Orden
Den Menschen in Leipzig fehlt vieles – nur nicht die Religion
In einer kommunistischen Satellitensiedlung der ehemaligen DDR erntet eine kleine Ordensgemeinschaft, was die ‘Sozialistische Einheitspartei’ gesät hat.
Hochhäuser in Leipzig-Grünau, Dezember 2006
Hochhäuser in Leipzig-Grünau, Dezember 2006
(kreuz.net, Leipzig) Er war Studentenpfarrer und wurde 35jährig Direktor des Theologenkonviktes der Erzdiözese Freiburg im Breisgau.

Doch im Jahr 2000 gab Hw. Andreas Knapp (49) seine steile kirchliche Karriere auf und trat bei den „Kleinen Brüdern vom Evangelium“ des Seligen Charles de Foucauld († 1916) ein.

Das berichtet das ‘Konradsblatt’ – die Kirchenzeitung der Erzdiözese Freiburg im Breisgau – in seiner neuesten Ausgabe.

Die Geistliche Familie des Charles de Foucauld hatte Pater Knapp schon während seiner römischen Studienzeit kennengelernt.

Leipzig auf dem Gebiet der ehemaligen DDR
Leipzig auf dem Gebiet der ehemaligen DDR
Für den Eintritt ins Noviziat bei den „Kleinen Brüdern“ in Frankreich genügte ein großer Rucksack.

Danach lebte Pater Knapp von 2002 bis 2005 mit drei Mitbrüdern in einer Kommunität in Bolivien.

An drei Vormittagen in der Woche produzierte er Joghurt, den die Brüder jeweils am Vormittag selber per Bauchladen auf dem Großmarkt der nahe gelegenen Stadt Cochabamba – in Zentralbolivien – verkauften.

Die restliche Zeit widmete Pater Knapp der pastoralen Tätigkeit in einer Pfarrei und in einem kirchlichen Heim für Straßenkinder.

Inzwischen lebt er mit zwei Mitbrüdern in einer Plattenbauwohnung im Leipziger Stadtteil Grünau. Die Gemeinschaft ist seit eineinhalb Jahren dort wohnhaft.

In Leipzig hat der Gottesmann den Homo Leipzigensis kennengelernt: „Dem fehlt vieles, aber nicht die Religion.“

Die 'Kleinen Brüder' präsentieren sich auf ihrer Homepage
Die ‘Kleinen Brüder’ präsentieren sich auf ihrer Homepage
Die Gegend ist stark entchristlicht: „Hier sind auch die Omas schon nicht mehr getauft.“

Er verweist auf die Ohnmacht der „überkommenen kirchlichen Sprache“ in einem Umfeld, in dem die Erfahrungen fehlten, die hinter dieser Sprache stehen.

Die Gegend erscheint an manchen Stellen wie eine Wüste. Manche Gebäude sind heruntergekommen oder leerstehend. Leipzig-Grünau hat in den letzten Jahren rund 50.000 Einwohner verloren. Es gibt kaum Arbeit oder Kinder.

Die Ordensgemeinschaft bewohnt im Erdgeschoß eines nicht renovierten Plattenbaus eine Fünf-Zimmer-Wohnung: Pater Knapp, Bruder Michael Schilling und Bruder Gotthard Moser.

Ein Raum ist als Kapelle eingerichtet. Sie dient der Feier der Heiligen Messe, der täglichen einstündigen Anbetung und dem gemeinsamen Breviergebet.

Oft sind Gäste in der Wohnung. Denn es besteht die Möglichkeit, mit der Gemeinschaft mitzuleben.

Die Brüder gehen einer ganz normalen Erwerbsarbeit nach: „Wenn ich Menschen für das Evangelium gewinnen will, muß ich auch ihren Lebensbedingungen nahe sein“ – glaubt Pater Knapp.

Der promovierte Theologe und Priester ist drei Tage in der Woche als Verpacker am Fließband – für sechs Euro Stundenlohn brutto:

Historischer Roman von Pater Knapp
Historischer Roman von Pater Knapp
Die drei Brüder engagieren sich auch in der örtlichen Pfarrgemeinde: „Wir machen keinen eigenen Club auf.“

Bruder Michael sitzt als gewähltes Mitglied im Pfarrgemeinderat St. Martin in Grünau.

Pater Knapp zelebriert in Abständen auch die Messe in der örtlichen Pfarrkirche. Er ist ferner Seelsorger am „Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrum“ in Grünau.

