Ein steirischer Priester hat erklärt, warum er den Mahltisch aus seiner Wallfahrtskirche entfernen wollte. Seinem Bischof ging es vor allem darum, Schwierigkeiten zu vermeiden.
Wallfahrtskirche Pöllauberg
(kreuz.net, Pöllauberg) Der Pfarrer des steirischen Marienheiligtums Pöllauberg, Hw. Roger Ibounigg,
hat sich zum Streit um den Volksaltar in seiner oststeirischen Pfarrei geäußert.
Der Priester sprach
heute Freitag mit dem konservativen Linzer Nachrichtenportal ‘kath.net’.
Hw. Ibounigg gilt als eifriger
und besonders bei den Jugendlichen sehr beliebter Seelsorger.
Nachdem er in seiner Pfarrei den Volksaltar
entfernt hatte, drohte der Pfarrgemeinderat mit seinem Rücktritt.
Sondersitzung
Die Ortschaft Pöllauberg befindet sich in der Oststeiermark
Vor ‘kath.net’ erklärte
der Pfarrer, daß die Situation für seinen Pfarrgemeinderat überraschend gekommen sei.
In einer gestrigen
Sondersitzung wurden die Wogen wieder geglättet: „Jetzt geht es darum, das Anliegen zu vertiefen und
das Verständnis wachsen zu lassen“ – so der Priester.
Pfarrer und Pfarrgemeinderat entschieden, werktags
am Hochaltar und Sonntags am Mahltisch zu zelebrieren: „Eine formelle Abstimmung ist hier aber nicht geschehen.
Das ist nicht die Zuständigkeit eines Pfarrgemeinderates.“
Zudem soll das optische Gewicht des Volksaltares
durch die Entfernung des Altartuches verringert werden.
Mit dem erreichten Kompromiß können offenbar
alle leben.
In guter Gesellschaft
Im Interview erklärt Hw. Ibounigg auch, warum er den Volksaltar entfernen
wollte: „Man muß unsere herrliche Wallfahrtskirche kennen, um zunächst das architektonische Argument
zu verstehen.“
Hw. Ibounigg beruft sich unter anderem auf das Buch „Der Geist der Liturgie“ des jetzigen Papstes
Der atemberaubende Siegeszug des sogenannten Volksaltares habe viele für das ästhetische
Argument blind gemacht. Die denkmalschützerischen Zwischenrufe seien auf taube Ohren gestoßen.
Er beruft
sich auf das im Jahr 2000 erschienene Buch des nunmehrigen Papstes ‘Der Geist der Liturgie’ und dessen
Vorwort im Buch ‘Conversi ad Dominum’ des Londoner Oratorianerpaters Uwe Michael Lang.
Auch der Innsbrucker
Liturgiker Josef Andreas Jungmann habe herausgestellt, daß die Zelebration am Hochaltar nicht mit dem
„Rücken gegen das Volk“, sondern in einer Gleichrichtung mit dem Volk geschehe.
Gespräch mit dem Bischof
Hw. Ibounigg hat nach eigenen Angaben auch „ausführlich“ mit dem Grazer Bischof, Mons. Egon Kapellari
gesprochen.
Dessen Sorge sei „die Einheit“. Es dürfe nichts zerbrechen: „Erst dann kann weiter über
das Thema gesprochen werden.“
Im Interview erwähnte Hw. Ibounigg auch, daß Laien in seiner Pfarrei
nur in Ausnahmefällen die Kommunion spenden:
„Wie ich hörte, werden auch beim kommenden Papstbesuch
in Mariazell Laien die Kommunion spenden. Ist das nicht Ungehorsam unter den Augen des Papstes?“
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Aussetzungsmesse etc. Zur Beruhigung: Die Regeln bezüglich Aufbewahrung der Eucharistie stehen auch im
Ritualefaszikel „Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe“ von 1973 (Nr. 5-11).
