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Donnerstag, 31. Mai 2007 09:52
Erbteil verschachert
In einer kürzlich in Deutschland verkauften katholischen Kirche könnten schon bald ungewöhnliche Gebetsrufe zu hören sein.
Betende Muselmanen in Damaskus - vielleicht schon bald auch in der Berliner Kirche St. Clemens
Betende Muselmanen in Damaskus – vielleicht schon bald auch in der Berliner Kirche St. Clemens
(kreuz.net, Berlin) Das Erzbistum Berlin hat kürzlich die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer, die im Herzen der deutschen Hauptstadt liegt, verkauft.

Die Backsteinkirche liegt versteckt gegenüber des Anhalter Bahnhofs unweit der ehemaligen Berliner Mauer.

Der Bau der Kirche wurde wesentlich vom Seligen Clemens August Graf von Galen finanziert († 1946). Er kam 1906 nach Berlin. Dort investierte er einen nicht unerheblichen Teil seines väterlichen Erbes in das Gotteshaus, wo er ab 1911 selber als Kaplan wirkte.

1917 holte der spätere Kardinal die Jesuiten in die Kirche. Sie blieben – mit Unterbrechung im Dritten Reich – bis 1973.

Danach übernahm die kroatische Mission das Gotteshaus. Im Jahr 2005 mußte sie ausziehen.

Kardinal von Galen baute die Kirche St. Clemens von seinem Erbe
Kardinal von Galen baute die Kirche St. Clemens von seinem Erbe
Der Grund: Die Eigentümerin der Kirche – die Berliner Dompfarrei – wollte das Gotteshaus verkaufen, um Mittel für die Renovierung der Kathedrale zu gewinnen.

Doch niemand interessierte sich für die Kirche, die keinen Turm besitzt und eine bescheidene Innenausstattung vorweist.

Deshalb durften drei indische Vinzentinerpatres die Kirche vorübergehend benützen.

Im letzte Herbst tauchte plötzlich ein „britischer Investor“ auf. Er gab an, in der entweihten Kirche das Kulturzentrum ‘St.-Clemens-Höfe’ errichten zu wollen.

Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, daß sich hinter dem Käufer Muselmanen verbergen. Das verbreitet mittlerweile sogar die in kirchlichen Dingen unzuverlässige Online-Enzyklopädie ‘Wikipedia’.

Der Kaufvertrag enthält zwar die Klausel, in der Kirche keine Moschee einzurichten. Doch diese soll anscheinend durch rechtliche Tricks – etwa die Sittenwidrigkeit der Diskriminierung – unterlaufen werden.

Blühende Gemeinde
Die Vizentinerpatres verließen die Kirche St. Clemens mit Wehmut. Das berichtete die Diözesanzeitung des Bistums Münster, ‘Kirche und Leben’, am 20. Mai.

Den Geistlichen war es gelungen, das geistliche Leben in Berlin zu beleben – erklärte die Sprecherin der ‘Charismatischen Erneuerung’ in Berlin, Frau Renate Wiegner, vor ‘Kirche und Leben’: Sie hörten die Beichte, setzten das Allerheiligste aus und lasen jeden Tag zwei Messen.

„Unter der Woche kommen um die 50 Gläubigen täglich, am Wochenende sind es 300“ – erklärte Pater George Vadakkekara, der in der Vergangenheit in den USA Theologie studiert und unterrichtet hat:

„Wir gehen dahin, wo Gott uns hinbestellt. Aber natürlich sind wir auch traurig, daß wir St. Clemens verlassen müssen.“

Pater Vadakkekara geht es weniger um seine Gemeinschaft als um das Schicksal der Kirche.

Der Verkauf von St. Clemens sein ein Symbol für den Rückzug des Christentums in Mitteleuropa.

© Titelbild: Antonio Melina, Creative Commons
© Bild Graf von Galen: Bistumsarchiv Münster, Creative Commons
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 135 Lesermeinungen:
Montag, 11. Juni 2007 00:08
J’sus †: Von der Redaktion entfernt
Mittwoch, 6. Juni 2007 01:07
Schopenhauer: @ Leblhuber
Morgen mehr?

Das haben Sie gestern schon gesagt und dann bis zwei Uhr morgens weiter gepostet.

