Pius XII.
An den Galgen mit ihm?
Im Jahr 1983 behauptete ein kirchenfeindlicher Autor, daß man Papst Pius XII. vor die Nürnberger Richter hätte stellen müssen. Seine Verbrechen seien der Todesstrafe würdig gewesen. Von Ronald J. Rychlak.
Papst Pius XII.
Papst Pius XII.
(kreuz.net) Während des Zweiten Weltkrieges versteckte die Katholische Kirche auf direkte Anweisung von Papst Pius XII. Juden und andere Opfer des Nationalsozialismus.

Für Verfolgte, die davon profitieren konnten, stellte die Kirche falsche Reisedokumente aus. Sie verteilte Nahrung und Kleider an Leidende. Sie tröstete die Verwundeten und Trauernden und ließ den Alliierten vitale Informationen zukommen.

Aber weil Pius XII. nicht öffentlich und wiederholt Adolf Hitler anklagte, wird seine Rolle gerne als kontrovers dargestellt.

Einige Autoren beschuldigen Pius XII. daß sein „Schweigen“ eine moralische Feigheit zum Ausdruck gebracht habe und daß es ihm nicht gelungen sei, seine Herde zu führen.

Von anderen wurde behauptet, daß der Vatikan sich nur um katholische Opfer gekümmert habe – nicht um Juden; oder daß die Kirche offen von weltlichen Überlegungen beeinflußt gewesen sei; oder daß der Heilige Stuhl antisemitisch gewesen sei; oder daß der Schrecken vor dem Kommunismus den Papst für die Wahrheit über die Nationalsozialisten blind gemacht habe.

Ein Autor – Jack Chick, Smokescreens, 1983 – ging so weit zu behaupten, daß „Papst Pius XII. vor die Nürnberger Richter hätte gestellt werden müssen.“ Seine Verbrechen seien der Todesstrafe würdig gewesen.

Eine einsame Stimme im Schweigen
Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli erblickt am 2. März 1876 das Licht der Welt.

Am 2. April 1899 empfing er die Priesterweihe.Im Juli 1933 unterschreibt er als Staatssekretär das bis heute gültige Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich.Am 2. März 1939 wird Kardinal Pacelli zum Papst gewählt und nimmt den Namen Pius XII. an.

Wir wollen diese Beurteilungen auf der Seite lassen und uns den historischen Fakten zuwenden, die zwar ziemlich leicht zugänglich sind, aber dennoch eher wenig bekannt sind.

Die Fakten zeigen nicht nur, daß Pius XII. eine riesige Leistung zugunsten der leidenden Menschheit vollbrachte, sondern auch, daß seine Wahl, entschlossen hinter den Kulissen zu arbeiten, die beste Entscheidung war, die er hätte treffen können.

Als Nuntius in Bayern

Wir müssen beim Ersten Weltkrieg beginnen, als Eugenio Pacelli – der Mann, der später Papst Pius XII. werden sollte – in München als vatikanischer Nuntius im Freistaat Bayern tätig war.

Deutschland war einer der großen Kriegsteilnehmer und wurde von vielen als der Hauptaggressor betrachtet.

Nuntius Pacelli bekam den Auftrag, den deutschen Politikern den von Papst Benedikt XV. († 1922) ausgearbeiteten Friedensplan vorzustellen. Er führte den Auftrag aus. Das führte allerdings nicht direkt zum Frieden.

Doch ein Jahr später wurden verschiedene der Vorschläge von Papst Benedikt in den 14-Punkte-Plan von Präsident Woodrow Wilson († 1924) eingefügt. Dieser Plan trug dazu bei, den Feindseligkeiten ein Ende zu bereiten.

Nuntius Pacelli blieb nach dem Ersten Weltkrieg in München und erreichte im Auftrag des Heiligen Stuhls ein Konkordat zwischen dem Vatikan und dem Freistaat Bayern.

Solche Konkordate waren für den Heiligen Stuhl lebenswichtig, weil der Kirche ohne sie das Recht verweigert werden konnte, Jugendgruppen zu organisieren, kirchliche Ernennungen vorzunehmen, Schulen zu führen oder Gottesdienste abzuhalten.

