09:45:02 | Mittwoch, 19. Januar 2005
130 jüdische Rabbiner + Entführter katholischer Erzbischof wieder in Freiheit + Orthodoxer Patriarch für die künstliche Befruchtung + Die Sozialisten möchten vermehrt Kinder abtreiben + Die Kommunionspendung am Weltjugendtag + Der Herzmuskel bewegt den Roboter
130 jüdische Rabbiner beim PapstVatikan. Papst Johannes Paul II. empfing gestern die Mitglieder der
jüdischen Stiftung „Pave the way“ – zu deutsch: Ebnet den Weg. Insgesamt waren rund 130 Rabbiner und
jüdische Kantoren bei der Audienz. Die Juden dankten dem Papst für seinen Einsatz im christlich-jüdischen
Dialog. Johannes Paul II. unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung von „Nostra Aetate“. Das Konzilsdokument
wurde vor 40 Jahren veröffentlicht und behandelt das Verhältnis von Christen und Juden. „Möge uns dies
ein Anlaß sein, unseren Einsatz für größeres gegenseitiges Verständnis zu erneuern und zu größerem
Verständnis und besserer Zusammenarbeit zu finden.“ Papst Johannes Paul II. möchte, so seine Ansprache,
gemeinsam eine Welt errichten, die sich immer mehr auf den Respekt des Göttlichen in jedem einzelnen
Menschen stützt.
Entführter katholischer Erzbischof wieder in FreiheitIrak. Gestern wurde Erzbischof
Basile Georges Casmousa (66), nach weniger als 24 Stunden in den Händen von Entführern, wieder freigelassen.
Der syrisch-katholische Erzbischof der nordirakischen Stadt Mossul war vergangenen Montag verschleppt
worden. Das berichtet der Missionsnachrichtendienst ‘Misna’. Christen und Moslems im Irak reagierten erfreut.
Der Papst sei erleichert über den glücklichen Ausgang des Verbrechens, ließ der Sprecher des Heiligen
Stuhles verlauten.
Orthodoxer Patriarch für die künstliche BefruchtungRumänien. Letzten Sonntag
hat die pensionierte Hochschullehrerin Adriana Iliescu 67-jährig Zwillinge zur Welt gebracht. Sie ist
damit die älteste Wöchnerin der Welt. Eines der beiden Mädchen starb kurz nach der Geburt. Dies berichete
der rumänische Fernsehsender ‘Realitatea TV’. Die Rumänin ließ sich neun Jahre lang mit starken Hormonpräparaten
behandeln. Auf diese Weise wurde in ihr die Menstruation erneut hervorgerufen. Die Befruchtung der Eizelle
erfolgte im Reagenzglas. Bogdan Teleanu, ein Mitarbeiter des Pressebüros des rumänisch-orthodoxen Patriarchen
von Bukarest, begrüßte das Vorgehen der 67-jährigen Mutter. Die Bibel verkünde Liebe und Fortpflanzung
für jegliches Alter.
Die Sozialisten möchten vermehrt Kinder abtreibenÖsterreich. Die „Sozialistische
Jugend Österreich“ verabschiedete am vergangenen Sonntag bei einer von ihr einberufenen Frauenkonferenz
ein Schreiben, das die Kinderabtreibung als Menschenrecht in der europäischen Grundrechtscharta verankern
möchte. Die Forderung wurde gemeinsam mit dem „Verband Sozialistischer Studenten“ und der sozialistischen
Schwesterorganisation in Frankreich „Mouvement des Jeunes Socialistes“ gestellt. In Österreich und in
Frankreich jährt sich heuer die straffreie Tötung ungeborener Kinder zum 30. Mal.
Die Kommunionspendung
am WeltjugendtagDeutschland. Das Presseamt der Erzdiözese Köln sucht Ministranten und Ministrantinnen
für die großen Messen während des 20. Weltjugendtages im kommenden August. „Dabei geht es im wesentlichen
um die Begleitung von Kommunionhelferinnen und -helfern bei der Kommunionausteilung in den beiden großen
Meßfeiern.“ Damit ist das
Ansuchen des „Initiativkreises“ vom 20. November 2004, die Kommunionausteilung
am Weltjugendtag nach den römischen Richtlinien durchzuführen, abgelehnt. Der „Initiativkreis“ ist eine
internationale Organisation von katholischen Laien und Priestern, die für das Recht auf eine integrale
Verbreitung des katholischen Glaubens einsteht.
Herzmuskelzellen bewegen einen RoboterUSA. In Los Angeles
hat ein Forschungsteam Zellen von Ratten mit Siliziumchips verbunden. Dies berichtete der britische Nachrichtendienst
‘BBC’. Die kalifornischen Wissenschaftler haben auf einem speziell aufbereiteten Silikonchip Herzzellen
von Ratten gezüchtet. Diese Verbindung von Tier und Maschine brachten sie dazu, sich fortzubewegen. Die
Bewegung wurde durch die Kontraktion der Herzzellen erzeugt. Mit dieser Methode könne man möglicherweise
in Zukunft Maschinen produzieren, die bisher noch ungeahnte Aktivitäten entfalten könnten, meinten die
Forscher. Vielleicht wird sich eine Tiermaschine sogar einmal selber zusammensetzen können.
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