Prälat Georg Ratzinger
„Wir waren einfach ‘Die Ratzis’“
Kürzlich erzählte Prälat Ratzinger bei einer Tagung des Opus Dei vom Alltag in der Familie, in der er mit dem jetzigen Papst aufwuchs – auch worüber er mit seinem Bruder am Telephon so spricht.
Prälat Ratzinger zu Besuch beim St. Pöltner Bischof Klaus Küng
Prälat Ratzinger zu Besuch beim St. Pöltner Bischof Klaus Küng
© Pressestelle Diözese St. Pölten
(kreuz.net, St. Pölten) Der ältere Bruder des Papstes, Prälat Georg Ratzinger (83), besuchte über Pfingsten eine vom Opus Dei in Niederösterreich organisierte Priestertagung.

Das berichtete die Webseite der Erzdiözese Wien, ‘Stephanscom’.

Das Priestertreffen mit rund siebzig Teilnehmern fand im Tagungshaus Hohewand der Personalprälatur statt.

Der ehemalige Domkapellmeister der Regensburger Domspatzen erzählte in einem Vortrag am Pfingstdienstag kurzweilige Familiengeschichten.

Kirchliche Kindheit

Prälat Ratzinger erinnert sich noch an die Geburt seines Bruders am 16. April 1927. Damals durfte er nicht mit dem Erwachen aufstehen: „Nein, du mußt noch schlafen bleiben. Wir haben ein kleines Büblein bekommen.“

Anfangs wußte er nicht, was das zu bedeuten hatte: „Aber das sollte sich dann ja rasch weisen.“

Der Prälat berichtete auch von den beruflichen Gendarmerie-Rundgängen seines Vaters. Wenn der Polizeibeamte nicht rechtzeitig zu Hause war, begann seine Frau mit den drei Kindern Maria, Georg und Joseph zu beten.

„Unser Vater war ein tiefgläubiger Mensch. Das Beten und das Kirchenjahr haben unseren Alltag geprägt.“

Ein Orgel-Ratzi und zwei Bücher-Ratzis

Im Ort war der Spitzname der Familie ‘die Ratzis’. Prälat Ratzinger zählt seine beiden Geschwister zu den „Bücher-Ratzis“, sich selber als „Orgel-Ratzi“.

Der nunmehrige Papst habe als Kind gern und viel gelesen, während sich Georg sehr früh der Musik widmete.

Die zeitgenössische Kirchenmusik lehnt Prälat Ratzinger ab: „Ab dem 20. Jahrhundert begann die Interpretation. Ich glaube nicht, daß es seither noch große Würfe gab.“

Das neue Papst-Buch

Das neue Buch des Papstes „Jesus von Nazareth“ läßt sich Prälat Ratzinger, der an einer fortgeschrittenen Sehschwäche leidet, zur Zeit vorlesen.

Er ist begeistert. Im neuen Buch seien die ihm bekannten Meinungen seines Bruders gereift und übersichtlich zusammengefaßt:

„Ich glaube, daß das Buch ein Geschenk an die Kirche und an viele Menschen ist.“

Einer Meinung

Im Interview mit dem Wiener Domrundfunk ‘Radio Stephansdom’ sprach der Prälat auch über die regelmäßigen Telefonate mit seinem Bruder.

Es gebe keine theologischen Streitgespräche: „Meistens plaudern wir über das Wetter, den Alltag, was es gerade an Neuigkeiten gibt. So weit sind wir schon am Boden geblieben.“

Zudem fällen die Brüder meistens die gleichen Urteile.

Zum Papstbesuch in Österreich

Wenn er im September noch lebe, will Prälat Ratzinger zum Papst-Besuch nach Mariazell kommen: „Unsere Familie hat Österreich immer gern gehabt, und ich bin immer gern hergefahren.“

Als Grund nannte er, daß es eine geistliche Verwandtschaft und keine sprachlichen Schwierigkeiten gibt.

Österreich und Bayern ähnelten sich in Kunst, Musik und auch in der Menschlichkeit.

Der Prälat plant, bereits einige Tage vor Mariazell nach St. Pölten zu reisen. Das gab das Bistum St. Pölten gestern Freitag nach einem Besuch von Prälat Ratzinger bei Bischof Klaus Küng bekannt.
      
