Spät, aber doch: Die spanischen Bischöfe weisen ihren Sprecher zurecht
Einen Tag, nachdem der Sprecher der spanischen Bischofskonferenz sich für die Verwendung von Kondomen in der Aids-Bekämpfung ausgesprochen hat, dementieren die spanischen Bischöfe. Warum so spät, fragt sich die Nachrichtenagentur „Reuters“.
(kreuz.net, Madrid) „Kondome sind nach wie vor verboten.“ Die spanische Bischofskonferenz räumte gestern
abend Zweifel aus, die ihr Sprecher, Juan Antonio Martínez Camino, vergangenen Dienstag gesät hatte.
Die Aussage des Sprechers müsse im Kontext der katholischen Glaubenslehre verstanden werden, so die Bischofskonferenz.
Die Verwendung von Kontrazeptiva sei ein unmoralisches Verhalten.
Die Nachrichtenagentur ‘Reuters’ leistet
sich zum Dementi der Bischöfe die Frage, warum die spanische Bischofskonferenz auf die Aussagen von Prälat
Camino erst einen Tag später reagiert habe. Dabei, so ‘Reuters’, sei die Befürwortung von Kondomen durch
den Sprecher der spanischen Bischöfe bei zahlreichen europäischen Zeitungen die Titelgeschichte gewesen.
„Die einzig vertretbare Praxis sei“, so das Dementi der Bischöfe, „der verantwortungsvolle Umgang mit
der Sexualität – im Einklang mit den moralischen Normen.“ Die Bischöfe fügen hinzu, daß auch die wissenschaftliche
Forschung zuerst die sexuelle Enthaltsamkeit in der Aids-Bekämpfung nenne.
Juan Camino hatte verlauten
lassen, daß Kondome bei der integralen und globalen Aids-Vorbeugung ihren Platz hätten. Unter Bezugnahme
auf wissenschaftliche Ergebnisse propagierte er den Dreischritt Enthaltsamkeit, Treue und Kondome.
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