Heilige
Der Polizeichef zückte die Pistole persönlich
Die Stadt ist ein „Gedicht aus Stein“. Aber der Inhalt der Strophen läßt das Blut in den Adern erstarren. Von Prof. Dr. Rudolf Grulich, ‘Kirche in Not’.
Erzbischof Ignatius Maloyan; rechts das Andachtsbild des Vatikan zur Seligsprechung
Erzbischof Ignatius Maloyan; rechts das Andachtsbild des Vatikan zur Seligsprechung
(kreuz.net) Heute begeht die Kirche den Gedenktag des seligen Erzbischofs Ignatius Maloyan († 1915).

Papst Johannes Paul II. sprach den armenisch- katholischen Erzbischof von Mardin in der Südosttürkei am 7. Oktober 2001 selig.

Schoukrallah Maloyan – so sein bürgerlicher Name – wurde am 18. April 1869 in der Stadt Mardin geboren.

Der Ort hatte damals 40.000 Einwohner. Fast die Hälfte waren Christen. Es gab dort mehr als sechstausend Armenier und siebentausend syrisch-orthodoxe Christen, außerdem über 3.000 mit Rom unierte syrische Gläubige, 1.200 Chaldäer und einige Hundert Protestanten.

Mardin war nicht nur seit Jahrhunderten Sitz eines syrisch-orthodoxen, sondern seit 1832 auch eines chaldäischen und seit 1850 eines armenisch-katholischen Bischofs.

Durch seinen Pfarrer, Hw. Josef Tscherian, erhielt der junge Choukrallah mit vierzehn Jahren die Möglichkeit des Studiums im Libanon, der damals ebenfalls zum Osmanischen Reich gehörte.

Am 6. August 1896 wurde er zum Priester geweiht.

Im Gedenken an den großen Bischof der Alten Kirche, Apostelschüler und Märtyrer Ignatius von Antiochien († 107), nahm Maloyan den Namen Ignatius als Rufnamen an.

Der Neupriester wirkte zuerst in Alexandrien und Kairo. Dann holte ihn der Patriarch als seinen Assistenten nach Istanbul.

Völkermord an den Armeniern
Öffentliche Erhängung der Armenier in Konstantinopel.Totenköpfe deportierter Armenier.Armenier im aussichtslosen Kampf gegen die Osmanen.

Ein langer Weg in den Tod

Maloyan war hoch gebildet. Er beherrschte neben Armenisch, Türkisch und Arabisch unter anderem auch Italienisch, Französisch und Englisch.

Am 22. Oktober 1911 wurde er zum Erzbischof von Mardin ernannt.

Schon 1895 und 1908 war es in der Türkei zu Übergriffen gegen die Armenier gekommen. Mons. Maloyan trat ein schweres Amt an.

Bis zum Ersten Weltkrieg schätzten ihn die Behörden des Sultans als loyalen Staatsbürger des Osmanischen Reiches.

Im Jahr 1915 kam jedoch durch die Jungtürken der Plan der „Endlösung“ für die Armenier.

Am 25. April setzten Deportationen ein – zunächst in Istanbul, dann in ganz Kleinasien.

Am 3. Juni 1915 zerrten die Behörden in Mardin den Erzbischof mit 27 Katholiken vor Gericht.

Der türkische Polizeichef Memdouh Bey ließ außerdem weitere 395 Christen – darunter acht Priester – festnehmen: 226 Armenier, 112 Syrer, 30 Chaldäer und 27 Protestanten.

Am 10. Juni wurden die Gefangenen in Nachbardörfer geschleppt. Der Bischof hatte den Hals in Eisen und war gefesselt.

Die ersten Gefangenen wurden in einem Steinbruch erstochen.

In einem kurdischen Dorf, wohin die Todeskarawane weiter geprügelt wurde, bot der Polizeichef an, jene freizulassen, die zum Islam übertreten würden.

