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Mittwoch, 23. Mai 2007 14:01
Sothomistischer Theologe?
Eine kirchenfeindliche Webseite hat kürzlich einen merkwürdigen Mitarbeiter gewonnen, der merkwürdige Interessen vertritt.
Homepage von Dr. David Berger
Homepage von Dr. David Berger
(kreuz.net) Die anonyme Homepage ‘kreuts.net’ ist in ihrem Webdesign ein Plagiat des großen deutschsprachigen Internetportals ‘kreuz.net’.

Das Plagiat wird von einem antikirchlichen Homo-Ideologen betrieben, der unter dem Lesernamen ‘Arkanum’ auftritt. Im Impressum bezeichnet er seine Seite als „Initiative einer internationalen privaten Gruppe in Europa und Übersee, bestehend aus Schwulen, Lesben, Juden, Moslems, Christen und noch vieles mehr“.

Die Homepage bietet verschiedenen antikirchlichen Kräften eine Plattform.

So enthält sie Texte des Religionsbeschmutzers Karlheinz Deschner, in denen die Muttergottes, die Reliquienverehrung und verschiedene Päpste niedergemacht werden.

Auch Gewaltaufrufe duldet die Plagiat-Seite:

„Ich bin nicht katholisch, aber ich wünsche mir, daß diese Schmierfinken [von ‘kreuz.net’] endlich enttarnt werden und dann an die Kasse kommen. Entweder mit einer Geldstrafe, die so richtig weh tut, oder mit öffentlichen Prügeln »windelweich« geschlagen werden.“

Im übrigen veröffentlicht ‘Arkanum’ private Daten von Lesern, die sich bei ihm anmelden.

Ausgerechnet in diesem gewaltverherrlichenden, kirchenfeindlichen Medium hat David Berger – Herausgeber der Zeitschrift ‘Theologisches’ – eine Glosse unter dem Titel „Lustvolles Entsetzen“ publiziert.

Berger ist in Lublin habilitierter Theologe, korrespondierender Professor der Päpstlichen Thomasakademie und Herausgeber des Internationalen thomistischen Jahrbuchs ‘Doctor Angelicus’.

Plagiatseite 'kreuts.net'
Plagiatseite ‘kreuts.net’
Er postet auch auf der genannten Plagiat-Homepage mit dem Lesernamen ‘Lindenmann’ und hat es bereits zum „Ehren Kreutser 1 Full Member“ gebracht.

Zu Beginn seiner Glosse entschuldigt sich Berger, daß sein Text nicht aus der Feder eines „fanatischen Christentums- oder Kirchenhassers“ fließe.

Im kirchenpolitischen Spektrum stehe er „eher im Ruf »konservativ« zu sein“.

Dennoch müsse er sich zu einem Phänomen äußern, das in den letzten Jahren verstärkt um sich greife und die „Außensicht des Katholizismus“ mehr zu beschmutzen drohe, als dies ein Hans Küng oder ein Karlheinz Deschner je vermocht hätten: „Die Rede ist vom Vulgärtraditionalismus.“

Diesen möchte Berger von der Haltung „hochgebildeter und besonnener »Traditionalisten«“ unterscheiden, die einfach die klassische Liturgie und die Lehre der Kirche liebten und sich ansonsten dem „toleranten und weltoffenen Geist des Abendlandes“ sowie „unserem demokratischen Rechtssystem“ verpflichtet fühlten.

Es ist unklar, ob Berger diese Charakterisierung auch als Selbstdarstellung versteht.

Seiner Ansicht nach gibt es einen weiteren Traditionalismus – ohne Anführungszeichen – den Berger haßt: Dessen derzeitig höchsten Ausdruck findet er auf der Internetseite ‘kreuz.net’.

Dieses Portal habe sein „gesamtes Web-Design“ von der damit nicht zu verwechselnden, eine solide journalistische Arbeit betreibenden Nachrichtenagentur ‘kath-net’ geklaut – unterstellt Berger.

Er behauptet auch, daß das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland von ‘kreuz.net’-Mitarbeitern regelmäßig als „Rechtsholocaust“ beschimpft werde.

Hinter ‘kreuz.net’ stehe das Konzept „Wie man Katholik, aber nicht Christ sein kann“. Berger sieht dessen Wurzeln im 19. Jahrhundert.

Auf ‘kreuz.net’ seien Juden und Freimaurer als Feindbilder beibehalten und – „interessanterweise nur männliche!“ – Homosexuelle dazugekommen.

Im weiteren interessiert sich der Theologe Berger – trotz langer Einführung über der Traditionalismus – vor allem für die auf ‘kreuz.net’ publizierten Homo-Artikel, obwohl diese nur rund 5% der dortigen Beiträge ausmachen.