Später zog Nuntius Pacelli als vatikanischer Vertreter bei der Weimarer Republik nach Berlin. Dort versuchte er ohne Erfolg, ein Konkordat abzuschließen, um die Rechte der Kirche in ganz Deutschland zu sichern.

Konkordat mit Hitler

Im Dezember 1929 wurde er nach Rom zurückgerufen, kurz darauf zum Kardinal erhoben und 1930 zum vatikanischen Staatssekretär ernannt.

Im Jahr 1933 übernahm Adolf Hitler die Macht in Deutschland. Eine seiner ersten internationalen Handlungen war der Abschluß eines Konkordates mit dem Vatikan. Das war jene Art von Abkommen, die Nuntius Pacelli zehn Jahre vorher vergeblich zu erreichen versucht hatte.

Reichskanzler Hitler stimmte Vertragsbedingungen zu, die für die Kirche günstig waren. Aber er machte auch deutlich, daß er den deutschen Katholiken harte Bedingungen auferlegen würde, wenn der Vatikan sein Angebot ablehnen würde.

Das Konkordat wurde von Papst Pius XI. auf Anraten von Staatssekretär Pacelli unterzeichnet. Kardinal Pacelli, der den Vertrag auch im vatikanischen Auftrag verhandelt hatte, besaß keine Illusionen über Hitlers Vertrauenswürdigkeit.

Damals scherzte Pacelli, daß „die Nationalsozialisten wenigstens nicht alle Bestimmungen gleichzeitig brechen könnten“. Allerdings muß sogar er darüber überrascht gewesen sein, wie schnell und regelmäßig die deutsche Führung das Konkordat ignorierte.

Ganze fünf Tage nach der Unterzeichnung des Konkordates, verabschiedeten die Nationalsozialisten bereits ein Gesetz über Sterilisierungen, welches das Abkommen klar verletzte.

Vom Aufstieg der Nationalsozialisten im Jahr 1933 bis zum Sommer 1936 reichte der Vatikan bei der deutschen Regierung mehr als fünfzig Proteste ein.

Der erste Protest richtete sich gegen den Boykott von jüdischen Geschäften. Er war einer von 45, welchen die Nationalsozialisten nicht einmal beantworteten.

Nächstes Mal: Die Enzyklika des Papstes gegen die Nationalsozialisten

Ronald J. Rychlak ist Vizedekan für akademische Angelegenheiten und Professor für Recht an der ‘University of Mississippi School of Law’. Er ist der Autor des im Jahr 2000 erschienenen Buches „Hitler, the War and the Pope“ – Hitler, der Krieg und der Papst.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Die schwarze Legende bröckelt
2. An den Galgen mit ihm?
3. Die Enzyklika des Papstes gegen die Nationalsozialisten 4. Ein verständnisloser Papst 5. Kardinal Pacelli wird Papst 6. „Wir fürchten uns nicht, in ein Konzentrationslager zu gehen“
      