16 Lesermeinungen
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#16   zum Glück katholisch   21:07:36 | Montag, 4. Juni 2007
@ Nachtlaterne
Sie brauchen Ihre Kommentare nicht überall reinkopieren.
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#15   Nachtlaterne   22:54:21 | Sonntag, 3. Juni 2007
Wenn aber nur noch das Unkraut gedeihen darf und entsprechend gedüngt wird, dann dürfen wir uns über
Wenn aber nur noch das Unkraut gedeihen darf und entsprechend gedüngt wird, dann dürfen wir uns über schwere Verwahrlosungen nicht mehr wundern.
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#14   Rudolfus   22:05:51 | Sonntag, 3. Juni 2007
@Sentinel
Die Bayern und Kultur in einem Atemzug zu nennen, ist genauso als würde man behaupten, daß die Berliner keine Kultur besäßen.
Der Regionalpatriotismus ist doch etwas Typisches für Deutschland mit seinen vielen Stämmen und Ländern, insbesonders aber auch der große Mentalitätsunterschied zwischen Nord- und Süddeutschland, zusätzlich aber noch der Unterschied zwischen Altbayern und dem Rest der Bundesrepublik Deutschland.
Der Unterschied zwischen Bayern und Preußen ist aber, daß von Preußen, von seinem Gebiet und seinem Volk her, nur mehr ein kleiner Teil erhalten geblieben ist und der Staatsname Preußen – als Rache Churchills und der Briten – gänzlich verboten wurde.
Der weiterbestehende bayerische Patriotismus hat wahrscheinlich auch damit zu tun, daß seit 1945 in der Bundesrepublik Deutschland an einem Deutschlandpatriotismus nicht zu denken war, während ein bayerischer oder sonstiger Regionalpatriotismus kein Problem darstellte.
Aus demselben Grund ist auch ein österreichischer Patriotismus möglich, weil sich die Republik Österreich 1945 ausdrücklich von Deutschland distanciert hat, und Österreich während der Nationalsozialismusära auch ausdrücklich nicht existiert hat.
Es wäre jedenfalls wünschenswert, daß auch für ganz Deutschland wieder ein Patriotismus entstehen kann, so wie es einen Patriotismus in allen zivilisierten Staaten gibt, während da Deutschland ja eine Sonderrolle einnimmt.
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#13   Burgorus   23:22:58 | Samstag, 2. Juni 2007
Gleich und gleich gesellt sich gern
Das hatten wir nicht erst in den 30’ern; da hat Österreich ja durch den Anschluss an Deutschland nur das bestätigt, was von etwa 800 bis 1866, also über 1000 Jahre lang galt.
Vor Karl dem Großen war Groß-Baiern ein Königtum, unter Karl noch ein Vasallenkönigtum. Nach dem Sturz der Welfen ist davon die bairische Ostmark als Extra-Herzogtum abgespaltet worden, den (damals) größten Teil übernahmen die Wittelsbacher. Die größer werdende Ostmark (Ostreich, Österreich) übernahmen erst Jahrhunderte später die Habsburger.
Der deutsche Dezentralismus in einem Staatenbund, der durch die Reichsidee zusammengehalten wurde, hatte den Vorteil, dass sich die eigenständigen Kulturen entwickeln konnten. Da Österreich und Bayern ethnisch und sprachlich in etwa eine Einheit bilden, haben sie eben auch eine ähnliche Kultur, die in einem selbständigen Herzogtum im Heiligen Römischen Reich erhalten werden sollte.
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#12   Sentinel   22:46:35 | Samstag, 2. Juni 2007
@Burgorus
Ich habe ja auch nicht gesagt, daß in Bayern niemals Kultur vorhanden gewesen sei!
Die einzige, echt bayrische Kultur gab es sowieso nur unter Ludwig II. Und das Land braucht unbedingt wieder einen solch gläubigen Monarchen wie diesen.
Aber wie sagt man bei uns in Österreich: „Wo keine heiße Luft ist, wird auch kein Feuer sein!“ – Deshalb glaube ich fest daran, daß irgendwann einmal wieder das heilige bayrische Feuer in der jetzigen Unkultur aufflammt und sich Bayern endlich vom restlichen Deutschland trennt und sich dann vielleicht mit Österreich zusammen tut. Gleiches und Gleiches gesellt sich gerne – hatten wir ja schon in den 30’ern.
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#11   zum Glück katholisch   21:41:14 | Samstag, 2. Juni 2007
@ Sentinel
Bei uns im Allgäu sagt man dazu: „Reden, daß d’ Luft schäppert“ Sie können sich Ihren Teil denken, aber nicht uns damit zumüllen…
Vielden Dank für die Aufmerksamkeit, denn ich weiß, Sentinel, daß Sies gelesen ham! ^-^
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#10   thaumaturgos   21:09:02 | Samstag, 2. Juni 2007
bah, DIRIGENT
der war DOMKAPELLMEISTER, und das ist ja a bissele meher als a dirigent
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#9   Romulus   20:49:57 | Samstag, 2. Juni 2007
Buah, super, interessiert alle brennend
Das sind Themen wie sie die Kirche braucht. Sentimentales Geschwafel.
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#8   Burgorus   20:23:18 | Samstag, 2. Juni 2007
