Wer auf ‘kreuz.net’ publiziert, wird – unabhängig vom Inhalt seines Beitrages – vom Herausgeber der konservativen theologischen Zeitschrift ‘Theologisches’ sofort exkommuniziert.
Webseite der theologischen Zweimonatsschrift ‘Theologisches’
(kreuz.net) Seit 2003 gibt der Kölner Theologe David Berger (39) die bekannte konservative Zeitschrift
‘Theologisches’ heraus. Jetzt ist es zu einem Konflikt mit dem jahrelangen Mitarbeiter der Zeitschrift,
Dr. med. Wolfgang B. Lindemann, gekommen.
Seit fast zehn Jahren schreibt Lindemann für ‘Theologisches’.
Er begann seine Publikationstätigkeit noch unter Bergers Vorgänger, Prälat Ulrich-Paul Lange.
In allen
drei Sonderheften, die unter David Bergers Leitung herausgegeben wurden, war Lindemann mit einem langen
Artikel vertreten.
Die Zusammenarbeit verlief – nach Lindemanns Angaben – immer gut. Er erhielt von Herausgeber
Berger sogar warme Dankschreiben.
Doch dann kam der Sommer 2006. Damals schrieb Lindemann auf die ausdrückliche
Bitte Bergers einen Artikel für ‘Theologisches’.
Berger lobte das eingereichte Manuskript und sagte
eine Veröffentlichung zu.
Der gute katholische Ruf
In der Zwischenzeit schrieb Lindemann einen Artikel
für die katholische Internetseite ‘kreuz.net’.
Der Beitrag befaßt sich mit fachlichen Schwächen der
Evolutionstheorie – ein Gebiet zu dem Lindemann seit Jahren publiziert.
Das kam dem Herausgeber von ‘Theologisches’
zu Ohren. Kaum zwei Stunden nach Erscheinen des Artikels kündigte er Lindemann per Email? JA, per eMail !
jede weitere Zusammenarbeit auf:
„Von einem Bekannten wurde ich soeben darauf aufmerksam gemacht, daß
Sie jetzt auch auf der anonym und größtenteils mit Halbwahrheiten und teilweise sogar Falschaussagen
demagogisch arbeitenden Internetseite ‘kreuz.net’ publizieren.
Wie Sie wissen, kommt es bei Artikeln
nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch darauf, von wem diese stammen und wo sie stehen.
Daher habe
ich nun größte Probleme, Sie weiterhin als Autor von ‘Theologisches’ wirken zu lassen. Ich hoffe, Sie
haben für meine Situation als Herausgeber einer Zeitschrift, die stets auf ihren gut katholischen Ruf
geachtet hat, Verständnis!“
Die Mitteilung traf Lindemann wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Keine
Antwort
Er ließ nichts unversucht, um die Situation aufzuklären und sich die Möglichkeit zur Publikation
in einer der wenigen noch katholisch zu nennenden theologischen Zeitschriften zu erhalten.
Lindemann
bot dem Herausgeber von ‘Theologisches’ an, ab sofort nur noch unter einem Pseudonym auf ‘kreuz.net’ zu
schreiben.
Er erklärte, daß er ein ehrenamtliches Schriftenapostolat zu Evolutionskritik, Kreationismus,
Pastoralmedizin und Pastoraltheologie betreibe.
Lindemann wies auch auf die vielen katholischen Organisationen
und Persönlichkeiten hin, die mit ‘kreuz.net’ zusammenarbeiten oder mit dem Portal ein Banner tauschen.
Es sei undenkbar, daß eine einmalige Publikation bei ‘kreuz.net’ in glaubenstreuen Kreisen zu einer
nicht widerruflichen Disqualifizierung führe.
Lindemann bat sogar einen gemeinsamen Bekannten um Vermittlung.
Doch Herausgeber Berger antwortete nicht auf die Erklärungen Lindemanns.
Vor dem Vermittler behauptete
er sogar, daß der Artikel, den Lindemann für ‘Theologisches’ geschrieben hatte, zwischenzeitlich bereits
anderswo veröffentlicht worden sei.
Im übrigen sei Lindemann aufgrund der einmaligen Publikation eines
Artikels auf ‘kreuz.net’ definitiv als Autor einer seriösen theologischen Zeitschrift wie ‘Theologisches’
disqualifiziert.
Sich selbst disqualifiziert
David Berger schreibt für die Plagiat-Webseite kreuts.net
Das Erstaunliche dieser Argumentation besteht darin, daß
David Berger zwischenzeitlich offiziell auf einer scharf antikirchlichen Plagiat-Webseite publiziert hat,
die sich als Gegenprojekt zu ‘kreuz.net’ versteht und laut Impressums unter anderem von „Schwulen, Lesben,
Moslems“ betriebenen wird.
Auf dieser Homepage verfaßt er auch unter eigenem Namen sowie unter dem Lesernamen
‘Lindenmann’ skurrile Postings – offenbar um den Ruf des geächteten Mitarbeiters von ‘Theologisches’
zu schädigen.
Jetzt wehrt sich Lindemann gegen die Behandlung durch den Herausgeber von ‘Theologisches’.
Er hat in Köln gegen Berger sogar eine Klage wegen Vertragsbruchs eingereicht.
Lindemann glaubt, daß
in seinem Fall das vorliegt, was in der Naturwissenschaft als „scientific misconduct“ bezeichnet wird –
die Beurteilung von Fachartikeln unabhängig von deren Inhalt und Qualität.
Vor Gericht möchte Lindemann
zeigen, daß David Berger charakterlich nicht geeignet ist, eine theologische Fachzeitschrift herauszugeben.
Aus diesem Grund hat Lindemann auch seinen vollständigen Briefwechsel mit dem Herausgeber von ‘Theologisches’
im Internet veröffentlicht.
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159 Lesermeinungen
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#163 santo domingo 19:04:55 | Mittwoch, 18. Juli 2007
@ Gotthard Zum Urteil gibt es auch einen Kurzartikel www.kreuz.net/bookentry.1283.html mit Diskussionsthread
in der Leserzeitung (und bei kreuts.net kann der Artikel von M.Kirschbaum ebenfalls diskutiert werden).
„Schopenhauer“ Sie brauchen nicht zitieren, mir sind diese Texte bekannt! Das Problem ist aber, daß Sch.
sein Versprechen nicht wahr machen kann, philosophisch und systemimmanent schlüssig zu zeigen, daß „eine
Aufhebung und Selbstverneinung des Willens“ in auch nur einer seiner Erscheinungen möglich ist. In der
Kunst kommt es zu verübergehendem Schweigen des Willens („Quietiv“), aber die Beispiele von „Heiligkeit“
u „Erleuchtung“ und dergl., die Schopenhauer anführt, bleiben Glaubenssache wie Christi Himmelfahrt und
die Jungfrauengeburt. Schopenhauer leitet den Intellekt aus dem Willen ab und sieht ihn im Frondienste
desselben. Wie sollte er sich gegen die Allmacht des Urprinzips wenden können und mit welcher Kraftquelle?
Wie kann man wollen, nicht zu wollen. Und ist ein solches willentliches Nicht-Wollen nicht selbstwidersprüchlich
und selbst wiederum ein Wollen? … Schopenhauer selbst blieb sich zeitlebens der Tatsache bewußt, daß
er selber nicht Teilhaber dieses „Erlöschens“, dieser Erlösung geworden ist. Er muß diese Phänomene
also als von anderen beglaubigt annehmen, sie folgen nicht sehr schlüssig aus seiner Philosophie! Ich
muß allerdings zugeben, wenn man die Schopenhauersche „Erlösungslehre“ aus dem System herausstreicht,
dann bricht dieses noch keineswegs zusammen! Es wird nur noch ein wenig hoffnungsloser …
#158 Schopenhauer2 21:28:58 | Mittwoch, 4. Juli 2007
@ Pünktchen „Aber der Mensch ist die vollkommenste Erscheinung des Willens, welche, um zu bestehen, wie
im zweiten Buch gezeigt, von einem so hohen Grade von Erkenntnis beleuchtet werden mußte, daß in dieser
sogar eine völlig adäquate Wiederholung des Wesens der Welt unter der Form der Vorstellung, welches
die Auffassung der Platonischen Ideen, der reine Spiegel der Welt ist, möglich ward, wie wir sie im dritten
Buch kennen gelernt haben. Im Menschen also kann der Wille zum völligen Selbstbewußtsein, zum deutlichen
und erschöpfenden Erkennen seines eigenen Wesens, wie es sich in der ganzen Welt abspiegelt, gelangen.
Aus dem wirklichen Vorhandensein dieses Grades von Erkenntnis geht, wie wir im vorigen Buch sahen, die
Kunst hervor. Am Ende unserer ganzen Betrachtung wird sich aber auch ergeben, daß durch dieselbe Erkenntnis,
indem der Wille sie auf sich selbst bezieht, eine Aufhebung und Selbstverneinung desselben in seiner vollkommensten
Erscheinung möglich ist: so daß die Freiheit welche sonst, als nur dem Ding an sich zukommend, nie in
der Erscheinung sich zeigen kann, in solchem Fall auch in dieser hervortritt und, indem sie das der Erscheinung
zugrunde liegende Wesen aufhebt, während diese selbst in der Zeit noch fortdauert, einen Widerspruch
der Erscheinun mit sich selbst hervorbringt und gerade dadurch die Phänomene der Heiligkeit und Selbstverleugnung
darstellt.“ Schopnehauer, Welt als Wille und Vorstellung, erster Band, IV. Buch
Hier ein weiterer Hammer von „Schopenhauer“: Meine Frage: Wie der Wille sich überhaupt wenden kann, wenn
es keinen „Gott“ gibt (Sch. ist Atheist) und der Wille das Weltprinzip selbst ist, bildet bekanntlich
eine der unbeantworteten Fragen an Sch „Schopenhauer“ Die Antwort gibt Schopenhauer selbst: der Wille
ist frei. Der Wille ist als unbedingtes Seinsprinzip tatsächlich „frei“, d.h. er ist unbedingt, aber
er ist eben nicht frei, nicht zu wollen. Wie der Wille, dessen Manifestation ja die Gesamtheit der Dinge
ist, in irgendeinem dieser Dinge die Freiheit hätte zum Nicht-Wollen („Der Wille wendet sich“), das bildet
den blinden Fleck der Schopenhauerschen Metaphysik, den unaufgelösten Widerspruch des ganzen Systems.
Warum nennt sich jemand „Schopenhauer“, wenn er damit rechnen muß, daß unter Hunderten von Lesern im
kreuz.net irgendjemand den Philosophen wirklich gelesen hat!
Korrektur Die Aussage: Es gibt bei ihm kein unbedingtes Prinzip des Bedingten (keinen „Gott“!), ist dahingehend
zu korrigieren, daß eben tatsächlich der „Wille“ dieses Prinzip ist und kein persönlicher welt-jenseitiger
Schöpfer- und Erlöser-„Gott“!