Erzbischof Maloyan sprach für alle: „Verräter an der christlichen Religion zu werden, niemals!“ Ein Laie namens Razcallah Murcho trat aus der Reihe der Gefangenen und ergänzte: „Tötet mich und ihr werden sehen, wie ein Christ stirbt!“

Die ersten einhundert Männer wurden bei den Grotten von Scheikhan ermordet, weitere einhundert durch Steinigung, Dolchstöße und Keulenschläge bei der alten Festung Zerzewan.

Zum Schluß erschoß der Polizeichef den Erzbischof mit seiner Pistole.

Die Seligsprechung von Erzbischof Maloyan steht stellvertretend für Tausende weiterer Märtyrer des Jahres 1915 in Mardin und Anatolien.

Am 14. Juni 1915 wurden 278 weitere Gefangene abgeführt, darunter fünf armenische und sieben syrisch-katholische Priester, 262 katholische Laien und vier Protestanten. Sie wurden alle ermordet.

Im Dorf Tell-Armen wurden 1500 Christen in der Kirche abgeschlachtet, die Kinder buchstäblich auf dem Altar. Ähnliches geschah in anderen Dörfern.

Anfang Juli kamen Tausende verschleppter armenischer Frauen aus dem Norden nach 35 Tagen Fußmarsch in Mardin an.

Die Männer waren längst ermordet. Von den deportierten Frauen und Kindern gelangten nur wenige Tausend bis Mardin. Über zehntausend waren im Juni zwischen Diyarbakir und Mardin massakriert worden.

Von weiteren 80.000 Frauen und Kindern aus Sivas und Karput, die zur Verschickung in die heute irakische Stadt Mossul bestimmt waren, kamen am 14. September nur viertausend bis Mardin.

Beim Verlassen von Diyarbakir waren es noch 12.000 gewesen. Achttausend von ihnen wurden von Kurden auf dem Weg bis Mardin getötet.

Die Zahl der in Harems verschleppten Frauen und Mädchen ist nicht bekannt.

Von ursprünglich 600 katholischen Frauen aus Siirt war kaum ein Drittel übrig, als sie beim Herabsteigen von einem Berg vor Mardin von Kurden gesteinigt wurden.

Türkei leugnet bis heute Völkermord

Man kann nur Begriffe wie Hekatomben oder Blutbäder für die Massaker gebrauchen.

Die europäischen Konsulate meldeten ihren Botschaften aus Mossul, daß wochenlang Leichen auf dem Fluß Tigris trieben.

Bis heute leugnet die Türkei den Völkermord an den Armeniern und anderen Christen in Kleinasien und bezeichnet die damaligen Opfer als Kollateral-Schaden während kriegsbedingter Umsiedlungen.

Aber die Fakten des Völkermordes sind gesichert und durch Dokumente, Augenzeugen und Überlebende beweisbar.

Die Berichte der Konsulate verschiedener Regierungen in den großen Städten Kleinasiens, Briefe und Tagebücher von deutschen, amerikanischen, dänischen und schweizerischen Missionaren belegen die Ausrottung ebenso wie Berichte deutscher Offiziere und Reisender verschiedener Nationen.

Heute schwärmen Broschüren des türkischen Tourismus-Ministeriums von der Schönheit Mardins.