27 Lesermeinungen
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#27   Benedikt   17:09:21 | Samstag, 2. Juni 2007
@ Zahnfee
Der Papst ließ sich auch dann nicht zu einem Protest bewegen, als 8000 Juden aus Rom deportiert wurden
G. Knopp „Vatikan“ S. 70f
„Um das blanke Überleben ging es jetzt für die italienischen Juden, deren Deportierung die faschistischen Behörden, auch dank kirchlicher Vermittlung bis dahin erfolgreich verschleppt hatten. (…) Die Mehrheit der römischen Juden jedoch war der Razzia entgangen und blieb auch später weitgehend verschont. Daran hatte die katholische Kirche erheblichen Anteil. Mehrere tausend Menschen fanden auf Geheiß des Pontifex Unterschlupf in Klöstern, Kirchen, Schwesternhäusern, in Gebäuden des Kirchenstaats (…) Asylbereitschaft zeigte die Kirche Italiens auch im übrigen Besatzungsgebiet und trug mit dazu bei, dass nahezu 80 % der jüdischen Bevölkerung den Krieg überlebten.“
@ juergen
Das soll mal wer Israel oder auch dem Vorsizenden des „Zentralrats der Juden“ sagen.
Wer sowas tut, der muß wohl schnell in Deckung gehen
Deckung? Das glaube ich nicht.
Wie aber schon das Israel dem Fleische nach auf seiner Wüstenwanderung Kirche Gottes genannt wird (2 Esr 13,1; vgl. Num 20,4; Dtn 23,1ff), so wird auch das neue Israel, das auf der Suche nach der kommenden und bleibenden Stadt (vgl. Hebr 13,14) in der gegenwärtigen Weltzeit einherzieht, Kirche Christi genannt. (II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ Nr. 9)
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#26   juergen   16:48:11 | Samstag, 2. Juni 2007
Etwas verspätet?
Ist es nicht „etwas“ verspätet, wenn kreuz.net im Jahre 2007 eine Übersetzung eines Artikels bringt, der bereits im Oktober 1998 im „New Oxford Review“ erschienen ist?
Den engl. Originaltext findet man im Internet:
home.olemiss.edu/…61010/SeeVsReich.htm
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#25   nonnobisdomine   16:24:38 | Samstag, 2. Juni 2007
Der Diener Gottes,
Papst Pius XII. gehört baldmöglichst seliggesprochen zu werden.
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#24   Mathias Wagener   14:00:02 | Samstag, 2. Juni 2007
Unerträglich
Was da ein sogenannter Autor von sich gegeben hat, ist unerträglich. Was müssen sich die Katholiken eigentlich alles gefallen lassen auf dieser Erde ?
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#23   Levit   12:35:33 | Samstag, 2. Juni 2007
@ Athanasius
Vielen Dank für ihren Beitrag :-)
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#22   Athanasius   11:16:41 | Samstag, 2. Juni 2007
@Levit
Pacelli hat schon 1928 von München aus nach Rom geschrieben über einen „völlig von sich selbst besessenen Mann, namens Hitler“, den er gefährlich einstufte. München war ja – wenn auch isoliert in einem sonst völlig katholischen und deshalb Zentrumspartei-gerichteten Lande – ‘Hauptstadt der Bewegung’ .
Später, 1938, hat Kardinal Pacelli bei der Zelebration des 80. Jubiläums der Erscheinungen Unserer Lieben Frau zu Lourdes, Frankreich, ganz eindeutig und ohne Diplomatik den Rassismus und das Neuheidentum in „mitteleuropäischen Ländern“ die größte Gefahr genannt. Damals haben sogar die franz. Kommunisten von L’Humanité Pacelli dafür gepriesen. Das Schwarze Korps, die antisemitische und antikatholische Wochenzeitung der Allgemeinen SS, reagierte mit dieser Verspottung des Kardinals darauf en.wikipedia.org/…ionalsozialismus.jpg.
Noch Juni 1944 und Anfang April 1945 witterte Hitler – so Goebbels – über „diesen Papst, diesen Pacelli“, der „einzige Mann der mir noch nie gehorcht hat!“ So stuften die Nationalsozialisten ihn ein.
