Kardinal Meisner
Abseits der Trampelpfade
„Auch in der Kirche haben wir zig Beratungsgremien, zum Beispiel Pfarrgemeinde-, Diözesan- und Priesterräte. Aber die Ratlosigkeit nimmt nicht entsprechend ab.“ Ein Kardinal zum Pfingstfest.
Kurienkardinal Castrillon Hoyos und Kardinal Meisner beim von 'Kirche in Not' organisierten "Tag der Weltkirche" in Köln, Februar 2007
Kurienkardinal Castrillon Hoyos und Kardinal Meisner beim von ‘Kirche in Not’ organisierten „Tag der Weltkirche“ in Köln, Februar 2007
© Kirche in Not
(kreuz.net) Kardinal Joachim Meisner von Köln gab dem internationalen Hilfswerk ‘Kirche in Not’ kürzlich ein Interview über das Hohe Pfingstfest.

Es sei schwierig, den Menschen den Heiligen Geist nahe zu bringen – bedauerte der Kardinal:

„Ich erlebe das bei jeder Firmung, daß mir die Firmlinge sagen: »Herr Kardinal, Sie sprechen von der hohen Wichtigkeit des Geistes Gottes. Nun legen Sie ihn mal auf den Tisch, damit wir wissen, mit wem wir es ab heute zu tun bekommen.«

Da bringen mich die Firmlinge in große Verlegenheit. Ich kann den Geist Gottes nicht auf den Tisch legen.“

Die pfingstliche Grammatik

Der heilige Paulus verwende für den Heiligen Geist drei Begriffe – so Kardinal Meisner: Energie, Dynamik Gottes und Pneuma, also Atem Gottes.

Wer diese Metaphern ausschöpfe, spüre, daß der Heilige Geist das Kostbarste sei, nämlich ein Stück von Gott, ja Gott selber:

„Nach meinem Verständnis ist Pfingsten das Anti-Babylon.“ Pfingsten lasse sich erst richtig erkennen, wenn es in Beziehung zu Babylon gesetzt werde.

Veni, Creator Spiritus
Veni, Creator Spiritus, mentes tuorum visita, imple superna gratia, quae tu creasti pectora. Komm, Heil'ger Geist der Leben schafft, erfülle uns mit deiner Kraft. Dein Schöpferwort rief uns zum Sein: nun hauch uns Gottes Odem ein.Qui diceris Paraclitus, altissimi donum Dei, fons vivus, ignis, caritas et spiritalis unctio. Komm, Tröster, der die Herzen lenkt, du Beistand, den der Vater schenkt; aus dir strömt Leben, Licht und Glut, du gibst den Schwachen Kraft und Mut.Tu, septiformis munere, digitus paternae dexterae, Tu rite promissum Patris, sermone ditans guttura. Dich sendet Gottes Allmacht aus im Feuer und im Sturmes Braus; du öffnest uns den stummen Mund und machst der Welt die Wahrheit kund.

Der Kardinal versucht, die „pfingstliche Grammatik“ zu lernen: „Wer die einmal kann, braucht keine Fremdsprachen mehr sprechen. Dann verstehen wir uns in allen Sprachen.“

Die „babylonische Konjugation“ liege all unseren europäischen Konjugationen zu Grunde. Dort heiße es: „Ich. Du. Er.“ Zuerst komme aber immer das liebe eigene „Ich“.

Dann folge an zweiter Stelle das „Du“ des Menschen. Erst zuletzt, wenn überhaupt, komme das „Du“ Gottes:

„Die pfingstliche Grammatik ist genau umgekehrt, sie heißt: Er. Du. Ich. Hier hat Gott die Priorität. Dann nimmt das »Du«, die Schwester und der Bruder neben mir, die zweite Position ein. Erst zuletzt folgt das eigene »Ich«.“

Diese Sprache werde von allen Menschen verstanden.

Die Gaben des Geistes – süffig erklärt

Kardinal Meisner äußert sich auch zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht.

