prozession der 400 Lebensschützer begann in der Kathedrale von St. Louis im US-amerikanischen Bundesstaat Missouri im Zentrum der USA. Das berichtete die lokale Presse. Ziel des Marsches war, gegen die Legalisierung der Abtreibung in den USA im Januar des Jahres 1973 zu protestieren. Die Mutter, die damals den Entscheid des Obersten Gerichtshofes der USA herbeigeführt hatte, hat sich inzwischen öffentlich von der Abtreibung losgesagt und ist im Lebensschutz engagiert.

Die Erzdiözese St. Louis organisiert den Marsch zur Abtreibungsstation, die sich „West End Clinic“ nennt, schon zum fünften Mal. Erzbischof Raymond Burke (56), der erst letztes Jahr als Erzbischof nach St. Louis versetzt wurde, nahm erstmals daran teil. Während der heiligen Messe, die der Demonstration vorausging, sagte er: „Wir beten für die Eltern, die eine Abtreibung und den Verrat an ihrer Elternschaft in Erwägung ziehen.“ Er sehe den Kampf gegen die Abtreibung als ein Kampf gegen „Satan und seine Horden.“

Auf dem Weg zur Abtreibungsklinik in klirrender Kälte betete der Erzbischof den Rosenkranz, der über 35 Lautsprecher in die Menge übertragen wurde. Bei der Abtreibungsstation angekommen, verteilten sich die 400 Demonstranten friedlich entlang des Metallzaunes, der den Parkplatz vor dem Hauptgebäude umschließt.

Die Lebensschützer verweilten für etwa 10 bis 15 Minuten. Der stille Klang ihres Gebetes war angesichts der lauten Rap Musik, die aus einem Wagen auf dem Parkplatz hallte, kaum hörbar. Eine Frau in der Klinik spähte durch ein Fenster, aber es wurden keine Worte gewechselt.

Einige Personenwagen fuhren auf den Parkplatz, doch niemand wurde gehindert, die Abtreibungsanstalt zu betreten. Vor der Anstalt stehen permanent etwa 20 Demonstranten, die gegen die Zerstückelung und das Absaugen von Kindern im Mutterleib protestieren.

Das Angebot in der Abtreibungsanstalt reicht von medizinischen Abstrichen und gynäkologischen Untersuchungen bis zu Antibaby-Pillen und natürlich Kinderabtreibungen. Die in der Anstalt tätigen Abtreiber begehen nach Auskunft von Paula Gianino jährlich bis zu 6.000 Kinderabtreibungen. Paula Gianino ist die Präsidentin von „Planned Parenthood“ in der Region von St. Louis. „Planned Parenthood“ ist der weltweit größte Anbieter von Abtreibungen und Verhütungsmitteln. Im US-Bundesstaat Missouri gibt es noch zwei weitere Abtreibungsanstalten, die im Jahre 2003 insgesamt 8.350 Kinder umgebracht haben.

Diese Woche – so Frau Gianino – werde eine Gruppe von Pfarrern verschiedener Denominationen erwartet, die sich auf dem Parkplatz der Abtreibungsanstalt einfinden wollen, um abtreibungswillige Mütter von ihren Personenwagen in die Station zu begleiten: „Das wird unseren Patienten zeigen, daß viele Kirchen und viele Geistliche die reproduktiven Rechte und die Privatsphäre der Frau achten.“

Nach der Mahnwache vor der Abtreibungsanstalt kehrten der Erzbischof und die Teilnehmer der Prozession zurück in die Kathedrale. Dort äußerte sich ein Teilnehmer vor einer Journalistin: „Solche Aktionen sind nützlich, unbeschadet der Tatsache, ob wir einen großen oder kleinen Eindruck hinterlassen.“ „Auf der anderen Seite des Zaunes sitzt der Teufel.“
2 Lesermeinungen:
Donnerstag, 20. Januar 2005 00:19
Doritta: @Vetter Taferl
Ja, eigentlich könnte er so etwas auch machen. Aber ich weiß nicht, ob das sein Stil ist…
Mittwoch, 19. Januar 2005 18:24
Vetter Taferl: I have a dream that…
der Erzbischof von Wien würde eine solche Gebetsvigil persönlich anführen!

Frau Taferl
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