Die Stadt sei ein „Gedicht aus Stein“. Was hier und in vielen Städten Kleinasiens im Jahr 1915 geschah, wird aber verschwiegen.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Athanasius   11:37:16 | Dienstag, 12. Juni 2007
Omnes martyres
sacrosanctae Catholicae Ecclesiae universalis, orate pro nobis!
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#17   Stephanus   01:13:04 | Dienstag, 12. Juni 2007
Man sollte auch hier aufhören sein Fähnlein in den Wind zu hängen!
Heute wird der Begriff Faschismus für verschiedene sich ähnelnde politische Ideologien verwendet, die sich gegen liberale, sozialistische und kommunistische Weltanschauungen richten.
Ein Antifaschist ist also ein Beführworter von Kommunismus und Sozialismus, ein Feind jedes ehrlichen Arbeiters also!
Will man um des lieben Scheinfriedens willen demokratisch korrekt vorranschreiten, dann kommt man nicht umhin ein Gleichgewicht zu halten.
Wir hier in Deutschland haben den Adler als Wappentier. Dieser Vogel braucht um fliegen zu können zwei gleichwertige Flügel, einen Linken und einen Rechten!
Ansonsten ging es in diesem Leitartikel um die vielen hunderttausend Christen, die einem falschen Liberalismus geopfert wurden.
Als Liberalismus (lat. liber: frei, lat. liberalis: die Freiheit betreffend, freiheitlich) wird eine auf einer freiheitlichen Gesinnung basierende Weltanschauung, die darauf aufbauende politisch-philosophische Lehre und die dazugehörige politische Richtung verstanden.
So gesehen war der religionslose türkische Staat eben nicht nur nicht frei, sondern seine liberale Haltung begünstigte schon damals eine Art von gewalttätigem Islamismus, wie er uns heute nur zu gut bekannt ist.
Es ist eben was dran: Wer nach allen Seiten hin offen ist, „Die Liberalen“, kann nicht ganz dicht sein und ist auf jeden Fall ein direkter Feind des ehrlichen Arbeiters!
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#16   santo domingo 2   21:07:14 | Montag, 11. Juni 2007
@ Rebekka Wirsing
Verzeihung, aber kennen Sie meine früheren Postings nicht? Sie werden hier jede Menge Rechte, auch Holocaustrelativierer und sogar -leugner finden, aber ich gehöre nicht dazu. Wenn Sie mir nicht glauben, können Sie gerne meine Diskussionsgegner wie „Christus vincit“ oder „Artois / Brandenburgis“ fragen. Die werden es Ihnen bestätigen können, und für die bin ich ein „Linker“.
Das Holocaust-Mahnmal in Berlin habe ich immer befürwortet. Aber was spricht dagegen, bei einem den Opfern von Völkermord allgemein gewidmeten Mahnmal auch die Armenier einzubeziehen? Nur darauf bezog sich meine Zustimmung. Nichts gegen Antifaschismus als Ausdruck der Vernunft, aber er sollte nicht blind machen. Sie prügeln auf den Falschen ein – und das wird höchstens den eingangs erwähnten echten Holocaustleugnern nützen.
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#15   Rudolfus   20:36:05 | Montag, 11. Juni 2007
@Rebekka W.
Sie klingen sehr rechts!
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#14   Rebekka Wirsing   20:32:20 | Montag, 11. Juni 2007
Jetzt habt ihr auf einmal alle die Bibel gelesen und müßt Euch mit der deutschen Geschichte nicht
auseinandersetzen????? Nicht mit mir! :-S
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#13   Hornet   20:28:59 | Montag, 11. Juni 2007
Verehrte gnädige Frau Vorrednerin
„Das ist doch alles Ablenkungsmanöver!“
Daraus besteht die ganze Seite! fragt sich nur, wer wen ablenkt und warum.
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#12   Sentinel   20:27:55 | Montag, 11. Juni 2007
@Rebekka Wirsing
Nur mal so im Vergleich, damit wir hier ein wenig Ordnung reinkriegen:
Das jüdische Volk löscht in alter Zeit 7 andere Völker aus, um das heutige Gebiet des Staates Israel zu seiner Heimat zu machen.
Das deutsche Volk löscht in junger Zeit nicht einmal die Hälfte des jüdischen Volkes aus, um sich einen eingebildeten Kranken vom Hals zu schaffen.
Beim ersten nennt man es unbewiesene Behauptungen, obwohl die Bibel diesen 7fachen Völkermord pedantisch aufführt.
Beim zweiten redet man direkt vom Holocaust, obwohl das Volk noch existiert.
