Kirchenmusik
Schräge Kirchenmusik
Wie klingt es, wenn Hunderte Bläser miteinander musizieren – und jeder benimmt sich dabei als Solist, findet sein eigenes Zeitmaß und entscheidet selber, wann er einsetzt?
Veranstaltung am Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover
Veranstaltung am Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover
© Sven Anders, GNU-Lizenz
(kreuz.net) Ein Dreivierteljahr lang waren Mitarbeiter vom Kölner ‘Büro für Konzertpädagogik’ im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland unterwegs.

Es ging ihnen dabei um die Musik für den kommenden 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der im Juni in Köln stattfindet.

Ziel ist, dem herkömmlichen musikalischen Kirchentagsgeschehen eine „rheinisch-experimentelle Alternative“ zur Seite zu stellen.

In Workshops, Kontakten mit Theologen, Gemeinden, Bildungseinrichtungen, eigens für den Kirchentag gegründeten Projektchören wurde nach „neuen Tönen“ geforscht.

Das Ergebnis wird auf dem Kirchentag präsentiert:

„Wie klingt es, wenn Hunderte Bläser miteinander musizieren – und jeder einzelne bleibt dabei Solist, findet sein eigenes Zeitmaß und entscheidet selbst, wann er einsetzt?“ – wird in einer Vorstellung des Projektes gefragt:

"Abend der Begegnung" am Evangelischen Kirchentag 2005
„Abend der Begegnung“ am Evangelischen Kirchentag 2005
© Stefanie Wulf, GNU-Lizenz
„Wie klingt es, wenn ein gemischter Chor nicht streng nach vorgegebener Partitur singt, sondern wenn jedes Chormitglied seine eigenen Ideen mit in die Probe einbringen kann?“

„Wie klingt es, wenn christliche, islamische und konfessionslose Kinder gemeinsam geistliche Musik erfinden?

Oder wenn geistig behinderte Musikerinnen und Musiker zusammen das Kirchentagsmotto trommeln?“

Das Projekt versteht sich als eine „zeitgemäß »reformatorische« Kirchenmusik, die sich strikt am theologischen Inhalt orientiert – auch da, wo er unbequem oder sperrig ist“.

Diese Art von Musik gebe allen eine Chance zur Beteiligung – „egal, ob jung oder alt, behindert oder nichtbehindert, fromm oder zweifelnd“.

Für die meisten Teilnehmer sei das die erste aktive Begegnung mit zeitgenössischer Musik gewesen. Diese habe „manche geärgert, viele überrascht, einige tief bewegt und wohl niemanden kalt gelassen“.

Ein und dasselbe Stück hätte an einem Tag in der Chorprobe für überschäumende Fröhlichkeit, am nächsten Tag für heftigen Streit im Pfarrkonvent sorgen können.

Auf dem Kirchentag ist ein „Straßenbahntango“ oder eine „Messehallen-Liederlandschaft“ vorgesehen, bei der erfahrene Trompeter oder Unter-der-Dusche Sänger in gleicher Weise mitmachen können.

Der Höhepunkte des Programms: Die gemeinsame Uraufführung der sogenannten Kollektivkomposition „Sätze schwätzen, Laute schmecken, Träume singen“.

Mit dabei sind Dritt- und Viertklässer der Katholischen Grundschule Frankenforst in Bergisch Gladbach. Sie haben in den zurückliegenden Wochen selber komponiert.

Über ein halbes Jahr lang besuchten die Sängerin Alexandra Naumann und der Komponist Bernhard König geistig behinderte Trommler und Sänger. Dabei versuchten sie, in Einzel- und Gruppenproben „ihr stimmliches Potential und ihre individuellen Ausdrucksformen kennen zu lernen“.

