Kultur
„Wir sind tiefreligiös“
Dann kam die Frage, worum es im Leben eigentlichen geht. Die Antwort war erschütternd dürr.
Ausstellung der Nitsch-Schmierereien in Berlin
Ausstellung der Nitsch-Schmierereien in Berlin
© Régine Debatty, Creative Commons
(kreuz.net) Anfang Mai veröffentlichte die kirchenfeindliche Wiener Tageszeitung ‘Standard’ ein Gespräch zwischen dem sogenannten Künstler Hermann Nitsch (68) und seinem Finanzier Karlheinz Essl (68).

Essl ist ein gläubiger Protestant, der die Handelskette ‘Baumax’ aufgebaut hat.

Er besitzt eine Sammlung von über 6.000 Objekten zeitgenössischer Kunst – darunter auch viele Nitsch-Produktionen.

Der ‘Baumax’-Gründer besuchte den Schmierkünstler Nitsch vor rund zwanzig Jahren zum ersten Mal. Dazu Nitsch: „Schon an diesem Abend sind wir Freunde geworden.“

Der Blutfetischist und Religionsbeschmutzer erklärt im Standard-Gespräch, nie die Absicht gehabt zu haben, blasphemisch zu sein oder eine Religionsgemeinschaft zu beleidigen:

„Ich habe Symbole verschiedener Religionen miteinander in Beziehung, erotische Symbole mit religiösen in Verbindung gebracht aber nie, um die Religion zu schänden.“

Nitsch beschmiert regelmäßig Meßgewänder
Nitsch beschmiert regelmäßig Meßgewänder
© Régine Debatty, Creative Commons
Das sieht der ‘Baumax-Gründer’ offenbar auch so. Er hat Nitsch immer verteidigt, weil dieser angeblich ein „ganz wichtiger Künstler“ der Gegenwart sei.

Nitsch sieht Gemeinsamkeiten mit seinem finanziellen Förderer: „Wir sind Freunde, können mit unserer Gesinnung umgehen, sind tiefreligiös.“

Dem ‘Baumax’-Gründer offenbart sich Gott durch die Bibel. Der Schmierkünstler findet „das Göttliche“ in erster Linie durch den „Seins-Begriff“.

Nachdem Nitsch im Gespräch auch seinen atheistischen Großvater als „religiös“ bezeichnet hat, stellt ihm der Standard-Journalist die Frage, ob „so gesehen nicht jeder irgendwie religiös“ sei.

„Nein“ – antwortet Nitsch: „Es gibt viele Menschen, die überhaupt nicht religiös sind. Die nur am Äußerlichen haften, und nichts anderes im Hirn haben als Disko und Skifahren.“

Auf die Frage, ob er reich sei, antwortet Nitsch: „Reich würde ich nicht sagen.“

Er könne aber gut leben, sich jedes Buch kaufen, essen und trinken, so viel er wolle – erklärt der korpulente Nitsch: „Ich muß keinen um etwas bitten.“

Wenn er viel Geld für ein gutes Bild bekomme, „ist das fein, ja“.

Der ‘Standard’-Journalist weist darauf hin, daß ein Wiener Kunst-Supermarkt mit Werken ab 9,90 Euro eröffnet hat: „Das ist doch alles ein Schmäh“ – antwortet Nitsch.

Wenn man den Kopf darauf verwende, Strategien zu entwickeln, um Kunst im Kompromißweg so zu machen, daß man sie „gut verkaufen“ könne – dann sei man im Kunstsektor verloren.

Er habe gelitten: „Ich habe noch mit 35 meine Frau um Geld bitten müssen, wenn ich in die Stadt wollte. Wir sind als Junge alle ausgelacht worden, das war schlimmer als das Eingesperrtwerden.“

Auf die Frage, worum es im Leben gehe, antwortet Nitsch: „Es geht darum, daß man das Ganze erfährt, in das Wesen des gesamten Schöpfungsunternehmens eintaucht.“

Das seien die Glückszustände im Leben, wenn man diese auch nur für Augenblicke erfahren könne.

Morgen Donnerstag weihen der niederösterreichische Propst Maximilian Fürnsinn, der Mistelbacher Pfarrer Hermann Jedinger und der evangelische Superintendent Paul Weiland ein neues Nitsch-Museum in der Stadt Mistelbach in Niederösterreich ökumenisch ein.
      