@Sentinel: Stimmt nicht! Der Papst hat deutsche und vatikanische Staatsbürgerschaft
Der Papst hat deutsche Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Pentling, hätte in Deutschland sogar wählen dürfen, hat dies aber ausgeschlagen, da er sich als Staatsoberhaupt nicht in einen anderen Staat einmischen wollte.
Wir Bayern haben sicherlich nicht mehr die Kultur, die wir schon mal hatten. 60 Jahre Unkultur-Terrorismus der USA hat sicher die Franzosen, die sich lange als Siegermacht fühlten, etwas weniger getroffen als die Bayern, die von denselben besetzt werden.
Aber wir werden unsere Kultur wieder bekommen, denn das Selbstbewusstsein der Baiern ist wieder im Erwachen, und im Verein mit den österreichischen Baiern bis hinunter nach Südtirol werden wir sehr viel zum Herabkommen des himmlischen Jerusalem beitragen bei der Widerkunft Christi beitragen.
Hinsichtlich Papstbesuch: Machen Sie’s wie Ihnen danach ist. Fühlen Sie sich zu nichts gezwungen. Eine Gnade ist es allemal, wenn man die Zeit dafür hat.
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#7   Pater Lingen   20:19:23 | Samstag, 2. Juni 2007
Einfach „Die Ratzis“
Das geht in Ordnung.
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#6   Sentinel   19:15:57 | Samstag, 2. Juni 2007
@ all
Vielen Dank, werte Herren,
für das Lob, daß ihr mir ausspracht.
Wenn ich es mir nun genauer betrachte, sollte ich doch zum Besuch des Papstes nach Österreich kommen. Da er nun kein Bayer mehr ist – und niemals Österreicher war – sondern das Oberhaupt eines eigenen, unabhängigen Staates, der sich nur einmal eines Konkordates mit Hitler schuldig gemacht hat (Hitler war Bayer & Österreicher), würde ich ihn natürlich begrüßen.
Und ihn auch nach dem Motu Propio fragen, und ihn bitten, es nicht wieder einzuführen, damit uns zum einen kreuz.net, zum anderem auch die FSSPX erhalten bleibt.
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#5   RJH   16:38:17 | Samstag, 2. Juni 2007
Warum hat man Prälat Ratzinger nicht nach dem „Motu“ gefragt?
Sehr geehrter Herr Prälat, wissen Sie, ob und wenn ja, wann, der Heilige Vater den tridentinischen Ritus wieder uneingeschränkt zulässt?
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#4   Benedikt   16:36:39 | Samstag, 2. Juni 2007
@ Sentinel
Ich bin enttäuscht. Und werde deshalb meine Reise zum Papstbesuch nach Österreich schweren Herzens absagen.
Ja nee, is klar.
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#3   Kaffeebeidl   16:34:16 | Samstag, 2. Juni 2007
Lieber Sentinel,
Ich spare mir jetzt eine Antwort auf Ihrem Beitrag. Sie werden schon Ihre ganz persönliche „Rechnung“ im Jenseits bekommen.
Schaff Recht mir, Gott
und führe meine Sache gegen ein unheiliges Volk;
von frevelhaften, falschen Menschen rette mich.
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#2   nonnobisdomine   15:56:12 | Samstag, 2. Juni 2007
Wenn Sie schon den Homo-Lobbyisten Beck erwähnen:
Dann sollten Sie sich sein negatives Bild zum Vorbild nehmen und daraus Schlüsse ziehen.
Ein erster Schritt scheint von Ihnen gemacht worden zu sein: Sie werden auf dem Papst-Spektakel nicht auftauchen.
Gut so. Auch Homo-Aktivisten sollten sich an Ihnen ein Beispiel nehmen.
Ob ich Sie jetzt in einen Topf mit Beck & Co. werfe????
Neiiiiiiiiiiiiin, nicht doch.
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#1   Sentinel   15:01:03 | Samstag, 2. Juni 2007
Der Bruder des Papstes
Österreich und Bayern ähnelten sich in Kunst, Musik und auch in der Menschlichkeit.
Stimmt, kann ich nur bestätigen.
So ein engstirniges, dummes Volk, daß sich ständig für etwas besseres als den Rest von Deutschland hält und nur wegen seiner Zwangsverwandtschaft mit dem Haus Habsburg sich noch etwas zusätzliches auf den eigenen Status innerhalb Deutschlands einbildet, habe ich selten erlebt.
Aber die Österreicher sind genauso verstrahlt. Es gibt eindeutige Gemeinsamkeiten, da hat der Bruder des Papstes durchaus Recht. Nur traurig ist, daß es eher die schlechten Eigenschaften sind, die bei Bayern und Österreichern übereinstimmen.
Wenn der Brüder des Papstes clever ist, wird er vorher den Josefsweg abgehen, auf Knien, und für diese gezeigte Hoffärtigkeit Gott um Vergebung bitten.
Die Bayern und Kultur in einem Atemzug zu nennen, ist genauso als würde man behaupten, daß die Berliner keine Kultur besäßen.
Hier entschließt sich durchaus der Zusammenhang zwischen altersmäßiger Verkalkung und Lobhuddelei der Gastgeber endgültig zu verschwimmen. Wer behauptet, daß Bayern Kultur besäßen, war niemals in Frankreich! Dort herrscht Kultur.
So einen Ausrutscher hätte ich von Volker Beck erwartet, nicht vom Bruder des Papstes. Ich bin enttäuscht. Und werde deshalb meine Reise zum Papstbesuch nach Österreich schweren Herzens absagen.
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