16:33:35 | Freitag, 25. Mai 2007
Der Sparkurs in der Kirche Deutschlands führt auch zu einem Kahlschlag unter den Kirchenmusikern. Die Überlebenden müssen spielen, bis sie blau sind.

Links hinten die protestantische Jesus-Christus-Kirche und rechts vorne die katholische Pfarrkirche St.
Maria Immaculata
© Lorenz Teschner, Creative Commons(kreuz.net, Altena) Die Glaubens- und Geldkrise im Bistum Essen wirkt sich auch auf die Kirchenmusik aus.
Ein Beispiel dafür ist das Schicksal von Regionalkantor Stephan Lehmkuhl (37) im Raum Altena/Lüdenscheid.
Künftig wird der Kirchenmusiker für drei Großpfarreien zuständig sein.
Das berichtete die Tageszeitung
‘Westfälische Rundschau’ am 27. April.
Lehmkuhl wird ab diesem Jahr Organist und Chorleiter für die
Katholische Großpfarrei St. Maria Immaculata in Meinerzhagen – 80 Kilometer südöstlich von Essen.
Als er im Jahr 2002 nach Altena kam, glaubt er noch, dort eine Lebensstellung angetreten zu haben.

Die Heilige Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik
Der
Kirchenmusiker war zu 70% bei St. Matthäus angestellt. Weitere 30% seiner Arbeitszeit beinhaltete eine
besser bezahlte Tätigkeit als Regionalkantor.
Dann kam der Sparkurs. Die Stelle des Regionalkantors
wurde abgeschafft.
Seit Herbst 2006 bildet Altena mit Evingsen und Nachrodt-Wibling eine Großpfarrei
mit 6.500 Gemeindemitgliedern.
Für Lehmkuhl kommt es noch besser: Ab Sommer wird seine künftige Vollstelle
sogar eine Größenordnung von 26.000 Gemeindemitgliedern haben.
Er wird dann die Verantwortung für
vier Erwachsenen- und sieben Kinder- und Jugendchöre in 16 Kirchengemeinden tragen.
Das geht sich ohne
einen massiven kirchenmusikalischen Kahlschlag nicht aus.
So gab es 2006 in der Gemeinde St. Matthäus
19 kirchenmusikalische Veranstaltungen. In diesem Jahr war es bisher eine.
In seinem neuen Aufgabengebiet
ist es für Lehmkuhl selbst zu hohen christlichen Festtagen unmöglich, das Orgelspiel in den Gottesdiensten
allein abzudecken.
Der Kirchenmusiker hat auch ausgerechnet, daß er künftig etwa 15.000 Kilometer Dienstfahrten
im Jahr absolvieren muß, um seinen Verpflichtungen nachzukommen.
Trotzdem kann er noch von Glück im
Unglück reden: Er hat immerhin eine Arbeitsstelle.
Denn im Bistum Essen – in dem zu Jahresbeginn noch
140 hauptamtliche Kirchenmusiker mit Hochschulstudium angestellt waren – soll es in zwei Jahren gerade
mal 22,6 Stellen für hauptamtliche Kirchenmusiker geben.
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#12
landorganist 16:45:13 | Montag, 28. Mai 2007
#11
Rudolfus 16:55:53 | Sonntag, 27. Mai 2007
#10
surfsider 16:43:16 | Sonntag, 27. Mai 2007
#9
r.ruhrgebietler 12:24:01 | Samstag, 26. Mai 2007
#8
Freinsberg 11:16:25 | Samstag, 26. Mai 2007
#7
HeinrichvonOfterdingen 11:05:00 | Samstag, 26. Mai 2007
#6
Freinsberg 11:00:58 | Samstag, 26. Mai 2007
#5
r.ruhrgebietler 09:17:59 | Samstag, 26. Mai 2007
#4
Iacopone 23:19:33 | Freitag, 25. Mai 2007
#3
RJH 18:45:57 | Freitag, 25. Mai 2007
#2
MT. 18,3: 17:06:28 | Freitag, 25. Mai 2007
#1
Frasim 16:43:50 | Freitag, 25. Mai 2007