Die Weisheit erklärt der Kardinal ausgehend vom lateinischen Wort „sapientia“: „Hier steckt das schöne Wort Sabbern drin.“

Wenn ein Kind esse, dann sabbere es. Dabei falle auch etwas zu Boden: „Die Gabe der Weisheit schenkt uns den Geschmack an Gott, macht uns Appetit auf Gott.“

Gott schmecke immer nach mehr: „Wir werden nie davon satt.“

Zur Gabe des Rates erklärt Kardinal Meisner, daß sie bedeute, ganz Ohr auf Gott zu werden: „Deshalb hat uns der Schöpfergott nur einen Mund und zwei Ohren gegeben, damit wir doppelt so viel hören als reden.“

Würden wir die Gabe des Rates befolgen, wären viele Beratungsgremien arbeitslos – so der Kardinal:

„Auch in der Kirche haben wir zig Beratungsgremien, zum Beispiel Pfarrgemeinde-, Diözesan- und Priesterräte. Aber die Ratlosigkeit scheint gar nicht entsprechend abzunehmen.“

Zur Gabe der Stärke erzählte der Kardinal eine Anekdote aus seiner Kindheit:

„Als ich ein halbwüchsiger Junge war, mußten wir unsere schlesische Heimat verlassen und waren nach der Vertreibung als Katholiken eine absolute Minderheit.

Ich glaube, wir waren in einer Schule von 150 Kindern nur fünf Katholiken. Selbst als Kind ist es nicht einfach, in vielen Dingen anders zu sein als die Mehrheit.

Wir hatten aber einen sehr klugen Pastor, der hat gesagt: „Ihr braucht nicht auf der Stirn zu stehen haben, daß ihr katholisch seid. Ihr müßt bei allem mitmachen, was gut und schön und hilfreich ist, aber nie mitmachen, was böse ist, was anderen Menschen Unglück oder Trauer bringt.“

Dadurch haben wir Profil gewonnen. Die anderen haben unseren Glauben kennengelernt.

Es braucht auch Mumm, nicht die Trampelpfade mitzugehen, wo alle herumlatschen – also gegen den Strom schwimmen.“


Zur Gabe der Gottesfurcht warnte Kardinal Meisner vor dem Klischée des menschenfreundlichen Gottes, den man nicht fürchten müsse. Das sei eine „große Irrlehre“ unserer Zeit:

Gott müsse Gott bleiben dürfen: „Wir dürfen ihn nicht auf unser Niveau herunterschustern.“

Er dürfe nicht zum Götzen für die Bewältigung des Alltags werden. Es sei darum die erste Pflicht eines jeden Christen, Gott Gott sein zu lassen und ihn nicht in die eigenen Lieblingsvorstellungen einzuwalzen.

Der Kardinal zitiert einen preußischen Ausspruch: „Fürchte Gott und scheue niemand!“
      