Daneben hält er viele Vorträge und publizierte Bücher mit religiöser Lyrik – sogar einen historischen Roman:

„Die Ikone des Kaisers“ schildert die letzten Tage der am 29. Mai 1453 vom muslimischen Sultan Mehmet eroberten christlichen Kaiserstadt Konstantinopel.
      
28 Lesermeinungen
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#28   Veritatis †   18:45:45 | Donnerstag, 31. Mai 2007
GUT SO – WIEN!
Der Anteil an Taufschein-Katholiken ist in Wien unter 50% gesunken; auch das beschreibt, warum es sich in dieser Stadt recht gut leben lässt…
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#27   Rudolfus   17:51:46 | Donnerstag, 31. Mai 2007
@Sirilo
Ich meinte die dominierende, tschechische Volksmentalität im allgemeinen, die ja nicht mit allen tschechischen Individuen ident ist, wie dies ja auch bei jedem Volk mit den verschiedenen typischen landesspezifischen Mentalitäten der Fall ist.
Das Verhältnis der Tschechen zur Religion kann jedem Länderdatenverzeichnis entnommen werden.
Zusätzlich gibt es aber immer viele regionale Unterschiede.
Dies gilt z.B. auch für das sozialistisch und gottlos geprägte Bundesland Wien und für das katholisch geprägte Restösterreich.
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#26   Zahnfee   19:45:58 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@Czibo
„Nun sind Pfälzer in ihrer Denkweise liberal einzuschätzen in der Auffassung, dass Konfessionen nicht der Weisheit letzter Schluss sind, sonder nur Fenster in eine vllig andere Wirklichkeit.“
Deswegen haben sich dort 1818 ja auch die Evangelisch-lutherischen und die Reformierten zusammengeschlossen – selbst die Katholen wollten mitmachen, durften aber nicht. Arme Katholen…
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#25   Czibo Nieznany   19:40:32 | Mittwoch, 30. Mai 2007
Freinsberg
:-S Nicht nur weil es sich reimt, sondern weil dem Volk der ständige Konfessionswechsel seiner wittelbachischen Fürsten ein Greuel war. Es ging nämlich mehrmals die Litanei durch, von calv. über luth. bis röm. kath.
Nun sind Pfälzer in ihrer Denkweise liberal einzuschätzen in der Auffassung, dass Konfessionen nicht der Weisheit letzter Schluss sind, sonder nur Fenster in eine vllig andere Wirklichkeit.
Dann kann es schon einmal zu einem solchen Vers kommen, bei dem alle etwas abkriegen. Machst doch auch Spass.
:-[ :-[ :-[
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#24   Freinsberg   19:00:03 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@ Czibo Nieznany
… aber nur, weil es sich reimt, oder? ;-)
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#23   Czibo Nieznany   17:48:05 | Mittwoch, 30. Mai 2007
Freinsberg
Im konfessionell arg geplagten Mannheim (von katholisch zu reformiert und lutherisch) gab es den Spruch:
„Die Katholiken sind voller Ränk und Tücken;
Die calvinisten sind keine rechten Christen und
die größten aller Ochsen, sind die Lutherisch-Orthodoxen“
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#22   Artois †   17:33:14 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@Bach und Bekenntnis
Zum ersten: Es heißt „et unam sanctam“ und nicht „et in unam sanctam“.
Schubert hat seine Messen exakt so vertont, wie sein Bischof sie von ihm verlangt hat. Die Theorie, er hätte entsprechende Zeile absichtlich weggelassen ist albern und wird nur von jüdischen Kirchenhassern vorgetragen. Bach stand auf der Basis der lutherischen Konkordienformel“ und hat diesen Bekenntnisstand lebenslang offensiv vertreten. Machen Sie es sich also nicht ZU einfach …
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#21   HeinrichvonOfterdingen   17:28:10 | Mittwoch, 30. Mai 2007
Nun ja,
Komponisten kann man glücklicherweise nicht religiös vereinnahmen. Heilige findet man kaum unter den Vertretern dieser Zunft, John Taverner, dem wir einige wunderbare Messen verdanken soll später an der Auflösung der Klöster beteiligt gewesen sein und einer der schlimmsten Katholikenverfolger geworden sein. Mozart verdanken wir einige der schönsten Meßkompositionen und doch war er Freimaurer. Schubert vertonte die Worte „et in unam sanctam catholicam ecclesiam“ im Credo in keiner seiner Messen und die Gelehrten streiten ob dies ein (negatives) Bekenntnis war oder eine lokale wiener Tradition, wofür einiges spricht. Gute Komponisten haben aber gute Musik geschrieben und dafür sollten wir ihnen dankbar sein und uns die Musik gefallen lassen. Gute Musik enthält mehr göttlichen Anhauch als beispielsweise irgendwelche Filme.
