Bistum Chur
Schwerster Vertrauensmißbrauch
Der Vatikan läßt sich von den Schweizer Kirchengewaltigen schon seit Jahren zum Narren halten. Doch jetzt protestiert die katholische Organisation ‘Pro Ecclesia Zürich’. Der Wortlaut.
Dunkelrot: Diözese Chur
Dunkelrot: Diözese Chur
(kreuz.net, Bern) Der Nuntius in Bern, Erzbischof Francesco Canalini, versandte vor einigen Tagen im Auftrag der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe einen höchst vertraulichen Brief an verschiedene Personen – Priester und Laien – im Bistum Chur.

Das Schreiben enthielt ein Beiblatt mit detaillierten Fragen zu einigen Personen, die für die bevorstehende Churer Bischofswahl in Frage kommen könnten.

Diese diskret zu behandelnde Umfrage spielten eine oder mehrere Personen vollumfänglich der meist antikatholisch agitierenden Zürcher Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ zu. Inzwischen ist der Brief veröffentlicht worden.

Gemäß ‘Tages-Anzeiger’ holt der Nuntius in diesem öffentlich gewordenen Fragebogen Auskünfte über drei Geistliche ein.

Es sind dies Regens Josef Annen, Domherr Christoph Casetti und der Generalvikar für Graubünden, Domherr Vitus Huonder.

Solche vertrauliche Anfragen bei ausgewählten Personen sind übrigens auch in der Privatwirtschaft und beim Staat üblich.

Der Nuntius hat die Angefragten gebeten, höchste Diskretion zu waren. Er schenkte diesen Leuten sein volles Vertrauen. Es wurde in schwerer Weise mißbraucht.

Der Anfragebrief des Apostolischen Nuntius war den Adressaten nämlich unter höchster Geheimhaltung zugestellt worden. Er stand unter dem päpstlichen Geheimnis – dem Secretum Pontificium.

Wir finden das Vorgehen, den Inhalt des Briefes und des Fragebogens einfach der Presse zu übergeben, ungeheuerlich.

Dieser Vertrauensbruch ist in aller Form zu verurteilen.

‘Pro Ecclesia’ hat dieses Vergehen sofort dem Nuntius in Bern und den vatikanischen Behörden in Rom mitgeteilt.
      
