Kinderverhütung
„Du sollst keine Unkeuschheiten treiben“: Oder doch?
Die Wahrheit hat sich nicht geändert. Das Kondom ist keine brauchbare Lösung in der Aidsproblematik. AIDS muß durch Treue und Keuschheit überwunden werden. Das Präservativ sei jedoch innerhalb der Ehe erlaubt, wenn einer der Ehegatten an der tödlichen Viruskrankheit leidet. So Kardinal Lozano, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral.
(kreuz.net, Rom) Mit einem Ja-Aber bekräftigte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral, Javier Kardinal Lozano Barragan (71), gestern die kirchliche Ablehnung von Präservativen. „Die Verwendung von Kondomen ist inakzeptabel“, so der vatikanische ‘Gesundheitsminister’ im Interview mit der linksliberalen italienischen Tageszeitung ‘La Repubblica’. Das Kondom sei für eine Lösung der Aids-Problematik untauglich, denn der eigentliche Kampf müsse gegen die Unzucht geführt werden.

Das sechste Gebot sage es klar: ‘Du sollst keine Unkeuschheiten treiben.’ „Dies ist keine negative Aussage: Sie dient der Verteidigung des Lebens.“

Zwei Tage vorher hatte der Sprecher der spanischen Bischofskonferenz verlauten lassen, daß Kondome bei der integralen und globalen Aids-Vorbeugung ihren Platz hätten. Unter Bezugnahme auf „wissenschaftliche Ergebnisse“ propagierte er den Dreischritt „Enthaltsamkeit, Treue und Kondome“. Der Sprecher wurde kurz darauf von den spanischen Bischöfen zurückgepfiffen. Jetzt bekräftigte auch der mexikanische Kurienkardinal, daß die Verwendung von Kondomen grundsätzlich unmoralisch ist: „Die Kirche hat ihre Prinzipien nicht geändert und wird sie nicht ändern.“

Die Position des Papstes sei in dieser Frage eindeutig. Sie ziele auf den Kampf gegen Aids mit allen Mitteln, jedoch im Rahmen des Prinzips: ‘Seid keusch und treibt keine Unzucht’. Die katholische Kirche setzt auf Keuschheit und Enthaltsamkeit.“

Allerdings, so Kardinal Lozano Barragan, könne eine Frau beim ehelichen Geschlechtsverkehr von ihrem HIV-infizierten Ehemann den Gebrauch eines Kondoms verlangen. Der Kardinal begründete seine Position damit, daß dieser Spezialfall zum „Recht auf Selbstverteidigung“ gehöre. „Ich sehe dies als ihr Recht. Ja, sie hat das Recht ihren Mann zu bitten, ein Kondom zu verwenden.“ Die Kirche war stets eine Verfechterin des Selbstverteidigungsrechtes.

Ein in Rom unterrichtender Moraltheologe wies auf Anfrage jedoch darauf hin, daß das Prinzip der Selbstverteidigung weder auf die eheliche Liebe noch auf die eheliche Fortpflanzung angewendet werden könne. Ein durch Plastikbarrieren abgeschirmter ehelicher Akt sei in Wirklichkeit kein solcher mehr, sondern eine Form der Selbstbefriedigung, die moralisch zu verwerfen sei. Genauso wenig sei es möglich, daß sich zwei Ehepartner durch einen Plastiksack hindurch küssen, um eine Hepatitisinfektion zu vemeiden. Es gebe Krankheiten, die den ehelichen Akt unmöglich machen. AIDS gehöre dazu.
      