Heiligenfeste und Co. Es sind viele Dinge fraglich. Ein paar seien mal genannt: Etwa der schon erwähnte
Heiligenkalender. In der einen Kirche wird der Heilige am Tag X gefeiert in der anderen am Tag Y. Die
Leseordnung ist auch eine andere. Das Kirchenjahr ist teil anders (etwa „nachgefeierte Sonntage nach Epiphanie“
etc.) Das Indult erlaubt Messfeiern nach dem Messbuch von 1962. Wie sieht es mit anderen Sakramenten aus?
Sollten die nach neuem oder alten Ritus gefeiert werden. Wie sieht es mit den sog. „niederen Weihen“ aus?
Welcher CIC soll gelten? Kann für Indult-Messen da ein anderes Kirchenrecht gelten als für andere Messen?
Wie sieht überhaupt es mit alten Bestimmungen aus, die nicht in den Rubriken stehen? Wenn die „alte Messe“
freigegeben werden sollte, sind da wohl einige Fragen zu berücksichtigen.
Messfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten Jürgen schrieb: Auf welches Messbuch bezog sich denn die Instruktion
von 1967? Wohl kaum auf das Messbuch von 1970. Natürlich nicht, wohl aber auf den 1965 reformierten Messritus,
dem schrittweise weitere Reformen folgten. Bei den Indultmessen ist jeweils klar, dass sie nach den 1962
geltenden Rubriken zu feiern sind (dort ist die Messfeier vor ausgesetztem Alllerheiligsten vor allem
bem 40-Stüündigen gebet möglich), was den positiven Effekt einer Vereinheitlichung bewirken soll aber
natürlich auch z.B. dazu führt, dass später eingeführte Heiligenfeste i.d.R. nicht gefeiert werden
können (Ausweg: Als Votivmesse, falls es sich um einen nach dem Alten Kalender festfreien Tag handeln
sollte, aber auch dannn dürfte eigentlich nur das Commune-Formular verwendet werden, was nicht ganz befriedigend
ist).
missae coram Sanctissimo exposito Schüch, Handbuch der Pastoraltheologie (Innsbruck 1885) 513: „[Solche
Messen] sind von der Kongragation für heilige Gebräuche nur beim Beginne und am Schlusse des vierzigstündigen
Gebetes erlaubt, in Österreich und Deutschland aber vermöge der Gewohnheit sehr häufig.“ Ich selbst
habe solche Messen übrigens noch in den Siebzigerjahren des 20. Jhdts. – anlässlich von Anbetungstagen –
erlebt, und zwar nach dem neuen Ordo, in der Volkssprache und versus populum.
Messfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten Die Instruktion von 1967 gilt aber wohl doch nicht für die
Feier der Heiligen Messe gemäss Indult , die nach den Rubriken von 1962 zu geschehen hat. Ob der Frage
eine grössere Bedeutung in der Praxis zukommt, weiss ich nicht. Vielleicht können jene Forumsteilnehmer,
die regelmässig die Heilige Messe im alten Ritus besuchen (Indult, FSSPX) berichten. ob die Messfeier
vor ausgesetztem Allerheiligsten bei ihnen praktiziert wird.
,,Eucharisticum mysterium“ ,,Das Geheimnis der Eucharistie“ vom 25. Mai 1967 Instruktion ,,über Feier
und Verehrung des Geheimnisses der Eucharistie“, unterzeichnet von A. M. Kardinal Larraona, Präfekt der
Ritenkongregation, J. Kardinal Lercaro, Vorsitzender des ,,Consilium“, und F. Antonelli, Sekretär der
Ritenkongregation. 61. Verbot der Meßfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten Während der Aussetzung des
heiligsten Sakramentes ist es verboten, innerhalb des gleichen Kirchenraumes die Messe zu feiern. Bisher
geltende gegenteilige Erlaubnisse und Gewohnheiten werden hiermit widerrufen, auch wenn sie besondere
Erwähnung verdienen. Außer den in Nr.55 dieser Instruktion angegebenen Gründen gilt nämlich, daß
die Feier des eucharistischen Geheimnisses bereits in vollkommenerer Weise jene innere Vereinigung einschließt,
zu der die Aussetzung die Gläubigen hinführen will; deshalb bedarf die Eucharistiefeier einer solchen
Hilfe nicht. Die vorliegende Instruktion hat Papst Paul VI. in einer dem Präfekten dieser Kongregation,
Kardinal Arcadio M. Larraona, am 13. April 1967 gewährten Audienz approbiert und mit seiner Autorität
bestätigt; er hat ihre Veröffentlichung angeordnet und festgesetzt, daß sie am 15. August 1967, am
Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, in Kraft trete.