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#20   Artois †   17:19:26 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@Benedikt
Es ist offensichtlich, daß Bach und die von ihm vertetenen kirchlichen Positionen und dogmatischen Traditionen von den heutigen Protestanten in toto abgelehnt werden. Ich selbst habe 20 Jahre lang in Berlin in „Bachkantate-Gottesdiensten“ im Chor mitgesungen, da haben die (protestantisch-landeskirchlichen) Prediger STETS gegen BAch angepredigt, ihm HInterwäldertum, Intoleranz, dogmatische Verbohrtheit, Verknöchertheit etc. vorgeworfen, versucht ihn bzw. die von ihm vertonten Texte lächerlich zu machen etc. pp.
Das war wirklich peinlich …
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#19   Benedikt   15:41:16 | Mittwoch, 30. Mai 2007
St. Johann Sebastian?
Einen unfreundlicheren Akt könnte man gegenüber den Protestanten wohl kaum setzen. „Die Katholiken nehmen Bach für sich in Anspruch…“
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#18   sani †   14:31:29 | Mittwoch, 30. Mai 2007
Abgesehen davon, dass …
der besagte Artikel was weiß ich uns sagen will und vor allem die daraus sich entspinnende (oder besser spinnende) Diskussion in auf dieser Site üblichen Manier schwachsinnig ist, bewundere ich das kräftige Zeugnis, dass die Brüder hier in einer „religiösen Wüste“ geben.
Bin leider selbst nicht so stark, dass ich die Konsequenzen ziehe wie besagter P. Knapp, aber ich sehe in seinem und seiner geistlichen Brüder Leben die autenthische Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu Christi für die Armen dieser Welt, für jene die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, Sinn und Lebenszielen – vor allem, nach dem was wirklich bleibt, das Dasein in der Gegenwart Gottes, einerseits schon hier und jetzt (mit aller dem Irdischen innewohnenden Vorläufigkeit) und andererseits ihn schauend von Angesicht zu Angesicht in der ewigen Vollendung.
Jedenfall Hut ab vor diesen Männern und ihrer Verkündigung
lg sani
Und allen anderen hier vergönne ich noch viel Vergnügen bei ihren :-! Sakristeikriegen :-! – ad multos annos >:)
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#17   Freinsberg   12:57:02 | Mittwoch, 30. Mai 2007
Bach und Katholizismus
Zeitweise lagen die Lutheraner mehr mit den Reformierten im Clinch als mit den Katholiken. Paul Gerhardt bezweifelte, ob Calvinisten überhaupt Christen seien!
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#16   Artois †   11:12:58 | Mittwoch, 30. Mai 2007
J.S.Bach
hatte zweifellos eine starke Affinität zum r-k, erkennabr an der bezihung zum katholischen HOf in Dresden und vermittelt durch diesen zu katholischen Mäzenen vor allem in Böhmen und Mähren. Die h-moll-Messe ist ohne Zweifel eine r-k Messe und, wie ich stark vermute, für die KOnsekration der dresdner HOfkirche komponiert bzw. zusammengestellt. INteressanter Weise komponiert er als letztes, zweifellos aufgrund einer bestimmtem eingebung das „Et incarnatus et“ noch einmal neu. Dies ist wohl eine der letzten Komposiitonen Bachs.
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#15   Freinsberg   10:59:54 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@ Ansgar
„catholica“ bezeichnet ja eine Eigenschaft der Kirche, nicht eine Konfession.
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#14   Ansgar   10:52:53 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@ Freinsberg
In der Tat, Bach ist einer der wenigen Gründe, überhaupt mit den Protestanten Ökumenegespräche zu führen. Bachs Musik synchronisiert den Atem des Schöpfers. Die einzige Verschwörungstheorie, der ich anhänge, ist jene, daß Bach in Wahrheit Katholik war. Siehe H-Moll-Messe („et unam sanctam CATHOLICAM et apostolicam…“).
Bach subito santo.
