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Mittwoch, 19. Januar 2005 13:55
„Ich erhielt von Hitler den persönlichen Befehl, den Papst zu entführen.“
Adolf Hitler wollte den von nationalsozialistischen Truppen eingekreisten Papst Pius XII. nach Deutschland verschleppen. Pius XII. bewahrte während des Zweiten Weltkrieges zehntausende Juden vor dem sicheren Tod.
(kreuz.net, Rom) Papst Pius XII. sollte in ein deutsches Schloß gebracht und dort interniert werden. Die Nationalsozialisten beschuldigten ihn unter anderem einer freundschaftlichen Haltung den Juden gegenüber. Die „Operation Rabat“ war für den Frühling 1943 vorgesehen. Ihr wahres Ziel war die Auslöschung des Christentums, das einer nationalsozialistischen Universalreligion weichen sollte. Das berichtet ein auf „vaticanfiles.net“ veröffentlichter Artikel von Salvatore Mazza.

„Ich erhielt von Hitler den persönlichen Befehl, den Papst zu entführen“, schreibt Karl Friedrich Otto Wolff in einem Memorandum, das er am 24. März 1972 niederlegte. Wolff war Obergruppenführer des Generalstabs der SS und General der Waffen-SS. Vorher hatte er als Leiter des persönlichen Sekretariates von Heinrich Himmler gearbeitet und war anschließen der höchste SS und Polizei-Führer in Italien. Hitler warf dem Papst vor, „antinationalsozialistisch“ und ein „Freund der Juden“ zu sein.

Das von Wolff verfaßte Dokument wurde in München gefunden und befindet sich heute in der Dokumentation für die Seligsprechung für Papst Pius XII. Wolff hatte bereits im Nürnberger Prozeß ausgesagt und auf die versuchte Entführung hingewiesen. Es sei ihm damals gelungen, den Führer von seinem Vorhaben abzubringen. Ob Absicht oder Zufall: Die Frage der Entführung des Papstes interessierte die Nürnberger Richter nicht.

Hitler ließ von seinen Plänen, den Papst zu entführen, nicht ab. In den ersten Maitagen des Jahres 1944 erhielt Wolff in Berlin von Hitler eine Art Ultimatum. Nachdem der SS-General nach Rom zurückgekehrt war, bat er um eine Audienz beim Papst, „um ihn über schwerwiegende und dringendste Fragen zu unterrichten, die seine Person betreffen“.

Die Audienz fand am Abend des 10. Mai 1944 statt, weniger als einen Monat vor der Flucht der deutschen Truppen aus Rom. Der General, der von Pater Pankraz Pfeiffer, dem Superior der Salvatorianer, begleitet wurde, betrat den Vatikan in Zivil. Pater Pfeiffer war während des ganzen Krieges die rechte Hand des Papstes bei der Hilfe für die Juden. Der SS-General informierte den Papst über Hitlers Absichten und ermahnte ihn, vorsichtig zu sein, auch wenn er persönlich den Befehl niemals ausführen werde. Der Papst bat Wolff, als Beweis seiner Ehrlichkeit zwei zum Tode verurteilte Gefangene freizulassen. Das geschah tatsächlich am 3. Juni.

Nach einer Rekonstruktion der Ereignisse durch den Jesuitenpater und Kirchenhistoriker Robert Graham, der vom Münchner Memorandum des SS-Generals nichts wußte, wäre die SS für die Verschleppung des Papstes eingesetzt worden, während sich das Kunsberg-Kommando um die Beschlagnahmung der Vatikanischen Archive bemüht hätte. Der Papst wäre ins Schloß Lichtenstein nach Württemberg verbracht worden.

Stimmen einer bevorstehende Ausweisung des Papstes aus dem Vatikan lagen in Rom schon länger in der Luft und wurden täglich lauter. Der brasilianische Botschafter beim Heiligen Stuhl bemühte sich sogar darum, daß die beim Vatikan akkreditierten alliierten Diplomaten dem Papst ins Exil folgen würden.