@ sacerdos helveticus Benedikt behauptet, dass auch der Alte Ritus (nicht mehr) vor ausgesetztem Allerheiligsten
gefeiert werden darf. Ich persönlich halte eine Messfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten nicht für
sehr sinnvoll, dass sie aber im Alten Ritus verboten sei, kann ich nicht erkennen. Das wundert mich etwas.
Ich sehe morgen mal im AfkKR nach.
Missa coram SS. Sacramento exposito Im Pastoralblatt der Diözese Eichstätt ist lage vor dem II. Vaticanum
zu lesen: „Denn die Exposition ist eine Permanenz des Opfers, eine fortdauernde Elevation und sie ist
ein Act der Verherrlichung des gegenwärtigen Gottes. Die Feier der Messe, in welcher das Opfer wiederholt
wird, während es gegenwärtig ist, und in welcher der Tod des Herrn verkündet wird, während er bereits
dargestellt ist, um Preis und Ehre zu empfangen, und in welcher er herabgerufen wird, während er schon
vom Himmel gestiegen, bietet einen soviel wie möglich zu umgehenden Contrast.“ Endgültig verboten sind
solche Messen aber erst seit Eucharisticum mysterium vom 25.5.1967.
Messfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten Benedikt behauptet, dass auch der Alte Ritus (nicht mehr) vor
ausgesetztem Allerheiligsten gefeiert werden darf. Ich persönlich halte eine Messfeier vor ausgesetztem
Allerheiligsten nicht für sehr sinnvoll, dass sie aber im Alten Ritus verboten sei, kann ich nicht erkennen.
An jenen Orten, an denen der Alte Ritus mit „Indult“ gefeiert wird, ist er nach den Rubriken von 1962
zu feiern. In diesen Rubriken ist die Messfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten durchaus als Möglichkeit
vorgesehen (mir liegt ein Messbuch aus jenem Jahre vor). Von einem später erfolgten Verbot, das die nach
dem Indult zu feiernden Messen betrifft, ist mir nichts bekannt. Erst in den Rubriken von 1965 ist von
der Messfeier vor ausgesetztem Allerheiligsten keine Rede mehr, aber diese Rubriken sind für die „Indultmessen“
keineswegs einschlägig.
@ Rudolfus Die hl. Messe darf lediglich nicht vor dem ausgesetzten Allerheiligsten (in der Monstranz)
zelebriert werden – zumindest gilt dies so für den neuen Ritus. Das gilt auch für den Alten Ritus. Jene,
die das vor Jahrzehnten geändert haben (in den 1960ern und 1970ern) hatten jedenfalls seltsame theologische
Ansichten über das katholische Dogma von der Realpräsenz Christi. Also das Sakramentshäuschen im Limburger
Dom ist mit Sicherheit mindestens 600 Jahre alt.
