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Dienstag, 12. Juni 2007 11:02
Eine lockere Schraube
Jahrelang hat der christdemokratische TV-Kabelbetreiber Gerhard Nöhmer (52) nachts harte Pornographie gesendet. Illegal. Von Pornojäger Martin Humer.
(kreuz.net) In der Vergangenheit habe ich als Pornojäger die Erfahrung gemacht, daß die Pornographie vor allem den Roten ein persönliches Bedürfnis war.

Das aber liegt schon viele Jahre zurück. Die Zeiten ändern sich.

Immer öfter spüre ich kohlteufelschwarze Christdemokraten auf, die ihre Unterhosen ebenfalls nicht im Griff haben.

Der jüngste Fall ist ein christdemokratischer Expert, Gerhard Nöhmer. Er ist sogar ein „komplexer Experte“, denn er versteht etwas von Waschmaschinen, Wäscheschleudern und Dampfbügeleisen.

Zudem waltete er in der staatlichen Wirtschaftskammer – Vertretung der Gewerbetreibenden – als Gremialobmann für Fernsehen und Rundfunk.

In seinem Wohnort Schörfling im Bezirk Vöcklabruck ist er sogar ein ganz großer Experte, „ein hohes Vieh“ – sagte mir ein Lokalpolitiker am Telefon: „Bei dem beißt sich jeder die Zähne aus“.

Macht nichts – dachte ich mir, für diesen ÖVP-Mann wage ich meinen letzten Zahn.

Ich hoffe, daß der Herr Bezirkshauptmann und der geehrter Herr Staatsanwalt doch noch mehr Zähne im Gebiß haben als ich armer Greis, um an dem Porno-Experten zu knappern.

Das sind die Herren Behördenleiter schon der Würde eines „Experten“ schuldig.

Nicht aus jedem Normalbürger wird ein „Experte“. Herr Nöhmer ist auch ein Pornoexperte geworden. Sechs Jahre lang hat er des Nachts in seinem Kabel-TV illegal Hardcore-Pornos ausgestrahlt.

Einer Schuld ist sich der gewissenhafte Christdemokrat nicht bewußt. Er habe 95 Prozent gute Rückmeldungen gehabt, erzählt er begeistert.

Entstanden sei die Idee vor sechs Jahren „in lockerer Herrenrunde“ – so Nöhmer. Welche Schraube bei diesen „Herren“ locker war, ließ er die Öffentlichkeit nicht wissen.

Das Jugendschutzgesetz ist Sache der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck. Ein Verfahren nach Paragraph 1 und 2 des Pornographiegesetzes gehört dem Staatsanwalt von Wels.

Damit sich die Herren nicht streiten, wem die Arbeit zusteht, haben die Demokraten beim Bund das so geregelt. Das nennen die Doktoren „Gewaltenteilung“. Damit es keinem zu viel wird.

Aber, bitte meine Herren, bedenken Sie: Sex-Experten sind auch nur Menschen. Experten werden in Österreich traditionell zartissime behandelt.

Darum nur keine Gewalt anwenden gegen Experten. Österreich braucht Experten – vor allem im Bereich des Sex. Denn wenn man auf die Geburtenraten schaut, stellt man fest, daß in der Alpenrepublik diesbezüglich wertvolles Nouhau verlorengegangen ist.

Aber der Rechtsstaat wird es richten. Denn hin und wieder wird auch bei uns noch Rechtsstaat gespielt.

Wenn zum Beispiel ein Hund ohne Hundemarke herumrennt, fordert die Obrigkeit vom Hundehalter die volle Verantwortung für den Hund. Ordnung muß sein.

Schließlich kann niemand wissen, ob es sich beim Hundetier etwa um einen gefährlichen Kampfdackel handelt.

Welche Farbe der Wauwau hat, spielt übrigens keine Rolle mehr.

In dieser Frage täuscht sich der größte Saustecher Österreichs, Hermann Nitsch, als er letzte Woche meinte: „Farbe ist alles.“

Irrtum, lieber Kollege.