8 Lesermeinungen
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#8   matt2 †   10:23:09 | Donnerstag, 24. Mai 2007
ich empfinde Kunst ohnehin total belanglos…
Kunst ist doch ein, der Eitelkeit der Kirche entsprungenes und entartetes Kind. Sollen die Blutkleckse des Nietsch eben auch Kunst sein. Mir egal. Kunst ist belanglos. Ich gehe lieber in die Natur und betrachte das Lebendige als irgend ein totes, eitles Machwerk. Uninteressant! Lediglich ein weiteres Geschäft, etwas zum Schachern, etwas für die Reichen, damit sie sich in ihrer blöden Dekadenz noch erhaben vorkommen. Kunst ist Schrott!
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#7   VirFortis   22:53:03 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Kunst in Ö
Tatsächlich verwendet Nitsch Gegenstände aus dem katholischen Gottesdienst wie Monstranzen oder Messgewänder für eckelerregende „Aktionen“. Nitsch hat Gotteslästerung zum Beruf gemacht, wenn er in besonderer Weise das christliche Symbol des Kreuzes durch unsägliche Kreuzigungsszenen in den Schmutz zieht. Die Verhöhnung christlicher Symbole und Glaubensinhalte gilt offenbar als Kennzeichen künstlerischen Talentes, wie an einem konkreten Beispiel gezeigt werden soll: Im Herbst 2003 gab es in Klosterneuburg in der Sammlung Essl eine Nitsch-Ausstellung, die der Herr Professor Nitsch mit „Kreuzigungen“ und „Prozessionen“ mit geschlachteten Rindern und Schweinen und mit viel Gedärmen und Blut eröffnen ließ. „Eine Blutspur zog sich bald nicht nur durch den Hauptgang“,berichtete der ORF, „auch der Hauptraum des Museums verwandelte sich in eine riesige Blutlache, und Schlachthausgestank machte sich breit“. Und als die nackten in Blut und Gedärmen watenden Akteure mit Holzprügeln auf ein geschlachtetes Schwein einzuschlagen begannen, klatschten die 500 Ehrengäste begeistert Beifall. Die Ausstellung wurde von der Stadt Klosterneuburg – unter einem ÖVP-Bürgermeister – aus Steuermitteln subventioniert.
Wer schwache Nerven hat, sollte den nächsten Absatz nicht lesen. Es folgt nämlich ein Auszug aus der Regieanweisung des Herrn Nitsch zu seinem Werk „Die Eroberung von Jerusalem“: … die kadaver werden ausgeweidet … ein panzer fährt in das Schlachthaus. christus legt sich nackt mit dem hauch…
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#6   Graf von Galen   22:45:25 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Wider VII
Daß sich VII- Klerus dazu hergibt, das widerwärtige,
blasphemische Wirken dieses Perversen zu segnen, ist Verrat.
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#5   möchtegern-kathole   20:23:39 | Mittwoch, 23. Mai 2007
was der Herr macht …
… (verschmieren von Gewändern und ausstellen als „Kunst“) grenzt eigentlich schon an Schwachsinn, zumindest der „Konsumenten“ dieser Kunst. Dem „Künstler“ selbst kann man zugute halten, dass er damit halt sein Geld verdient.
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#4   Beobachterin   19:17:07 | Mittwoch, 23. Mai 2007
dem Herrn Nitsch seine Probleme!
Es geht das Gerücht, daß Nitsch als Kleinkind zu früh aufs Töpfchen gesetzt wurde und daß er seinen psychischen Schaden, den er dabei erlitten hat, jetzt sein Leben lang abtragen muß.
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#3   Athanasius   16:35:34 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Traurig
daß ein „katholischer“ Bischof dieses sakrilegische Theater „einsegnet“. Übrigens ist dieser „Künstler“ ein Lügner da er konsekrierte, also dem Dienste Gottes in der Kirche vorenthaltene, Objekte – hier: Kasel/Meßgewänder – desekriert, entheiligt, beschmutzt und unbrauchbar macht und uneigentlich benutzt. Würde er es auch wagen einen Koran mit Phallussymbol draufgemalt auszustellen? (Natürlich nicht, dann geht die Multikulti-Gemeinde über den Künstler her und wird er zudem sofort zerbombt)
Warum denn aber für Katholiken heilige Gewänder beschmutzen und vernichten?
Ist das Respekt? Vielleicht in den Augen der linksliberalen 68-Intelligentsia, aber normale Bürger nennen das einfach KRANK.
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#2   nonnobisdomine   15:30:41 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Tiefreligiös?????????????????????
Der das sagt, hat nícht nehr …l …
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#1   matt2 †   11:45:54 | Mittwoch, 23. Mai 2007
Die Antwort ist ja garnicht so übel…
Auf die Frage, worum es im Leben gehe, antwortet Nitsch: „Es geht darum, daß man das Ganze erfährt, in das Wesen des gesamten Schöpfungsunternehmens eintaucht.“
In das Wesen kann man zwar nicht eintauchen, wohl aber das Wesen in den Geist der Schöpfung. Aber das mit der ganzheitlichen Erfahrung ist ja nicht so blöd, zumal das Ganze ja wiederum nichts anderes ist als das göttliche Sein in dem alles ist.
Man hätte aber einfacher sagen können: um das Leben selbst. Denn das Leben ist ja Synomym für Sinn und Sein.
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