@Rudolphus Ich lege Wert auf die Feststellung, daß ich weder „in der Nähe des PBSPX-Hauptquartiers Menzingen“
wohne noch sonst mit der FSSPX zu tun habe. Die Priester der FSSPX sind sicherlich besten Willens und
fromm, aber solange die volle Einheit nicht hergestellt ist – eine fatisches Defizit, über daß ich nicht
diskutieren werde – kommt das für mich auch nicht in Frage. Literaturtip: G. Kieffer: Rubrizistik
ad Rudolfum – nichts Neues unter der Sonne: CÆREMONIALE EPISCOPORUM CLEMENTIS VIII, INNOCENTII X, ET
BENEDICTI XIII. JUSSU EDITUM BENEDICTI XIV. ET LEONIS XIII. AUCTORITATE RECOGNITUM. Liber I, Caput XII:
8. […] Aliud simile, ante Altare, seu alium locum, ubi est Ss. Sacramentum: quod diversum esse solet
ab Altari majori, et ab eo, in quo Episcopus vel alius est Missam solemnem celebraturus. Nam licet sacrosancto
Domini Nostri Jesu Christi Corpori, omnium Sacramentorum fonti præcellentissimus, ac nobilissimus omnium
locus in Ecclesia conveniat, neque humanis viribus tantum illud venerari, et colere umquam valeamus, quantum
decet, tenemurque; tamen valde opportunum est, ut illud non collocetur in majori, vel in alio Altari,
in quo Episcopus, vel alius solemniter est Missam seu Vesperas celebraturus; sed in alio sacello vel loco
ornatissimo cum omni decentia et reverentia ponatur. Quod si in Altari majori, vel alio, in quo celebrandum
erit, collocatum reperiatur, ab eo Altari in aliud omnino transferendum est, ne propterea ritus et ordo
Cæremoniarum, qui in hujusmodi Missis et Officiis servandus est, turbetur.
Ein Argument, das … … meiner Meinung nach zu 100% für die Zelebrationsrichtung mit dem Volk spricht,
ist die Tatsache, daß man den meisten Zelebranten dann wenigstens nicht in Ihre dämlichen Visagen schauen
braucht. Papst Benedikt Xvi, drückt daß ähnlich, aber etwas feiner aus, wenn er sagt, daß er vor übertriebener
Selbstdarstellung warnt.
@Juergen Aber logisch und angemessen, da es sich um Gott den Herrn selbst handelt. Jene, die das vor Jahrzehnten
geändert haben (in den 1960ern und 1970ern) hatten jedenfalls seltsame theologische Ansichten über das
katholische Dogma von der Realpräsenz Christi.
Tabernakel „Das ist tatsächlich gegen alle Tradition – diese Vorschrift erfahre ich durch Sie das erste
Mal.“ Daß der Tabernakel auf dem Altar stehen MUSS, ist nun auch nicht gerade die älteste Sache der
Kirche.
@iustus Das ist in der Tat ein Jammer: Nach dieser Vorschrift muss der Herr in Kirchen, in denen der Hochaltar
noch (oder wieder ) verwendet wird, während der Messe in eine Seitenkapelle oder auf einen anderen noch
vorhandenen Altar verbannt werden. Möglicherweise auch in eine komische Stele. Das ist tatsächlich gegen
alle Tradition – diese Vorschrift erfahre ich durch Sie das erste Mal. Ein Papst Benedikt XVI. würde
dies mit Sicherheit nicht approbieren. Solche Anordnungen waren der Paul-VI.- und Johannes-Paul-II.-Pontifikatsära
(1963-2005) vorbehalten. Ich jedenfalls unterstütze voll und ganz die alte Liturgie.
@Bischof und hl. Tabernakel Herzlichen Dank für diese Information – das ist natürlich allen neu, die
wir zur Zeit des neuen Ritus aufgewachsen sind und nicht in der Nähe des PBSPX-Hauptquartiers Menzingen
wohnen.
@Justus Ihnen ist bekannt, daß es dem Bischof nach dem überlieferten Ritus verboten ist/war, die hl.
Messe auf einem Altar zu feiern, auf dem das Allerheiligste aufbewahrt wird? Fazit: 1. Sakramentskapellen
in den Kathedralen (siehe z.B. Köln, Münster) 2. feierte der Bischof in einer Pfarrkirche die hl. Messe,
wurde das Allerheiligste vor der Messe vom Hochaltar zu einem Seitenaltar übertragen.