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#13   Freinsberg   10:08:45 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@ Athanasius
Umd ich hoffe immer noch, dass Johann Sebastian Bach heilig gesprochen wird.
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#12   monti   07:44:14 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@verecundus
Tja, die Tschechen haben eben einen gesunden Menschenverstand und lassen sich ihren Lebensweg nicht von einer Organisation wie der Kirche mit Geschichten über einen fiktiven Gott und einer Vertröstung auf ein schönes Leben nach dem Tod (und der Mär von der ewigen Verdammnis bei Nichtbefolgen der Regeln) vorschreiben ! ;-)
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#11   verecundus   00:46:16 | Mittwoch, 30. Mai 2007
@Tschechen
Freilich ist dies ein subjektiver Eindruck, doch als gebürtiger Osteuropäer, der im „wilden Osten“ sowohl vor als auch nach der Wende weit herumgekommen ist, kann ich nur sagen, daß selbst die zwangatheisierten Albaner oder Russen bei weitem nicht so materialistisch-gottlos sind wie die Tschechen. Das ist schon kein geistiges Vakuum mehr, das entzieht sich schlichtweg jeder Beschreibung.
Gewiß gibt es Ausnahmen und zweifelsohne heldenhafte Treue zur Kirche in staatskommunistischen Zeiten, aber die Bereitwilligkeit, mit der man sich dort auf breitester Front dem Atheismus in die Arme warf (und wirft) erstaunt einen dennoch; vor allem, wenn man die Tschechen mit ihrem nördlichen Nachbarvolk, den Polen, vergleicht. Die haben sich von gewissen Geistesverirrungen der Neuzeit nicht so leicht beeindrucken lassen.
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#10   Athanasius   23:04:26 | Dienstag, 29. Mai 2007
@Freinsberg
Dass Sie lieber an einem protestantischen Abendmahlsgottesdienst teilgenommen hätten in Sachsen im 17. Jh. als am katholischen Hl. Messopfer, zeigt auf, wessen Geist Sie sind. Sie sind kein Katholik wenn Sie so reden. Ich würde jedesmal eine armselige Kirche mit kaputten Kaseln und Alben und afrikanischen Trommelsängern, aber im römischen Ritus aller Zeiten, einer protestantischen Kirche in Berlin vorziehen. Natürlich. Katholisch ist katholisch, egal wie musikalisch und pompös die Liturgie gestaltet sein mag. Sie sind leider ein Produkt des falschen Ökumenismus und des neo-protestantischen Neuen Messritus von Paul VI., worüber schon Erzbischof Lefebvre (Offener Brief) sagte, diese Liturgie würde keinen Protestanten in die hl. Kirche führen, sondern aus Millionen Katholiken Krypto-Protestanten machen. Bei Ihnen sieht man leider das Resultat.
@Rudolfus: Natürlich hat Hitler selbst keine antisemitische Erziehung im Waldviertel erhalten. Darüber schreibt er ja selber auch in ‘Mein Kampf’. Er wurde in Wien durch die sekulärnationalistischen Schriften Georg von Schönerers (Los-von-Rom-Bewegung) und anderer säkularen Nationalisten beeinflusst. Dazu stand er unter Einfluss des pre-marxistischen Sozialismus des 19. Jh.
@Sirilo: In Tschechien gibt es viele geistige Märtyrer für den Glauben die noch heute leben. Geheimbischöfe usw. Ich weiss. Ich verehre sie. Aber es bleibt die Tatsache dass 58 % der Tschechen konfessionslos sind, heute, während 1938 noch 80 % r.-k. war!
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#9   möchtegern-kathole   23:03:58 | Dienstag, 29. Mai 2007
Seelsorge …
… wäre wichtiger als 6 Euro pro Stunde. Für sein täglich’ Brot sorgt doch jemand anderes.
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#8   Sirilo   22:01:14 | Dienstag, 29. Mai 2007
@Rudolfus
Im Namen meiner tschechischen Verwandten, die auch in Zeiten heftigster stalinistischer Verfolgung an ihrem katholischen Glauben festgehalten und eine Klosterbibliothek vor der Plünderung durch die Kommunisten bewahrt haben, protestiere ich gegen Ihre Behauptung, das tschechische Volk sei komplett vom Glauben an Gott abgefallen!
(Hüten Sie sich vor solchen pauschalen Urteilen, denn in generalibus latet periculum.)
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#7   Rudolfus   19:09:15 | Dienstag, 29. Mai 2007
@Athanasius / Nichtkatholische Saat