8 Lesermeinungen
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#8   FioreGraz   11:09:12 | Sonntag, 23. Januar 2005
@Catholicus
Die Wahrscheinlichkeit sich bei ungeschützten Geschlechtsverkehr anzusctecken liegt bei 6 % (gefährlichster Fall Analverkehr), nehme ich ein Kondom, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf <0,5%(was eher unter statistischer Unschärfe läuft), wenn man jetzt noch dazunimmt das ein AIDS-Kranker in Behandlung ist, dadurch die Virenanzahl stark dezimiert bzw. teilweise unter die Nachweißgrenze gedrückt wird, kann man sagen das eine wahrscheinliche Ansteckung für einen Menschen normaler Konstitution (kein genetischer Immundefekt etc.) gleich 0 ist. Denn selbst wenn man mit Viren in Kontakt kommt bedarf es einer relativ großen Anzahl von ihnen für eine Ansteckung, die aber bei Fakt Behandlung und Kondom nicht zustandekommen kann.
LG
Fiore
Lg
Fiore
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#7   Catholicus   15:35:11 | Freitag, 21. Januar 2005
Enthaltsamkeit und Treue
Bei AIDS ist jede Art von Sex unverantwortlich – allein aus medizinischen Gründen, nicht erst aus theologischen! Wer kann es verantworten, den Partner dabei zu gefährden, und sei es nur zu 1-5 Prozent? Nur Enthaltsamkeit kann hier die Lösung sein! Und wenn jemand verheiratet ist, dann muss auch der nicht infizierte Ehepartner diese gebotene Enthaltsamkeit respektieren. Hier können die ehelichen „Rechte und Pflichten“ nicht eingefordert werden. Wären beide Ehepartner vorehelich enthaltsam und in der Ehe von Anfang an treu gewesen, dann hätten sie sich nicht anstecken können.
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#6   FioreGraz   13:15:07 | Freitag, 21. Januar 2005
@Stimme
Sorry selbst beim Nachgoogeln find ich die verschiedensten Angaben zum Pearlindex wenn ich alle Quellen hernehme haben die ne Spanne theoretisch zw. 1-20 und praktisch 7 – 30. Wobei trotz aldem bei ner mechnischen Verhütung mit absoluter Barriere, die FRage bleibt wie kommt man da zu nem theoretischen Index? In ner Wand is kein Loch solange nicht jemeand eines gemacht hat. Weiters kommt noch dazu, das das Spermium Aktiv ist, während der Virus passiv ist. Ergo während sich das Spermium aktiv „durchbohrt“ oder „durchdiffundiert“ oder wie auch immer man das nennen mag, müsste der Virus mit der Samaneflüssigkeit (als Träger) „durchgespült“ werden, noch dazu in einer (im gegensatz zur Befruchtung) sehr großen Anzahl von Viren um eine Ansteckung zu erreichen. Bei richtiger Anwendung und normaler Gesundheit, ist dabei eine Ansteckung nicht nur theoretisch sondern auch praktisch unmöglich.
LG
Fiore
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#5   Stimme aus dem Tradiland   12:53:43 | Freitag, 21. Januar 2005
Ergänzung zum Perl-Index
Nach der von mir an sich nicht empfohlenen Webseite www.unverdorben.org/…tung/perl_index.html wird der Perl-Index mit 4-6 für das Kondom angegeben (nach anderen Angaben auf www.verhuetung.de sogar mit 3-14!), bei der Pille wird unter 1 angegeben (bei www.verhuetung.de von 0,3 – 3). Nicht einmal die Sterilisation führt zu einer 100%igen Verhütung, der Perl-Index wird sowohl bei Sterilisation des Mannes als auch der Frau mit 0,1-0,3 angegeben (www.verhuetung.de) und zusätzlich darauf hingewiesen, dass es bei jungen Frauen nach der Sterilisation 18,5 Schwangerschaften bei 1000 sterilisierten Frauen gibt, das entspricht einem Perl-Index von 1,8! Leider wird die symptothermale Methode nur als mittelmäßige Methode bezeichnet (3-6 bei www.unverdorben.org/…tung/perl_index.html; 2 bei www.verhuetung.de), dort kann man aber eine fast 100%ige Wirkung erzielen, wenn der Verkehr auf die Tage am Ende des weiblichen Monatszyklus beschränkt wird (ab dem 4. nach dem Höhepunkt).