Das sagt alles. Auch die Hunderttausende von Juden die durch Anweisung Pius’ XII. (so Angelo Roncalli) mit vatikanischen Papieren über die seit 1942 bis 1944 für Juden sichere Slowakei nach Spanien und die Schweiz reisen konnten, sprechen das aus. Dazu die Hunderttausende die versteckt in Klöstern, katholischen Familienhäusern, Pfarrwohnungen usw. den Krieg überlebten. Pacelli war immer deutlich.
Nur Kommunistenpropaganda ab 1960 versuchte historische Wahrheit durch mediale Lügen zu ersetzen.
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#21   Levit   01:36:34 | Samstag, 2. Juni 2007
Fortsetzung
Leider konnte ich meinen Beitrag nicht mehr bearbeiten :-)
vielleicht hat der Papst auch alles getan, was ihm möglich war…die Bilderserie bei kreuz.net finde ich sehr gut, sie zeigt auch einiges, was Pius XII. getan hat.
Als ich erwähnte, dass er vor Hitler gewarnt hat, weis ich agr nicht, ob er schon Papst war oder nicht, aber er hatte eindringlich vor Hitler gewarnt.
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#20   Athanasius   01:29:34 | Samstag, 2. Juni 2007
@Rudolfus
Ja, Mussolini. Er entstammte ja säkular-marxistischem Elternhaus. Er wurde als Kind nie getauft, was für Italiener – sogar für Liberale – ganz aussergewöhnlich war, oft in negativem Sinne.
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#19   Levit   22:24:11 | Freitag, 1. Juni 2007
Vielen Dank
Ich wollte mich nur mal für die vielen und interessanten Beiträge bedanken. Ich glaube auch, dass Papst Pius XII. vor Hitler gewarnt hatte, dass es einen schlimmen Verlauf nehmen würde, wenn er die Macht ergriffe. Ich weis allerdings nicht mehr das genau Jahr…Mir war so, als ob es 1929 war, kann aber auch später gewesen sein. Bin mir nur sicher, dass er das noch vor Ausbruch des 2. WK gesagt hatte. Ich bin kein Katholik, in der Schule wurde ich von einer atheistischen Lehrerin unterrichtet, aber auch sie sagte, dass der Papst und besonders die italienischen Katholiken ganz vielen Juden das Leben gerettet haben. Ich persönlich glaube, dass der Papst das getan hat, was möglich war ohne seiner eigenen Kirche Schaden zuzufügen. Hätte Papst Pius XII. noch deutlicher Stellung bezogen, hätte es vielleicht mehr Sanktionen gegen Katholiken in anderen Ländern gegeben (vielleicht nicht in Deutschland und Österreich, um nicht das Volk oder einzelne Soldatenregimenter gegen sich aufzubringen, aber vielleicht in anderen besetzten Gebieten, nicht zuletzt auch Italien). Aber ich gebe zu, dass dies ganz wilde Spekulationen sind.
Und wer will schon der Richter von Papst Pius XII. sein? Ich wäre zur damaligen Zeit vielleicht ein glühender Hitler – Anhänger gewesen…oder vielleicht wäre ich ein absoluter Hitler – Gegner gewesen, der aber Angst gehabt hätte etwas dagegen zu tun.
Außerdem trägt der Papst die Verantwortung für alle Katholiken. Vielleicht hätte er mehr tun können, aber vielleicht ha
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#18   Rudolfus   22:03:57 | Freitag, 1. Juni 2007
@Athanasius
Auf Mussolinis wütende Reden dass er mit „eurem Judengott“ als Faschist und Korporatist auch nach seiner pro Forma Taufe 1927 nichts anfangen konnte, predigte Pius XI. über Abraham als unseren geistigen Vorvater und Vorbild.
Wer ist gemeint, der 1927 „pro forma“ getauft wurde? Mussolini?
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#17   Athanasius   21:57:46 | Freitag, 1. Juni 2007
@Rudolfus
Die IG-Farben und andere Werke wo Auschwitz-Häftlinge Zwangsarbeit verrichteten waren ja Eigentum der Rockefeller-Familie die mit ihrer Standard-Oil-Company dabei sowohl die sowjetische (Kaukasus), deutsche (Rumänien, Rohöl, Synthetisches Benzin) únd angelsächsische Seite des Krieges finanzierten und ermöglichten. Die russischen Soldaten die 1945 in Oberschlesien einrückten, waren völlig empört, da Breslau in Trümmern geschossen worden war und sogar Königsberg bombardiert, aber die Lagerwerke in Auschwitz völlig intakt zurückgefunden wurden…