Was die Kopfsteuer war weiß ich wohl. Trotzdem gibt es im Christentum kein Äquivalent zu einen Satz wie „Ihr habt eure Religion und ich habe meine und Gott allein ist der Richter!“.
Mir geht es auch nicht darum hier den Islam oder gar seine extremistische Auslegung zu rechtfertigen. Ich wehre mich nur gegen eine Verteufelung ganzer Länder. In Ägypten (das ich nun einigermaßen kenne) leben die meisten Menschen in Verhältnissen die Sie sich nicht vorstellen können. Dann kommen ein paar dekadente Deppen von Jyllands Posten und meinen sie müßten die Toleranz von Leuten testen, deren einziger Besitz auf der Welt tatsächlich nur ihr Glaube an Gott ist. Dieser „Kampf“ der da von einigen so zynisch ausgelobt wird ist ein höchst ungleicher: hier die Superreichen, da die Entwicklungsländer. Sowas ist Volksverdummung und Volksverhetzung.

zum Iran: Ich bin kein Fan des Iran. Trotzdem ist es lächerlich wenn in den Medien fleißig der Iran kritisiert wird, Saudi Arabien aber nicht. Saudi Arabien ist hundertmal rückwärtsgewander und der dortige Islam hundertmal intoleranter als die Shia in Iran. Saudi Arabien aber liefert fleißig Öl und was will der Westen mehr? Vieles müßte in Iran verändert werden, das ist richtig. Aber ganz zu Anfang sahen tatsächlich eine Menge islamischer Intellektueller in der islam. Republik einen Weg Ost und West zusammenzubringen.
Mittwoch, 6. Juni 2007 00:32
Leblhuber: @Schopenhauer:
Die arabischen Länder sind aber genauso islamisch wie Dtl. christlich ist. In Dtl. herrscht keine Religionsfreiheit aufgrund des Christentums sonderns aufgrund der Emazipation von ebendemselben. Das Christentum kennt überhaupt keine Toleranz gegenüber Andersgläubigen („wer nicht für mich ist, ist gegen mich…“). Verträge mit Andersgläubigen (bspw. Juden) werden Sie in der europäischen Geschichte wohl vergeblich suchen.

Das stimmt so nicht. Denn die Kopfsteuer im Islam hat keinen Vertrag nach unseren Rechtsnormen als Basis sondern ist der den Ungläubigen gegenüber festgesetzte Tribut. Die Alternative war der Übertritt zum Islam oder Flucht.
Das entspricht etwa dem Schutzbrief der Herrscher gegenüber den Juden in Europa. Auch dafür mussten sie zahlen. ( Judenregal ).

oder im Iran wo versucht wird eine Mischform aus Demokratie und Religion zu fahren.

Dem kann ich nicht zustimmen. Im Iran gilt die Scharia und es gibt keine Gewaltenteilung. Der oberste geistliche Führer hat weitreichende Machtbefugnisse. Seyyed Alī Chāmene’ī hält Mahmūd Ahmadī-Nežād fest in der Hand. Die Meinungsfreiheit existiert nicht, bzw. beschränkt sich auf inszenierte Zujubler.

Wo Sie hier auch nur ansatzweise demokratische Strukturen erkennen können, kann ich nicht ersehen.