Die ersten Hinweise auf eine Entführung des Papstes finden sich übrigens schon im Jahre 1941. Bereits am 6. Mai notierte der Sekretär der Kongregation für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten, Monsignore Domenico Tadini, daß Deutschland Italien gebeten habe, den Papst aufzufordern, Rom zu verlassen, „weil im neuen Europa kein Platz mehr für das Papsttum sei.“

Vom Jahr 1941 an wurden wichtige Dokumente des Vatikans auf Mikrofilm festgehalten und in die Apostolische Delegation nach Washington (USA) in Sicherheit gebracht. Andere Dokumente ließ der Papst persönlich in einem doppelten Fußboden unweit seiner privaten Gemächer verstecken. Man fürchtete das Schlimmste.

Seit seiner Wahl stand der Papst unter dem Trommelfeuer der nationalsozialistischen Propaganda. „Die Wahl von Kardinal Pacelli findet nicht die Gunst Deutschlands, weil er sich immer dem Nationalsozialismus widersetzt hat“, schrieb am 3. März 1939 die „Berliner Morgenpost“, ein Organ der nationalsozialistischen Bewegung . Seit diesem Tag gehörten verleumderische Zeitungsartikel, Karikaturen und mediale Beschuldigungen des Papstes zum nationalsozialistischen Alltag.

Im Jahr 1941 nahm ein nationalsozialistischer Funktionär an der Karwochen-Liturgie in der Sixtinischen Kapelle teil. Am Ende sagte der Funktionär zu Monsignore Domenico Tadini: „Die Zeremonien waren interessant. Aber das war das letzte Mal. Nächstes Jahr wird es sie nicht mehr geben“.

Der Nationalsozialismus war immer bestrebt, sich als eine neue Religion auszugeben. Aufschlußreich sind dazu die Erinnerungen von Himmlers finnischem Masseur, der wegen seiner magischen Hände bekannt war und den SS-Führer während des ganzen Krieges wie ein Schatten begleitete.

Die Erinnerungen des Masseurs werden von Joseph Kessel erzählt: „Im Mai 1940 suchte der Masseur Kersten, um dem Panorama der Zerstörung zu entkommen, Zuflucht in Himmlers Feldbibliothek. Dabei machte er eine überraschende Entdeckung. Sie enthielt ausschließlich religiöse Werke: die Veden, das Alte Testament, die Evangelien, den Koran.

„Haben sie mir nicht gesagt, daß ein Nationalsozialist keine Religion besitzen soll?“ fragte er Himmler eines Tages.

„Gewiß“, antwortete dieser.

„Und dann?“, fragte Kersten und wies auf die Bücher.“

Ein lächelnder Himmler gab ihm die folgende Antwort: „Nein, ich habe mich nicht bekehrt. Diese Bücher dienen für meine Arbeit. Hitler hat mir die Aufgabe anvertraut, das Evangelium der neuen nationalsozialistischen Religion zu verfassen. Nach dem Sieg des Dritten Reiches wird der Führer das Christentum abschaffen und auf seinen Ruinen die germanische Religion errichten. Wir werden die Idee Gottes beibehalten, aber es wird eine vage Idee sein. Der Führer wird als Retter der Menschen den Platz Christi einnehmen. Auf diese Weise werden Millionen und Abermillionen von Menschen in ihren Gebeten den Namen Hitlers aussprechen und in hundert Jahren wird man nur noch die neue Religion kennen. Sie werden verstehen, daß ich für dieses neue Evangelium eine Dokumentation benötige.“
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Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 8 Lesermeinungen:
Samstag, 27. Mai 2006 10:17
Dr. Otterbeck: „Wir werden die Idee Gottes beibehalten,
aber nur als vage Idee“, sagte Himmler. In diesem Punkt hat der Nationalsozialismus gesiegt.
Dienstag, 8. März 2005 14:38
GerdEric: Von der Redaktion entfernt
Dienstag, 8. März 2005 12:33
Laurentius2: Von der Redaktion entfernt
Samstag, 29. Januar 2005 10:29
GerdEric: Ja,ja, die wollten ja erst putschen, als alles zu spät war,
Und?
Stimmt das nicht?