In Sachen „Homosexualität“ schwankt ‘kreuz.net’ nach Bergers Analyse zwischen der Vorstellung, daß die Homo-Unzucht (Berger setzt den Begriff in Anführungszeichen) eine therapierbare Krankheit sei oder daß schon die sexuell „gleichgeschlechtliche Veranlagung“ eine der schwersten Sünden darstelle.

Nach Berger glaubt ‘kreuz.net’ ferner, daß ein verstärkter Konsum von Schweinefleisch, die moderne Erziehung sowie die Europäische Union die Homosexualität förderten und Aids die „gerechte Strafe für ein solches Verhalten“ sei.

Die Macher der Webseiten würden auch „in einer pubertären Art und Weise“ irgendwie „zwischen Faszination und Eckel vor der Sache“ schwanken – so Berger.

Das erkennt der Professor an den angeblichen „Details über Sexualpraktiken“, in denen „man“ sich genüßlich verbal suhle, sowie an den zahlreichen Photographien.

Die Kommentare unter den Bildern erinnern den Theologen an zwei alte Damen, die am Rande eines FKK-Strandes picknicken, von dort aus alles mit einem Opernglas betrachten und jedes Detail mit lustvollem Entsetzen kommentieren – mit jenem moralischen Entsetzen, das „jedem Kundigen“ von dem stillen Leid spreche, nicht an dem Treiben teilhaben zu dürfen, so Berger.

Mit der katholischen Lehre habe dies alles „rein gar nichts“ zu tun.

Die uralte katholische Tradition, die Sünde zu hassen und den Sünder zu lieben, werde hier mit Füßen getreten.

Daß ‘kreuz.net’ in keiner Weise „authentisch katholische Positionen“ vertrete, sei jedem Insider „natürlich“ bekannt: „Aber es wird eben teilweise so wahrgenommen.“

Deshalb stellt Berger die Frage, warum die katholische Kirche in den deutschsprachigen Ländern sich nicht mehr bemühe, einem solchen „image-schädlichen Projekt“ Einhalt zu gebieten:

„Warum läßt sich ein Mann wie Kardinal Schönborn von dieser Seite ohne Widerspruch als ‘Abtreibungs’- und ‘Homo-Kardinal’ bezeichnen?“

Berger hat Verständnis, daß man dem Projekt nicht „zuviel Ehre und Aufmerksamkeit“ zuwendet und lieber abwarten will, bis es sich totgelaufen habe:

„Doch dafür scheint es jetzt schon zu spät“ – konkludiert er resigniert:

Magisch ziehe das Portal alle „ideellen Exhibitionisten des Vulgärtraditionalismus“ an, die ihre radikalen Äußerungen in anderen Organen nicht mehr veröffentlichen könnten und hier nun auf ein größeres Publikum hofften.

Schon jetzt argumentiere man mit der Größe der Seite, um ihre Wichtigkeit zu dokumentieren: Das „zeigt, daß es Zeit ist zu handeln!“

Professor Bergers Glosse enthält keine Links auf die von ihm beanstandeten ‘kreuz.net’-Artikel.

Homo-Freund und Kirchenfeind ‘Arkanum’ ist über seinen Beitrag hocherfreut:

„Auch im Namen des Moderatorenteams ein herzliches Willkommen bei kreuts.net!“ – schreibt er seinem alten Bekannten ‘Lindenmann’ in einem Posting.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 208 Lesermeinungen:
Donnerstag, 30. August 2007 11:05
kreuts.net/forum: Stellungnahme der Fördergemeinschaft „Theologisches“
Sonntag, 8. Juli 2007 18:00
André: Enttäuschend
Es ist enttäuschend das die Aktivisten von Kreuz.net nicht verstehen wieso eine solche Kopie überhaupt entstehen konnte.

Ihr nennt euch Christen, doch schafft mit euren Verhalten neuen Hass gegenüber anderen Menschen.
Aggression schafft neue Aggression. Was seit ihr eigentlich für Menschen die über die Lebensgewohnheiten anderer so absonderlich Urteilen und alle über einen Kamm scheren?

Ich kann einfach nicht verstehen wieso ihr aus eurer Position heraus so selbstherrlich über andere Urteilt und euch dabei immer auf eine Schriftsammlung stützt welche sich schon so oft geirrt hat. Meiner Meinung nach besitzt jemand der sich so wie ihr verhällt einen zweifelhaften Intellekt.

Würdet ihr andere Menschen ihr Leben leben lassen würdet ihr solche Probleme wie dieses Kreuts.net nicht haben.
Donnerstag, 21. Juni 2007 15:42
Ja, nach Dr. Bergers eigener Mitteilung.
Mittwoch, 20. Juni 2007 02:13
Breathless: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 29. Mai 2007 17:47
Artois †: Obwohl es sicher schon „durch“ ist …
… stammt das scheußliche Elaborat auf kreuts.net wirklich von „Dr.“ Berger?
Dienstag, 29. Mai 2007 11:34
Dieser Artikel impliziert, kreuz.net wäre besser als kreuts.net…
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