Kann man mir hier mal die dahinterstehende Logik erklären? Dient dann das Holocaustdenkmal in Berlin dem Gedenken an die 7 Völker die die Juden in ihrer Vergangenheit ausradiert haben – oder dem halben jüdischen Volk, daß das Pech hatte, zur falschen Zeit Gottes Gericht ausgesetzt worden zu sein?
Ich bin kein Relativierer, sondern nur an der Wahrheit interessiert!
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#11   HeinrichderZweite   20:27:46 | Montag, 11. Juni 2007
Liebe Rebekka,
von was denn?
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#10   Rebekka Wirsing   20:26:31 | Montag, 11. Juni 2007
Wenn mir Rechte
mit den Armeniern kommen, brennen bei mir alle Alarmlampen. Wieso wird hier überhaupt so viel von den Armeniern gesprochen/geschrieben…? Das ist doch alles Ablenkungsmanöver!
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#9   Rudolfus   20:23:19 | Montag, 11. Juni 2007
Deutschland und der Völkermord an den Armeniern durch das Osmanenreich
Und zwar im Zusammenhang mit Völkermord und der Verfolgung der Juden äußerte Deutschlands Reichskanzler Hitler (NSDAP):
„Wer spricht heute noch von den Armeniern?“
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#8   Hornet   20:20:38 | Montag, 11. Juni 2007
santo:
Na, das kann ja lustig werden. Bin mal gespannt!
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#7   Rebekka Wirsing   20:17:23 | Montag, 11. Juni 2007
Mit solchen Ausflüchten
kommen Sie bei mir nicht durch!
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#6   santo domingo 2   20:16:05 | Montag, 11. Juni 2007
@ Rebekka Wirsing
Entschuldigung, Sie sind noch nicht lange hier, oder?
Ich habe mich niemals gegen das Holocaust-Mahnmal in Berlin ausgesprochen und bestreite auch dessen Einzigartigkeit nicht. Ganz im Gegenteil!
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#5   Rebekka Wirsing   20:13:10 | Montag, 11. Juni 2007
möchtegern, sado
Ihr seid kriminelle Holocaust-Relativierer und verkappte Judenhasser. Der Holocaust ist einzigartig und deswegen verdient er auch ein eigenes Denkmal! Wer das bestreitet, will in Wahrheit alles durch einen relativistischen Kakao rühren und am Ende erklärt sich jeder zum Opfer …
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#4   santo domingo 2   19:46:19 | Montag, 11. Juni 2007
@ möchtegern-kathole
Ganz meine Meinung! :)3
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#3   möchtegern-kathole   19:44:46 | Montag, 11. Juni 2007
man sollte vielleicht …
… das VölkermordMemorial in Berlin auch den Armeniern mitwidmen.
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#2   nonnobisdomine   16:28:02 | Montag, 11. Juni 2007
Mir soll noch einmal ein Moslem mit Begriffen wie
„Religionsfreiheit“, „Toleranz“, „freie Religionsausübung“ oder ähnlichen Begriffen kommen.
Auch wenn man die bisherigen Tendenzen im Islam sieht, so hat sich der Islam oder das Muselmanentum bislang nicht von seinen fundamentalistisch-krankhaften Ideen distanziert.
Der stattgefundene Völkermord, den die Muslime damals im Namen ihrer Ideologie damals vollbrachten, kann jederzeit wieder vollzogen werden.
Muslimisch-fundamentalistische Staaten gehören nicht in die EU.
Übrigens – auch bei allen Despektierlichkeiten meinerseits zu Kardinal Lehmann: Warum darf Kardinal Lehmann nicht in muslimisch-fundamentalistischen Staaten die Hl. Messe lesen?
Was haben denn die Muselmanen dagegen? Wollen die denn Kardinal Lehmann an den Grenzen die Bibel abnehmen?
Protest ist angesagt gegen diejenigen fundamentalistisch-islamischen Kreise, die in der EU etwas aufbauen wollen, nämlich ihr eigenes fundamentalistisch-religiöses System. Andererseits sind diese Kreise zu verurteilen, weil sie in ihren eigenen Ländern das Christentum verdammen, verfolgen und Christen ermorden.
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#1   matt2 †   14:47:20 | Montag, 11. Juni 2007
Ein ungeheures Verbrechen…
man darf sich immerhin darüber freuen, dass der Bischof samt seiner Herde als Märtyrer starben und somit beim lieben Gott sind. Und ich muss sagen, es mehrt nur meinen Hass gegen die Moslems, wenn ich das lese, obwohl ich nicht in so unmenschlicher Weise mit ihnen verfahren würde, obwohl ich überzeugt bin, dass sie mit ihrer Teufelsreligion beim Teufel sind.
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