Der Pfarrer des Wiener Stephansdoms hat zu einem Artikel Stellung genommen, der über ihn in einem Boulevardmagazin veröffentlicht wurde. Von Dompfarrer Toni Faber.
(kreuz.net, Wien) Leider hat der Journalist David Pesendorfer in der Bearbeitung meiner Aussagen für
den Beitrag „Jesus Christ’s Superstar“ im österreichischen Wochenmagazin ‘News’ manches falsch verstanden
oder mißverständlich wiedergegeben.
Ich selber betrachte und bezeichne mich niemals als „Superstar“
oder „hippster Priester“.
Mein Lifestyle ist auch nicht „göttlich“ sondern „menschlich“.
Papst Johannes
Paul II. prägte den Satz: „Der Weg der Kirche ist der Mensch.“
Den Menschen nahe zu sein ist mein Anliegen.
Deshalb versuche ich auch unkonventionelle Wege zu gehen und zum Beispiel am Valentinstag alle Liebenden
zu Gebet und Segen in den Dom einzuladen.
Auch homosexuell empfindende Menschen sind genauso willkommen.
Das ist aber keine „Trauung“ – wie fälschlich vermeldet.
Selbstverständlich ist die Sexualität eine
Gabe Gottes und gehört untrennbar zum Menschsein. Dennoch besitzt sie für mich und viele andere nicht
den allerwichtigsten Stellenwert im Leben.
Ich habe darauf vertraut, daß meine Position und meine Worte
meiner Intention entsprechend wiedergegeben werden.
Leider habe ich mich getäuscht.
Wer wirklich wissen
will, was mir in der Kirche wichtig ist, der ist herzlich eingeladen, sich zum Beispiel bei der „Langen
Nacht der Kirchen“ im lichtdurchfluteten Wiener Stephansdom gemeinsam mit David Pesendorfer ein Bild zu
machen, wenn gerade durch unsere Mithilfe Tausende Menschen zu einer ganz neuen Gotteserfahrung geführt
werden.
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35 Lesermeinungen
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@litterae sunt divitiae: Danke! Danke für Ihre gute Beobachtung! Es kommt auch auf den Inhalt an, nicht
nur auf Äußerlichkeiten. Schön, wem es gelingt, beides zu verbinden, das hat natürlich dann verstärkende
Wirkung!
@Guntram Wie passen denn Markenanzüge zusammen mit dem Gebot der Bescheidenheit und Demut? vor einigen
Tagen sah ich mehrfach einige Legionäre Christi. Sehr sehr korrekt gekleidet … die Anzüge waren bestimmt
nicht billig gewesen… andere Farbe und Schlips statt Colar … fertig wäre der Bänker gewesen!
@ Guntram Wie passen denn Markenanzüge zusammen mit dem Gebot der Bescheidenheit und Demut? Wie passt
denn eine Soutane, die ja auch nicht ganz billig ist, zu dem Gebot der Bescheidenheit und Demut? Wie muß
dieser Schnösel auf Amtsbrüder wirken, die in religionfeindlichen Ländern verfolgt und gepeinigt werden.
Wie muss ein Soutane-Träger auf Amtsbrüder wirken, die in verarmten Ländern Tag für Tag den Menschen
dienen, die von Hunger und Unterdrückung bedroht werden? Das Gehabe dieses Mannes grenzt an Zynismus
und Dummheit. Schönen Dank, dass Sie präzise einen Haufen Gründe genannt haben, die man exakt so auch
auf Träger von „ordentlichen Soutanen“ anwenden kann!
nun, ja der hochwürdige Herr, wäre wahrscheinlich nicht in diese Schwulitäten gekommen, würde er,
so wie früher Millionen von Amtsbrüdern es getan haben, eine ordentliche Soutane tragen. Doch nein,
diese Schickimicki Priester, die äußerlich sich dem Zeitgeist anpassen in der Hoffnung, daß sie in
„cooler“ Weise Jugendliche erreichen, sonnen sich in Eitelkeiten. Wie passen denn Markenanzüge zusammen
mit dem Gebot der Bescheidenheit und Demut? Wie muß dieser Schnösel auf Amtsbrüder wirken, die in religionfeindlichen
Ländern verfolgt und gepeinigt werden. Das Gehabe dieses Mannes grenzt an Zynismus und Dummheit. Aber
gut, solche Geistliche machen sich auf Dauer selbst lächerlich und unglaubwürdig, sie sind bestenfalls
Showmaster einer Happening- und Eventkirche, die mit Katholizismus wenig zu tun haben.