Papst Pius XII. hat aber nicht nur das Schicksal der Juden bedauert, sondern auch das der (meist römisch-katholischen) Zigeuner und des umgesiedelten und verfolgten/ausgehungerten Polnischen Volkes damals. Er hat jeden Rassismus verurteilt. Und zu Juden im Vatikan – in Anwesenheit deutscher Beamter und Vertreter 1941 – bei der Privataudienz gesagt: „Sei doch stolz, dass Du Jude bist!“
Auf Mussolinis wütende Reden dass er mit „eurem Judengott“ als Faschist und Korporatist auch nach seiner pro Forma Taufe 1927 nichts anfangen konnte, predigte Pius XI. über Abraham als unseren geistigen Vorvater und Vorbild.
Bis zu den kommunistischen Lügenkampagnen hat keiner es gewagt die kath. Kirche als „mitschuldig durch Schweigen“ darzustellen, da man wusste, dass in der Umgebung und in Rom jeder – zwar diplomatisch – alles gegen das NS-Regime und den Rassismus gemacht hatte was nur möglich war.
Unser Kaplan war im Widerstand und half Juden.
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#16   Rudolfus   21:46:15 | Freitag, 1. Juni 2007
@Athanasius
Herzlichen Dank für Ihren Hinweis über die wirklichen Umstände um die verdienstvolle Persönlichkeit Papst Pius’ XII.
Man sollte eher untersuchen, was Churchill & Roosevelt alles nicht getan haben, um die Juden in Hitlers Deutschland und Europa vor Hitler zu retten, z.B. in bezug auf das „St. Luis-Drama“ (verfaßt von Mautner-Markhoff) oder in bezug auf die präzise Zerstörung sämtlicher deutscher Zivilstädte, aber nicht der Eisenbahnverbindungslinien zu den SS-Lagern, geschweige denn der Lager selbst.
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#15   Athanasius   21:42:54 | Freitag, 1. Juni 2007
Exkommunikation
Alle Nationalsozialisten wurden durch die niederländischen Bischöfe schon 1936 und 1940 von der Hl. Kommunion ausgeschlossen! Auf Appelierungen deutscher Bischöfe aus dem Aachener Raum gegen die Entscheidung, reagierten sowohl Ratti als Pacelli nicht. Die Exkommunikationen seien gerecht gewesen.
Übrigens wurde ein grausamer Ustase-Offizier und abgefallener Franziskanerpater in 1943 von Erzbischof Stepinac exkommuniziert wegen Grausamkeiten.
Pius XI. hat Mussolini mit der Exkommunikation bedroht, Pius XII. hat einen „Exorzismus in weiter Entfernung“ gegen Hitler vorgenommen, den er öffentlich als „unter dämonischem Einfluss geraten“ betrachtete ab 1941.
Späterer Antikommunismus Pius’ XII. und eine gewisse Sympathie mit dem herabgewürdigten Deutschen Volke nach 1945 (inkl. mit bestimmten verfolgten Deutschen Offizieren, z.B. Jodl) sind keine Beweise für Pius’ „Pro-Hitlerismus“. Sonst wäre Eisenhowever oder wäre Reagan auch ein Hitlerianer gewesen. Aber bei den Kommunisten geht ja alles in der Geschichtsverfälschung.
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#14   AthanasiusII   21:38:53 | Freitag, 1. Juni 2007
Lügner
Sicher ist: Pius XII. als höchste moralische Autorität unterstützte den Protest der holländischen Bischöfe nicht.
Lügner. Kardinal De Jong hat 1948 deutlich gesagt er habe die öffentliche Verurteilung des Nationalsozialismus und vor allem der Judenverfolgungen ausdrücklich auf Willen – nach Telegramm! – des Papstes unterzeichnet und verkünden lassen.
Aber auf diese Verurteilung – im Jahre 1941 wo die Juden zuerst vor allem in Arbeitslager z.B. Westerbork überführt wurden, wo keine Vernichtungsabsichten bekannt waren oder verfolgt wurden! – folgte die Deportation niederländischer Priester (z.B. Pater Brandsma), aller niederländischer Katholiken jüdischer Abstammung, sowie im Deutschen Reiche die ‘Aktion Klostersturm’ welche viele Klöster annektierte, säkularisierte und die Mönche/Schwestern vertrieb. Das machte Himmler, weil er glaubte diese Klöster verbargen Juden. Tatsächlich wurden mehrere Tausend Juden entdeckt.
