16:53:44 | Freitag, 8. Juni 2007
Die Kirche muß sich von pubertierenden Laienkreisen grauer Eminenzen und Emanzen verabschieden. Von Dr. Lukas Brühwiler-Frésey.

Alt, zahnlos, mit Hörgerät und zwei Metallringen im Gesicht: Die Kirche oder die 68er Altliberalen?
© Adam Pearson, Creative Commons(kreuz.net) Die jüngste Versammlung des Vereines „Tagsatzung im Bistum Basel“ – der im wesentlichen aus
Pensionisten besteht – scheint nicht mehr als ein Rückzugsgefecht konservativer Alt-68er gewesen zu sein.
Der Altherren-Verein bezeichnet sich offiziell als Bewegung, der es „um eine synodale Kirche“ und ein
„zukunftsfähigen Christsein“ geht.
Die dritte Versammlung des Vereins fand vom 17. bis 19. Mai 2007
statt. Die Teilnehmerzahl lag deutlich unter den Erwartungen.
Der Verein fühlt sich mit der ausländischen
antikirchlichen Formationen „Wir sind Kirche“ verbunden.
Das Wesen der Kirche sei vielen fremd, meinte
der kurz vor seiner Pensionierung stehende Theologe Leo Karrer in einem Vortrag.
Das trifft zweifellos
auch auf manche Teilnehmer an der ‘Tagsatzung’ zu.
Die Schweizer Bischöfe sind angesichts der Forderungen
der Tagung einmal mehr eingeladen, das Schweizerische Staatskirchenrecht auf den Boden der kirchlichen
Realität zu stellen und ihre bischöflichen Kompetenzen wiederzuerlangen.
Der mit seinem Kampf gegen
den ehemaligen Bischof von Chur bekanntgewordene Alt-Bundesrichter Giusep Nay forderte in einem Vortrag
Gerichtsinstanzen innerhalb der Kantonalkirchen.
Dadurch würden „Kirchen an Autonomie gewinnen“ – glaubt
der Pensionist.
Daß es keine „Kirchen“ gibt, sondern nur eine, heilige, katholische und apostolische
Kirche gibt, weiß er nicht.
Auch der von Nay gerne benutzte Begriff „Autonomie“ ist fehl am Platz.
Die Kirche Jesus Christi – die keine von Menschen erfundene Sekte ist – verfügt über keine Autonomie,
sondern steht im Dienst des Willens ihres Stifters.
Der Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, hat im Vorfeld
der Versammlung des ‘Vereins Tagsatzung’ erklärt, daß heute die Probleme des Glaubens und der Glaubensverbreitung
im Vordergrund stünden.
Er hat Recht. Die Glaubensverkündigung riskiert, im Staatskirchenrecht zu ersticken.
Doch Kreisen um die ‘Tagsatzung’ geht es eher um das systematische Mobben katholischer Priester und die
Verhinderung der Anstellung von jungen Neupriestern.
Manche Laienorgane – oft durchsetzt von Leuten,
die Mitglieder der kirchenfeindlichen Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) sind oder in deren Dunstkreis
stehen, machen den Priestern und Bischöfen zurzeit regelrecht den Prozeß.
Davon war an der Tagsatzung
nichts zu hören.
Bischöfe und Priester tun daher gut daran, sich ihrer Kompetenzen wieder bewußt zu
werden und mitzuhelfen, das Staatskirchenrecht von antikirchlichen Einflußnahmen durch Laientheologie
oder Laienfunktionären zu entrümpeln.
Das wäre auch ein gutes Mittel gegen den sogenannten Priestermangel.
Welcher junge Mann verspürt heute schon Lust, seine Karriere als Priester im Gestrüpp einer laientheologischen
Streitkultur zu planen.
Leicht durchschaubar ist die Forderung der ‘Tagsatzung’, die Basler Bistumsleitung
solle den kantonalen staatskirchenrechtlichen Gremien ihr Vertrauen aussprechen und sie in ihrer Dienstfunktion
ermutigen.
Dort, wo Kirchgemeinden mit schweigender Zustimmung der kantonalrechtlichen Instanzen Priester
aus ihren Ämtern vertreiben, wäre vielmehr über einen Vertrauensentzug zu diskutieren.
Die Basler
Bistumsleitung hat momentan kein Vertrauen in den Verein Tagsatzung. Deshalb blieb sie auch ihrer Tagung
fern. Derzeit ist keine Vertrauensseeligkeit gefragt, sondern eine Redimensionierung der staatskirchlichen
Organe in der Schweiz.
Vordergründig wurde an der ‘Tagsatzung’ gerne und laut von „Menschenrechte“ gesprochen.
Es ist allerdings sehr interessant, daß nicht unwesentliche Menschenrechtsprobleme kaum zur Sprache
kamen: die Kinderabtreibung, die Zerstörung von Ehe und Familie sowie andere Bereiche, wo das Menschenrecht
auf Leben bedroht ist.
Dagegen priesen die meist älteren Teilnehmer das Hohelied der freien Liebe und
vielfältigen Formen der Unzucht.
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Sirilo 17:47:47 | Samstag, 9. Juni 2007
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Sirilo 17:10:48 | Samstag, 9. Juni 2007
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Typ 18:06:32 | Freitag, 8. Juni 2007