Früher einmal waren Farben alles. Heute leben wir in einem schillernden Rechts-Staat unbekannter Farbe, in dem sich nur noch die verschiedenen Experten auskennen und sauwohl fühlen.

Auch der Saustecher und Blutorgienmeister wurde in unserer kleinen „republik“ ein großer Experte.

Warum also sollte nicht auch unser gewissenhafte Nöhmer – Expert für den inneren Schweinehund – mit seinem tollen Pornosender ein Experte werden?

© Bild: ‘Flickr’-Benützer „theimacguy“, Creative Commons
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 37 Lesermeinungen:
Donnerstag, 14. Juni 2007 14:50
Rudolfus: @Kurt K.
Find ich einen seltsamen Zusammenhang. Pornos und Abtreibung:
Vergleichen Sie doch eine gotteslästerliche Pornogesellschaft mit ihren Abtreibungskliniken – und vergleichen Sie pornofreie Gesellschaften, die die Abtreibungsärzte und Abtreiberinnen noch schwer bestraft!

Z.B. USA & EU und die islamische Welt.
Mittwoch, 13. Juni 2007 18:08
Nachtlaterne: Epheserbrief über Unzucht
3 Von Unzucht aber und Schamlosigkeit jeder Art oder von Habgier soll bei euch, wie es sich für Heilige gehört, nicht einmal die Rede sein.

4 Auch Sittenlosigkeit und albernes oder zweideutiges Geschwätz schickt sich nicht für euch, sondern Dankbarkeit.

5 Denn das sollt ihr wissen: Kein unzüchtiger, schamloser oder habgieriger Mensch – das heißt kein Götzendiener – erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes.

6 Niemand täusche euch mit leeren Worten: All das zieht auf die Ungehorsamen den Zorn Gottes herab.

7 Habt darum nichts mit ihnen gemein!

8 Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!

9 Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.

10 Prüft, was dem Herrn gefällt,

11 und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf!

12 Denn man muß sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden.

13 Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet.

14 Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.

15 Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug.

16 Nutzt die Zeit; denn diese Tage sind böse.

17 Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist.

18 Berauscht euch nicht mit Wein – das macht zügellos –, sondern laßt euch vom Geist erfüllen!

19 Laßt in eurer Mit…
Dienstag, 12. Juni 2007 21:47
Kurt K.: @ Ansbach.Dragoner und Rudolfus
@ Ansbach-Dragoner:

Weil „nur die Medien“ ihn Pornojäger nennen heisst auch seine Webseite so, gelle?

@ Rudolfus: Find ich einen seltsamen Zusammenhang. Pornos und Abtreibung:

Pornos werden in der Regel von Männern ALLEINE geschaut. Selten einmal, dass eine Frau Pornos guckt. Dass z.B. die Auflagen von Frauenzeitshriften in die Höhe gehen, wenn mal ein nackter Mann darin abgebildet ist, hat mitnichten was mit Frauen zu tun. Das liegt daran, dass die schwulen Männer dann auch mal die Zeitschrift kaufen.

Also: Wenn z.B, ich einen Porno gucken würde und mich dabei erleichterte (ums mal so auszudrücken) dann wär das eine Art Sex-Ersatz. Daher kann dann bei diesem Mal kein Kind gezeugt werden, was dann vielleicht abgetrieben worden wäre, wenns eben gezeugt worden wäre. So gesehen müsste Pornografie eher Abtreibungen (und natürlich auch Kinder allgemein) eher verhindern als begünstigen.
Dienstag, 12. Juni 2007 20:59
Ansbach.Dragoner: „Pornojäger“ ist der falsche Begriff
Lebensschützer wär korrekt. Einen Pornojäger haben nur die Medien aus ihm gemacht !
Dienstag, 12. Juni 2007 20:54
Nachtlaterne: Zuflucht zur Lüge
Dienstag, 12. Juni 2007 19:27
taizebesucher: Übrigens:
Wie „jagt“ man eigentlich Pornos?Mit doppellauf-oder Schrotflinte?
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