Zum Geleit…das heutige Evangelium EVANGELIUM Markus 12, 35-37 In jener Zeit, als Jesus im Tempel lehrte,
sagte er: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei der Sohn Davids? Denn David hat,
vom Heiligen Geist erfüllt, selbst gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten
und ich lege dir deine Feinde unter die Füße. David selbst also nennt ihn „Herr“. Wie kann er dann Davids
Sohn sein? Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu.
@Rudolfus Vielleicht haben Sie ja Recht. Wissen Sie, unser Pfarrer, der nun schon seit 22 Jahren in unserer
Pfarrei ist, legt nicht so viel Wert auf liturgischen Schnickschnack. Im Sommer kommt er mit Latschen
und kurzärmeligen Hemd in die Sakristei, zieht sich ‘ne Mantelalbe an, ‘ne Stola drauf und hält innerhalb
von 40 Minuten die Sonntagsmesse (es sei denn er predigt, dann wird’s bedeutend länger). Ohne Weihrauch,
ohne lateinische Messgesänge, ganz einfach. Gut, an Fronleichmam geht’s natürlich auch bei ihm dann
mal ein bisschen feierlicher zu. Und unser Pfarrer sagt mir auch immer, was das für ein Quatsch sei,
was manche Jungpriester wieder meinen, da abhalten zu müssen. Und ich gebe meinem Pfarrer grundsätzlich
immer Recht. Zufälligerweise habe ich in 2 Wochen meine mündliche Abiturprüfung und eines meiner Schwerpunktthemen
lautet „Liturgie und Sakramente“. Ich werde daher ihr letztes Posting mal berücksichtigen und schauen,
ob sich bei meinen Studien und Recherchen zum Thema Liturgie damit decken. Vielleicht sind dieses „ins
Staunen bringen“ und dieses „Beeindrucken“ notwendige und keine negativ konnotierten Aspekte der Liturgie.
Mein Gotteserlebnis ist garnicht rituell… natürlich: das ganze Dasein ist ja Ritus. Und für mich geht
es eigentlich allezeit darum Gott zu erkennen in dem, was mich umgibt. Dabei gebe ich mir selbst die Handlungsimpulse,
wie ich das möchte. Festgesetzte Rituale empfinde ich als schal und fad und unzulänglich. Der Mutige
liefert sich dem Leben einfach aus und stürmt den Himmel. Er läßt sich nicht abspeisen mit Äußerlichkeiten,
mit personellem HokusPokus, Liedgesang und Orgelsmusik. Vielleicht bin ich ja ein Purist, der stets nach
seiner ganz eigenen Gotteserfahrung strebte, der stets auf Abwegen wandeln muss, um ganz er selbst zu
sein. Mir gefällt das so. Ich will nicht wie die Masse sein. Ich konnte diese Beterei, dieses Heiligen-
und Rosenkranzgetue nie ausstehen. Da kann ich mehr, weil ich frei bin, vogelfrei in Gott.
@littereae … Die Liturgie ist ein göttliches Wirken, und diese soll auch möglichst würdig sein. In
den alten Riten ist diese jedenfalls streng vorgegeben und nicht der Willkür des zelebrierenden Priesters
anheimgestellt. Die Beschäftigung der Vernunft mit der Religion ist eine Sache (fides et ratio, Glaube
und Vernunft). Eine andere Sache ist das Zusammentreffen auf Gott, die alle Ebenen betrifft, nicht nur
die Vernunft, sondern auch alle menschlichen Sinne, durch die wir die Umwelt sinnlich wahrnehmen. Die
Liturgie soll bereits etwas vom Himmel, der uns erwartet, vorwegnehmen, da Gott dort auch tatsächlich
präsent ist. Liturgie ist ja nicht reiner Rationalismus, sondern auch Raum für die mystische Verbundenheit
mit Gott. Die Mystik ist nicht vernunftbestimmt!
@Rudolfus Die Liturgie hat immerhin so viel Eindruck auf Sie gemacht, daß Sie davon berichten. Gutes
Argument! In der Tat! Das hat mich beeindruckt! So eine Liturgie habe ich in unserer Pfarrkirche noch
nie gesehen. Dennoch wirkte es auf mich eher skurril. Unser alter Lektor, der in der Aufstellung vor dem
Altar neben mir Stand, hat schon während der Altarinzenz angefangen zu prusten und flüsterte zu mir:
„Wie lehren die denn heute die jungen Priester im Seminar an?“ Und nach der Prozession wurde über den
Kaplan und seine Liturgie und sein Gehabe gleich emsig gesprochen. Das ist bei uns eben niemand gewohnt.