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#4   Stimme aus dem Tradiland   12:34:24 | Freitag, 21. Januar 2005
FioreGraz sollte sich besser informieren:
Der Perl-Index bestimmt sich nach fehlerfreier Anwendung!! Bei Jugendlichen mit den von Ihnen z.Teil erwähnten Anwendungsfehlern liegt der Perl-Index der Kondomanwendung bei 15 und darüber! Es gibt keine 100%ige Verhütung außer bei Enthaltsamkeit! Ebensowenig bewirkt die Pille eine hundertprozentige Verhütung – solche Verhütungsmittel gibt es nicht. Darum kann man ja sagen, dass die Verhütungsmittel der Vorposten für die Abtreibung sind! Hingegen sind die Nebenwirkungen der Pille katastrophal. Durch deren Thrombose-fördernde Wirkung kommt es schon bei 16jährigen zu Gehirnschlag. Eileiterschwangerschaften, Unfruchtbarkeit bei späterem Kinderwunsch, Risikoschwangerschaften, etc. alles von der lieben „Pille“. Bitte zuerst erkundigen, bevor ein Dementi meiner Ausführungen für erforderlich erachtet wird!
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#3   FioreGraz   11:21:16 | Freitag, 21. Januar 2005
@Stimme
Och ja jetzt kommt das mit den Löchern…Solltest aber auch wissen das es sich beim Kondom nicht um eine molekulare „Schicht“ handelt wo Löcher zwischen den Bindungen tasächlich bestehen, sondern das Kondom ist viel dicker und hat mehrer Schichten … und somit dicht.
Was den Perlindex ergiebt, so ist dieser darauf zurückzuführen das im Gegensatz zu Pille es zu FEhlern beim „Einsatz“ kommen kann. Die Pille kann ich schlucken oder nicht, schlucke ich sie kann ich nix falsch machen, beim Kondom muß ich auf die Unversertheit durch LAgerung (Brieftasche ist besonders schlecht), Ablaufdatum, Unversertheit beim Einsatz (Nägel!!!), Resovoir nicht beachtet (platzen), nur einmal verwenden (eingie Jugenliche meinen auswaschen reicht) etc., durch solche Dinge (in der Technik Mißbrauch genannt) kommt es zu einem erhöten Perl-Index, das Kondom richtig eingesetzt ist ein 100% Schutz.
LG
Fiore
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#2   Stimme aus dem Tradiland   09:28:15 | Freitag, 21. Januar 2005
Kardinaler Schwachsinn
Bei AIDS ist auch in der Ehe nur eines verantwortbar: Enthaltsamkeit! Denn die Gefahr einer Ansteckung ist ja auch bei Verwendung von Kondomen durchaus gegeben! Javier Cardinal Lozano Barragan steht auch im Widerspruch zu Cardinal Trujilo, welcher erst unlängst ausgeführt hat, dass der AIDS-Virus 400 mal kleiner ist als das männliche Spermium, weswegen auch bei Verwendung von Kondomen eine Ansteckungsgefahr bestehe. Dies ist insbesondere auch schon deswegen logisch, weil Kondome ja nicht einmal 100%ig verhüten, der Perl-Index liegt ja nicht bei Null, sondern günstigstenfalls bei 1, eher bei 2, was bedeutet, dass bei hundert Frauen, die ein Jahr lang Verkehr mit Kondomen haben, zumindest eine schwanger wird. Und da soll der Gummidreck vor AIDS schützen? So ein verantwortungsloser Schwachsinn! Und so was spricht im Namen der Kurie! Was für eine elendigliche Personalauswahl hat eigentlich der Vatikan und der Papst? Die schlechtesten Köpfe ganz nach oben? Scheinbar ist das so. Denn Javier Cardinal Lozano Barragan ist ja keineswegs das einzige cardinale Ärgernis im Vatikan. Was soll man dann für die nächste Papstwahl erwarten? Offenbar nichts Besseres als derzeit, im Gegenteil…
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#1   FioreGraz   08:14:27 | Freitag, 21. Januar 2005
Der Buchstabe muß bleiben
Tja an dem netten Herrn Moraltheologen sieht man wieder mal das man das „der Buchstabe tötet, der Geist jedoch macht lebendig“ auch wortwörtlich nehmen kann. Zumindest wird besagter Theologe nicht wie Pilatus seine Hände in Unschuld waschen können, wenn er Selbstmord verlangt.
LG
Fiore
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