11 Lesermeinungen
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#11   möchtegern-kathole   22:40:20 | Mittwoch, 6. Juni 2007
mit seinen europäischen …
… Kirchenprovinzen hat Papa-Raz offensichtlich richtig viel Spass O:)
Lauf’, Papa-Raz, der Weg ist noch weit …
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#10   sacerdos helveticus   22:11:02 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Vertrauensbruch
Joseph von Eichendorff schrieb:
Angenommen, die Informationen, die kreuz.net über den Bruch des secretum pontificium hat, entsprechen der Wahrheit, so ist dies tatsächlich ein Skandal, anders als bei einer gezielten Informationsweitergabe über das MP.
Aber: warum sollten wir das glauben? Nur, weil es bei kreuz.net steht? Der Vertrauensvorschuß, was die Annahme des Wahrheitsgehalts eines Artikels in dieser Internet“zeitung“ betrifft, ist verspielt. Ich glaube dies erst, wenn die Wahrheit auch erwiesen ist.
Die Sache hat doch vorderhand mit kreuz.net nichts zu tun.
Es geht um einen vergangene Woche im Tages-anzeiger, einer grossen Schweizer Zeitung erschienen Artikel, in dem nicht nur über den künftigen Churer Oberhirten spekuliert wurde, sondern es wurden Fragen aus dem vertraulichen und dem Päpstlichen Siegel unterstehenden Fragebogen zitiert und darüber hinaus die Namen von Personen genannt, über die der Nuntius vertrauliche Informationen eingezogen habe. Der Journalist behauptete dabei, diese Informationen seien ihm von durch den Nuntius befragten Personen zugetragen worden.
Entweder hat der Journalist gelogen, als er behauptet hat, diese Informationen vertraulicher Art seien ihm zugespielt worden oder mindestens eine Person hat das Päpstliche Siegel verletzt.
kreuz.net spielt hier gar keine Rolle, dieses Medium hat nur -wie auch viele andere Schweizer Zeitungen-über diesen Presseartikel informiert.
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#9   Joseph von Eichendorff   13:20:08 | Mittwoch, 6. Juni 2007
@ Typ:
Wer weiß, ob die Informationen über das seit zwei Jahren angekündigte „Gespenster“-Motu Proprio nicht gezielt an die Presse weitergegeben werden, um Luft aus der Diskussion zu lassen? Wenn es nämlich tatsächlich kommen sollte, ist alles nur noch halb so wild.
Außerdem glaube ich nicht, daß irgendein Würdenträger oder auch nur ein Pöstcheninhaber im Vatikan auf die Idee käme, kreuz.net als erstes zu informieren. Die beziehen ihre Informationen doch eh nur a) aus der eigenen Phantasie b) vom Abschreiben der vaticanradio.org -Website.
Angenommen, die Informationen, die kreuz.net über den Bruch des secretum pontificium hat, entsprechen der Wahrheit, so ist dies tatsächlich ein Skandal, anders als bei einer gezielten Informationsweitergabe über das MP.
Aber: warum sollten wir das glauben? Nur, weil es bei kreuz.net steht? Der Vertrauensvorschuß, was die Annahme des Wahrheitsgehalts eines Artikels in dieser Internet“zeitung“ betrifft, ist verspielt. Ich glaube dies erst, wenn die Wahrheit auch erwiesen ist.
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#8   Gotthard   12:54:12 | Mittwoch, 6. Juni 2007
‘Pro Ecclesia Zürich’
Diese öminöse Organisation ‘Pro Ecclesia Zürich’ denkt wohl, der Nuntius in der Schweiz könnte nicht Zeitung lesen – daher die Information.
Oder denkt diese ominöse Organisation ‘Pro Ecclesia Zürich’, der Nuntius lese keine „kirchenfeindlichen“ Zeitungen?
Diese Organisation hat sich unschätzbar verdient gemacht!
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#7   Rudolfus   11:58:37 | Mittwoch, 6. Juni 2007
@Chur
Man muß draufklicken, damit die Vergrößerung erscheint.
Es ist nur die Gesamtschweiz und nur die Bischofsstadt Chur eingezeichnet, nicht aber das Bistum Chor selbst.
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#6   Mitten drin statt nur dabei   11:55:23 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Dummheit und Falschheit
Bei der zum Artikel gehörigen Karte handelt es sich nicht um die „Karte der Diözese Chur“. Man sieht die Gesamt-Schweiz!
Genauso wie kotz.net mit solchen Bildern seine Leser verarscht, passiert das auch mit den Artikeln und ihren „Inhalten“ – sofern man überhaupt von Inhalten sprechen kann!
Wie dumm muss man eigentlich sein, um das, was hier steht, zu glauben?
:-@
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#5   Sirilo   11:48:01 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Warum…
setzt Kreuz.net diesen Vertrauensbruch fort und veröffentlicht die Namen der drei Geistlichen?
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#4   Typ   11:40:34 | Mittwoch, 6. Juni 2007
@ Seminarist
das helvetische Gesamtepiskopat
Hm, klar. Hier groß das Maul aufreißen, aber nicht mal Genera richtig bestimmen können.
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#3   Seminarist   11:13:19 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Pastorale Gesamtbilanz
Regens Josef Annen als Bischofskandidat des Bistums Chur?
Man kann dies natürlich von zwei Seiten sehen: Zum einen ist man einen unfähigen Regens losgeworden – zum anderen hat das Bistum einen unfähigen Bischof dazugewonnen. Letzteres dürfte aber beim Blick auf das helvetische Gesamtepiskopat kaum auffallen.
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#2   nonnobisdomine   11:11:31 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Ihr Bild, Typ, das Sie hier vermitteln …
ist ungeheuerlich.
Das was Sie heute auch in einer anderen Lesermeinung zum Besten gaben, läßt einen gläubigen r.-k. Christen nur mit den Ohren schlackern.
Lassen Sie mal Ihr Geblubber und bekehren Sie sich zur Kirche.
Ich bete für Sie.
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#1   Typ   10:53:06 | Mittwoch, 6. Juni 2007
Das ist ungeheuerlich?
Also wenn das, was da beschrieben ist, ungeheuerlich ist, dann ist es mindestens genauso ungeheuerlich, wenn seit ca. 2 Jahren immer wieder vertrauliche Informationen vom Schreibtisch des Papstes, auf dem ein ominöses Motuproprio offenbar seit 2 Jahren unmittelbar vor der Unterschrift steht, an kreuz.net übermittelt werden.
Ich protestiere gegen diesen schwersten Vertrauensmissbrauch und habe sofort den Heiligen Vater informiert.
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