Alte Messe
Der Widerstand hält an
In einem winzigen französischen Dorf halten die liturgischen Kämpfe an. Seit über zwei Wochen wird die Dorfkirche von etwa 15 Gläubigen besetzt.
Besetzte Kirche
Besetzte Kirche
© jt.france3.fr
(kreuz.net/RU) Im März 2007 starb der Pfarrer von Niafles im Alter von 94 Jahren.

Das Dorf Niafles mit 287 Bewohnern befindet sich 34 Kilometer südlich der Stadt Laval im Nordwesten Frankreichs.

In seinen 42 Jahren im Ort zelebrierte der verstorbene Pfarrer immer nur im Alten Ritus. Seine Kirche war an Sonntagen immer voll.

Nach dem Tod des Geistlichen akzeptierte der Bischof von Laval, Mons. Armand Maillard, vorübergehend, daß ein Pater der Petrusbruderschaft bis zu einer definitiven Lösung die Alte Messe in Niafles weiterzelebriert.

Am 23. Mai erklärte der Bischof, daß es in Niafles zukünftig keine Alte Messe mehr geben und eine solche künftig in der Bischofsstadt Laval – allerdings nicht von der Petrusbruderschaft – gelesen werde.

Die letzte offizielle Messe in Niafles fand am Sonntag, dem 27. Mai statt.

Dazu berichtet ein Augenzeuge: „Nach dieser letzten Messe blieb unser Priester, der das Allerheiligste konsumiert und den Vorhang des Tabernakels abgenommen hatte, vor dem Altar stehen, während die jungen Meßdiener die heiligen Gefäße und die Kanontafeln vom Altar abtrugen, die Kerzen eine nach der anderen auslöschten, das Meßbuch in die Sakristei brachten und das Altartuch und die Blumen wegnahmen.

Kirchenbesetzung von Niafles
Am 3. und am 10. Juni fand vor der Kirche von Niafles eine heilige Messe im überlieferten Ritus statt.Sie wurde von dem mexikanischen Priester P. Neri zelebriert.Entgegen Behauptungen gehört der Priester nicht zum neu gegründeten 'Institut vom Guten Hirten'.

Alles wurde dunkel im Chor. Es war 15.00 Uhr nachmittags – wie vor 2000 Jahren an einem bestimmten Freitag.“

Aber die Gläubigen von Niafles gaben sich nicht geschlagen. Sie schritten zur Besetzung der Kirche.

Am letzten und vorletzten Sonntag fand die Messe vor der Pfarrkirche von Niafles statt.

Sie wurde von Pater Neri zelebriert, einem mexikanischen Priester, der nach Angaben der Medien zum neu gegründeten ‘Institut vom Guten Hirten’ gehört.

Das dementierte der Obere der Gemeinschaft, Pater Philippe Laguérie, auf seinem Weblog: „Aber es ist wahr, daß die Gläubigen von Niafles den Pater auf meinen Ratschlag hin zu Hilfe gerufen haben.“

Pater Laguérie erklärt auch, daß die Kirchenbesetzer von Niafles Freunde seines Institutes seien. Er bezeichnet ihren Widerstand als „heroisch“ und den Bischof von Laval als „sympathisch“.

In Niafles hängen überall Plakate: „200 Familien, Widerstand!“ – „Eine volle Kirche ist besser als eine leere Kirche!“ – „Eine Kirche, und nichts anderes!“ – „Schließung der Kirche durch den Bischof!“ – „Peppone ist ein Esel“.

Ein Tuch hängt oben vom Glockenturm der Kirche von Niafles: „Besetzte Kirche“. Die Kirchenbesetzer übernachten in der Sakristei.

Am 31. Mai wurde eine Vereinigung mit dem Namen „Sankt Martin von Niafles“ gegründet, um offiziell ihre Anliegen zu verteidigen.

Eine Internetseite informiert über das, was im kleinen Ort vor sich geht.

Auf die Frage, was mit den Besetzern geschehen soll, antwortete der Bischof von Laval am 12. Juni in einem Regionalblatt:

„Durch die Besetzung dieser Kirche befindet sich diese kleine Personengruppe außerhalb der Gesetze der Republik“.

Der Bischof hofft, daß diese Gruppe seine Botschaft versteht. Wenn das nicht möglich sei, gebe es die Zwangsräumung.

Auf die Frage, ob er an eine Räumung durch die Polizei denke, antwortet der Bischof: „In der Tat. Das ist die Arbeit der Republik“.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Benedikt   23:14:55 | Sonntag, 17. Juni 2007
Sachlage
1. Das MP Ecclesia Dei erlaubt den Bischöfen, Priester mit der Zelebration des alten Ritus zu beauftragen
2. Die Gläubigen dieses Ortes besuchten offenbar auch bisher nur die alte Messe und wünschen, dass auch weiterhin tun zu können. Was sie fordern ist nicht gegen kirchliche Gesetze oder Gebote. Daraus folgt auch, dass hier ein pastorale Notwendigkeit besteht. Der Bischof sollte über seinen Schatten springen und den Gläubigen ihren Wunsch erfüllen. Was schadet es? Gar nichts, denn bislang hat es auch nicht geschadet. Dieser Konflikt aber schadet der Gemeinde vor Ort und der Kirche im allgemeinen. Auf diese Weise werden immer mehr Gläubige gegen die Hierarchie polarisiert. Das kann doch nciht im Interesse des Bischofs sein.
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#4   Fragender   21:33:09 | Samstag, 16. Juni 2007
So weit zum Thema…
… Gehorsam gegenüber der Kirche…
… alles Ketzer!
Aber wenn man sie befragt meinen sie vermutlich:
„Hier stehe ich, ich kann nicht anders- Gott helfe mir!“
… alles schon mal dagewesen, oder?
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#3   Athanasius   12:12:50 | Freitag, 15. Juni 2007
Heirat
Dieser Bischof erweist sich als Treuer Gefährte des sozialistischen Bürgermeisters und des Revolutionsstaates.
Vor der Zeitung L’Express wagte der Ortsbischof es sogar zu sagen (als „katholischer“ Hirte) dass „Es nicht einfach ist Gepflogenheiten in einem sehr katholischen Gebiet zu ändern“.
Diener der Französischen Revolution, der Republik und der Vatikanum II.-Revolution.
Klarer geht es nicht. So wie der Bischof von Osnabrück vor Jahren mal vor ‘Radio Vatikan’ sagte, es gebe das „Problem des sehr katholischen Emslandes“. Womit er wohl die konservativen Novus Ordo-Pfarrer und Gläubigen um Heede usw. meinte. Auch dort hat man das „Problem“ gelöst durch mehr liturgische Revolutionen.
Und sollten wir solche Bischöfe als unsere Hirten anerkennen? Wohl nie. Salus animarum suprema lex.
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#2   HeinrichvonOfterdingen   12:11:07 | Freitag, 15. Juni 2007
Lieber nocomment,
schon mal was von der Streitenden Kirche (Ecclesia Militans) gehört, die aus den jetzt lebenden Christen besteht?
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#1   No Comment   11:30:18 | Freitag, 15. Juni 2007
„Liturgische Kämpfe“
Woher kommt es eigentlich, das stille Vergnügen von kreuz.net an Krieg und Gewalt??
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