18 Lesermeinungen
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#19   Bokrug †   23:46:09 | Montag, 3. September 2007
Parakelt, Pneuma und Heiliger Geist
Das Pneuma in der christlichen Gemeinde bei Paulus
Für Paulus ist fast jede Lebensäußerung der Kirche Wirkung des Pneuma. Schon bei der Konstituierung der christlichen Gemeinde ist das Pneuma am Werk (1. Korintherbrief 12,13). Das Pneuma ist eine Gnadengabe (Charisma), die bei den Gläubigen unterschiedlich verteilt ist (Röm 12,6 ff.). Paulus stellt eine Rangfolge der Charismen auf und verlangt ihre Indienstnahme in den Aufbau der Gemeinde (1 Kor 12ff.).
Paulus kennt auch ein falsches Pneuma, dass die Gemeinde „aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen“ kann (2. Thessalonicherbrief 2,2). Es ist daher „die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden“ (1 Kor 12,10) notwendig.
All das geistige Sein der Gläubigen vollzieht sich im Pneuma. Es wird im Glauben als eschatologische Segensgabe empfangen und mit ihr das „Leben“. Das Pneuma heiligt die Glaubenden; selbst ihr Leib ist ein „Tempel“ des Pneuma. Es bedeutet Freiheit von der Herrschaft der Sünde, des Todes (Röm 8,2) und des Gesetzes (Galaterbrief 5,1. Der Gläubige darf aber diese im Pneuma gewährte Freiheit nicht zum „Anlass für das Fleisch“ (Gal 5,13) nehmen, sondern soll sich in seiner sittlichen Existenz von Pneuma leiten lassen (Gal 5,16f). Das Pneuma ist zwar das Fundament des Heils, aber noch nicht dessen Erfüllung. Paulus bezeichnet es daher als „Erstlingsgabe“ (Röm 8,23) oder „Angeld“ (2 Kor 1,22) des Gesamtheils. Die Gläubigen erwarten kraft des Pneumas „die erhoffte Gerechtigkeit“ (Gal 5,5) und v.a die Auferwecku
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#17   Dismas   10:58:29 | Dienstag, 29. Mai 2007
kardinal Meissner redet viel, handelt nicht und distanziert sich gegebenenfalls von seinen Aussagen
Hören Sie, verehrte Leser und Leserinnen, momentan eigentlich etwas von Herrn Kardinal Meissner und den anderen deutschen Bischöfen zum Thema der Abtreibung/Kindesmord im Mutterleib?
Ab und an flackert mal ein wenig von dem Thema auf, ist dann aber schnell wieder von der Bildfläche. Um unserem deutschen Vaterland überhaupt eine Zukunft zu ermöglichen, müßten die Herren Kardinäle und Bischöfe, Ordensleute und auch die Laien auf die Barrikaden gehen. Nein sie schweigen ALLE um der Politik zu gefallen!
Wo sind die guten Hirten die uns Vorbild sind? Ein Kardinal Meissner???…der sich hinterher wieder von seinen Aussagen zum Holocaust wieder distanziert und sich entschuldigt, letztendlich uns Christen in den Rücken faäält? Oder haben Sie von anderen Bischöfen schon etwas gehört – was prägt und vorbildlich wäre?
Komm hl. Geist – Du Atem Gottes – und hauche die „hohen Geistlichen“ und alle Christen stark an, damit sie entbrennen wie die Feuerzungen die einst vom Himmel herabkamen; und DICH so feurig in die Welt hinaus tragen – wie es Christen würdig wäre und ist.
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#16   franco.felice   00:56:11 | Montag, 28. Mai 2007
Klischee des menschenfreundlichen Gottes, den man nicht fürchten müsse.
Da ist es wieder, was Taufunwillige den Missionaren vorwarfen: „Die Christen mit ihrem zürnenden Gott!“ Jesus selbst, dessen Evangelium auch der Kardinal sein erkleckliches Einkommen verdankt, lehrte uns anderes, nämlich in Ihm den liebevollen, für uns sorgenden Vater zu sehen.
Aber wir verbiegen das Gottesbild? – Weiß Herr Meisner es besser als Jesus Christus; wohl, weil er statt Seiner ein reiches Leben führt (die Diener waren ja immer vornehmer als ihre Herren)? Kaum erstaunlich also, wenn fette Pfründe sinken und viele Gläubige schwinden, dass sich gewisse Schriftgelehrten (Jesus „liebte“ diese ganz besonders) wieder aufbauen und den treu Verbliebenen außer der Höllenfurcht auch noch die Angst vor Gott, den wir unseren Vater zu nennen legitimiert wurden (in absolutem Gegensatz zu einem „heiligen“ Vater in Rom, denn da wird verbogen!), wieder einzubläuen versuchen. Dies sicherlich nicht von ungefähr. Der etwas leichtgläubige Kardinal (siehe alleine schon seine unbeweisbare Herodesdarstellung vor einigen Dreikönigstagen) hat sich wohl vom Papst, dessen Schwester und Frau Taxis einwickeln lassen, wie man die kirchliche Kandare wieder straffer ziehen kann. Die Affäre mit der Wiedereinführung der Inquisition kam doch keineswegs von ungefähr und war sichtlich erst die Ouvertüre. Wer weiß, was aus der Gegend um die Via Santo Spirito noch alles auf uns wartet. Denn soviel ist selbst in kirchlichem Machtgebilde sicher: Zufälle gibt es auch in diesem nicht