Aber ist so eine Liturgie, die so unnatürlich anmutet, wirklich zweckmäßig? Geht es dabei wirklich
nur um Gott oder nicht vielleicht auch um Effekthascherei und Selbstdarstellung des Priesters? Geht es
ums Staunen oder um den Glauben?
@litterae … / Liturgie Die Liturgie hat immerhin so viel Eindruck auf Sie gemacht, daß Sie davon berichten.
Und das ist auch der Zweck der römisch-katholischen Liturgie: zur größeren Ehren Gottes und zur Heiligung
der Gläubigen. Die Predigt ist davon unabhängig.
@Doritta führt die Menschen aber nicht zum Glauben, sondern verleitet allenfalls zum Staunen. Nun, was
Sie hier schreiben ist sehr klug. Aber die kath. Kirche hatte das schon immer sehr gut drauf: zum Staunen
verleiten. Bei unserer heutigen Fronleichnamsprozession war ein Kaplan von Auswärts als Zelebrant da,
weil unser Pfarrer derzeit krank ist. Der hat vielleicht am Altar eine Show abgezogen! – Stock-konservatives
Gehabe. Die Alten kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, die Jüngeren haben sich wohl eher amüsiert.
Die Predigt die der gehalten hat – für meine Begriffe absolut inhaltsleer. Aber Hauptsache, das Messgewand
wird hochgehalten während der Inzenz, die geschlagene 2 Minuten gedauert hat, weil der sich mit seinen
ganzen obskuren Figuren, die er mit dem Kessel in die Luft zeichnete gar nicht mehr einkriegte. Heute
habe ich leider feststellen müssen, dass es manch einem Jungprieser scheinbar eher darum geht, in der
Liturgie auf allen möglichen althergabrachten Zirkus zu setzen, als eine inhaltlich solide Liturgie zu
gestalten, von der die Kleinen wie die Großen auch wirklich was mit nach Hause nehmen können. Die heutige
Fronleichnamsmesse bei uns im Dorf hätte sicher viele Nicht-Kirchgänger ins Staunen gebracht. Aber zum
Glauben gebracht hätte das niemanden.
Klarstellung? Er hat sich getäuscht? Vielleicht mag manches an dem News-Artikel nicht richtig verstanden
worden sein. Tatsache bleibt: Wenn man ein bestimmtes Image hat, wird man dieses nicht so schnell los.
Das ist zwar nicht günstig für den Dompfarrer, aber trauriges Faktun. Der lichtdurchflutete Stephansdom
während der langen Nacht der Kirchen ist zwar sehr schön, führt die Menschen aber nicht zum Glauben,
sondern verleitet allenfalls zum Staunen.
Ein Opfer des Zeitgeistes und des Pastoralkonzils Dies trifft leider auf viele heutige Geistliche zu.
Homosegnungen sind aber kaum im Einklang mit irgendeiner Art von Christentum, auch nicht mit dem „Vaticanum-II-Ökumenismuschristentum“.
@ Gotthard Es gibt überhaupt keinen „Ritus“ für eine Prozession Die Prozession selbst ist ein „Ritus“
in diesem Sinne, nur ist dessen Ablauf nicht einheitlich vorgeschrieben. Jede Gemeinde praktiziert ihren
eigenen „Ritus“, der individuell festgelegt ist.
@helveticus Der genaue Ritus der Prozession steht weder im alten noch im neuen Messbuch. Hier gilt Diözesanbrauch.
Es gibt überhaupt keinen „Ritus“ für eine Prozession … jede Gemeinde kann die Prozession gestalten
nach eigenem Gusto.
Wohl keine Prozession wenn gerade durch unsere Mithilfe Tausende Menschen zu einer ganz neuen Gotteserfahrung
geführt werden. Eine House-Messe? Eine Homo-Liturgie? Eine Charismatik-Trance-Liturgy? Was soll das heissen?
Nach eucharistischer Anbetung riecht eine solche Vorhersage in meinen jugendlichen Augen nicht. Diese
ganze Stellungnahme des Dompfarrers sagt nichts und widerlegt nichts. Er verteidigt sogar seine Einsegnungen
von Sodom-Paaren! Dieser Beitrag von ihm ist nichts sagend!