@Heinrich Da wäre ich mir nicht so sicher. Viele dieser Vorwürfe sind sedisvakantistische Konstruktionen
die nicht im Kontext gelesen wurden. Z.B. kann eine Allerlösung nicht aus den Lehren von Johannes-Paul
II. geschlossen werden, da er die Todsünde lehrte und die ewige Verdammnis. Aber praktisch hat Papst
Ratzinger noch fast nichts gemacht gegen die vielen Sakrilege und die völlige Selbstvernichtung der Katholischen
Kirche.
Lieber Athanasius, was war da auch zu erwarten? Hat er doch die beispielsweise in dem Buch von Daniel
le Roux so minutiös beschriebenen Irrtümer des Herrn Woytila, alias: Jo Pa II, als oberster Glaubenswächter
maßgeblich mitverbrochen.
Schade Leider hat Papst Benedikt XVI. in seinem ganzen postkonziliaren Leben noch nie aktiv gegen die
Missbräuche gekämpft. Als Papst hat er in Köln LaienspenderInnen toleriert, MessdienerInnen gehabt,
Handkommunion gespendet in der modernen üblichen kalvinistischen Form, und weiteren Unsinn sich gefallen
lassen. Wann hat er jemals in Rom selbst etwas gegen die Handkommunion (ein Sakrileg, wie heute es geschieht
zumindest) oder gegen die Volksaltartische gemacht? Noch nie. Und Marini feiert immer noch neben ihm.
Nr. 315 „Der Zeichenhaftigkeit entspricht dies besser?“ Inwiefern? Es dient doch eher der Zerstörung
der überlieferten Ordnung, die selbst dann noch greifen soll, wenn ein Hochaltar (wieder) benutzt wird.
Dies erscheint wenigstens offensichtlich.
Der gute Freinsberg sitzt leider keiner Fehlinformation auf, sondern spielt auf Nr. 315 der neuen Institutio
generalis Missalis Romani von 2002 an: www.sbg.ac.at/…n/AEM2002deutsch.pdf Das ist in der Tat ein Jammer:
Nach dieser Vorschrift muss der Herr in Kirchen, in denen der Hochaltar noch (oder wieder ) verwendet
wird, während der Messe in eine Seitenkapelle oder auf einen anderen noch vorhandenen Altar verbannt
werden. Möglicherweise auch in eine komische Stele.
Zum Phaenomen der Barockisierung von Gotteshäusern: Man darf ein Gotteshaus u. d. Geschichte, d. es durchgemacht
hat, nicht zeitlich punktuell beurteilen. Dieses wird d. architektonischen u. damit verbundenen historischen
Dimension nicht gerecht. Im 16.-17.Jh. gab es kein Bewusstsein f. die Bewahrung histor. Substanzen, wenn
überhaupt, dann ging man -wenn man so will- von „spirituellen Substanzen“ aus. Daraus resultierte im
übr. d. tatsächlich heftig geführte Diskussion um d. Abriss der konstantinischen Basilika auf d. Mons
vaticanus. Julius II. setzte sich hier aber durch. Wer bestritte wohl, d. es sich bei der jetzigen Basilika
St. Peter um ein großartiges Bauwerk handelt. Geplant u. begonnen in d. Renaissance. Dann d. Sacco di
Roma 1527- Ende der Renaissance in Rom (obwohl ich diese Meinung nur in Abstrichen teile). Dauer bis z.
Einweihung: gut 120 Jahre. Per se ist dieses Gotteshaus über Epochen hinweg entstanden, ebenso wie alle
anderen großen Kirchen davor. St. Peter ist barock ausgestaltet, nur über welchen Zeitraum hinweg wurde
dies vollzogen?- weit in das 18.Jh. hinein! Natürlich finden wir auch Werke aus älteren Tagen, wie steht
es um d. Bronzestatue des Hl. Petrus, d. mittlerweile zweifelsfrei Arnolfo di Cambio zugeschrieben wird
(13.Jh.)? Wir finden also hier Stile aus allen Zeiten bis in’s 21. Jh. ( Statue PiusXII./ Wappen JP II).
