18:42:33 | Montag, 11. Juni 2007
Pius XII.
Die Fußnoten der Konzilsdokumente erwähnen ihn 200 Mal. Und damit wird er nach der Heiligen Schrift am meisten zitiert.

Pius XII. spendet den Segen
(kreuz.net, Vatikan) „Papst Pius XII. hat bei der Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils eine
historisch wichtige Rolle gespielt.“
Das erklärte der renommierte Historiker und Postulator des Seligsprechungsprozesses
für Pius XII., Pater Peter Gumpel.
Der Jesuit sprach mit dem Missionsnachrichtendienst ‘Fides’. Er hat
Papst Pius XII. persönlich gekannt.
Anlaß für das Gespräch war die Veröffentlichung des umfangreichen
Werkes
„Pius XII. – Eugenio Pacelli. Ein Mensch auf dem Throne Petri“ des italienischen Historikers und
Journalisten Andrea Tornielli.
Pater Gumpel sieht Pius XII. als Wegbereiter des Vatikanischen Pastoralkonzils:
„Das Konzil fand nicht ganz plötzlich statt, sondern es gab eine lange Vorbereitungszeit während des
Pontifikats Pius XII.“
Ein Konzilspapst?Der Papst sei sich der Notwendigkeit eines neuen Konzils bewußt
gewesen. Doch er habe beschlossen, dessen Einberufung seinem Nachfolger zu überlassen.
Dafür gab es
nach Pater Gumpel folgende Gründe.
So habe Pius XII. gewußt, daß das Konzil mehrere Jahre dauern würde:
„Man konnte ein Konzil nicht sofort nach dem Zweiten Weltkrieg einberufen, dessen Folgen Europa und verschiedene
andere Teile der Welt nur mit großer Mühe verkrafteten. Die Bischöfe mußten deshalb in ihren Diözesen
und bei ihren Gläubigen bleiben und ihnen dabei helfen, die Schwierigkeiten zu überwinden.“
Ein zweiter
Grund habe in der Absicht bestanden, vor dem Konzil eine Dokumentation zu sammeln und vorbereitende Studien
durchzuführen. Dies habe Zeit in Anspruch genommen:
„Als Pius XII. 1954 krank wurde, fühlte er sich
nicht mehr in der Lage, ein derart wichtiges Ereignis zu leiten.“
Doch Pius XII. sei bei den Konzilsarbeiten
durchaus gegenwärtig gewesen – betont Pater Gumpel:
„Wenn wir in die Aufzeichnungen der Debatten der
Konzilsväter einsehen, dann stellen wir fest, daß sein Name in nicht weniger als in 1.500 Beiträgen
erwähnt wird. In den Fußnoten der Konzilsdokumente wird Pius XII. 200 Mal erwähnt. Und damit wird er
nach der Heiligen Schrift am meisten zitiert.“
Herzlich und nachdenklich
Pater Gumpel bezeugt, daß Pius XII. eine liebenswerte, herzliche und „sogar“ demütige Person gewesen
sei: „Es trifft überhaupt nicht zu, daß er kalt und distanziert war.“
Einmal begleitete der Papst den
„einfachen Jesuitenpater“ persönlich zur Tür.
Pater Gumpel erinnert auch an einen kürzlich veröffentlichten
Briefwechsel zwischen Pius XII. und dessen Bruder Francesco. Hier werde des Papstes ganze Menschlichkeit
sichtbar:
„Auch dank dieser Briefe können wir mit einem anderen Mythos aufräumen, der besagt, daß
es zwischen Papst Pius XII. und dessen Vorgänger Pius XI. Mißverständnisse gegeben haben soll.“
Schließlich
habe Pius XI. seinen Nachfolger zum Staatssekretär ernannt, obwohl sich dieser um eine Diözese kümmern
und nicht einmal Kardinal werden wollte.
Pius XI. habe ihn jedoch als seinen Nachfolger vorbereiten wollen
und deshalb auf Reisen in die ganze Welt geschickt: „Ich möchte, daß Du die Welt kennst und daß die
Welt Dich kennt.“
Pius XI. und Pius XII. hätten sich in ihren Charakteren ergänzt – so Pater Gumpel:
„Der Erste war impulsiv und der Zweite nachdenklich.“
Abschließend erinnert der Jesuit an die Armenfürsorge
von Pius XII.:
„Es ist ihm zu verdanken, daß rund 100.000 Römer während der Zeit des Krieges jeden
Tag eine warme Mahlzeit bekamen.“
Pius XII. habe den nicht zu unterschätzenden Besitz seiner Familie
der Kirche und den Armen geschenkt – so Pater Gumpel.
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Fabianus 19:35:01 | Montag, 11. Juni 2007