@Stöhr / „Schopenhauer“ Wenn der selbsternannte „Schopenhauer“ hier schreibt: Kant und Schopenhauer zufolge
ist der Mensch nicht in der Lage darüber zu spekulieren woher die Welt kommt oder welchen Sinn sie hat.
Dazu ist das menschl. Gehirn zu beschränkt. dann nehmen Sie das hoffentlich nicht als bare Münze! Kant
hat im Antinomienkapitel der KrV dargestellt, daß sich über einen Anfang der Welt sehr wohl spekulieren
läßt, nicht aber irgendetwas erkennen, denn die Welt ist für uns nur erkennbar, insoweit sie »ein
Inbegriff von Erscheinungen oder von Gegenständen möglicher Erfahrung in gesetzlicher Verknüpfung«
sei. Das schließt für die theoretische Vernunft nicht das „Ideal eines höchsten Wesens“ aus, das „rein
theoretisch“ genommen »nichts anderes (ist) als ein regulatives Prinzip der Vernunft, alle Verbindungen
in der Welt so anzusehen, als ob sie aus einer allgenugsamen notwendigen Ursache entspränge« (Kr. d.
r. Vern. S. 486) Schopenhauer dagegen beansprucht sehr wohl zu „erkennen“, daß die Welt ewig sei und
sinnlos! Er überschreitet darin die Grenzen, die Kant der Erkenntnis gesetzt hatte, indem er im „Willen“
das Ding an sich ausmacht und dieses zeitlos-ewig, grundlos, alogisch, alleinig sein läßt. Es gibt bei
ihm kein unbedingtes Prinzip des Bedingten (keinen „Gott“!) und die Welt ist nicht aus dem Nichts entstanden,
denn es gilt: „Ex nihilo nihil fit“.
Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstößt und es klingt hohl, muß es nicht das Buch sein! . @„Schopenhauer“:
Ich werde nie begreifen wie Sie theoretisch ein solches linksradikales Gutmenschentum propagieren können……
Sie sind schon als Sperling argumentativ gescheitert, weil das Links-Rechts-Schema ihr Hirn erweicht hat!
„Linksradikales Gutmenschentum“ ist so wenig gut-menschlich, wie „gut gemeint“ wirklich „gut“ ist. Ihre
Bemerkungen zu Schopenhauer und Kant sind allesamt so sehr von ihrer Mutmaßung statt von echter Kenntnis
geprägt, daß Sie nur Belehrungen verdienen. Kant unterscheidet ganz banal zwischen Theorie und Praxis.
Theoretisch sollte man sich so und so verhalten und praktisch steckt man – auf Deutsch gesagt – ziemlich
in der Scheiße. Das wird dann von Kant gewohnt blumig und pathetisch formuliert und fertig ist der „Tiefsinn“.
Sie sollten weniger häufig die Namen von Philosophen in den Mund nehmen, von denen Sie kaum mehr wissen
als ein paar Schlagworte und Sätzchen! Mit Kant sind Sie schon hier www.kreuz.net/…entry.1029-page.html
auf die Nase gefallen; dort bereits warnte ich Sie, Kant rein Schopenhauerisch zu lesen, und mit „Schopenhauer“
haben Sie sich endgültig hier in diesem Strang blamiert. Hier ein paar Beispiel-Zitate: Nach Schopenhauer
sind die tiefen subjektiven Gefühle und ehnsüchte des Individuums (Liebe, Gerechtigkeit…) wahr und
echt. … die Realität sei eine Wahnvorstellung auch meinte die Vorstellung der Vielheit der Individuen
sei ein reiner Wahn. Das heißt es gibt nicht viele Menschen, sondern nur mich … … Sch.s „Wille“ ist
nichts starkes oder mächtiges…
#152 Schopenhauer2 23:03:34 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Stöhr Kant und Schopenhauer zufolge ist der Mensch nicht in der Lage darüber zu spekulieren woher
die Welt kommt oder welchen Sinn sie hat. Dazu ist das menschl. Gehirn zu beschränkt.
@Schopenhauer: In diesem Pessimismus stimmen Sie mit der katholischen Weltsicht überein. Aber ich würde
schon gerne eine Erklärung haben, warum das Universum aus dem „Nichts“ entstanden sein soll. Oder wurde
das von ihnen nur weidergegeben (im Sinne SH’s) ?
#150 Schopenhauer2 22:48:46 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen Ist der andere nur ein Objekt unter anderen oder erkenne ich in ihm etwas, das unreduzierbares
Selbst-Sein ist wie ich selber. Was Sie da schreiben sind alles schöne Worte. Damit können Sie eine
prima Sonntagspredigt halten. Aber praktische Auswirkungen wird das gar keine haben. Ich werde nie begreifen
wie Sie theoretisch ein solches linksradikales Gutmenschentum propagieren können und in der Praxis schon
ein Lehmann zum Atheisten stilisieren. Kant sagt: nur unter der sittlichen Forderung erfahre sich der
Mensch nicht als Erscheinung, sondern als allem kausalem Determinismus enthobenes „Ding an sich“. Das
ist das gleiche. Schöne Worte und wenig dahinter. Kant unterscheidet ganz banal zwischen Theorie und
Praxis. Theoretisch sollte man sich so und so verhalten und praktisch steckt man – auf Deutsch gesagt –
ziemlich in der Scheiße. Das wird dann von Kant gewohnt blumig und pathetisch formuliert und fertig ist
der „Tiefsinn“. Ist der andere nur ein Objekt unter anderen Wachen Sie auf! Für 99 von 100 Menschen sind
ihre Mitmenschen natürlich nur Objekte die ihnen nutzen oder schaden. Und das ist eine optimistische
Schätzung!
„Schopenhauer“ Was hält mich denn davon ab den anderen nur zu benutzen und zu meinem Vorteil einzusetzen?
Nur weil ich sehe „Aha, da ist ein anderer Mensch der genauso (schein) vernünftig daher redet wie ich!“
heißt das ja noch lange nicht, daß ich ihn achten muß oder als gleichwertig anerkennen muß. Es gibt
offenbar zwei Erkenntnisweisen des anderen. (Schon bei Schopenhauer! das Schopenhauersche „Tatvam asi“
ist ja die andere wirklichkeitsadäquatere Sicht der Dinge!) Ist der andere nur ein Objekt unter anderen
oder erkenne ich in ihm etwas, das unreduzierbares Selbst-Sein ist wie ich selber. Während das Tier in
der Zentralität seiner Welt verbleibt, tritt der Mensch aus dieser Zentralität heraus und erkennt sich
als ein Teil des Ganzen und unter dem Anspruch einer „Vernunft“. Kant sagt: nur unter der sittlichen Forderung
erfahre sich der Mensch nicht als Erscheinung, sondern als allem kausalem Determinismus enthobenes „Ding
an sich“. In dieser Weise bin ich mir selbst und ist mir der andere „Zweck an sich“, ist die Wirklichkeit
des Anderen nicht nur Korrelat eigener intentionaler Zustände. Spaemann: „Diese Selbsttranszendenz des
Lebens ist das Vernünftige: In ihrer elementarsten Form sprechen wir von gerechtigkeit, in ihrer höchsten
von Liebe.“ (GuW 122)
#147 Schopenhauer 22:23:20 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen Wie der Wille sich überhaupt wenden kann, wenn es keinen „Gott“ gibt (Sch. ist Atheist)
und der Wille das Weltprinzip selbst ist, bildet bekanntlich eine der unbeantworteten Fragen an Sch Die
Antwort gibt Schopenhauer selbst: der Wille ist frei. Im Unterschied zum Ich das zur Welt der Erscheinung
gehört und determiniert ist. Erlösung besteht daher in einer Befreiung von diesem Willen. Hab ich das
bezweifelt? Ich sagte nur das der Begriff „Nichts“ für Schopenhauer nicht umgangssprachlich „Nichts“
ist. „Nichts“ ist genauso entstanden wie andere abgeleitete Begriffe auch, bspw. Gott. Der Begriff „Gott“
entsteht bspw. wenn man vom Kleinsten anbeginnend immer eins nach oben steigt: Atom, Molekül…Erde,
Sonnensystem…Universum. Dann ist Ende. Das Gehirn aber leitet fälschlicherweise aus dieser Reihe ab
es handle sich um ein Gesetz und es müße immer so weiter gehen. Es müsse also immer noch etwas größeres
geben. Der Begriff „Gott“ ist also die Erfindung des Gehirns mit dessen Hilfe es versucht zwei Probleme
zu lösen: Es muß immer etwas größeres geben und es kann nicht ewig so weiter gehen. Deshalb ist „Gott“
beides in einem: Das nächstgrößere und gleichzeitig das allergrößte. Also nur eine Illusion des Gehirns.
Das hat Kant hergeleitet und Schopenhauer übernommen. Analog natürlich der Begriff „Nichts“ bei dem
es sich immer um das nächst kleinere handelt. Wenn also Sch. sagt die Veneinung des Willens führe ins
„Nichts“ dann sollte man das im Hinterkopf haben. „Nichts“ ist nicht nix.
#146 Schopenhauer2 22:12:38 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen Die Erkenntnis des Anderen wird so zur An-Erkenntnis seiner Ansprüche als Selbst-Sein. Ja
und warum? Was hält mich denn davon ab den anderen nur zu benutzen und zu meinem Vorteil einzusetzen?
Nur weil ich sehe „Aha, da ist ein anderer Mensch der genauso (schein) vernünftig daher redet wie ich!“
heißt das ja noch lange nicht, daß ich ihn achten muß oder als gleichwertig anerkennen muß. Bei all
Ihrer Vernunft die Sie allüberall wahrnehmen wollen zeichnen sich zwischenmenschliche Beziehungen vor
allem aus durch Gefühle wie Liebe, Haß, Zu- oder Abneigung, Habsucht oder Selbstlosigkeit, Egozentrik
oder Selbstaufgabe usw. Die wenigsten zwischenmenschlichen Beziehungen haben etwas mit Vernunft zu tun
und die wenigsten Menschen behandeln andere gut weil sie das als vernünftig begriffen hätten. Sie tun
es weil es sich so gehört, weil man das so macht, weil der Pfarrer das so gesagt hat, die Weltrevolution
es so fordert oder das BGB ansosten mit Zuchthaus droht. Wenn man erkannt hat, daß es auf der Welt viele
Menschen gibt und man deren Zusammenleben irgenwie organisieren muß, dann kann man damit eine Tugend
begründen. Davon zu unterscheiden ist die Moral die gewöhnlich Dinge fordert die weit über so alltägliche
Einsichten hinaus gehen, wie Sie sie hier so wichtig schildern.