Die lebendige Geschichte der Kirchen spiegelt die Lebendigkeit des Glaubens wider. Erst im 19.Jh. enstand
eine historische Dimension d. Rückbesinnung (Neugotik, Nazarener Stil usw.)
juergen: gotisch, barock, „modern“ und der Hochaltar Der Unterschied zwischen den Veränderungen früher
und der Veränderung heute ist der, daß in der Zeit der Gotik und des Barock prinzipiell derselbe Ritus
gefeiert wurde und die jeweilige Ausgestaltung diesem Ritus entsprach und ihm diente. Aus diesem Grunde
stoßen wir uns auch selten an der Barockisierung, weil auch sie noch der liturgischen Grundidee untergeordnet
und dienstbar war. Mit der Veränderung des Ritus freilich und seiner völlig andersartigen, sagen wir:
anthropozentrischen und stärker diesseitigen „Orientierung“ kommt es zu einem echten Antagonismus von
neuer „Idee“ und ererbter Gestalt. Der Hochaltar (gotisch oder barock !) war geradezu das Herzstück der
ganzen architektonischen Anlage. Die neue Idee vom „Mahlcharakter“ der Messe verändert nicht den Hochaltar
in zeittypischer Form, sondern gibt ihn ganz auf, entwürdigt ihn zu einem ornamentalen Hintergrunddetail.
Es muß nun sogleich ein ganz neues Möbel her: der Volksaltar, der fast nie verleugnen kann, daß er
hier nicht hergehört, weil die ganze Kirche architektonisches Zeugnis und Heimat der nach vorne und nach
oben ausgerichteten Gebetsorientierung in der alten Messe war. (Eine gewisse Ausnahme machen die alten
Rundbauten: als außerordentlich gelungen empfinde ich hier die Gestaltung in der Liebfrauenkirche in
Trier upload.wikimedia.org/…en_Trier_innen_1.jpg: der Grundriß de.wikipedia.org/…Liebfrauenkirche.png!
Und tatsächlich sind ja sehr viele moderne Kirchen Rundbauten oder rein quadratisch angelegt!)
Lieber Jürgen, Einiges dagegen, was durch die Ungunst der Zeit verlorengegangen ist, soll, soweit es
angebracht oder nötig erscheint, nach der altehrwürdigen Norm der Väter wiederhergestellt werden.KONSTITUTION
ÜBER DIE HEILIGE LITURGIE SACROSANCTUM CONCILIUM Da sich aber im Laufe der Zeiten einiges in die Riten
der Sakramente und Sakramentalien eingeschlichen hat, wodurch ihre Natur und ihr Ziel uns heute weniger
einsichtig erscheinen, und da es mithin notwendig ist, einiges an ihnen den Erfordernissen unserer Zeit
anzupassen, so erlässt das Heilige Konzil für ihre Reform folgende Anordnungen. KONSTITUTION ÜBER DIE
HEILIGE LITURGIE SACROSANCTUM CONCILIUM der Modernismus hat die Nummer alt=gut=supermodern mit Virtuosität
gespielt, dann bei der Umsetzung aber im modernistischen Sinn immer gepatzt. Sprich das was angeblich
verloren gegangen ist durch eigene Erfindungen ersetzt, bzw. das angeblich Verlorene als Trojanisches
Pferd für ihre Irrtümer verwendet.
Teils scheußlich barockisiert Wenn nur mal Ernst gemacht werden würde und die teils scheußlich barockisierten
Kirchen, aus Romanik oder Gotik wieder und den ursprünglichen Zustand zu bringen. Offenbar ist die falsche
Puttengläubigkeit des Barock aber so verführerisch, dass sich niemand wagen würde, klar Schiff zu machen
und fort mit der alabasternen Frömmigkeit, den pimpelwichtigen Sockeln und Streben und den marmorartig
angestrichenen Säulen, die ihre eigene Leere beklagen. Am schlimmsten sind die auf Neobarock getrimmten
Gebäude…!
alt = gut Ist nur gut was alt ist? Gotische oder romanische Kirchen waren auch „alt“, dennoch hat man
sie im Barock „modernisiert“ (=barockisiert). Damal war der Barock „modern“, aber modern gilt heute als
„schlecht“ Aber heute ist der Barock alt, also wieder gut, gotisch ist aber älter, ist es damit besser?