Noch 1943 hat Pius XII. erneut die niederländischen Bischöfe zum Protest gegen das „zum Tode verfolgen jüdischer Mitbürger“ gebracht und er liess durch Priester-Musiker De Bruijn im gleichen Jahre seine Segenswünsche für die episkopale Arbeit für die Juden überbringen: Si, si, sono forti e corragiosi, il ammiro, sprach Pius XII.
Was Zahnfee hier verzapft ist kommunistische Geschichtsverdrehung. Das erkennt man daran, daß er in der späteren Exkommunikation der Ital. Kommunisten einen „Beweis“ für Pius XII. vermeintlichen „Faschismus“ sieht. So ein bolsch. Unsinn
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#13   Athanasius   21:29:24 | Freitag, 1. Juni 2007
Santo subito
In den Augen der Historiker, der aufrichtigen Juden, der Katholiken sowie auch weiterer Vertreter der Mitmenschlichkeit war Papst Pius XII. schon direkt nach seinem Tode ein Heiliger. Pacelli war einfach heilig. Basta.
Dass der sowjetische Geheimdienst, bestimmte linke Zionisten, Sozialisten, Säkularisten und Rolf Hochhuth das anders sehen, ändert an der Tatsache gar nichts.
Papa Pacelli, amicus Judaeorum et Vicarius Christi, ora pro nobis.
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#12   ordo62   20:50:59 | Freitag, 1. Juni 2007
sacto subito!!!
Das gewisse Feinde der Kirche Gift und Galle über einen wehrlosen – weil verstorben – ausspeien braucht nicht zu verwundern. Das Einzige was man seiner Heiligkeit noch nicht nachgesagt hat ist Pädophelie, aber warten wir ab, diese Leute haben bestimmt noch nicht Ihre gesamte Munition verschossen.
Ich denke mir, das die „Hitler-PiusXII-Debatte“ ein willkommenes Ablenkunsmanöver für Lehmann und die anderen Kirchenschänder darstellt. Frei nach dem Motto: 1965 begann das wahre Pfingsten, dafor herrschte in der Kirche Antisemitismus, Angst und Unterdrückung. Doch zum Glück hatt uns das zweite Vatikanum davon befreit. Wem es in dieser Kuschelkirche nicht gefällt, der will wieder zurück zum muffigen Mittelalter und wird in die geistige Nähe der Nazis gerückt.
Deshalb sollte es, neben der Freigabe der tridentinischen Messe, einer der Hauptaufgaben im Pontifikat von Benedikt XVI sein, Papst Pius XII endlich zur Ehre der Altäre zu erheben.
(heiliger) Papst Pius XII
Bitte für uns
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#11   Rudolfus   19:54:42 | Freitag, 1. Juni 2007
@Juergen / Israel und Israel
Die werden sich freuen, daß es noch mehr Israeliten gibt.
Zur Unterscheidung spricht man auch vom Alten und vom Neuen Israel.
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#10   juergen   19:49:54 | Freitag, 1. Juni 2007
Israel
Das soll mal wer Israel oder auch dem Vorsizenden des „Zentralrats der Juden“ sagen.
Wer sowas tut, der muß wohl schnell in Deckung gehen… :-@
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#9   Artois †   18:19:14 | Freitag, 1. Juni 2007
@Rudolfus
Die Katholische Kirche IST Israel.
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#8   Rudolfus   18:12:52 | Freitag, 1. Juni 2007
@„Hitlers Gott“: Gott und „Götter“ bzw. „Götzen“
Der eine wahre Gott ist der Gott Israels und der katholischen Kirche.
Heidnische Ideologen oder Religionsgründer können auch einen falschen Gott kreieren, der nicht ident mit dem wahren und dreifaltigen Gott ist: z.B. Mohammeds „Gott“ Allah, der es ausdrücklich als Gotteslästerung bezeichnet, Gott als „Dreiheit“ zu lehren, oder zu lehren, Gott habe einen Sohn.
Der Nationalsozialismus hätte jedenfalls nach dem Endsieg „kurzen Prozeß“ mit dem Christentum in Deutschland gemacht, und damit auch mit dem Kult um den wahren Gott.