Kurz noch zur „Ethik“: Zitat pünktchen: daß der ethische Imperativ ja gerade daraus entspringt, daß
der andere mir als solcher wirklich wird. Zitat Leser „Schopenhauer“: Wieso sollte daraus ein ethischer
Imperativ entspringen wenn ich erkenne, daß ich nicht allein bin auf der Welt? Der andere wird mir eben
nicht dadurch „wirklich“, daß ich bloß erkenne, daß es ihn gibt und daß er „da“ ist – als Lebewesen
unter anderen – , sondern ich erkenne im anderen ein fremdes Selbstsein, das in seinem Kern nicht verfügbar
ist. Dies meint auch Kants Formel vom „Zweck an sich“. Im Erkennen des Anderen und unserer selbst als
einer unreduzierbaren Wirklichkeit treten wir in jenen Horizont ein, der mit dem Wort „Vernunft“ umschrieben
werden kann. Ich erkenne mich als Selbstsein, zugleich aber als eine partikuläre Wirklichkeit neben anderen
Wesen derselben Art, die zu mir das gleiche „vernünftige“ (d.h. wirklichkeitsgerechte) Verhältnis aufbauen
können. Die Erkenntnis des Anderen wird so zur An-Erkenntnis seiner Ansprüche als Selbst-Sein. Was ich
hier schreibe, stammt nicht von mir, sondern von R. Spaemann www.kreuz.net/bookentry.1117.html, einem
Philosophen, den ich sehr hoch schätze. (Ich hoffe, daß ich ihn in den wenigen skizzierenden Bemerkungen
nicht verzerrt habe!) Da Sie jung sind und philosophisch interessiert, möchte ich Ihnen sein Buch „Glück
und Wohlwollen“ ans Herz legen!
Zweitaccount von .chen: „Schopenhauer“ Sie häufen hier soviel Unkenntnisse übereinander, daß es mir
wieder zu mühselig wird alles zu berichtigen, was Sie in Ihrer Melange aus Halbwissen und Mutmaßungen
so zusammenphantasieren. Ich halte Ihnen Ihr jugendliches Alter zugute, muß Sie aber bitten, mit Bewertungen
und Pauschalurteilen künftig spärlicher umzugehen, damit ich mir nicht etwa doch noch die Mühe mache,
jeden Ihrer Irrtümer Punkt für Punkt zu widerlegen! Zum Begriff des Willens als dem „Ding an sich“ kommt
Schopenhauer via negationis, indem er abstreicht, was die Welt als Vorstellung kennzeichnet: nämlich
Ausgedehntheit, Zeitlichkeit, Vielfalt, Kausalnexus usw. Schopenhauer erklärt nun, daß im individuellen
dunklen Lebenstrieb („Wille“) der Schlüssel zum Wesen aller Dinge liege. Dieser wird nicht mit „Gott“
gleichgestzt, sondern er ist im Gegenteil das Dunkle, Alogische, Triebhaft-Drängende usw., der sich unter
dem Schleier des „principium individuationis“ auch noch antagonistisch gegen sich selbst wendet. Die Individuen,
die gegeneinander kämpfen, sind der Weltwille, der sich ins eigene Fleisch beißt. Erlösung besteht
daher in einer Befreiung von diesem Willen. „Der Wille wendet sich“ steht bei Schopenhauer. Kunst, philosoph.
Reflexion, religiöse Mystik usw. können dazu beitragen, daß das „Rad des Ixion“ stillsteht. Wie der
Wille sich überhaupt wenden kann, wenn es keinen „Gott“ gibt (Sch. ist Atheist) und der Wille das Weltprinzip
selbst ist, bildet bekanntlich eine der unbeantworteten Fragen an Schopenh
„Schopenhauer“ Ihrer Ansicht nach ist der Wille das Wahre oder eben Gott. Lieber Leser „Sch“! Wenn Sie
solch einen Unsinn schreiben, zweifle ich schon, ob sich überhaupt die weitere Mühe lohnt! Es ist natürlich
Kern der Schopenhauerschen pessimistischen (!)Weltsicht, daß der Urgrund der Dinge – wie ich mehrfach
schrieb – alogisch und dunkel ist. Er wird von „Sch.“ als „böse“ und negativ gewertet und Erlösung könne
nur in der Freiheit von diesem Prinzip bestehen, die Sch. aber im reinen Erlöschen des Willens(„Nirvana“)
erblickte. Dadurch wird der Schopenhauersche Monismus nicht aufgehoben, weil dieses Erlöschen eben wirklich
ein Erlöschen ist. („Nirvana“ ist hier nur eine Chiffre/ religiöses Zitat) daß „Vereinigung mit Gott“
gerade dadurch stattfindet, daß man den Willen überwindet! Nicht etwa ihn erkennt oder bejaht. Sie sind
aber ein Schnellmerker, „Sch“! Es ist lustig mitanzusehen, wie sich bei Ihnen im Laufe der Auseinandersetzung
die >Aha-Erlebnisse< nur so jagen! Es wäre besser gewesen, wenn Sie den Frankfurter Philosophen vorher
etwas gründlicher studiert hätten, statt sich von mir auf die Sprünge helfen lassen zu müssen! Der
Wille ist nicht der wahre Grund der Welt. Vielmehr ist diese Welt nur ein Spiegel in dem sich der Wille
selbst ansieht. Der Wille ist der wahre Grund der Welt (schon der Buchtitel „Welt als Wille und Vorstellung“
sagt dies aus!), aber dieser Grund wird von Schopenhauer nicht divinisiert, sondern im Gegenteil – wenn
Sie so wollen – „satanisiert“.
#142 Schopenhauer2 20:31:19 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen: Fortsetzung Die Welt „Gott“ zu nennen, hieße nur die Welt mit einem überflüssigen Synonym
des Wortes Welt zu bereichern. Etwas Unbekanntes werde hier durch noch Unbekannteres erklärt usw. Das
ist nun eben der Grund warum Kant kein gläubiger Mann war! Denn diese Erkenntnis stammt nicht von Schopenhauer
selbst sondern Schopenhauer hat sie von Kant übernommen! Vermutlich ist es unnötig hier viele Worte
zu machen, denn Sie werden es wohl sowieso nicht begreifen. Trotzdem liegt hierin auch der Schlüssel
für das Wörtchen „Nichts“. Denn wäre erstens der Wille tatsächlich das einzig Exisitierende, dann
könnte es schon rein logisch keine Erlösung geben. Denn wie sollte man etwas überwinden können außerhalb
dessen es absolut nichts gibt? Was Schopenhauer hier meint kann man nur verstehen wenn man weiß wie er
Begriffe wie „Gott“ oder „Welt“ begreift. Ich habe Ihnen hierüber betreffs Kant schon mal eine ellenlange
Abhandlung geliefert. Ein Begriff entsteht K. oder Sch. zufolge durch Anschauung. Ich sehe ein Ding und
nenne es „Tisch“ usw. Dann gibt es bestimmte Verfahrensweisen der Vernunft die diese Begriffe miteinander
kombiniert und daraus Schlußfolgerungen zieht. So entstehen Begriffe die keine Entsprechung mehr in der
Anschauung haben. Ein solcher Begriff ist eben „Gott“ oder „Nichts“. Beides gibt es in der Anschauung
nicht. „Nichts“ als Gegenteil des Willens ist für Schopenhauer also nicht real „Nichts“ sondern nur ein
Begriff „Nichts“. Wie eben auch „Gott“ oder „Allwissend“ usw.
#141 Schopenhauer 20:14:01 | Dienstag, 3. Juli 2007
@ Pünktchen Tut mir leid, daß ich nicht eher Zeit gefunden habe zu antworten. Deshalb weiß ich auch
nicht, ob Sie diese Antwort überhaupt noch lesen. Ihre Interpretation von Schopenhauer ist absolut falsch.
Ihrer Ansicht nach ist der Wille das Wahre oder eben Gott. Das ist mit Sicherheit das genaue Gegenteil
dessen was Schopenhauer sagen wollte. Wenn Sie mein Zitat von weiter unten nochmal intensiv lesen, dann
werden Sie auch erkennen daß die (wörtlich!) „Vereinigung mit Gott“ gerade dadurch stattfindet, daß
man den Willen überwindet! Nicht etwa ihn erkennt oder bejaht. Der Wille ist nicht der wahre Grund der
Welt. Vielmehr ist diese Welt nur ein Spiegel in dem sich der Wille selbst ansieht. Die Erlösung besteht
eben darin den Willen zu überwinden. Wäre der Wille der letzte Urgrund dieser Welt, dann wäre die einzig
logische Folgerung daraus in der Tat die Philosophie Nietzsches, also die Vergöttlichung des grausamen,
amoralischen, sinnlosen Willens. Schopenhauer tut genau das Gegenteil. Vielleicht sollten Sie ihn einfach
mal lesen, anstatt nur so zu tun als ob?! daß der ethische Imperativ ja gerade daraus entspringt, daß
der andere mir als solcher wirklich wird. Wieso sollte daraus ein ethischer Imperativ entspringen wenn
ich erkenne, daß ich nicht allein bin auf der Welt? Nur weil der Fabrikbesitzer weiß daß es auch noch
Arbeiter auf der Welt gibt, wird er Ihnen trotzdem keinen fairen Lohn zahlen. Ist die Nächstenliebe Jesu
ein ethisches Prinzip? Ich glaube fast nicht.
„Schopenhauer“ Schopenhauer lehrt keine „andere“ oder „wahre Welt“ (keine „Hinterwelt“ würde Nietzsche
spotten) o. dergl., sondern er lehrt, daß die Welt in ihrem Kern die Manifestation (Objektivation) eines
Wesens sei und dieses bezeichnet er mit dem Wort „Wille“. Dieser Wille, dessen Objektivation sich in der
Vielfalt der Dinge darstellt, ist gleichwohl nur einer, indem ihm nämlich die Bedingung der Möglichkeit
der Vielheit, das principium individuationis fremd ist. Wo Schopenhauer nun von „Schleier“ und Täuschung
spricht, meint er unsere durch die Anschauungsformen Raum und Zeit, sowie das Kausalitätsprinzip bestimmte
Wirklichkeitserkenntnis (Welt als „Vorstellung“), die das Vielerlei, das Neben- und Nacheinander des Vielen
für „real“ hält, statt den metaphysischen Urgrund alles dessen, der stofflos, unausgedehnt, zeitlos-ewig,
grundlos, alogisch, alleinig und ungegenständlich ist: der Wille. Der Monismus ist vollkommen, denn jenseits
des Willens gibt es nichts! Schopenhauer grenzt sich selber vom „Pantheismus“ ab, weil dieser nichtssagend
und belanglos sei. Die Welt „Gott“ zu nennen, hieße nur die Welt mit einem überflüssigen Synonym des
Wortes Welt zu bereichern. Etwas Unbekanntes werde hier durch noch Unbekannteres erklärt usw. WWV II,
Kap. 50. Die Ethik bleibt in dem Problem befangen, daß der ethische Imperativ ja gerade daraus entspringt,
daß der andere mir als solcher wirklich wird. Sch. „entwirklicht“ aber den anderen. „Mitleid“ gibt es,
aber es ist kein ethisches Prinzip …
#139 Schopenhauer 01:08:22 | Sonntag, 1. Juli 2007
@ Pünktchen Wenn Sie für A und Non-A die Vorzeichen austauschen, was erhalten Sie dann? Was Schopenhauer
meint ist aber nicht einfach, daß jene Welt das genaue Gegenteil dieser Welt ist. Vielmehr meint er,
daß unsere Welt wie ein Nebel oder ein Schleier über jener „wahren“ Welt liegt. Für einen gewöhnlichen
Menschen erscheint jene andere Welt wie Nichts. Sie ist aber keineswegs „Nichts“. Die Ethik bei Sch. bleibt
etwas Schwieriges, da jedes um-willen eine Realität („einen anderen“) voraussetzt, der Sch. als Metaphysiker
die Substanz entzogen hat! Schopenhauer ist kein Egomane der jedem anderen Menschen das Gefühlsleben
abspricht. Ganz im Gegenteil stellt er heraus, daß der Egoismus, die Ich-Sucht usw. auf einer Illusion
beruht. Erst diese Einsicht ermöglicht schließlich eine Nächstenliebe wie sie auch im NT gefordert
wird. weil Heine in seiner pantheistischen Phase Heine war kein Philosoph, sondern Schriftsteller und
Journalist. In seinem Essay arbeitet er sehr schön den gemäßigten Pantheismus (Materialismus) Frankreichs
und den radikalen Pantheismus (Idealismus) Deutschlands heraus.