Also Rückbau der barockisierten Kirchen in den Urzustand? Von den Verfechtern der Meinung „alt=gut und
schön“ wird doch solange hin- und hergedreht bis ihre Meinung passt. Hauptsache das, was heute „modern“
ist kann als „schlecht“ hingestellt werden.
Sollte die Abwärtsentwicklung wider Erwarten in dieser Schnelligkeit weitergehen, dann wäre das: „Warten
wir 200 Jahre und die Leute werden ehrfurchtsvoll auf die architektonischen (Fehl)griffe des 20. Jh. gucken.“
sehr gut vorstellbar. Wem jeder Maßstab verlorengegangen ist, wem alles ästhetische Gefühl und historisches
wie auch Glaubenswissen aberzogen oder nie vermittelt worden ist: ja – der steht dann ehrfurchtsvoll vor
den Verirrungen der Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts und vor dem, was daraus geworden ist. Es gibt
aber Gott sei Dank viele, die aktiv dagegen etwas tun, daß diese armen solche Scheußlichkeiten ehrfurchtsvoll
betrachten müssen.
Abriss und Neubau Man hat Anfang des 18. Jh. den alten gotischen Hochaltar abgerissen und einen damals
„modernen“ Hochaltar errichtet. Dort sehe ich schon Parallelen zwischen dem „Bildersturm“ nach dem II.
Vatikanischen Konzil, als man in nicht wenigen Kirchen auch alte Altäre rausgerissen hat, um sie durch
„moderne“ zu ersetzen. Immer war das Motto: Altes raus, Neues rein. –- Egal ob dem Motto im 18. Jh oder
im 20. Jh. gefolgt wurde. Das Prinzip ist das gleiche. Heute sagt man freilich, daß der barocke Hochaltar
„ehrwürdig“, „erhaben“ und was weiss ich ist. War es der gotische Vorgänger nicht? Dem trauert aber
keiner hinterher. Warten wir 200 Jahre und die Leute werden ehrfurchtsvoll auf die architektonischen (Fehl)griffe
des 20. Jh. gucken. Und wehe, es kommt dann jemand, der was „moderne“ reinsetzen will.
@Freinsberg Da sitzen Sie einer Fehlinformation auf: Der Tabernakel mit dem Allerheiligsten befindet sich
am Hochaltar am besten Platz – und dies ist keineswegs verboten. Die hl. Messe darf lediglich nicht vor
dem ausgesetzten Allerheiligsten (in der Monstranz) zelebriert werden – zumindest gilt dies so für den
neuen Ritus.
Ad juergen Erstens: Wir haben nicht im Sandkasten gespielt, sind also nicht „per DU“. Zweitens: Meinen
Sie mich mit Ihrem Posting? Wenn ja, dann wäre ein „ad“ oder „@“ angebracht.
Nonnobis, Sie nehmen mir das Wort aus dem Mund. Wer nicht den Unterschied zwischen einem herrlichen barocken
Altar in einer ebenso herrlichen gotischen Kirche einerseits und einem das architektonische Gesamtkonzept
zerstörenden, davorgestellten Bügeltisch andererseits versteht, hat keine andere Bewertung als „Rumpelstilzchen“
zu erwarten. Ein solcher Mensch hat normalerweise auch keine Kriterien, einen Kulturbruch als solchen
zu erkennen. Ich darf mich Ihnen anschließen. Mit Gruß!
Ad juergen Sie sind offenbar ein kleines, besserwisserisches und dem Gesamtthema nicht mächtiges Rumpelstielzchen.
Das haben Sie auch in anderen Artikeln bewiesen. Oder wollen Sie hier nur Internet-Terror betreiben?
Kulturbruch? Wer da einen Bügeltisch für die Altarwäsche vorstellt, zeigt den Kulturbruch… Und ein
barocker Altar in einer gotischen Kirche ist kein „Kulturbruch“?