An die Stelle des christlichen Gotteskultes wären vor allem neuentwickelte Germanenkulte getreten.
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#7   nonnobisdomine   17:56:54 | Freitag, 1. Juni 2007
Es gibt nicht
„Hitlers Gott“.
Gott läßt sich niemals für irgendwelche menschlich verfaßten Ideologien vereinnahmen.
Gott läßt sich auch nicht auf irgendwelche menschliche Ebenen hinunterzerren, wie es so oft in den pseudo-katholischen Jugendgottesdiensten oder den anderen Gottesdiensten diverser Priester geschieht.
Gott läßt sich nicht auf menschliche Ebenen hinunterzerren. Auch wenn dann die ganz gewieften Geistlichen Herren immer wieder von ihrem „Bruder Jesus“ o.ä. Nominationen reden.
Gott ist GOTT. Er ist ungegreiflich. Er ist der Herr. Soll ich jetzt alle großen Hymni hier reinstellen, auf Gott, der der HERR ist?
Papst Pius XII. war ein wahrer Papst. Ein menschlicher Papst, der genau wußte, was er tat. Er half, Menschenleben zu retten. Was ihm jetzt von diversen Kreisen aus dem Judentum vorgeworfen wird, passt genau in das Konzept dieser Kreise des Judentums.
Die wollen das Andenken des Papstes in den Dreck ziehen und vielleicht noch mehr …
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#6   Zahnfee   16:49:50 | Freitag, 1. Juni 2007
@Sirilo
Die Frage, ob Hitlers Gott nur Propaganda oder echter Glaube war, will auch Rissmann nicht definitiv entscheiden.
Für ihn ist klar, dass Hitler ein sehr genaues Gespür für die religiösen Empfindungen und damit für die Wirkung religiöser Botschaften hatte. Hitler habe Religion immer auch im Hinblick auf die öffentliche Wirkung eingesetzt. Dies lässt sich in seinem Verhältnis zur katholischen Kirche belegen.
Obwohl er in internen Äußerungen keinen Zweifel an der Ablehnung der Kirche hatte und sie nach dem Endsieg ganz vernichten wollte, hielt er sich mit öffentlichen Angriffen – vor allem in schwierigen Phasen seiner Herrschaft – auffällig zurück.
Insbesondere während des Krieges wollte er keinen Widerstand der Kirche und der Gläubigen provozieren.
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#5   Sirilo   16:41:16 | Freitag, 1. Juni 2007
@Zahnfee
Hitler war nur auf dem Papier katholisch (ein „Taufscheinchrist“). Weder glaubte er an die Lehre der katholischen Kirche, noch praktizierte er den Glauben. In dem lesenswerten Buch „Hitlers Gott“ von Michael Rißmann wird das Glaubenssystem geschildert, das Hitler sich geschaffen hatte und das kaum etwas mit dem katholischen Glauben zu tun hatte.
„…wäre der Rückhalt in der deutschen Bevölkerung weggebrochen“ – das sind pseudohistorische Spekulationen, die nichts bringen, weil niemand weiß, was geschehen wäre wenn. Aus einem geschichtlichen Abstand von 60, 70 Jahren mit dem heutigen historischen Wissen kann man leicht Aussagen machen, was wer wann und wie hätte tun sollen, aber niemand steckt in der Haut dessen, der damals in seiner Lage und mit seinem Wissen handeln mußte. Pius XII. hat getan, was er seiner Meinung nach tun konnte; ob es wirklich zu wenig war, wissen wir nicht. Hätte er sich auf eine Art geäußert, die Hitler und Co. dazu verleitet hätte, den Vatikan zu bombardieren, dann würden heute schlaue Alleswisser ihm vorwerfen, er hätte nicht so weit gehen und seine Bastion zerstören dürfen.
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#4   Zahnfee   16:00:57 | Freitag, 1. Juni 2007
@ansgar
Sicherlich sind dies nur Gedankenspiele. Fest steht jedoch, dass Papst Pius XII. 1949 alle Kommunisten Italiens exkommunizierte. Die katholischen Faschisten und katholischen Nazis einschließlich des bis zu seinem Tode katholischen Hitler nicht exkommuniziert hat. ebensowenig wie seine Nachfolger andere Diktatoren (welche seltsamerweise meist katholischer Konfession waren) ebenfalls nicht exkommuniziert wurden.