Schopenhauer: Jetzt scheinen Sie ihr eigenes Zitat endlich begriffen zu haben! :(3 Wenn Sie für A und
Non-A die Vorzeichen austauschen, was erhalten Sie dann?
#137 Schopenhauer 21:36:13 | Samstag, 30. Juni 2007
@ Pünktchen dann wäre das Gegenteil dieser Welt – das Nichts – das wahre Sein Nein, vielmehr wäre dann
unsere Welt (Vorstellung und Ding an sich) das Nichts.
Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen, „Sch“. Der Philosoph, von dem wir reden, hat keine dreigeteilte
Welt gelehrt, sondern ist Monist. Wenn die Welt, die sich in unserer Vorstellung darbietet und in unserem
Willen nach ihrem inneren metaphysischen Wesen erkannt wird, versuchsweise als nichtseiend gedacht würde,
dann wäre das Gegenteil dieser Welt – das Nichts – das wahre Sein. Schopenhauer schränkt ein: dies sei
„ein umgekehrter Standpunkt, wenn er für uns möglich wäre“, was jedoch nicht der Fall ist. Unter beiden
Perspektiven jedoch ergibt sich eine monistische Weltsicht: nur mit umgekehrtem Vorzeichen! Danke für
das Zitat! Es bestätigt meine Interpretation!
#135 Schopenhauer 20:37:13 | Samstag, 30. Juni 2007
@ Pünktchen Was für ein Unsinn. „Das allgemein als positiv Angenommene, welches wir das Seiende nennen
und dessen Negation der Begriff Nichts in seiner allgemeinsten Bedeutung ausspricht, ist eben die Welt
der Vorstellung, welche ich als Objektität des Willens, als seinen Spiegel, nachgewiesen habe. Dieser
Wille und diese Vorstellung sind eben auch wir selbst…Verneinung, Aufhebung, Wendung des Willens ist
auch Aufhebung und Verschwinden der Welt, seines Spiegels. Erblicken wir ihn in diesem Spiegel nicht mehr,
so fragen wir vergeblich wohin er sich gewendet und klagen dann, da er kein Wo und Wann mehr hat, er sei
ins Nichts verloren gegangen. Ein umgekehrter Standpunkt, wenn er für uns möglich wäre, würde die
Zeichen vertauschen lassen und das für uns Seiende als das Nichts und jenes Nichts als das Seiende zeigen.
Solange wir aber der Wille zum Leben sind, kann jenes letztere von uns nur negativ erkannt werden, weil
der alte Satz des Empedokles, daß Gleiches nur von Gleichem erkannt wird, gerade hier uns aller Erkenntnis
benimmt… Würde dennoch darauf bestanden von dem was die Philosophie nur negativ als Verneinung des
Willens ausdrücken kann eine positive Erkenntnis zu erlangen zu bliebe uns nichts übrig, als auf den
Zustand zu verweisen, den alle die, welche zur volkommenen Verneinung des Willens gelangt sind, erfahren
haben und den man mit den Namen Ekstase, Erleuchtung, Vereinigung mit Gott usw. bezeichnet hat…“ Schopenhauer,
Die Welt als Wille und Vorstellung
#134 Pünktchen 09:03:06 | Donnerstag, 28. Juni 2007
Schopenhauer bei „Schopenhauer“ & Heine Sch. war metaphysischer Monist: d.h. er vertrat die Auffassung,
daß alle Dinge nur Modifikationen eines Wesens seien. Dieses wahre Wesen der Dinge wird von Sch. als
„Wille“ bezeichnet. Wenn das Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ heißt, dann geht es um die
Wirklichkeit in ihrem erkennbaren „Für uns“ (nämlich: „Vorstellung“) und in ihrem einzigen und allumfassenden
„An sich“: nämlich Wille. Von „Dreiteilung“ der Welt kann beim Metaphysiker Sch. nun überhaupt keine
Rede sein. Das „An sich“ der Welt ist eines: Wille. Wo kein Wille (mehr) ist, ist Nichts und nicht irgendeine
„wahre“ und dritte „Welt“. Die transzendentale Idealität der Welt verbirgt also nur die metaphysische
Realität: die Maya unserer Erkenntnisfunktionen verbirgt uns das wahre Sein, welches Wille ist. Und außer
dem ist – nach Schopenhauer – nichts! Zwischen Heines „Pantheismus“ und Sch. Monismus ist nun deswegen
schwer zu vermitteln, weil Heine in seiner pantheistischen Phase den Sch.schen Pessimismus ganz und gar
nicht geteilt hat. Im Gegenteil: nicht Weltflucht (wie letztlich bei Sch.), sondern Weltgenuß und Diesseitigkeit
sind der Schlachtruf von Heines „Pantheismus“ (in diesem Sinne Nietzsche verwandt, der ja Sch.s voluntaristischen
Weltsicht übernahm, aber Sch.s „asketische“ Verneinung in eine „heroische“ Bejahung umwandelte). Die
Ethik bei Sch. bleibt etwas Schwieriges, da jedes um-willen eine Realität („einen anderen“) voraussetzt,
der Sch. als Metaphysiker die Substanz entzogen hat!
#133 Schopenhauer 22:46:29 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ alle möglichen Vorposter Auch das ist Quatsch. Was ist Quatsch? Die Kirche gesteht den Menschen keine
Entwicklung in einem qualitativen Sinn zu. Sie ist pessimistisch. Das ist auch gut so. Heine für Schopenhauer
vereinnahmen weil er sich gegen alle anderen Quatsch! Schopenhauer war ein typischer Vertreter des dt.
Idealismus und gerechterweise müßte er in Heines Aufzählung auch auftauchen. Das er das nicht tut liegt
wohl daran, daß sich aus Schopenhauer kaum praktische politische Forderungen ableiten lassen. der Brüller
des Jahres ist! Das war eigentlich nur ein Zitat von Schopenhauer selbst. Nachdem sein Hauptwerk viele
hundert Seiten umfaßt werden Sie mir sicher nachsehen, daß ich grade nicht die passende Stelle vollständig
zitieren kann. Schopenhauer erklärt dort aber seinen „Willen“ mit diesen Worten und nennt das Shakespeare
Zitat das ich Leblhuber nannte (We are such stuff…: Wir sind aus dem gleichen Stoff gemacht wie die
Träume und unser kleines Leben umfaßt ein Schlaf) die treffendste Umschreibung. Nach Kant gibt es die
Welt der Erscheinungen und das Ding an sich. Bei Schopenhauer ist es dreigeteilt. Es gibt die Erscheinungen
(den Traum), das Ding an sich (Wille oder der der träumt, also der Träumer) und die „wahre“ Welt über
die man nur negativ sprechen kann (Nicht-Welt, Nicht-Wille, Nirvana oder „Nichts“, analog der Wachzustand).
Wenn der Mensch das Ding an sich erkennt ist er wie ein Träumer, der erkennt daß er träumt. Das Ding
an sich ist also im Grunde auch nur Wahn.
#132 Schopenhauer2 22:21:09 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ alle möglichen Vorposter Im Zuge der geschichtlichen Entwicklung… Deutschland und Frankreich werden
als Geschwister betrachtet. Was in Frankreich (Heine ist großer Frankreich Fan) positiv verlaufen ist,
verläuft in Dtl. grundlegend falsch. Der Grund dafür ist die Kleinstaaterei der Deutschen. Diese sorgt
dafür daß die großen Geister der Deutschen keine Handlungsmöglichkeit in der Praxis haben, weil die
vielen hundert Kleinstaaten von vornherein jeden politischen Fortschritt hindern. Dies führt dazu, daß
die deutsche Philosophie sich in die Innerlichkeit und in immer verstiegenere Gedankengebäude flüchtet.
Entäuschung und Frustration über die Ohnmacht der Deutschen führt zu regelrechtem Politikekel der großen
Denker. Völlig anders die Entwicklung in Frankreich. Dort entwickeln die pantheistischen Ideen (Parlament,
Menschenrechte) blühende Verhältnisse. Frankreich ist eben im Gegensatz zu Dtl. nicht in hunderte Kleinstaaten
aufgespalten. Heines geniale Prophetie besteht nur in einem Gedanken: Was passiert wenn die Deutschen
eines Tages ihren geeinten Nationalstaat bekommen und damit die Möglichkeit besteht all die verstiegenen
Ideen die ihre Philosophen (als Weltflucht) ausgebrütet haben endlich in die Praxis umzusetzen? Es ist
wirklich beeindruckend wenn man bspw. die Analysen eines Joachim Fest in seiner Hitler Biographie liest
und sie mit den Prophetien Heines vergleicht. Dabei muß man bedenken, daß Heine 100 Jahre vor Hitler
genau die gleichen Gründe analysiert wie Fest 40 Jahre nach Hitler.
Danke, VirO, über Heines eigenwilligen „Pantheismus“ gibt es sogar einen sarkastischen kreuz.net-Artikel:
s. hier www.kreuz.net/article.3851.html! Im Strang unterhalb dieses Artikels habe ich mehrere Passagen
aus Heines Geständnissen zitiert. In diesem Strang postst auch ein gewisser „blueberry“! Es ist leicht
zu erkennen, um wen es sich handelt! (Parzifal=blueberry=AdrianLeverkühn=Sperling=Schopenhauer)
#129 virOblationis 11:56:33 | Mittwoch, 27. Juni 2007
Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (1834) Zusammenfassung [Ursprünglich
ist der Pantheismus. Beispiele:] Germanen, älteste griech. Philosophen [(Naturphilosophie)]. Mit Plato
und Aristoteles erfolgt eine Aufspaltung der Philosophie: Plato Idealist, Aristoteles [Materialist]. Während
des Mittelalters unterwarf die Scholastik die philosoph. Vernunft der Theologie (keine eigenständige
ratio). Auf Descartes geht die mod. Philosophie zurück. Er hat sie von der Theologie gelöst und auf
ganz „reine Gedanken“ gegründet. Doch aus seinem Cartesianismus gingen wiederum Idealismus und Materailismus
hervor. Die Franzosen wurden John Locke folgend Materialisten. Die Deutschen wurden Leibniz folgend Idealisten.
