P. Emiliano Tardif
Ein ehemaliger Kritiker der Charismatischen Erneuerung
Ein sehr bekannter Wunderheiler, der auch oft in Europa unterwegs war und 1999 starb, ist bereits auf dem Weg zur Seligsprechung.
Pater Emiliano Tardif
Pater Emiliano Tardif
(kreuz.net) Der charismatische Prediger und Wunderheiler, Pater Emiliano Tardif (1928-1999) soll seliggesprochen werden.

Das berichtet kürzlich die dominikanische Tageszeitung ‘Hoy’.

Der Erzbischof von Santo Domingo, Nicolas de Jesús Kardinal López Rodríguez, hat dazu die ersten Schritte gesetzt.

Santo Domingo ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik in der mittelamerikanischen Karibik.

Dem charismatischen Prediger werden zahlreiche Wunderheilungen nachgesagt.

Pater Tardif stammte aus Kanada. 1948 trat er ins Noviziat der Herz-Jesu-Missionare (MSC) ein.

Schon im Jahr seiner Priesterweihe, bat er seine Ordensoberen in die Dominikanische Republik ausgesandt zu werden.

Seit September 1956 verbrachte er den größten Teil seines Lebens in diesem Land.

Dort lernte er auch die Charismatische Erneuerung kennen, der er zunächst sehr kritisch gegenüberstand.

Er war für seine Predigten und die Gabe der Erkenntnis bekannt. Dadurch war er angeblich in der Lage, während besonderer Gottesdienste Heilungen von Personen anzukündigen, die ihm persönlich nicht bekannt waren.

Pater Tardif starb überraschend am 8. Juni 1999 in San Antonio de Arredondo in der argentinischen Provinz Córdoba. Der Herztod ereilte ihn, während er Exerzitien für Priester predigte.

Der Geistliche wurde in der Stadt Santiago de los Caballeros – im Norden der Dominikanischen Republik – begraben.

Am vergangenen Sonntag nachmittag wurden seine sterblichen Überreste in einer Krypta der von ihm gegründeten ‘Evangelisationsschule Johannes Paul II.’ in die Hauptstadt Santo Domingo übertragen.

Anläßlich der Übertragung der Gebeine von Pater Tardif zelebrierte Kardinal López eine Messe.

In der Predigt erklärte der Kardinal, daß er für den Beginn des Seligsprechungsprozesses für Pater Tardif die Zustimmung der Dominikanischen Bischofskonferenz und der Oberen der Missionare des Herzens Jesu (MSC) einholen müsse.

Der Kardinal versprach, diese Konsultationen sofort durchzuführen.

Anschließend wolle er den Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation um die Erlaubnis bitten, den diözesanen Prozeß einzuleiten.

Die Erklärungen des Kardinals wurden vom begeisterten, minutenlangen Applaus der Anwesenden begleitet.

Das veranlaßte den Kardinal, darauf hinzuweisen, daß in dieser Angelegenheit keine Urteile abgegeben werden dürfen, solange sich die Kirche nicht zuerst über die Gnaden geäußert habe, die auf die Fürsprache von Pater Tardif erlangt worden seien.

Kardinal López erklärte auch, daß voreilige Urteile, den Prozeß nur komplizierter machen würden.

Der Erzbischof dankte dem verstorbenen Pater für alles, was er für die Dominikanische Republik und andere Teile der Welt getan hat:

„Hochgeschätzer Pater Emiliano: Von neuem herzlich Willkommen in Santo Domingo! Wir gedenken Deiner mit herzlicher Zuneigung und sind sicher, daß du die Schau der Seligen genießt.

Wir wollen dich bitten, daß Du vor dem Herrn Fürbitte leistest für dieses Land, dem du so sehr gedient und das du so geliebt hast.“
      