Weder ist alles im Judentum gut, noch alles im Islam böse. Heute kämpfen Christen und Juden gemeinsam für Israel, gestern kämpften Juden und Moslems gemeinsam gegen die Kreuzfahrer
Das ist unzulässige Simplifizierung.Morgen mehr?
Dienstag, 5. Juni 2007 23:35
Schopenhauer: @ Leblhuber
Die arabischen Länder sind aber genauso islamisch wie Dtl. christlich ist. In Dtl. herrscht keine Religionsfreiheit aufgrund des Christentums sonderns aufgrund der Emazipation von ebendemselben. Das Christentum kennt überhaupt keine Toleranz gegenüber Andersgläubigen („wer nicht für mich ist, ist gegen mich…“). Verträge mit Andersgläubigen (bspw. Juden) werden Sie in der europäischen Geschichte wohl vergeblich suchen.
Das heutige Europa hat mit alter hellenischer Philosophie mehr gemein als mit der Kirche. Auf dieser Grundlage hat es einen beispiellosen Höhenflug hingelegt.
Glauben Sie etwa ernsthaft das würde in anderen Ländern nicht zur Kenntnis genommen? Dort sitzen auch intelligente Menschen die sich fragen was anders laufen muß um einen identischen Erfolg zu haben. Die Antworten sehen Sie in der Türkei die kritiklos alles aus dem Westen übernommen hat (Kleidung, Latein, Kalender…), in Ländern die sich abschotten (Taliban) oder im Iran wo versucht wird eine Mischform aus Demokratie und Religion zu fahren.
Letztlich leben wir alle auf einer Welt und Monster gibt es nicht. Weder ist alles im Judentum gut, noch alles im Islam böse. Heute kämpfen Christen und Juden gemeinsam für Israel, gestern kämpften Juden und Moslems gemeinsam gegen die Kreuzfahrer.
Dienstag, 5. Juni 2007 23:03
Leblhuber: @Schopenhauer.
Ich habe geschrieben:Die europäische Aufklärung ist das Resultat einer spezifischen historischen Entwicklung.Sie antworten:
Was dann wohl bedeutet, daß ihre Ergebnisse auch nur ein Europa Gültigkeit beanspruchen dürfen oder wie?
Die Aufklärung ist für mich philosophisch und politisch ein emanzipatorischer Prozess vom Absolutismus zur Demokratie, vom cuius regio, eius religio zum mündigen Menschen. Die Trennung von Kirche und Staat ist das Ergebnis. Das ist europäische Geschichte und prägt unser Wertesystem.
Wir sind diesen Werten verpflichtet und zwar ausnahmslos gegenüber jedem.

Für die islamische Kultur gelten diese Werte leider nicht. Eine strikte Trennung von politischer und religiöser Macht setzt Religionsfreiheit voraus. Diese Freiheit ist im Islam (Unterwerfung unter Gott) nicht möglich. Die Scharia ist nach ihrem Selbstverständnis universal gültig und muss nach islamischem Verständnis weltweit durchgesetzt werden. Die Scharia kennt keine Gleichheit zwischen Muslimen und Nichtmuslimen.
Nichtmuslime sind entweder Dhimmis (Buchreligionen) mit eingeschränkten Rechten oder Harbis (alle übrigen Nichtmuslime) ohne Rechte. Wenn auch den Dhimmis ihre Religionsausübung eingeschränkt gestattet wird, geschieht das über Verträge (Kopfsteuer).
Dienstag, 5. Juni 2007 22:25
Schopenhauer: @ Heger
Letzlich geht es um das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Volkes. Dieses Recht besitzt auch das jüdische Volk. Natürlich auch das palästinensische Volk. Es ist nur immer lustig wenn die die das Selbstbestimmungsrecht ihres eigenen Volkes nie in Frage stellen würden, das bei Israel ganz selbstverständlich tun.
Im Zuge der Nationalstaatsbildung wurden Unmengen von Kriegen geführt und Verbrechen begangen. Würde man es mit der Moral ernstnehmen müßte man praktisch sämtliche europäische Nationalstaaten auflösen.
Komischerweise wollen die antijüdischen Obermoralisten aber immer nur Israel auflösen weil im Zuge dessen Gründung unabweisbar ebenfalls Verbrechen verübt wurden. Wie viele Kriege wurden noch gleich geführt um Dtl. zu einen? Wie viele Hunderttausend Zivilisten sind noch gleich bei der Belagerung von Paris 1871 verhungert?

daß die Anfänge einigermaßen im Dunkeln liegen.

Seit wann fanden denn die Revolutionen bei Nacht statt? Die Deutschen wollten einen Nationalstaat, die Italiener wollten einen, die Amerikaner wollten unabhängig sein, die Ungarn die Habsburger-Monarchie auflösen und die Juden wollten Israel. Wo liegt da was im Dunkeln?

Aber wieso „Korrektiv des Islam“?

Weil bspw. die Eroberungszüge der Kalifen nach den vier sog. rechtgeleiteten von manchen aufklärerisch orientierten Schriftstellern und Journalisten (aber auch von den Shiiten generell) als mit der Absicht Mohammeds nicht vereinbar erklärt wird. Usw. Es gibt viele Beispiele.
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