Fronleichnamsprozession Typ schrieb. Eine Prozession mag auch noch dazukommen, muss aber nicht sein. Steht
nicht mal im Missale (und hat auch nie dort gestanden). Im Missale des Jahres 2002 heisst es amn Fronleichnam:
„Expedit ut processio fit post Missam …“ das heisst: es ist Wunsch der Kirche, dass -wenn möglich-
eine Prozession im Anschluss an die Messfeier stattfindet. Der genaue Ritus der Prozession steht weder
im alten noch im neuen Messbuch. Hier gilt Diözesanbrauch.
gewaltige Bewegung Die Pius-Leut bekommen am Hochfest des Leibes und Blutes Christi in Deutschland 13
Hochämter mit anschließender Prozession auf die Beine. Eine erstaunlich gewaltige Bewegung! Ich werde
morgen die Möglichkeit haben, den Leib und das Blut Jesu Christi zu empfangen – und dann auch noch an
einer Prozession teilnehmen – die allerdings sekundär ist. Dem Wiener Dompfarrer wünsche ich weiterhin
Gottes Segen für seinen Dienst.
@Guntram Ich könnte jetzt auch die Termine alleine hier in der Stadt nebst Eingemeindungen oder auch
im Bistum posten… Aber da würden wohl 100x1500 Zeichen oder mehr erforderlich sein.
@ Typ: Am Tag des jüngsten Gerichts werden wir sehen, wer recht hat, der Dompfarrer mit seinem gehässigen
Gottesspott am Valentinstag oder die heilige katholische Tradition.
@ Guntram Ich bekenne den Glauben an die Gegenwart des Herrn dadurch, dass ich ihn EMPFANGE. Eine Prozession
mag auch noch dazukommen, muss aber nicht sein. Steht nicht mal im Missale (und hat auch nie dort gestanden).
Ich werde also an einer Eucharistiefeier teilnehmen und dort den Leib (und hoffentlich, falls es mir nicht
verweigert wird, auch das Blut) des Herrn empfangen. Schöner kann man die Gegenwart des Herrn nicht feiern,
als dass man sich leiblich mit ihm vereinigt. Aber in der Piussekte scheint Sekundärfrömmigkeit ja doch
höheres Ansehen zu haben als die eigentliche Liturgie, oder? Ein Grund mehr, da nicht hinzugehen.
ein paar Veranstaltungstipps: Hier die Termine der diesjährigen Fronleichnamsprozessionen der deutschen
Priorate der Priesterbruderschaft St. Pius X. Bekennen Sie Ihren Glauben an den eucharistischen Herrn!
Kommen Sie zahlreich! Bonn Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Essen Donnerstag,
7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Freiburg Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession
(Bürgerhaus am Seepark) Göffingen Donnerstag, 7. Juni 9.30 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Hattersheim
Sonntag, 10. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Kleinwallstadt Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt,
anschl. Prozession München Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Neustadt Donnerstag,
7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Saarbrücken Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl.
Prozession Stuttgart Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Überlingen Donnerstag,
7. Juni 9.30 Uhr Hochamt, anschl. Prozession Memmingen Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession
Zaitzkofen Donnerstag, 7. Juni 9.00 Uhr Hochamt, anschl. Prozession
@ Reusch Nein, das will ich bestimmt nicht wissen. Und ihr Discogefunzel im Stephansdom will ich auch
nicht sehen – aber Sie vor der Inquisition Die Inquisition ist heute die Glaubenskongregation. Sie können
die Glaubenskongregation gerne anschreiben; dann werden Sie sehen, ob die höchste kirchliche Autorität
hinter Ihrem gehässigen Spott steht oder hinter dem Dompfarrer von Wien. Nur zu! Oder trauen Sie sich
nicht?
Klappe zu und Klappse auf für diesen Depp Wer wirklich wissen will, was mir in der Kirche wichtig ist,
der ist herzlich eingeladen, sich zum Beispiel bei der „Langen Nacht der Kirchen“ im lichtdurchfluteten
Wiener Stephansdom gemeinsam mit David Pesendorfer ein Bild zu machen, wenn gerade durch unsere Mithilfe
Tausende Menschen zu einer ganz neuen Gotteserfahrung geführt werden. Nein, das will ich bestimmt nicht
wissen. Und ihr Discogefunzel im Stephansdom will ich auch nicht sehen – aber Sie vor der Inquisition
…