Der Papst ließ sich auch dann nicht zu einem Protest bewegen, als 8000 Juden aus Rom deportiert wurden und im KZ Birkenau ermordet wurden. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang vielleicht eine weitere Frage: Warum hat Hitler Italien und Rom besetzt, nicht aber den Vatikan?
Hitler scheint sich der „Macht“ des Amtes wohl doch bewusst gewesen zu sein. Bei einer Besetzung des Vatikans oder gar einer Ermordung des Papstes, wäre der Rückhalt in der deutschen Bevölkerung weggebrochen.
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#3   Ansgar   15:44:37 | Freitag, 1. Juni 2007
@ Zahnfee
Hätte, wäre… Sicher ist es legitim und wichtig, Gedankenspiele über historische Eventualitäten anzustellen. Hier geht es jedoch darum, daß gewisse eitle Ankläger Papst Pius, dieser hoheitsvollen Gestalt, ein böses Herz unterstellen. Und ihn an den Galgen wünschen. Glauben Sie nicht, daß der Papst nach bestem Wissen und Gewissen handelte, mit dem Ziel, den Verfolgten zur Seite zu springen und sie zu retten? Und darauf kommt es an; daß wir heute wissen, wie er noch wirkungsvoller hätte agieren können – kein Anlaß zur Schmälerung seines Wollens.
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#2   Pünktchen   15:40:02 | Freitag, 1. Juni 2007
zahnfee schreibt:
„1936 hatte Bischof Berning von Osnabrück über eine Stunde mit dem Führer gesprochen. Hitler versicherte, es gebe keinen wesentlichen Unterschied zwischen Nationalsozialismus und katholischer Kirche“
Dieses Gespräch war aufseiten Hitlers nur taktisches Geplänkel. Mit dem Christentum wollte die Nazis abrechnen, wenn das Judentum vernichtet und der Krieg gewonnen ist.
Hier wurde dagegen Klartext gesprochen:
Goebbels in seinem Tagebuch 29. 4. 1941:
„Noch lange Debatten über Vatikan und Christentum. Der Führer ist schärfster Gegner des ganzen Zaubers, aber er verbietet mir doch, aus der Kirche auszutreten. Aus taktischen Gründen. Und für so einen Quatsch bezahle ich nun schon seit über einem Jahrzehnt meine Kirchensteuern. Das schmerzt mich am meisten.“
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#1   Zahnfee   15:21:18 | Freitag, 1. Juni 2007
an den Galgen? Wozu? Er ist doch schon tot.
Die These, Papst Pius XII. habe durch sein Schweigen nur Schlimmeres verhindern wollen, wird ja gerne damit begründet, dass auf einen vergleichbaren Protest des holländischen Erzbischofs die Nazis mit einer Strafdeportation von Juden reagiert hätten und diese Rache für diese Kritik habe den Papst so schockiert, dass er seinen Protestbrief zerrissen habe (angebliche Augenzeugin: die Haushälterin Schwester Pasqualina).
Sicher ist: Pius XII. als höchste moralische Autorität unterstützte den Protest der holländischen Bischöfe nicht.
Was aber wäre geschehen, hätte er öffentlich protestiert? In Budapest war kirchlicher Protest erfolgreich: Dort rettete der wiederholte Protest des dortigen Nuntius tausende Juden vor der Ermordung.
Wenn nun bereits ein Nuntius solches bewirken konnte, was wäre dann der Weltautorität für Ethik und Moral, dem römischen Papst, möglich gewesen?
Oder war es dich nur gute katholische Tradition?
1936 hatte Bischof Berning von Osnabrück über eine Stunde mit dem Führer gesprochen. Hitler versicherte, es gebe keinen wesentlichen Unterschied zwischen Nationalsozialismus und katholischer Kirche. Hatte nicht die Kirche, so argumentierte er, die Juden als Parasiten betrachtet und in Ghettos gepfercht?
Hitler: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher“.
Was hätte die römische Kirche auch darauf antworten sollen?
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