19 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#19   Samurai   14:00:50 | Samstag, 21. Juli 2007
@ Athanasius Betr.: Vorgehen der Conquistadoren
Wie stufen Sie z.B. Bartolome de las Casas ein ?
Als liberal, protestantisch oder als was?
samurai
Redaktion benachrichtigen
#18   Osservatore   06:03:14 | Freitag, 15. Juni 2007
Ein „Heiliger“ zum Anfassen
Gerne erinnere ich mich an ein langes Gespräch mit diesem charismatischen Priester im Pfarrhaus der Dreifaltigkeitskirche in Bern. Mich beeindruckte die Bescheidenheit dieses Menschen, der mit Nachdruck jedem Hinweis widersprach, dass er ein „Wunderheiler“ sei. Ihm war diese Gnade eher Last denn Freude. In vieler Hinsicht erinnerte er mich an die Selige Teresa von Kalkutta. Schmunzelnd erinnere ich mich an sein waches Interesse über die Verhältnisse im Vatikan und der Protagonisten in der Kirchenspitze. Auch wenn er nie zu der Ehre der Altäre erhoben würde, ein heiligmässiger Mensch war er allemal.
Redaktion benachrichtigen
#17   Czibo Nieznany   00:44:32 | Freitag, 15. Juni 2007
Rudolfus
Wie gut, dass es auch den Islam gibt, was hätte denn die sonst so stets selbstbewusste heilige Mutter Kirche auch für eine passendere Entschuldigung. Eigentlich sollte sie dem lieben Gott danken, dass es den Islam gibt.
Was hat die Reconquista unter den Katholischen Königen denn sonderlich fertig gebracht. Sie hat die Zwangstaufe bei Muslimen angewandt. Unter der Reconquista wurde die unbegreifliche Untat begangen, in der Moschee von Cordobá eine Kathedraleeinzurichten. Juden wurden ebenfalls zwangsgetauft.
Als die Reconquista das Land christianisiert hatte, wurden Welteroberungspläne ersonnen. Nach Westen ging der Ritt über den großen Teich.
Was ist denn denn so glorreich an der Politik der katholischen Könige Isabella von Kastillien (pack’ deine ganzen Utensilien…) und Ferdinand von Aragón, als dass sie nicht nur eine Kultur zerstört haben, sondern haben bewirken können, dass die iberische Halbinsel bis weit ins 20. Jahrhundert Tummelplatz klerikal-faschistoider Machthaber werden „durfte“.
Ist das denn wirklich vorzeigbar…?
Kann das wirklich so großartig sein, das man darüber heute noch in blankes Ergötzen gerät…, dass Iberia im 15. Jahrhundert wieder katholisch werden „durfte“?
Redaktion benachrichtigen
#16   palestrina   22:54:31 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Müller,
hätte Rudolfus Pater Tardif als Seligen von vornherein abgelehnt, so wäre wieder über die engstirnigen Tradis gewettert worden. Nun sehen Sie sein unerwartetes Statement als Blamage.
Blamiert haben aber nur Sie sich mit Ihrem Vorurteil.
Redaktion benachrichtigen
#15   Müller   22:19:31 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Ich pruste los!
Ausgerechnet der stramm-katholische Rudolfus bejubelt einen Modernisten aus der neoprotestantischen Bewegung der Charismatischen Erneuerung als Seligen. (so hat man diesne frommen Mann aus der Dominikanischen Republik unten tituliert). Bin mal gespannt, wie Rudolfus, der stramm-katholische Tradititonalist das rechtfertigt!
Sein Problem war: Er hat als erster zum Thema gepostet, da wusste er noch nicht, wie seinesgleichen drauf reagieren. Schön blamiert!!!
Redaktion benachrichtigen
#14   Rudolfus   17:35:18 | Donnerstag, 14. Juni 2007
@Athanasius
Gewaltsam war nur der Eroberungsakt durch die Eroberermächte Spanien & Portugal selbst.
Redaktion benachrichtigen
#13   Athanasius   17:31:43 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Conquista
Die Eroberung Mittel- und Südamerikas durch die SPanier und Portugieser war nicht prinzipiell gewaltsam. Das hat nur Voltaire davon gemacht. Die hohe Sterbensrate unter den Einheimischen kam durch das Grippenvirus und andere Infektionskrankheiten aus der Alten Welt.