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#15   Nachtlaterne   20:31:37 | Sonntag, 27. Mai 2007
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#14   matt2 †   17:30:44 | Sonntag, 27. Mai 2007
korr:…
die Formulierung „Vater und Sohn haben dieselbe Potenz“ ist etwas hundig und verfänglich. Das fiel mir jetzt auf. Ich habe die Bez. Wesen und Potenz vielleicht auch undifferenziert gebraucht, weil es bei der Potenz nämlich sehr wohl auf den Standpunkt ankommt, da sie als Zeugungskraft auf das bestimmte Sein bezogen ist und nicht davon abstrahiert werden kann.
Die wahre Potenz Gottes ist in der Tat sein eigenes göttliches Wesen. In dem Sinn, dass der Sohn in der Entwicklung dieses (seines) Wesens noch unvollkommen dasteht, hat Er aber nicht diese Potenz sein Wesen zu erzeugen, weil es eben – nach meinem Denken – das Bewußtsein des Vaters braucht um es hervorzubringen. Er müsste also dem vollkommenen Geist des Vaters gleich werden um darin sein Wesen so zu beherrschen, es auch erzeugen zu können, womit er dann ja auch selbst Vater wäre. Vielmehr IST Er (der Sohn) ja zunächst einmal selbst dies Wesen in seinem Werdegang.
weitere Korr. vorbehalten…
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#13   Krak des Chevaliers   11:19:27 | Sonntag, 27. Mai 2007
Erklärungsnotstand
wenns der Kardinal schon nicht zu erklären weiß, kann man sich lebhaft vorstellen, wie es auf dem platten Land mit der Firmvorbereitung bestellt ist. :-S
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#12   matt2 †   11:12:21 | Sonntag, 27. Mai 2007
@Baron: danke für das Feedback…
ich bilde mir auf mein Geschreibsel ohnehin nichts ein. Meistens versuche ich mir damit selbst was klar zu machen.
Es ist für mich klar: Wesen ist Potenz (Möglichkeit) des Seins, dieses somit sein wahres Potential. Also haben Vater und Sohn dasselbe Potential (Gott) und damit dieselbe Potenz (göttliches Wesen). Aber: der Vater IST (bereits) dies Potential, Er ist das Sein (wahrer Gott). Der Sohn ist (noch) göttliches Wesen im Werdegang seiner geistigen Verwirklichung. Also bei ihm ist nicht schon alles wahr, sondern lediglich möglich.
Es geht also beim Wesen sehr wohl um das Stadium seiner Verwirklichung, seiner Realitas. Inwiefern ist es noch bloße Möglichkeit, reine Potenz und inwieweit bereits Wirklichkeit, verwirklichtes Wesen. Und wieweit hat er die Reife sein Wesen zu erfassen um es seinerseits zu zeugen.
Deshalb verweise ich ja immer auf das Beispiel mit dem Baum und Same. Der Same, der Jungbaum und der vollentwickelte Baum sind alle dasselbe Wesen, sie haben somit auch alle dasselbe Potential, aber dennoch bedeuten sie verschiedene Ausprägungsstadien des Wesens. Letzter ist bereits verwirklicht, Erster noch garnicht, der Zweite wiederum ist gerade mittendrin im Entwicklungsprozess.
Das will ich eben aufzeigen an einfachen Beispielen der Natur: die Prozesse des Lebens. Im Grunde nicht schwer zu verstehen und nicht schwer zu verallgemeinern. Und somit auch theologisch anzuwenden. Hier liegen ja auch die guten Ansätze der griech. Phil und deutsch. Idealisten.
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#11   Baron Bolligru   05:45:07 | Sonntag, 27. Mai 2007
Ach was. Der matt ist allemal
viel unterhaltsamer und verblüffender als das rosa Pack, die Gutmenschen, die Schwafler und die virtuellen Kinderidentitäten, die sich hier herumtreiben und die intellektuelle Bandbreite selbst eines Grünen-Ortsverbandes nur knapp erreichen – ganz zu schweigen von dem einen oder anderen Claudia-Roth-Imitat mit potenzvernichtender Wirkung (kein Wunder, dass wir aussterben).
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#10   thaumaturgos   05:36:13 | Sonntag, 27. Mai 2007
matt2
st nicht nur schismatisch … wie viele posts zeigen … jetzt outet er sich auch noch als hartnäckiger arianer in reinkultiur
sehr schön, was sich da auf kotz.net so rumtreibt
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#9   Gotthard   23:28:49 | Samstag, 26. Mai 2007
@rudolfus
ein allgemein christliches Mysterium, welches durch die römisch-katholische Kirche verbindlich definiert wurde
ob es zu Zeiten der Konzilien von Konstantinopel und Nicäa schon eine römisch-katholische Kirche gab, macht mich sehr nachdenklich …ich denke nicht.
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#8   matt2 †   23:25:29 | Samstag, 26. Mai 2007
Ich habe schon an diversen Stellen gesagt, dass…