Spinoza aber wurde der Begründer der pantheistischen Naturphilosophie, die die Spaltung Geist – Materie
überwindet. Kants „Kritik der reinen Vernunft“ löste eine ideelle Revolution aus, vergleichbar der materiellen
in Frankreich. Er beseitigte den Deismus. So blieb nur der Pantheismus. Fichte war Pantheist. Schelling
folgt Fichte und gelangt mit seiner Naturphilosophie zu dem, was Spinoza bereits dachte. Vollendet wurde
dies seit Kant Begonnene durch Hegel. Im Zuge der geschichtlichen Entwicklung folgt nun eine Entchristlichung
[und Hinwendung zum Pantheismus]. Wenn Deutschland ganz entchristlicht ist, folgt eine Revolution zur
Schaffung entsprechender, neuer Lebensverhältnisse, die in Deutschland – gemäß der naturwüchsigen
germanischen/deutschen Wildheit – furchtbar ausfallen wird. ([Vieles kaum nachvollziebar.])
Tja, „Schopenhauer“, Leblhuber hat Ihr Ablenkungsmanöver richtig erkannt! Jetzt versuchen wir es also
mit „H. Heine“ . Wenn man sich „Schopenhauer“ nennt, sich fortwährend auf „Kant“ beruft, die Menschenrechtsidee
auf „Spinoza“ zurückführen möchte und im „Pantheismus“ verankert sieht, dann möchte man all diese
Anleihen auch gerne einmal eingelöst sehen! Oft fragt man sich, wieviel „Kant“ Sie im Original gelesen
haben, wieviel „Schopenhauer“ und Spinoza usw., oder ob dieses alles nur Namedropping auf Pennälerniveau
ist. Ich hoffe Sie haben inzwischen selber begriffen, daß Ihr Satz: >>Schopenhauers „Wille“ ist nichts
starkes oder mächtiges<< der Brüller des Jahres ist! Heines Konversion beurteile ich anders als Leblhuber.
Besonders in seinen „Geständnissen www.heinrich-heine.net/gestd.htm“, z.T. schon geschrieben in der berühmten
„Matratzengruft“, offenbart Heine die christliche Substanz seines Wesens, geprägt aus der dankbar erinnerten
Zeit seiner Erziehung durch die Jesuiten in Düsseldorf: „Als Denker, als Metaphysiker, mußte ich immer
der Konsequenz der römisch-katholischen Dogmatik meine Bewunderung zollen; auch darf ich mich rühmen,
weder das Dogma noch den Kultus je durch Witz oder Spötterei be- kämpft zu haben, und man hat mir zugleich
zuviel Ehre und zuviel Unehre erzeigt, wenn man mich einen Geistesverwandten Voltaires nannte. Ich war
immer ein Dichter, und deshalb mußte sich mir die Poesie, welche in der Symbolik des katholischen Dogmas
und Kultus blüht und lodert viel tiefer als andern Leuten offenbaren“
Lieber Schopenhauer! Wie Sie bereits wissen, bin ich kein Experte für Schopenhauer. Aber bei Heine kenne
ich mich einigermaßen aus. Wollen Sie Heine für Schopenhauer vereinnahmen, nur weil er sich gegen alle
anderen ausgesprochen hat? Sie sind offensichtlich ein Heine-Fan, ich auch. Aber für Schopenhauer argumentieren
Sie schlecht. Heine war kein Philosoph, sondern ein Dichter. Seine Konversion hat ihn negativ geprägt
und sein Anliegen war vom Elend der Rechtlosen und vom Antisemitismus seiner Zeit beeinflusst. Das Sclavenschiff,
Heinrich Heine: „Sechshundert Neger tauschte ich ein Spottwohlfeil am Senegalflusse. Das Fleisch ist hart,
die Sehnen sind stramm, Wie Eisen vom besten Gusse. … „Bleiben mir Neger dreihundert nur Im Hafen von
Rio-Janeiro, Zahlt dort mir hundert Ducaten per Stück Das Haus Gonzales Perreiro.“… Wenn Sie über
Schopenhauer diskutieren wollen, bleiben Sie bei Schopenhauer. Wollen Sie über Heine diskutieren, dann
deklarieren sie das auch. Das ist auch der Grund warum die Kirche auf einer strikten Trennung zw. Staat
und Religion pocht. Eben um eine „Vergöttlichung“, einen frevelhaften Optimismus zu verhindern. Auch
das ist Quatsch. Da muss ich .chen ausnahmsweise zustimmen. Trotzdem freundliche Grüße Leblhuber
#126 Schopenhauer2 00:20:10 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ Pünktchen: Fortsetzung „…jener Talisman ist morsch, und kommen wird der Tag, wo er kläglich zusammenbricht;
die alten steinernen Götter erheben sich dann aus dem verschollenen Schutt, und reiben sich den tausendjährigen
Staub aus den Augen, und Thor mit dem Riesenhammer springt endlich empor und zerschlägt die gotischen
Dome. Wenn Ihr dann das Gepolter und Geklirre hört, hütet Euch, Ihr Nachbarskinder, Ihr Franzosen, und
mischt Euch nicht in die Geschäfte, die wir zu Hause in Deutschland vollbringen. Es könnte Euch schlecht
bekommen. Hütet Euch das Feuer anzufachen, hütet Euch es zu löschen; Ihr könntet Euch leicht an den
Flammen die Finger verbrennen. Lächelt nicht über meinen Rat, über den Rat eines Träumers, der Euch
vor Kantianern, Fichteanern und Naturphilosophen warnt. Lächelt nicht über den Phantasten, der im Reiche
der Erscheinungen dieselbe Revolution erwartet, die im Gebiete des Geistes stattgefunden. Der Gedanke
geht der Tat voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und
ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst
krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt, der deutsche Donner hat
endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und
die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen und sich in ihren königlichen
Höhlen verkriechen.“
#125 Schopenhauer 00:17:55 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ Pünktchen: Fortsetzung „…ja, solche Transzendentalidealisten wären, bei einer gesellschaftlichen
Umwälzung, sogar noch unbeugsamer als die ersten Christen, da diese die irdische Marter ertrugen, um
dadurch zur himmlischen Seligkeit zu gelangen, der Transzendentalidealist aber die Marter selbst für
eitel Schein hält und unerreichbar ist in der Verschanzung des eigenen Gedankens. Doch noch schrecklicher
als alles wären Naturphilosophen, die handelnd eingriffen in eine deutsche Revolution und sich mit dem
Zerstörungswerk selbst identifizieren würden. Denn wenn die Hand des Kantianers stark und sicher zuschlägt,
weil sein Herz von keiner traditionellen Ehrfurcht bewegt wird; wenn der Fichteaner mutvoll jeder Gefahr
trotzt, weil sie für ihn in der Realität gar nicht existiert: so wird der Naturphilosoph dadurch furchtbar
sein, daß er mit den ursprünglichen Gewalten der Natur in Verbindung tritt, daß er die dämonischen
Kräfte des altgermanischen Pantheismus beschwören kann, und daß alsdann in ihm jene Kampflust erwacht,
die wir bei den alten Deutschen finden, und die nicht kämpft um zu zernichten, noch um zu siegen, sondern
bloß um zu kämpfen. Das Christentum – und das ist sein schönstes Verdienst – hat jene brutale germanische
Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende
Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige
Berserkerwut, wovon die nordischen Dichter so viel singen und sagen…“
#124 Schopenhauer2 00:14:17 | Mittwoch, 27. Juni 2007
@ Pünktchen: zum zweiten! Bereits vor einiger Zeit habe ich Ihnen geraten mal den wirklich hervorragenden
Aufsatz von Heinrich Heine zu lesen: Über die Religion und Philosophie in Dtl. gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1145&…
Gewiß finden Sie dort auch genügend Anhaltspunkte zwecks Pantheismus und Menschenrechten. Heines Essay
kann man gar nicht genug loben. Mit prophetischen Worten sagt er Hitler vorher und leitet ihn her aus
Spinoza, Kant, Fichte oder Hegel. Hier einige Auszüge: „Laßt Euch aber dessen nicht bange sein, Ihr
deutschen Jakobiner; die deutsche Revolution wird darum nicht milder und sanfter ausfallen, weil die Kantesche
Kritik, der Fichtesche Transzendentalidealismus und gar die Naturphilosophie derselben vorausging. Durch
diese Doktrinen haben sich revolutionäre Kräfte entwickelt, die nur des Tages harren, wo sie hervorbrechen
und die Welt mit Entsetzen und Bewunderung erfüllen können. Es werden Kantianer zum Vorschein kommen,
die auch in der Erscheinungswelt von keiner Pietät etwas wissen wollen, und erbarmungslos, mit Schwert
und Beil, den Boden unseres europäischen Lebens durchwühlen, um auch die letzten Wurzeln der Vergangenheit
auszurotten. Es werden bewaffnete Fichteaner auf den Schauplatz treten, die in ihrem Willensfanatismus,
weder durch Furcht noch durch Eigennutz zu bändigen sind; denn sie leben im Geiste, sie trotzen der Materie,
gleich den ersten Christen, die man ebenfalls weder durch leibliche Qualen noch durch leibliche Genüsse
bezwingen könnte; …“
#123 Schopenhauer 22:20:00 | Dienstag, 26. Juni 2007
@ Pünktchen: unhöflich wie eh und je vor allem seine „Ethik“ ist keine und die Leistungen Kants auf
diesem Gebiet werden konzeptionell völlig verfehlt. Könnten Sie das mal erläutern? der ja optimistisch
auf der Flutwelle des Weltgeistes angesurft kommt. Rechts- und Linkshegelianer sehnen sich selbstverständlich
nach einem Paradies auf Erden. Solange dieses noch nicht erreicht wurde gibt es Leiden. Man muß nur die
Parteiprogramme und Wahlreden von NPD und PDS vergleichen um diese Gemeinsamkeiten zu erkennen. „Optimistisch“
meint hier nur, daß man durch Politik (in der Praxis Gewaltherrschaft) dieses Paradies schaffen kann.
„Pessimistisch“ ist dagegen das Christentum das eine qualitative Weiterentwicklung des Menschen (also
eine Vergöttlichung) definitiv ausschließt. Das ist auch der Grund warum die Kirche auf einer strikten
Trennung zw. Staat und Religion pocht. Eben um eine „Vergöttlichung“, einen frevelhaften Optimismus zu
verhindern. Anders als die rechtsradikale Piusbruderschaft die deutlich vom Hegelianismus beeinflußt
ist. Diesen geistesgeschichtlichen Quatsch konnten Sie auf mehrfache Aufforderung hin nicht belegen und
plausibilisieren! Das liegt eher daran, daß Sie einfach zu dumm sind um zu verstehen wovon ich rede.
