16:21:00 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Wie klingt es, wenn Hunderte Bläser miteinander musizieren – und jeder benimmt sich dabei als Solist, findet sein eigenes Zeitmaß und entscheidet selber, wann er einsetzt?

Veranstaltung am Evangelischen Kirchentag 2005 in Hannover
© Sven Anders, GNU-Lizenz(kreuz.net) Ein Dreivierteljahr lang waren Mitarbeiter vom Kölner ‘Büro für Konzertpädagogik’ im Auftrag
der Evangelischen Kirche im Rheinland unterwegs.
Es ging ihnen dabei um die Musik für den kommenden
31. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der im Juni in Köln stattfindet.
Ziel ist, dem herkömmlichen
musikalischen Kirchentagsgeschehen eine „rheinisch-experimentelle Alternative“ zur Seite zu stellen.
In Workshops, Kontakten mit Theologen, Gemeinden, Bildungseinrichtungen, eigens für den Kirchentag gegründeten
Projektchören wurde nach „neuen Tönen“ geforscht.
Das Ergebnis wird auf dem Kirchentag präsentiert:
„Wie klingt es, wenn Hunderte Bläser miteinander musizieren – und jeder einzelne bleibt dabei Solist,
findet sein eigenes Zeitmaß und entscheidet selbst, wann er einsetzt?“ – wird in einer Vorstellung des
Projektes gefragt:

„Abend der Begegnung“ am Evangelischen Kirchentag 2005
© Stefanie Wulf, GNU-Lizenz„Wie klingt es, wenn ein gemischter Chor nicht streng nach vorgegebener Partitur singt,
sondern wenn jedes Chormitglied seine eigenen Ideen mit in die Probe einbringen kann?“
„Wie klingt es,
wenn christliche, islamische und konfessionslose Kinder gemeinsam geistliche Musik erfinden?
Oder wenn
geistig behinderte Musikerinnen und Musiker zusammen das Kirchentagsmotto trommeln?“
Das Projekt versteht
sich als eine „zeitgemäß »reformatorische« Kirchenmusik, die sich strikt am theologischen Inhalt orientiert –
auch da, wo er unbequem oder sperrig ist“.
Diese Art von Musik gebe allen eine Chance zur Beteiligung –
„egal, ob jung oder alt, behindert oder nichtbehindert, fromm oder zweifelnd“.
Für die meisten Teilnehmer
sei das die erste aktive Begegnung mit zeitgenössischer Musik gewesen. Diese habe „manche geärgert,
viele überrascht, einige tief bewegt und wohl niemanden kalt gelassen“.
Ein und dasselbe Stück hätte
an einem Tag in der Chorprobe für überschäumende Fröhlichkeit, am nächsten Tag für heftigen Streit
im Pfarrkonvent sorgen können.
Auf dem Kirchentag ist ein „Straßenbahntango“ oder eine „Messehallen-Liederlandschaft“
vorgesehen, bei der erfahrene Trompeter oder Unter-der-Dusche Sänger in gleicher Weise mitmachen können.
Der Höhepunkte des Programms: Die gemeinsame Uraufführung der sogenannten Kollektivkomposition „Sätze
schwätzen, Laute schmecken, Träume singen“.
Mit dabei sind Dritt- und Viertklässer der Katholischen
Grundschule Frankenforst in Bergisch Gladbach. Sie haben in den zurückliegenden Wochen selber komponiert.
Über ein halbes Jahr lang besuchten die Sängerin Alexandra Naumann und der Komponist Bernhard König
geistig behinderte Trommler und Sänger. Dabei versuchten sie, in Einzel- und Gruppenproben „ihr stimmliches
Potential und ihre individuellen Ausdrucksformen kennen zu lernen“.
In einem langen „Prozeß des Suchens,
Forschens, Sich-Beschnupperns“ seien kleine „musikalische Bausteine“ entstanden, die diesem wunderbaren
Ensemble auf den Leib geschrieben seien und im Rahmen des Kirchentags erstmals der Öffentlichkeit präsentiert
werden.
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Frasim 00:16:34 | Donnerstag, 24. Mai 2007
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Gotthard 23:27:03 | Mittwoch, 23. Mai 2007
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palestrina 19:07:28 | Mittwoch, 23. Mai 2007