09:15:01 | Mittwoch, 30. Mai 2007
Der Apostolische Nuntius in der Schweiz hat sich unter dem Siegel des Päpstlichen Geheimnisses nach möglichen Bischofskandidaten umgesehen.

Links im Bild: Kathedrale St. Maria Himmelfahrt, Bischofskirche der Diözese Chur
(kreuz.net, Chur) Eine Dreierliste für die
Bischofsnachfolge im Schweizer Bistum Chur – zum dem die Stadt
Zürich gehört – ist von einem Priester gezielt den Medien zugespielt worden.
Der kirchenfeindliche
Journalist
Michael Meier von der kirchenfeindlichen Zürcher Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ veröffentlichte
gestern abend die drei Namen.
In den meisten Diözesen der Welt schickt der zuständige Apostolische
Nuntius vor einer Bischofsernennung eine Dreierliste nach Rom. Aus dieser wählt die römische Bischofskongregation
dann einen Bischof aus, der vom Papst ernannt wird.
Im Bistum Chur ist es umgekehrt. Die Bischofskongregation
erstellt eine Dreierliste, aus der das Domkapitel den Bischof wählt.
Invormativverfahren über mögliche
BischofskandidatenSchon im Februar sammelte der Schweizer Nuntius, Erzbischof Francesco Canalini (71),
Informationen zu möglichen Bischofsanwärtern.
In dem „Infomativverfahren“ legte der Nuntius ausgewählten
Priestern und Laien des Bistums Chur zehn Fragen vor. Der Brief wurde in einem doppelten Kuvert geschickt.
Jetzt wurde dieses Schreiben dem ‘Tages-Anzeiger’ zugespielt.
Dabei hatte der Nuntius ausdrücklich
geschrieben, daß das ganze Verfahren für immer unter das päpstliche Geheimnis falle. Darum sollte der
Empfänger den Brief seiner Rückantwort beilegen.
Nuntius Canalini fragte bei mindestens drei Kandidaten
nach ihrer Treue und Ehrfurcht gegenüber dem Heiligen Vater, dem Apostolischen Stuhl, der Hierarchie
und den Inhalten des Katechismus.
Ferner erkundigte er sich über den Charakter, das Temperament, den
Gesundheitszustand, die menschliche, christliche und priesterliche Bildung und Tugend, die seelsorgerliche
Einstellung sowie die Wertschätzung in der Öffentlichkeit.
Zwei Konservative, ein LinkerDie drei
Beurteilten sind der Graubündner Generalvikar Vitus Huonder (65), der Churer Regens Josef Annen (62)
und der Domherr Christoph Casetti (64).
Über Hw. Casetti fällt der ‘Tages-Anzeiger’ – in seiner konservativ
Erzbischof-Haas feindlichen Manier – zuerst her.
Dazu geht der Journalist Michael Meier – der für seinen
Haß auf Bischof Haas bekannt war – 17 Jahre zurück. 1990 habe der „beim Kirchenvolk unbeliebte“ damalige
Churer Bischof, Mons. Wolfgang Haas, Prälat Casetti zum Generalvikar für den Kanton Zürich ernannt.
Darauf verweigerten die Laienadministratoren der Kirche im Kanton Zürich dem neuernannten Generalvikar
sein Büro und den Lohn.
Den gegenwärtigen Generalvikar für den Kanton Graubünden, Prälat Vitus Huonder,
wertet Meier als konservativ und angeblich dem Opus Dei nahestehend. Auch er sei ein „stets umstrittener
Haas-Protégé“.
Prälat Huonder wurde schon von Bischof Haas zum Generalvikar ernannt, distanzierte
sich aber im Lauf seiner Amtszeit immer mehr von ihm. Er ist einer der wenigen, die das von Haas-Nachfolger
Mons. Amédée Grab inszenierte Köpferollen überlebte.
Generalvikar Huonder habe schon im Februar erklärt,
kaum Möglichkeiten zu sehen, Bischof zu werden. Er hat bereits seinen Rücktritt eingereicht und will
sich als Priester in ein Frauenkloster zurückziehen.
Hw. Annen – liberaler Regens des Churer Priesterseminars
und frühere Winterthurer Stadtpfarrer – ist derjenige, den Meier am deutlichsten bevorzugt.
Hw. Annen
genieße den Ruf eines „integren Seelsorgers und gemäßigten Theologen“. Die Bezeichnung „gemäßigt“
ist in linken Kreisen ein Codewort für „liberal“.
Das Churer Domkapitel bewertet Meier als „Altherren-Klub –
in dem die meisten Priester über 70 sind, der Älteste sogar 92“. Angeblich konservative Domherren würden –
nach Meier – im Verhältnis von zwei zu eins dominieren.
Es ist bekannt, daß der bisherige liberale
Bischof von Chur, Mons. Amédée Grab, sehr daran interessiert ist, einen linken Nachfolger zu bekommen
und sich darum den liberalen Regens Josef Annen als neuen Bischof von Chur wünscht.
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Romulus 10:14:36 | Mittwoch, 30. Mai 2007