Ad RJH Waren Sie schon mal auf solchen Events dabei? Wieviele Priester stehen da dann bloß rum? Und die
noch mehr anwesenden „außerordentlichen“ Kommunionspender reißen sich drum, den Leib des Herrn auszuteilen
oder – was auch geschieht – mit Füßen zu treten. Meine Meinung – und das ist übrigens auch die herrschende
Meinung der Kirche: Wo es genügend Priester gibt, da sollten die Priester [und auch Diakone] als ordentliche
Kommunionspender den Leib des Herrn austeilen. Oder sollen sich die anwesenden Kleriker dann auf ihren
zugewiesenen Plätzen ausruhen von der „anstrengenden Liturgie“ im Rahmen einer Großveranstaltung? Das
Zerstörungswerk im Rahmen einer „Entmystifizierung“ treibt immer weitere „sonderliche“ Früchte. Auch
innerhalb des Klerus, der sich im V II sonnt und meint, alles den Laien zu überlassen – auch die Kommunionspendung,
denn Kleriker sind ordentliche Spender, Laien nur „außerordentliche“ Kommunionspender in Ermangelung
von Klerikern.
@ matt2 Kommunion unter beiden Gestalten (mit Eintauchen der Hostie in den Wein) gibt es schon. Hat natürlich
nichts mit Geschmack oder leichterem Schlucken zu tun.
@RJH: genau! Ich frage mich ja auch, wieso man zur Hostie nicht gleich eine Dip-Sauce reicht. Bisschen
was zum eintunken, damits auch nach was schmeckt und nicht so trocken am Gaumen klebt.
@ RJH Glauben Sie wirklich, dass bei einem Papstbesuch nicht eine ausreichende Anzahl ordentlicher Kommunionspender
(Bischöfe, Priester, Diakone) anwesend ist und zur Kommunionausteilung zur Verfügung stehen kann?
Warum sollen Laien keine Kommunion austeilen? Was ist denn da dabei? Wenn beim Papstbesuch tausende von
Besuchern zum Empfang der Kommunion drängen, wird das wohl ohne Kommunionhelferinnen und -helfer kaum
zu bewältigen sein. Zum Glück gibt es solche engagierten Mitchristen, die sich für eine solchen ehrenvolle
Aufgabe ausbilden lassen.
Da hat kreuz.net aber sehr schnell … … den in einem anderen „katholischen Nachrichtendienst“ veröffentlichten
Artikel aufgegriffen. Was ich dazu meine? – Das sage ich nicht.
Über die theologischen und liturgischen Gründe, die für eine Gleichrichtung von Volk und Priester durch
Zelebration am Hochaltar und gegen die falsche Priesterzentriertheit durch die Zelebration am Volksaltar
sprechen (erst recht in einem gotischem Sakralbau!): s. hier www.kreuz.net/bookentry.980.html!
Maurice: Auch wenn man die bauliche Gestalt der Kirche von außen sieht: hier ist der Landschaft mit seinen
sanften Hügeln ein himmelstürmendes Zeichen www.retter.at/…/PoellaubergFlug.jpg eingeprägt worden!
Der barocke Hochaltar paßt sich diesem gotischen Baukörper mit seinem Richtungssinn: „nach oben www.kircheninfo.com/…ellauberg_medium.jpg!“
bestens an. Der Volksaltar muß hier wie ein Fremdkörper erscheinen: in einer architektonischen Umgebung,
die ein steingewordener Fingerzeig auf den Himmel sein will.
Pünktchen, Sie haben recht! Wer da einen Bügeltisch für die Altarwäsche vorstellt, zeigt den Kulturbruch,
der versucht worden ist und der um ein Haar geklappt hätte. Beeindruckend, das!
Hochaltar in Pöllauberg Einen Blick auf den dominierenden Hochaltar (und in den Kircheninnenraum) von
Pöllauberg kann man werfen, wenn man die Homepage der Pfarre www.graz-seckau.at/pfarre/poellauberg/ aufruft
und sich auf die entsprechende Seite einklickt!