Der heutige Mensch hält sich für Gott, er sucht sein Paradies allein im Hier und Jetzt. Der gesamte
Konsumismus ist daraus abgeleitet. Der Vatikan steht der Menschenrechtsidee kritisch gegenüber. Die Boykottaufforderungen
gegen ai zeigen dies deutlich.
VirOblationis An Irrtümern und Marotten erkennt man naturgemäß die Identität hinter manchen Nicks
leichter und sicherer als an Positionen, die Zustimmung verdienen.
#121 virOblationis 10:18:52 | Dienstag, 26. Juni 2007
alter Bekannter? „Die Menschenrechtsidee, die Republik oder der Liberalismus gehören in diese Bewegung
die allgemein in der Tradition Spinozas und des Pantheismus steht.“ Dies kommt mir sehr bekannt vor. Wie
nannte er sich noch, der dies vortrug? War es nicht Paschut?
= Zweitaccount von .chen: „Schopenhauer“ Schopenhauers „Wille“ ist nichts starkes oder mächtiges… Dieser
Satz ist an Peinlichkeit für jemanden, der sich den Nick „Schopenhauer“ gegeben hat, nicht zu überbieten!
„Schopenhauer“ Schopenhauer befindet sich eher in der Tradition von Kant. In dessen Tradition sieht er
sich und Sie folgen ihm in dieser Selbsteinschätzung: aus diesem Grunde hatte ich Sie ja schon bei unserer
Kant-Debatte als von Schopenhauer beeinflußt erkannt! Schopenhauer verfehlt Kant aber an vielen wichtigen
Punkten: vor allem seine „Ethik“ ist keine und die Leistungen Kants auf diesem Gebiet werden konzeptionell
völlig verfehlt. „Deutsch, kulturkritisch, weltschmerzgetränkt“: das bezeichnet nun gerade die „Betrachtungen
eines Unpolitischen“ (T.Mann) oder Freuds „Unbehangen in der Kultur“ nicht aber den Links- oder Rechtshegelianismus,
der ja optimistisch auf der Flutwelle des Weltgeistes angesurft kommt. Die Menschenrechtsidee, die Republik
oder der Liberalismus gehören in diese Bewegung die allgemein in der Tradition Spinozas und des Pantheismus
steht. Diesen geistesgeschichtlichen Quatsch konnten Sie auf mehrfache Aufforderung hin nicht belegen
und plausibilisieren! Googeln Sie doch einfach mal in der Wiki (Stichwort „Menschenrechte“) oder lesen
Sie mal wieder ein gutes Buch www.kreuz.net/bookentry.936.html! Die Wurzeln der Menschenrechtsidee liegen
in Antike und Christentum. Durch die europäische Aufklärung erhalten die „Menschenrechte“ eine weitere
Ausgestaltung und positiv-rechtlichen Charakter. Die wichtigsten Denker sind: Thomas Hobbes, John Locke,
Jean-Jacques Rousseau und Immanuel Kant – alles keine „Pantheisten“! Schopenhauers „Wille“ ist nichts
starkes oder mächtiges, sondern wie ein Traumgebilde. :…
#118 Schopenhauer 11:52:34 | Montag, 25. Juni 2007
@ Pünktchen Schopenhauer befindet sich eher in der Tradition von Kant. Nietzsche war eine gedankliche
Fortführung Hegels. Denn Nietzsche hat die Welt (ähnlich Hegel mit seiner pantheistischen Philosophie)
vergöttlicht. Ganz im Gegenteil zu Schopenhauer, der sie „entgöttlicht“ hat. Was Sie „deutsch, kulturkritisch,
weltschmerzgetränkt“ nennen, hat mit Schopenhauer gar nichts zu tun. Hier handelt es sich eher um eine
rechtslastige Interpretation Hegels. Eine quasireligiöse Bestrebung die unter dem Deckmäntelchen der
Wissenschaftlichkeit versucht Welt und Geist wieder zu versöhnen. Außerdem ist diese Philosophie keineswegs
nur auf Dtl. beschränkt. Der Kommunismus war das gleiche nur eben von links. Auch die Menschenrechtsidee,
die Republik oder der Liberalismus gehören in diese Bewegung die allgemein in der Tradition Spinozas
und des Pantheismus steht. Schopenhauer ist aber eher das Gegenteil eines Pantheisten. Sch. hat Gefühle
und Sentiments deswegen als wichtigen Schlüssel zur Erkenntnis des Dinges an sich betrachtet, weil wir
in ihnen eine Realitätserfahrung außerhalb einer der beiden Anschauungsformen (Raum / Zeit) machen können.
Schopenhauer redet nicht von Gefühlen sondern von den platonischen Ideen. Mein „Wille“ ist ganz und gar
real und ich erfahre ihn zuinnerst als drängende (und manchmal herrische) Macht. Der „Wille“ von Schopehauer
ist nicht das was man allgemein unter „Wille“ versteht. Schopenhauers „Wille“ ist nichts starkes oder
mächtiges, sondern wie ein Traumgebilde.
„Schopenhauer“ Bisher war mir nicht bewußt, daß Sie ihn gelesen haben! Auf Ihre offensichtliche Beeinflussung
durch Sch. hatte ich Sie schon hingewiesen, als wir noch über Kant diskutierten und Sie sich Sp. nannten.
In der gedanklichen Fortführung von Sch. liegen auch Freud, Thomas Mann, Nietzsche, Wagner. Ihre verschiedenen
Benennungen (z.B. A.L., P. usw.) zeigten mir schon, daß es diese deutsche, kulturkritische, weltschmerzgetränkte
(krypto-buddhistische) Tradition ist, die es Ihnen angetan hat. Dagegen ist nichts zu sagen. Letztlich
drückt sich darin eine Haltung zu „letzten Dingen“ aus, die eben nie ganz und gar „wissenschaftlich“
begründbar ist, sondern sich als Summe der eigenen Welt- und Selbstdeutungen zu einer Pespektive verdichten
und zwar so, daß sie alle weiteren Welt- und Selbstdeutungen bestimmen und lenken… Sch. hat Gefühle
und Sentiments deswegen als wichtigen Schlüssel zur Erkenntnis des Dinges an sich betrachtet, weil wir
in ihnen eine Realitätserfahrung außerhalb einer der beiden Anschauungsformen (Raum / Zeit) machen können.
Mein „Wille“ ist ganz und gar real und ich erfahre ihn zuinnerst als drängende (und manchmal herrische)
Macht. Es sei dies die einzige Erfahrung von Realität auerhalb unseres sinnlichen Erfahrungsapparates
und deswegen führt diese Erfahrung näher an das „Ding an sich“ (also das Ding außerhalb seiner Konstitution
durch unsere „Vorstellung“). Dies gilt aber nur für die philosophische Reflexion!
#116 Schopenhauer 22:22:09 | Samstag, 23. Juni 2007
@ Pünktchen Im Prinzip haben Sie Recht. Andererseits aber eben nicht. Ich habe leider nicht viel Zeit!
Das von mir gegebene Beispiel war tatsächlich falsch/nicht treffend. In einem tieferen Sinn ist es aber
sehr wohl so, daß Schopenhauer die (tiefe, nicht gewöhnliche) Liebe oder die (tiefe, nicht gewöhnliche)
Sehnsucht nach Gerechtigkeit als Hinweis auf eine ganz und gar andere Welt auffasst. Es sind die Sehnsüchte
der Einzelseele die identisch ist mit der Weltseele die hier den Schleier der Maya/Täuschung zerreissen
und zur „Wirklichkeit“ durchstossen. Es ist ja keineswegs so, daß nach Schopenhauer gar nichts existiert.
Es ist lediglich so, daß das was „wirklich“ ist vom „gewöhnlichen“ Menschen nicht vorgestellt werden
kann. Also: der Himmel ist nicht vorstellbar. Insofern ist es „negativ“. Es ist keineswegs identisch mit
dem „Nichts“. Wie gesagt: Ich habe grade nicht viel Zeit. Aber wenn Sie diskutieren möchten: nur zu!
Ich verehre Schopenhauer! Bisher war mir nicht bewußt, daß Sie ihn gelesen haben!
„Schopenhauer“ und der Wahn Nach Schopenhauer sind die tiefen subjektiven Gefühle und ehnsüchte des
Individuums (Liebe, Gerechtigkeit…) wahr und echt. Falsch und unecht ist lediglich die Welt die ihm
vorgaukelt sie im Hier und Jetzt realisieren zu können Diese Interpretation geht ganz an Schopenhauer
vorbei und projiziert Zeitgeistiges in ihn hinein. „Echt“ in einem an das Metaphysische heranreichenden
Sinne sind nicht „Gefühle“ und „Sehnsüchte“ als solche. Im Gegenteil, diese werden – nach Schopenhauer –
vom wahnbehafteten Individuum unter der Herrschaft des principium individuationis hervorgerufen und sind
selbstsüchtig-leidstiftend, solange der Schleier der Maya (das principium individuationis) nicht herabgerissen
wird von den Augen der Verblendeten. Der Wille, verstanden als blinder und dunkler Trieb, dessen materielle
und immaterielle Manifestationen/Individuationen (z.B. „Gefühle“ und „Sehnsüchte“) wird von Schopenhauer
als das negativ zu bewertende ens realissimum aufgefaßt, von dessen Herrschaft sich das Individuum in
seltenen Momenten der Klarsicht und Gemütsruhe befreien könne. „Sehnsüchte“ und „Gefühle“ sind für
die philosophische Reflexion (im Sch.ischen Sinne) selber Erzeugnisse des Wahns, weil sie wahnhaft an
der Realität eines „Ich“ festhalten und nicht nur, weil dieses Ich in der Realität keine „Selbstverwirklichung“
erreichte. Die Sch.sche Mitleidsethik ist durch und durch widersprüchlich: wie bei einem Zahnarzt, der
seinem Patienten erklärt, seine Schmerzen seien Illusion …
@Schopenhauer: Wir reden hier von den tiefsten Dingen und Sie kommen mit Politik. Die politische Meinung
von Schopenhauer ist mir so egal wie die von Jesus, Platon oder Buddha. Platon war übrigens auch nicht
unbedingt ein Demokrat! Ich habe Ihnen doch gesagt, dass für eine philosophische Diskussion meine Kenntnisse
nicht ausreichen. Sie beruhen bloß auf dem Philosophieunterricht im Gymnasium und einem Seminar auf der
Uni. Und das ist lange her. Wagner war ein Genie. Er war ein schlimmer Antisemit, aber musikalisch ein
Genie! Ich habe in diesem Zusammenhang Wagners Weltanschauung gemeint und nicht seine himmlische Musik,
die ich verehre. Erst kürzlich habe ich in der Staatsoper den fliegenden Holländer gehört. Ein unvergessliches
Erlebnis, Ozawa hat dirigiert. Wagner hätte allerdings seine Libretti nicht selbst schreiben sollen.