ich Vater und Sohn für wesensgleich halte, aber den Sohn dennoch als den kleineren, da geistig nicht vollausgeprägten, Gott betrachte. Weil ich nämlich der Überzeugung bin, wäre der Sohn vollkommen, so müsste er, da er ja wesensgleich ist mit dem Vater und dieser das vollkommene Wesen bedeutet, mit dem Vater ident sein, daher also nicht (mehr) in der bez. Differenzrelation stehen. Für mich ist also der Geist in der Tat der Knackpunkt, wo sich Vater und Sohn unterscheiden und wo der Vater ganz Gott ist und der Sohn noch fehlt. Wenn der Sohn aber seiner Möglichkeit nach ganz Gott würde, so wäre er, meiner Erkenntnis nach, nicht ein Zweitgott, also eine ebenbürtige Parallelgottheit. Er ist vielmehr derselbe Gott, der durch den Werdegang seines Wesens wiederum vollständig zu sich selbst gelangt. Denn es ist ja ohnehin der Vater, der durch den Sohn in Wahrheit wirkt und für den der Sohn Zeugnis gibt.
Aus meiner Sicht ist es also das göttliche Wesen, das sich im Geist entfaltet und darin Gott gleich wird, indem es seinen Geist an sich trägt und als den eigenen erkennt und somit sich selbst als Gott.
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#7   hlux   22:59:39 | Samstag, 26. Mai 2007
Trinität
Welche normale Freikirche leugnet die Trinität? :-O
Ich kenne keine. Das tun meines Wissens nur Sekten. :-S
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#6   Rudolfus   22:44:06 | Samstag, 26. Mai 2007
@Gotthard / Heiligste Trinität
… ein allgemein christliches Mysterium, welches durch die römisch-katholische Kirche verbindlich definiert wurde –
und bis heute von einzelnen christlichen Freikirchen und auch von einzelnen Christen abgelehnt wird, und zwar in unterschiedlichen Ausformungen.
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#5   Gotthard   22:30:35 | Samstag, 26. Mai 2007
@Hüller
Er macht sich ernsthafte Gedanken über die Trinität, über dieses wunderbare christlich-katholische Mysterium,
Der Glaube an die Trinität ist kein katholisches Sondergut, sondern Allgemeingut der vielfältigen Christenheit.
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#4   Christian Hüller   21:35:33 | Samstag, 26. Mai 2007
Okay!
„Ich würde sagen, es ist jene Substanz in der sich das göttliche Bewußtsein erschließt, ja man müsst fast etwas salopp sagen: aus der es besteht und durch die dieses Bewußtsein eben auch auf den Menschen übergeht und ihn der Erkenntnis teilhaftig werden läßt. Im Geist realisiert sich Gott also in bestimmter Weise am Menschen […]“
Klingt orthodox und ließe sich in dieser Richtung auch anhand von Bibelstellen erhärten: der Geist Gottes ist Gott im Vollzug, es ist die göttliche Substanz, die an und unter den Menschen handelt. Ohne den Geist hätten wir letztlich einen fernen Uhrmachergott, der letztlich allen gestohlen bleiben kann.
Ich muss Leser Matt 2 hier ausdrücklich in Schutz nehmen. Er macht sich ernsthafte Gedanken über die Trinität, über dieses wunderbare christlich-katholische Mysterium, über das andere aufgrund ihrer eigenen Sprachlosgkeit lieber schweigen, wenn sie den Glauben daran nicht OHNEHIN ablehnen oder als UNERHEBLICH betrachten.
Dafür reden diese Leute gerne über den Zölibat oder das Frauenpriestertum.
In der Theologie meint eben jeder etwas sagen zu können, der einmal die Bibel aufgeschlagen hat oder einen frommen Film gesehen hat.
Diese Schwerpunktsetzung ist Symptom einer tiefen Glaubenskrise, in der Gott, also das eigentliche Subjekt der Theologie und Gegenstand des Glaubens, zunehmend aus dem Blick geraten ist.
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#3   matt2 †   20:10:51 | Samstag, 26. Mai 2007
Leider hat die „objektive Theologie“ bei der Frage nach dem Geist auch nur subjektive Antworten…
man kann keinen Begriff in den Raum stellen und zugleich über seinen Inhalt nichts zu sagen wissen.
In der Hinsicht ist der Kardinal ja wenigstens ehrlich. Können Sie es denn Sirilo? Oder können Sie etwa nur lästern?
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#2   Sirilo   19:57:20 | Samstag, 26. Mai 2007
@matt2
Wenn ich die Ergüsse Ihrer selbstgestrickten subjektiven Theologie lese, muß ich immer daran denken, was im Italienischen „il matto“ bedeutet: „der Narr“…
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#1   matt2 †   19:46:36 | Samstag, 26. Mai 2007
Nun ist der Geist jetzt göttliche Person oder nicht?
wenn er göttliche Person ist, dann zeige man ihn mir in der Heilsgeschichte. Ich würde sagen, es ist jene Substanz in der sich das göttliche Bewußtsein erschließt, ja man müsst fast etwas salopp sagen: aus der es besteht und durch die dieses Bewußtsein eben auch auf den Menschen übergeht und ihn der Erkenntnis teilhaftig werden läßt. Im Geist realisiert sich Gott also in bestimmter Weise am Menschen, wie es dieser eben zu fassen vermag, oder dazu gewillt ist.
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