Schon in den 1930er Jahren waren die Braunkohlenzonen und viele Gebiete Sachsens – ausser der Oberlausitz – entchristlicht. Man wählte schon damals fast nur kommunistisch, SPD oder national-sozialistisch. Keine DNVP, kein Zentrum, keine Landespartei, man ging nicht mehr in die Kirche.
Leider sieht man, wohin die Gottlosen Deutschland im 20. Jahrhundert bereits mehrmals gebracht haben:
Denn bei den Wahlkreishochburgen der diversen roten und braunen Sozialismusparteien (National- und Internationalsozialismus) handelte es sich, wie leicht an den Wahlergebnissen ersichtlich ist, um die nicht-katholischen Regionen des Deutschen Reiches.
Dies trifft auch auf den damaligen Bundesstaat Österreich zu, mit seinem einzigen wirklichen damaligen „Problembundesland“ Wien und auf einige andere Arbeiterstädte – auch Hitlers „Lebensschule“ befand sich nicht im katholischen Oberösterreich, wo auch sein Hausarzt ein befreundeter Jude war, sondern Hitlers Lebensprägung erhielt er in Wien, wie er öfters betonte:
Hitlers ideologische Prägung durch Österreichs antikirchlich geprägte Bundeshauptstadt kann selbst heute noch durch jeden Wienbesucher nachvollzogen werden – zumindest was die angesiedelten Massen Wiens betrifft, viele von ihnen tschechischen Ursprungs.
Das tschechische Volk ist übrigens auch komplett von einem Glauben an Gott abgefallen, und zwar auch heute noch.
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#6   Freinsberg   18:40:49 | Dienstag, 29. Mai 2007
@ Artois
Dass das Latein im lutherischen Gottesdienst eine starke Tradition hat, weiß ich auch. Die riss aber in der Aufklärung ab. (Persönlich hätte ich zu Bachs Zeit lieber einen großen lutherischen Abendmahlsgottesdienst in der Leipziger Thomaskirche mitgefeiert als eine stille Winkelmesse im tridentinischen Ritus.)
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#5   Artois †   18:02:38 | Dienstag, 29. Mai 2007
@Freinsberg
1. ist Leipzig eine der gebildetsten Städte Deutschlands und der Welt und Latein ist dort keine Fremdsprache
2. Hat Leipzig eine gigantische Lateinische Meßtradition, und zwar besonders NACH der Reformation, denn man war dort so konservativ, daß man die lutherische Messe eher noch latinisiert hat als umgekehrt. Dafür gab’s Predigten in der Volkkssparche von 60 min.
Ist IHnen mal aufgefallen daß der leipziger J:S.BAch Magnificat, Messe uhnd Nizenum in latein komponierte – und so manches andere auch?
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#4   Freinsberg   17:58:21 | Dienstag, 29. Mai 2007
@ Artois
Da werden die Ungläubigen in Scharen herbeiströmen, wenn ihnen eine Feier in unverständlicher Sprache vorgesetzt wird.
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#3   Artois †   17:46:34 | Dienstag, 29. Mai 2007
@Athanasius
kann Dir nur zustimmen. Die Praktizierung des NOM ist die falsche Panazee. Nur die konsequente Anknüpfung an die Tradition kann Mittel- und Ostduetschland wieder geistlich und volklich aufbauen. Ich verstehe auch all diese Gemeinschaften nicht. Warum bleiben sie in der Disziplin Roms, die sie geistlich zerstört und ihr Wirken vegeblich macht?
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#2   Nachtlaterne   17:19:51 | Dienstag, 29. Mai 2007
konradblatt
vor einigen jahren machte ich das konradsblatt auf die vielen abtreibungen in deutschland aufmerksam und fragte an ob man darüber nicht mal einen bericht machen könne. ich erhielt eine starke abfuhr und hohn: darüber habe man doch erst vor 10 jahren berichtet.
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#1   Athanasius   17:03:23 | Dienstag, 29. Mai 2007
Traurig
Schon in den 1930er Jahren waren die Braunkohlenzonen und viele Gebiete Sachsens – ausser der Oberlausitz – entchristlicht. Man wählte schon damals fast nur kommunistisch, SPD oder national-sozialistisch. Keine DNVP, kein Zentrum, keine Landespartei, man ging nicht mehr in die Kirche.
Gut das dort was gemacht wird. Aber leider bringt der Novus Ordo am Ende auch ein Krypto-Protestantismus. Davor muss man sich genauso hüten wie vor Krypto-Atheismus der SED.
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