Sie sind weniger erbaulich. In meinem Posting habe ich geschrieben: Wagner ( nicht seine Musik) Dass wir
uns kabbeln, ist kontraproduktiv. Ich teile doch weitgehend Ihre Ansichten. Leider schmeißt mich mein
Provider ständig hinaus. Das ist mühsam. Ich muss neu starten und das vergällt die Diskussionsfreude.
Außerdem arbeite ich nebenbei. Entschuldigen Sie die Verzögerung.
#112 Schopenhauer 00:33:58 | Samstag, 23. Juni 2007
Höh???? Weil ich weiß, dass auch der andere Mensch leidet, bin ich bereit ihm zu helfen. Eigentlich
ist es eher so, daß Schopenhauer mit seiner Behauptung die Realität sei eine Wahnvorstellung auch meinte
die Vorstellung der Vielheit der Individuen sei ein reiner Wahn. Das heißt es gibt nicht viele Menschen,
sondern nur mich (oder eben dich). Die Vielheit ist nur eine Illusion. Wenn ich jemanden etwas wegnehme,
dann gebe ich mir nichts sondern nehme es mir selbst weg. „Ich“ meint natürlich nicht mich, sondern (kath.
gesprochen) meine Seele: We are such stuff as dreams are made on and our little life is rounded with a
sleep! Und dass er vom Volk als Souverain wenig hielt. Er plädierte gegen die Republik, die er für eine
Herrschaft der Dummen hielt. Wir reden hier von den tiefsten Dingen und Sie kommen mit Politik. Die politische
Meinung von Schopenhauer ist mir so egal wie die von Jesus, Platon oder Buddha. Platon war übrigens auch
nicht unbedingt ein Demokrat! Dass er außerdem von Wagner verehrt wurde, lässt ihn mir nicht gerade
als Lichtgestalt erscheinen. Wagner war ein Genie. Er war ein schlimmer Antisemit, aber musikalisch ein
Genie! Aber eines weiß ich sicher: Hier als Außenseiter zu diskutieren, verursacht vielleicht selbstverschuldetes
Leiden, das auf Schopenhauers Mitleid nicht hoffen darf. Aber vielleicht auf seinen Spott? Auch eine Form
von Mitleid!
@schopenhauer: Ihre Welt ist nicht dieses Forums Welt. Was ich von Schopenhauer weiß, ist dessen Postulat
des Mitleids. Sinngemäß: Weil ich weiß, dass auch der andere Mensch leidet, bin ich bereit ihm zu helfen.
Und dass er vom Volk als Souverain wenig hielt. Er plädierte gegen die Republik, die er für eine Herrschaft
der Dummen hielt. Dass er außerdem von Wagner verehrt wurde, lässt ihn mir nicht gerade als Lichtgestalt
erscheinen. Was er allerdings über die Welt als subjektive Wahrnehmung sagte, ist genial. Wir erkennen,
was wir wahrnehmen und das ist das, was (für uns) existiert. Ich übertrage das auch auf Indoktrinierung.
Die Ideologie schafft unser Bild von der Welt. Schopenhauer, ich würde mich auch Schopenhauer nennen,
wenn Wagner( nicht seine Musik) nicht wäre! Um mich ernsthaft mit ihm auseinanderzusetzen, reicht meine
Kenntnis nicht aus. Aber eines weiß ich sicher: Hier als Außenseiter zu diskutieren, verursacht vielleicht
selbstverschuldetes Leiden, das auf Schopenhauers Mitleid nicht hoffen darf.
#110 Schopenhauer 23:47:21 | Freitag, 22. Juni 2007
@ Stöhr Eine „von der Wahrnehmung unabhängige Außenwelt“ meint eben nichts anderes als daß die Welt
mein Traumgespinst ist, dem ich hinterher renne, in dem ich meine Erlösung suche (Reichtum, Sex, schnelle
Autos…) und sie letztlich doch nicht finde. Nach Schopenhauer sind die tiefen subjektiven Gefühle und
ehnsüchte des Individuums (Liebe, Gerechtigkeit…) wahr und echt. Falsch und unecht ist lediglich die
Welt die ihm vorgaukelt sie im Hier und Jetzt realisieren zu können. Was ist daran satanistisch?
#108 Schopenhauer 23:34:04 | Freitag, 22. Juni 2007
@ Stöhr Schopenhauer vertrat die Auffassung die Wirklichkeit sei nur Blendwerk um den Menschen in Scheinbefriedigung
und Wahn gefangen zu halten. Die Güter dieser Welt sind also nur Maya, Täuschung, Traum oder Wahn. Ist
diese Haltung verwerflich Herr Stöhr?
Wikipedia: „Schopenhauer vertrat mit dem irischen Philosophen George Berkeley die Auffassung, dass eine
von der Wahrnehmung unabhängige Außenwelt nicht existiere.“ Also, die Schöpfung gibt es gar nicht!
So eine erbärmliche Niete.
#102 Schopenhauer 23:21:26 | Freitag, 22. Juni 2007
@ Ziegler und lieber ohne Jeans unterm Gewand Dann hätte ich aber lieber Ministrantinnen! Ihre schwüle
Homoerotik können Sie behalten! Ob sich Jugendliche von Ihnen ihr Schuhwerk vorschreiben lassen werden
(„Ey Alta, ich sach ma’ so…“) ist eher zu bezweifeln und was wenn sich brasilianische Straßenkinder
keine schwarzen Lederschuhe leisten können oder das Vaterunser auch mal so beten möchten, daß sie verstehen
worum’s da geht?
Vulgärtraditionalismus Lieber weltweit die Messe in Latein, jede Kirche auf dem Globus wird dann zu einem
besonderen Erlebnis. Der Brasilianer fühlt sich dann in einer Kirche hierzulande wie zuhause. Und lieber
Ministranten in rot und weiß, statt erdfarbig, lieber mit schwarzen Lederschuhen, statt Nike-Sportschuhen,
und lieber ohne Jeans unterm Gewand … und lieber ein kath. kreuz.net als ein auch kaufmännisch unlauteres
kreuts.net. Wer ist David Berger, ein großer oder kleiner Geist? Es riecht nach Huf.
#100 M. Kirschbaum 16:09:22 | Donnerstag, 21. Juni 2007
Das mit Loriot usw. ist alles echt nicht lustig! Wie kann man mit eine so ehrwürdigen Gestalt und einem
solch bedeutenden Wissenschaftler wie Dr.med.Lindemann solche Scherze treiben?
#98 Karl Murx 14:30:54 | Donnerstag, 21. Juni 2007
Ach, ja, Loriot Wie ging der Sketch noch mal? Lottogewinn 1 die Zweite: Film ab: ich häisse Ärwin Lottomann
und äröffne mit dem Pappst äine Härränboutique in Wuppertal
#97 Tridentinus 13:50:54 | Donnerstag, 21. Juni 2007
Mindestens muss Herr Dr. med. Lindemann, der leider noch nicht 500.000 € im Lotto gewonnen hat, um demnächst
mit dem Papst in Nantes den Grundstein zu einer Psychatrischen Privatkinik mit eigenem Theologischen Publikationsorgan
(Arbeitstitel: Idiota de mente) legen zu können, ein zur Identität tendierendes Naheverhältnis zu kreuz.net
haben!
#96 Nachtlaterne 06:17:49 | Donnerstag, 21. Juni 2007
hallo jürgen danke für die info ich denke, dass lingen in keinem fall priester ist und zu diesem titel
auf ganz andere vtour kam, er dürfte zu jemandem gelaufen sein , der z.b. auch adelstitel gegen honorar
vergibt. ich habe vor jahren mal artikel lingens gelesen, die, gelinde gesagt, sehr sehr widersprüchlich
sind. er hat soviel aufmewrksamkeit, weil er sich priester nennt.
Albern „Vor Gericht möchte Lindemann zeigen, daß David Berger charakterlich nicht geeignet ist, eine
theologische Fachzeitschrift herauszugeben.“ Und was möchte er damit erreichen? Als Herausgeber kann
sich Dr. Berger aussuchen, wessen Beiträge er druckt. Wenn er sich gegenüber Lindemann verpflichtet
hat, dann mag es sein, dass er die Verpflichtung noch erfüllen muss. Anschließend ist Lindemann aber
erst recht draußen. Und kein Gericht kann einen Redakteur mal eben wegen so einer Lächerlichkeit absetzen.
Zumal Dr. Berger durchaus nachvollziehbar darlegen kann, warum er so gehandelt hat.
#88 M. Kirschbaum 18:22:18 | Mittwoch, 20. Juni 2007
Charakterlich geeignet „Vor Gericht möchte Lindemann zeigen, daß David Berger charakterlich nicht geeignet
ist, eine theologische Fachzeitschrift herauszugeben.“ Es ist schon abzusehen, das das Gericht Berger
als Herausgeber absetzen muss, wenn es die charakterliche Eignung zusammen mit Dr. Lindemann geprüft
hat …
Ich will die Rechtsposition Lindemanns nicht in Zweifel ziehen,… …aber bei ihm braucht es nicht viel
und er droht mit dem Kadi. Das ist nichts neues und nicht das erste Mal. Lindemann und Berger haben sich
gesucht und gefunden. Übrigens läßt die Löschung meines vorigen Beitrages, eines läppischen Zweizeilers,
Rückschlüsse darauf zu, wer diese Seite moderiert. Nur Lindemann selbst, oder Freunde von ihm, würden
so einen Beitrag löschen.
@Stimme aus dem Tradiland / Lefebvre-Kanonisation Selbst ein Cardinal hat bereits knieend vor dem Grab
des Erzbischofs gebetet. Die Regentschaft des 1960er/70er-Zeitgeistes im Vatikan ist jedenfalls ausschließlich
eine Zeitfrage. Eine Heiligsprechung des Erzbischofs durch einen späteren Papst kann mit Sicherheit nicht
für alle Zukunft ausgeschlossen werden. Es wird jedenfalls von den PBSPX-Anhängern eifrig für die Kanonisation
dieses vorbildhaften Antimodernisten und rechtgläubigen Hirten gebetet. Die ersten Schritte zur Rehabilitierung
der Alten Messe, die Papst Paul VI. ausgelöscht für alle Zukunft sehen wollte, diese sind bereits durch
den heutigen Papst gesetzt.
