11:16:01 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Dann kam die Frage, worum es im Leben eigentlichen geht. Die Antwort war erschütternd dürr.

Ausstellung der Nitsch-Schmierereien in Berlin
© Régine Debatty, Creative Commons(kreuz.net) Anfang Mai veröffentlichte die kirchenfeindliche Wiener Tageszeitung ‘Standard’ ein Gespräch
zwischen dem sogenannten Künstler
Hermann Nitsch (68) und seinem Finanzier Karlheinz Essl (68).
Essl
ist ein gläubiger Protestant, der die Handelskette ‘Baumax’ aufgebaut hat.
Er besitzt eine Sammlung
von über 6.000 Objekten zeitgenössischer Kunst – darunter auch viele Nitsch-Produktionen.
Der ‘Baumax’-Gründer
besuchte den Schmierkünstler Nitsch vor rund zwanzig Jahren zum ersten Mal. Dazu Nitsch: „Schon an diesem
Abend sind wir Freunde geworden.“
Der Blutfetischist und Religionsbeschmutzer erklärt im Standard-Gespräch,
nie die Absicht gehabt zu haben, blasphemisch zu sein oder eine Religionsgemeinschaft zu beleidigen:
„Ich habe Symbole verschiedener Religionen miteinander in Beziehung, erotische Symbole mit religiösen
in Verbindung gebracht aber nie, um die Religion zu schänden.“
Das sieht der ‘Baumax-Gründer’ offenbar
auch so. Er hat Nitsch immer verteidigt, weil dieser angeblich ein „ganz wichtiger Künstler“ der Gegenwart
sei.
Nitsch sieht Gemeinsamkeiten mit seinem finanziellen Förderer: „Wir sind Freunde, können mit unserer
Gesinnung umgehen, sind tiefreligiös.“
Dem ‘Baumax’-Gründer offenbart sich Gott durch die Bibel. Der
Schmierkünstler findet „das Göttliche“ in erster Linie durch den „Seins-Begriff“.
Nachdem Nitsch im
Gespräch auch seinen atheistischen Großvater als „religiös“ bezeichnet hat, stellt ihm der Standard-Journalist
die Frage, ob „so gesehen nicht jeder irgendwie religiös“ sei.
„Nein“ – antwortet Nitsch: „Es gibt viele
Menschen, die überhaupt nicht religiös sind. Die nur am Äußerlichen haften, und nichts anderes im
Hirn haben als Disko und Skifahren.“
Auf die Frage, ob er reich sei, antwortet Nitsch: „Reich würde
ich nicht sagen.“
Er könne aber gut leben, sich jedes Buch kaufen, essen und trinken, so viel er wolle –
erklärt der korpulente Nitsch: „Ich muß keinen um etwas bitten.“
Wenn er viel Geld für ein gutes Bild
bekomme, „ist das fein, ja“.
Der ‘Standard’-Journalist weist darauf hin, daß ein Wiener Kunst-Supermarkt
mit Werken ab 9,90 Euro eröffnet hat: „Das ist doch alles ein Schmäh“ – antwortet Nitsch.
Wenn man
den Kopf darauf verwende, Strategien zu entwickeln, um Kunst im Kompromißweg so zu machen, daß man sie
„gut verkaufen“ könne – dann sei man im Kunstsektor verloren.
Er habe gelitten: „Ich habe noch mit 35
meine Frau um Geld bitten müssen, wenn ich in die Stadt wollte. Wir sind als Junge alle ausgelacht worden,
das war schlimmer als das Eingesperrtwerden.“
Auf die Frage, worum es im Leben gehe, antwortet Nitsch:
„Es geht darum, daß man das Ganze erfährt, in das Wesen des gesamten Schöpfungsunternehmens eintaucht.“
Das seien die Glückszustände im Leben, wenn man diese auch nur für Augenblicke erfahren könne.
Morgen
Donnerstag weihen der niederösterreichische Propst Maximilian Fürnsinn, der Mistelbacher Pfarrer Hermann
Jedinger und der evangelische Superintendent Paul Weiland ein neues Nitsch-Museum in der Stadt Mistelbach
in Niederösterreich ökumenisch ein.
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#8
matt2 † 10:23:09 | Donnerstag, 24. Mai 2007
#7
VirFortis 22:53:03 | Mittwoch, 23. Mai 2007
#3
Athanasius 16:35:34 | Mittwoch, 23. Mai 2007
#1
matt2 † 11:45:54 | Mittwoch, 23. Mai 2007