In einem langen „Prozeß des Suchens, Forschens, Sich-Beschnupperns“ seien kleine „musikalische Bausteine“ entstanden, die diesem wunderbaren Ensemble auf den Leib geschrieben seien und im Rahmen des Kirchentags erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Czibo Nieznany   01:35:20 | Freitag, 25. Mai 2007
Wo bleibt die Homophobie?
Es ist in der Tat bewundernswert, dass noch kein Beitrag aus der homophoben Eckekommen durfte, die sich doch sonst immer so liebevoll vordrängt…? Wie hält das konziliare Forum diesen Mangel aus?
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#10   Benedikt   15:35:55 | Donnerstag, 24. Mai 2007
Rheinisch?
Ziel ist, dem herkömmlichen musikalischen Kirchentagsgeschehen eine „rheinisch-experimentelle Alternative“ zur Seite zu stellen.
Durch einfach Drauflosspielen? Wieso sollte das „rheinisch“ sein? Ich kenn’ das als Jazz. New Orleans Jazz, Chicago…
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#9   Czibo Nieznany   08:53:36 | Donnerstag, 24. Mai 2007
Graf von Galen
:-[ Manche Leute müssten wegen ihres unerträglichen vorvorgestrigen Gedankenschmodders, den sie glauben unter die Leute bringen zu sollen mit einer hohen Umweltschutzsteuer belegt werden. Damit Sie fein säuberlich überlegen, bevor Sie mal wieder das Güllefass ihrer Gedanken zu öffnen gedenken, ob die Umwelt noch mehr Verpestung braucht. :-|
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#8   Frasim   00:16:34 | Donnerstag, 24. Mai 2007
Ich weiß gar nicht,…
…warum man sich darüber aufregt! Es ist doch nur logisch und konsequent, dass nach dem Chaos, dem Improvisieren und dem Ich-in-den-Mittelpunkt-Rücken in der Liturgie das ganze nun auch auf die Kirchenmusik ausgeweitet wird! Nur weiter so, renoviert euch die Gottesdienste vollends kaputt, dann ist der Wiederaufbau umso eindrücklicher!
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#7   Gotthard   23:27:03 | Mittwoch, 23. Mai 2007
@Galen
Deine Weltsicht sei dir gegönnt … doch lass sie bitte einfach bei dir.
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#6   Graf von Galen   23:20:20 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Wider die Irrlehre des Protestantismus, @ czibo niznani
Und wenn Sie es unterließen, hier Ihre Sprüche
abzusondern, machte es die Welt nicht schlechter.
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#5   Czibo Nieznany   23:12:00 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Graf von Galen
Mit Ihrem unsachlichen Getöse werden Sie die Welt auch nicht aus den Angeln heben, so wahr mir Gott helfe…!
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#4   Graf von Galen   23:06:27 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Wider die Irrlehre des Protestantismus
Solange die Anhänger Luthers noch Geld für so
eine ABM- Maßnahme für arbeitsscheues Gesindel
haben, sind deren Kirchensteuereinnahmen anschei-
nend immer noch zu hoch.
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#3   Czibo Nieznany   22:37:11 | Mittwoch, 23. Mai 2007
palestrina
:-] Wenn man sich mit dem Namen schon schmückt, muss kein Palestrina dahinter sein. Wenn Sie polemisieren wollen, tun sie es sachgemäß. Vermeiden Sie aber aus Imagegründen legasthenische Probleme derart unter Beweis zu stellen. Entweder Sie haben meinen Beitrag nicht gelesen haben oder er geht über ihre Kräfte geht, dass Sie ihn nicht verstehen können wollen…? ;-)
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#2   palestrina   19:07:28 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Herr Nieznany,
vermutlich hat der Verfasser des Artikels irgendwann mal einen Hauch mit Musikpraxis zu tun gehabt. So ist es für ihn in der Tat einfach, zu dieser Überschrift zu kommen, ein anderes Ergebnis als schräge (das ist extrem freundlich formuliert) Musik kann da nicht herauskommen. Mit Gregorianik hat das gar nichts zu tun.
Sie hingegen sind ganz offensichtlich jungfräulich unberührt von Kenntnissen jeglicher Art in dieser Sparte. Insofern glänzen Sie durch eine ganz besondere Einfachheit.
Verblüffend, dass Sie sich trauen, hierzu zu schreiben.
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#1   Czibo Nieznany   18:17:49 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Einfache Sichtweisen lösen ungeistgewirkte Urteile aus
Wenn schon keine geheiligte Gregorianik, kann es ja nur schräge Kirchenmusik sein, die bei den jungen Komponisten herauskommt, auch wenn katholische Viertklässer aus Bergisch-Gladbach mit komponiert haben. Also sprach Zarathustra… Das ist alles schon seit Ewigkeiten so festgelegt: Es kann sich nur um Schräge Kirchenmusik handeln. Und damit basta! Auch wenn sie vorher noch niemand hat hören können. Aus einfachen Sichtweisen, kommt man am besten zu einfachen, ungeistgewirkten Urteilen…
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