die wollten ja nur ihre aristokratischen Pfründe retten…

Genau so, wie von Bodelschwing und von Galen nur ihren eigenen Tellerrand im Auge hatten, nicht aber Hüter ihrer Brüder sein wollten, nicht mal der christlichen…
Freitag, 28. Januar 2005 16:07
Laurentius2: Dollfus ? Nie gehört …
… und als „Reichs“- bzw. heute Bundesdeutscher hat man doch noch nie etwas von Dollfus gehört, jedenfalls nicht in der Schule, wo es sowieso nur linke Widerständler gab. Ich weiß noch, wie ich dem Geschichtslehrer ein Referat über die Männer des 20. Juli, fast alle überzeugte Christen, förmlich aufdrängen mußte. Da heißt es dann immer: „Ja,ja, die wollten ja erst putschen, als alles zu spät war, die wollten ja nur ihre aristokratischen Pfründe retten… und das war’s dann. Von der ganzen Vorgeschichte sowohl in Deutschland wie in Österreich, das sich ja aus freien Stücken nicht mit dem Reich „wieder“(1806)-vereinigen durfte, wird den Schülern bewußt nur bruchstückhaft etwas vermittelt.
Bsp: Der kurz vor seiner Ausführung wegen des enormen diplomatischen Erfolges Hitlers in München 1938 – dank der heute „selig gesprochenen“ Westalliierten – abgeblasene Staatsstreich von christlichkonservativen und anderen Militärs und Politikern, u.s.w.
Doch was tut unsere Amtskirche eigentlich, um das schiefe Geschichtsbild: links = gut, patriotisch oder rechts = rechtsradikal zu korrigieren ? Hat man auf Seiten unserer Mutter Kirche oder „unserer“ Partei CDU bzw. ÖVP überhaupt die Dimension und den praktischen Effekt dieser gigantischen Geschichtsklitterung begriffen ? Ich glaube nicht. Kardinal von Galens Predigten, besonders auch nach dem Krieg, wären heute vielleicht ein Fall für den Verfassungsschutz, ebenso wie viele Meinungen Adenauers heute in der CDU nicht mehr vertreten werden dürfen (s.Hohmann, dem die linksradikale taz immerhin bescheinigte, noch bis in die 60er Jahre hinein im Zentrum des christdemokratischen Spektrums gestanden zu haben …).
Was tun ?
Freitag, 28. Januar 2005 10:56
Dolfus: @ Laurentius
Das ist wahr, die Linken wollen den alleinigen Ruhm, sogar der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer hat das recht klar zum Ausdruck gebracht.

Dafür lügen sie sogar Österreichs Widerstandsbundeskanzler Engelbert Dollfuß zu einem Wegbereiter seines Erzfeindes des Reichskanzlers zurecht.

Tatsächlich waren die österreichischen International-Sozialisten nie bereit, Kanzler Dollfuß in seinem Kampf gegen die Bedrohung des national-sozialistischen Reiches im Norden zu unterstützen. Bruno Kreisky beschreibt in seinen Memoiren den Haß der Roten gegen den patriotischen christlich-sozialen Kanzler in Wien.

Nachweislich sind damals viele der Austro-Sozialisten ins Reich gegangen, um fortan mit den nationalen Sozialisten in einer Reihe zu kämpfen, während andere sich Stalins Bolschewisten anschlossen.

Ist das nicht ein einziges Armutszeugnis gegen den Geist der Sozialdemokraten, die sich im Zweifelsfall nicht für ihre Heimat Österreich entschieden, sondern entweder für Adolf Hitler oder aber für Josef Stalin?

Es ist doch beschämend, daß der einzige Regierunschef der Welt, der im Krieg gegen die braune Partei ermordet wurde, in seiner Heimat heute totgeschwiegen wird.

Er versuchte, Hitler standzuhalten, gegen einen der technisch bestorganisiertesten Staaten der Welt.

Des tiefgläubigen Kanzler Engelbert Dollfuß’ Heldenmut können wir daran ermessen, wenn wir uns ein Taiwan (die Republik China) ohne US-Schützenhilfe vorstellen würden.
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