Über die englische Kolonialgeschichte in Nordamerika kann man nicht stolz sein, aber in Südamerika sind keine Völker bewusst ausgerottet und verdrängt worden. Gerade der Einsatz der katholischen Bischöfe dort und ihr Engagement um die Rechte der Einheimischen und später der Negersklaven förderte die Menschenrechte dort und hatte zur Folge, dass seit 1650 die Bevölkerung dort weitgehend vermischt war (aus Mischehen aus einem weissen und einem amerikanischen oder afrikanischen Elternteil).
Czibo, Sie sollten mal nicht so viele linke Geschichtsbücher aus der DDR und SPD-BRD lesen, sondern einfach die historischen Quellen studieren. Aber dafür sind Sie wahrscheinlich, wie der Grossteil der Bevölkerung, zu faul. Die Deutschen haben immer diese ideologisierten Geschichten geschluckt. Ob im Kaiserreich, ob im 3. Reich oder in der DDR. Immer engagierte monarchistisch-lutherische, NS- oder komm.-Geschichtsschreibung. Niemals kritisches Nachlesen der historischen Quellen.
Der Katholizismus hat die Kontinente und Inseln Amerikas erreichert und verschönt um weitere Kulturzeichen und Monumente mensclichen Schaffens. Auch Immigration ermöglicht, ja. Aber das war kein Genozid.
Redaktion benachrichtigen
#12   Rudolfus   16:46:29 | Donnerstag, 14. Juni 2007
@Czibo N.
Wobei die iberische Halbinsel selbst lange Zeit ein Opfer der arabisch-mohammedanischen Invasion war.
Es ist ein Wunder, daß die Halbinsel wieder für die Katholiken zurückgewonnen werden konnte (Reconquista).
Vielleicht waren die Mohammedaner die Lehrmeister der iberischen Eroberungsmentalität.
Redaktion benachrichtigen
#11   Czibo Nieznany   16:41:21 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Rudolfus
Das Thema soll jetzt nicht auf protestantische Nationen ausgeweitet werden. Der Beginn der hispanischen Heuschreckenmentalität hat sich unter dem weiten und breiten Mantel der katholischen Kirche, er deckte einmal die ganze europäische Christenheit, entwickeln können. Da war so gute Vorarbeit geleistet worden, dass man den Protestanten keine Vorhaltung mehr machen darf, wenn sie sich zur Nachahmung gedrängt sahen. Für die katholischen Nationen war das Geschäft nicht weniger lukrativ.
Redaktion benachrichtigen
#10   Rudolfus   16:33:14 | Donnerstag, 14. Juni 2007
@Czibo N.
Es kommt natürlich auch auf den Papst an.
Ein weltlicher Papst wie der Giftmörder Alexander VI. hat sogar die Neue Welt in einen spanischen und in einen portugiesischen Teil aufgeteilt.
Andere Päpste haben ausdrücklich die Gleichwertigkeit aller menschlichen Individuen betont – und von dieser Gleichwertigkeit waren die Briten und die U.S.-Amerikaner selbst tief im 20. Jahrhundert noch weit entfernt.
Redaktion benachrichtigen
#9   Czibo Nieznany   16:29:38 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Rudolfus
Grundsätzlich lehnt die Kirche bekanntlich die Glaubensverbreitung mit „Feuer und Schwert“ ab.
Das war zu Zeiten der massiven Glaubensverbreitung nicht so eindeutig. Wenn Las Casas nicht gewesen wäre, der den blinden Seefahrernationen und dem christlichen Kaiser Karl V. die Augen geöffnet hat, hätte auch die heilige Mutter Kirche diesem mörderischen Treiben in Süd- und Mittelamerika auch wohlwollend schweigend zugeschaut. Schließlich brauchte man ja das Gold der Azteken und der Inka um die armseligen europäischen Kirchen, zum Beispiel die Kathedrale von Sevilla, zu vergolden. Heute ist betretenes Schweigen und man hat in Sevilla wohlweislich ein splendides Absperrgitter vor die goldene Altarwand gestellt, damit die Touristen sich nicht über den goldenen Wahnsinn der Seefahrernation empören. Trotzdem sind die Gold- und Silberminen Süd- und Mittelamerikas geplündert und die Heilige Mutter Kirche ist bei den Beutezügen nicht leer ausgegangen.
Redaktion benachrichtigen
#8   Rudolfus   16:18:28 | Donnerstag, 14. Juni 2007
@Czibo N. / Eroberung Amerikas
Die Eroberung war ja ausschließlich Sache der europäischen Seefahrernationen, beginnend mit Spanien und Portugal, d.h. die übrigen Europäer haben hier wenig damit zu tun, außer die übrigen europäischen Siedler aus dem Kontinenteuropa, die sich im bereits eroberten Gebiet angesiedelt haben und sich z.B. mit den Indianern bekriegt haben.
Die europäischen Nichtseefahrernationen als Staaten haben mit diesen Eroberungen wenig zu tun.
Grundsätzlich lehnt die Kirche bekanntlich die Glaubensverbreitung mit „Feuer und Schwert“ ab.
Redaktion benachrichtigen
#7   Czibo Nieznany   16:12:36 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Rudolfus
Auf die stramme Eroberer-Katholizität braucht man nicht auch noch stolz zu sein. Da sollte man sich als Europäer schon eine gewaltige Strecke schäääämen!, obwohl das den damals Ermorderten auch nicht mehr viel nützt. Diese Art von Katholizität hat für das gesamte Christentum genug verbockt und endgültig verbrochen.
Redaktion benachrichtigen
#6   Rudolfus   16:06:46 | Donnerstag, 14. Juni 2007
@Czobo N.
Ein Import aus einem katholischen Europa, das damals noch stramm katholisch war!
Redaktion benachrichtigen
#5   Czibo Nieznany   16:04:22 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Totaler Import?
Dem wäre zu entnehmen: Das Christentum in der Dominikanischen Republik bis auf die Heiligen und Seligen totaler Import aus dem alten dekadenten Europa…
Redaktion benachrichtigen
#4   Rudolfus   15:53:54 | Donnerstag, 14. Juni 2007
@Czibo N.
Vielleicht war der Bedarf der Heiligen in der Volksfrömmigkeit durch die beliebten katholischen Volksheiligen aus Spanien gedeckt.
Kann auch sein, daß die Dominikanier lange Zeit gar nicht wußten, daß man auch neue Selige vorschlagen kann.
Das sind aber nur Theorien.
Vielleicht haben sie ja auch schon andere landeseigene Selige.
Lange Zeit haben jedenfalls im Heiligenkult auch in anderen Ländern die alten Heiligen ausgereicht.
Redaktion benachrichtigen
#3   Czibo Nieznany   15:48:20 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Eingener Heiliger?
Darauf musste die Dominikanische Republik lange genug warten. Woran lag oder liegt das eigentlich, dass es in diesem Land bislang offenbar keine Menschen gegeben hat, die die Kriterien erfüllten, ihnen wegen ihres Lebenswandels die Ehre der Altäre zuzuerkennen. An der Katholizität der in der Dominikanischen Republik lebenden Bevölkerung kann es ja nicht gelegen haben…?
Redaktion benachrichtigen
#2   Athanasius   15:45:07 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Doch nicht
Ich kann nicht daran glauben, dass ein Priester der die neo-protestantische ‘Charismatische Erneuerung’ (deren Mitglieder u.a. glauben, dass die Pentekostalsekten zur „einen Kirche Christi“ gehören, und andere nicht-charismatische Katholiken nicht heilig sein könnten) unterstützte in die Scharen der kanonisierten Heiligen aufgenommen wird. Natürlich kann der Mann gerettet sein, aber ein zu verehrender Heiliger muss auch vorbildlich sein im Leben selbst. Wir sollten nicht urteilen und verurteilen, aber auch Wunder müssen erst untersucht werden, medizinisch überpüft. Emotionalheilungen usw. mögen schön sein, sind aber nicht per se Wunder.
Redaktion benachrichtigen
#1   Rudolfus   14:58:24 | Donnerstag, 14. Juni 2007
Ein Seliger für die Dominikanische Republik
Wenn er die Voraussetzungen erfüllt, so ist es nur gut, daß die Dominikanische Republik auch einen eigenen Seligen erhält.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
HeiligeDer Polizeichef zückte die Pistole persönlich Franz JägerstätterSicher kein Märtyrer der Kirche MuschelseidentuchEin geschichtliches Loch? HeiligeHeiliger Mörder? HeiligeEin stärkerer Rücken Wallfahrtskirche SpabrückenDer Sultan auf dem Hochaltar Hl. Johannes CapistranMüssen für den Dialog Köpfe rollen? HeiligeUnzumutbar? Seliger Erzbischof Sheen?Wie nasses Toilettenpapier HeiligeKardinal von Galen war ein Englandhasser und Kriegstreiber, nicht wahr? SeligsprechungenMärtyrerin des Glaubens? HeiligeDer überraschende Schutzpatron HeiligePastorentochter und Ordensgründerin HeiligeEine neue Form der Heiligsprechung HeiligeWird John Henry Newman seliggesprochen?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net