@ Müller Als Beispiel wäre noch der erste Gegenpapst der Geschichte, Hippolyt, zu erwähnen. Er starb
gemeinsam im Steinbruch mit einem jener Päpste, die er zuvor bekämpft hatte. Bei Lefebvre müßte nur
klargestellt, dass er aus Notstand (objektivem; der subjektive kann m.A. nach ernstlich nicht bestritten
werden – auch letzter ist zur Rechtfertigung ausreichend) heraus gehandelt hat. Schon wäre der Weg frei
für die Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens. D.h. die innerkirchliche Geschichtsschreibung müßte
nur der Wahrheit die Ehre geben.
scientific misconduct Im Verwaltungsrecht spricht man von „detournement de pouvoir“, wenn für sachwidrige
Entscheidungen sachgemäße Gründe vorgetäuscht werden. Das aber betreibt kreuz.net permanent. Ist das
ein glaubenstreues Verhalten??
@ Dr. Heger Auch von der hl. Maria Ward habe ich mir sagen lassen, daß sie als Exkommunizierte starb.
Sie wurde im Prozess gerechtfertigt. Kanonisiert ist sie allerdings nicht.
@Rudolfus …von Sodomiten erstellten Plagiatsheimseite… Soll man folgen, daß der Inhalt und der wahrheitsgehalt
einer Seite ist davon abhängig ob der Macher der Seite katholisch ist oder nicht, ob er Macher der Seite
homosexuell ist oder nicht, ob…? Wenn also ein Homosexueller eine Seite erstellt auf der er schreibt
„1+1=2“, dann ist dies automatisch falsch, weil der Autor homosexuell ist?
@Dr. Heger: Alle beide heroische Beispiele für Heiligkeit, nicht für Altersstarrsinn und Ungehorsam.
Allesamt unterstellten sie weder dem Heiligen Vater Häresie noch Apstasie oder ähnliches. Es mutet mir
merkwürdig an, wenn sie diesen Bischof auf eine Ebene mit tasächlichen Heiligen stellen. Da sieht er
sich oder sah er sich übrigens selbst. auch dasd unterscheidet ihn von wahren Heiligen bzw. Seligen!
@Müller Ich lasse Ihre übrigen Bemerkungen unkommentiert stehen, obwohl ich schon öfters zu ähnlichen
Inhalten Stellung bezogen habe. Nur folgendes: Man möge mir erklären, wann die Kirche in ihrer annähernd
2000-jährigen Geschichte einen solchen Menschen zur ehre der Altäre erhoben hätte? Das bekannteste
Beispiel ist der große Kirchenvater Athanasius. Er wurde seinerzeit auch vom Papst – ich glaube, er hieß
Liberius – exkommuniziert. Auch von der hl. Maria Ward habe ich mir sagen lassen, daß sie als Exkommunizierte
starb. MfG Christoph Heger
David Bergers Zusammenarbeit mit der Plagiatsseite „kreuts.net“ Wie ernst ist ein Theologe wie David Berger
zu nehmen, der mit der u.a. von Sodomiten erstellten Plagiatsheimseite kreuts.net zusammenarbeitet? Man
sollte eher von sich aus mit solchen Leuten die Zusammenarbeit aufkündigen (zumindest, wenn man ein katholischer
Theologe ist).
@Dr. Heger: Lefebvre kann und muss man der Marmherzigekit Gottes anheim stellen. Er hat sich aus Ungehorsma,
Altersstarrsinn und wohl auch persönlicher Eitelkeit aus der Kirche verabschiedet, hat trotz voriger
Ermahnung seitens des Vatikan und der daraus folgenden Konsequenzen für ihn und seines gleichen die unerlaubte
Bischofsweihe vorgenommen und wurde darauf hin exkommuniziert, was als Tatsrafe für sein Vergehen auch
ohne öffentliche Promotion eintratt. Man möge mir erklären, wann die Kirche in ihrer annähernd 2000-jährigen
Geschichte einen solchen Menschen zur ehre der Altäre erhoben hätte?
Benedikt meint: Die FSSPX dagegen hat sich aus der „offiziellen“ Kirchen in die Schmollecke verzogen.
Von dort aus wird sie nie in der Lage sein, irgendetwas zu ändern. Änderungen funktionieren nur aus
der Kirche heraus. Durch Aufzwingen erreicht man nichts. Das Gegenteil ist offensichtlich. Ohne die FSSPX
hätte es weder Papst Johannes Pauls II. Indult von 1984 noch die Versprechungen der Enzyklika Ecclesia
Dei gegeben. Also mit einem Wort: Ohne die FSSPX wäre der haßerfüllte Versuch, die alte Messe zu vernichten,
aller Wahrscheinlichkeit nach erfolgreich gewesen. Es würde mich nicht wundern, wenn in ein paar Jahrzehnten
Erzbischof Lefèbvre selig gesprochen würde. Nicht nur Leute wie Franz Jägerstätter sind „Märtyrer
des Gewissens“. MfG Christoph Heger
Die großen Fußstapfen eines großen Erzbischofs… @ turk: Eine ganz und gar berechtigte Frage! Freut
mich, dass wir in diesem Punkt einer Meinung sind! @ Benedikt: Dass Sie die Lage so beurteilen, überrascht
mich nicht. Es geht nicht um mich persönlich. Ich bin überzeugt davon, dass Erzbischof Lefebvre als
„Stachel im Fleisch der V2-Kirche“ sehr viel bewegt hat. Soviel sollte man auch als Ecclesia-Dei-Anhänger
zugestehen können (ich zähle Sie dorthin, auch wenn Sie das nach meinem Dafürhalten nicht behauptet
haben). Naturgemäß tun sich seine Nachfolger – Generalobere, Weihbischöfe insbesondere – schwer in
den Fußstapfen des großen Vorbilds. Sie haben bei allen ihren persönlichen Fähigkeiten und Bemühungen
jedenfalls den Nachteil, dass es ihnen nicht mehr vergönnt war, in einer erfolgreichen Epoche der hl.
Kirche (zu denen ich die 1950er-Jahre zähle) in ihren Funktionen tätig zu sein, also – so wie EB Lefebvre –
als Missionsbischof, päpstlicher Generalbevollmächtigter für das frankophone Afrika und Generaloberer
eines großen Ordens in freundschaftlicher Tuchfühlung zum ewigen Rom tätig sein zu dürfen. Sie sind
alle im Widerstand groß geworden und das prägt (auch besonders in positiver Hinsicht aber eben nicht
nur).
@ Tradiland Denn der kämpferische Traditionalismus, um welchen es in Wahrheit geht (FSSPX et al.), wurde
ja gerade dadurch hervorgerufen und gefördert, dass die „gemäßigten Traditionellen“ vulgo „Konservative“
oder genauer „Halbkonservative“ in mehr als 40 Jahren überhaupt nichts – in Zahlen 0,0 – bewegt haben.
Und was haben Sie bewegt? Die Kirchengeschichte ist voll von Krisen, die allesamt dadurch beigelegt wurden,
dass Gläubige sich um Auswege bemüht haben. Große Heilige der Kirche gehören zu diesen Gläubigen.
Die FSSPX dagegen hat sich aus der „offiziellen“ Kirchen in die Schmollecke verzogen. Von dort aus wird
sie nie in der Lage sein, irgendetwas zu ändern. Änderungen funktionieren nur aus der Kirche heraus.
Durch Aufzwingen erreicht man nichts.
Für „Theologisches“ ist die Sache jedenfalls nicht nützlich… Die Vorgangsweise von Dr. David Berger,
Dr. Lindemann nicht mehr in „Theologisches“ publizieren zu lassen, weil es sich bei kreuz.net um eine
„kirchenfeindliche, anonyme“ Webseite handle, ist schon deswegen höchst seltsam, weil er selbst – zugegebener
Maßen – auf einer ebensolchen, nämlich „kreuts.net, publiziert hat. Ein Hinweis: Dr. Berger dementiert,
identisch mit jenem kreuts.net-Poster zu sein, welcher sich „Lindenmann“ nennt. Sein Kampf gegen den „Vulgärtraditionalismus“
gleicht einem Don Quichotteschen Kampf gegen Windmühlenflügel. Denn der kämpferische Traditionalismus,
um welchen es in Wahrheit geht (FSSPX et al.), wurde ja gerade dadurch hervorgerufen und gefördert, dass
die „gemäßigten Traditionellen“ vulgo „Konservative“ oder genauer „Halbkonservative“ in mehr als 40
Jahren überhaupt nichts – in Zahlen 0,0 – bewegt haben. Beginnend von Cardinal Ottaviani über Cardinal
Scheffczyk – das große Idol Dr. Bergers – bis hin zu Dr. David Berger selbst haben sie alle ihre „Kompromisse“
machen müssen, oder genauer: Sich V2-NOM-mäßig korrumpieren lassen. Kein einziger von denen hat auch
nur eine Kapelle der Tradition erhalten oder auch nur eine einzige V2-Häresie als solche bezeichnet,
jedenfalls bis 1988, als Rom ein Mittel zur Spaltung der Tradition (er)fand…
Nebenbei: wo bleibt Konsequenz??? Was der obige Artikel soll und was von der ganzen Sache zu halten ist,
kann ich nicht sagen, und es interessiert mich auch nicht sonderlich. Es bleibt ein Mangel, daß in einem
anonymen Portal oft die redaktionelle Verantwortung nicht herausgefunden werden kann oder soll, ausgenommen
Autoren nennen bewußt ihren Namen. Wenn die Zusammenarbeit mit „kreuz.net“ tatsächlich von Artikeln
in „Theologisches“ konsequent qualifiziert, so wäre die äußerst kritische Anfrage an Herausgeber zu
stellen, warum dann ein „Wolfgang F. Rothe“, der mit dem „13.“ gemeinsam nachweislich versuchte, „kreuz.net“
für seine verlogene „Verteidigungskampagne“ einzuspannen und auf „kreuz.net“ nachweislich Artikel lanciert/verfaßt
hat sowie hierher verlinkt www.wfrothe.com/links.htm (!!!), in „Theologisches“ neuerdings wieder schreiben
„darf“, und dies obschon nach den staatlichen Gerichtsverfahren www.kreuz.net/bookentry.657.html in Österreich
ein weiterer Fall der Verlogenheit Rothes www.kreuz.net/bookentry.1208.html aufgeflogen ist. Dieser letzte
Fall einer Finanzlüge www.kreuz.net/bookentry.1208.html innerhalb eines wissenschaftlichen Buches bedarf
einer dringenden Erklärung. Im übrigen müßte zuerst die Zusammenarbeit mit einem „13.“ disqualifizieren.
kreuts.net Ist doch lustig, daß es kreuts.net gibt – irgendeiner muß der Welt schließlich sagen, daß
hier fast nur Blödsinn zu lesen ist. Nachher glaubt noch jemand, kreuz.net habe etwas mit der Katholischen
Kirche zu tun… Die Anonymität, die der Plagiatseite vorgeworfen wird, ist hier doch fester Bestandteil
der „Berichterstattung“.
#66 M. Kirschbaum 08:08:15 | Mittwoch, 20. Juni 2007
@ Heger ja, das ist höchste Zeit! Sonst wird „Theologisches“ noch zu einem Homo-Pornomagazin. Ich bin
dafür, die Aufgabe, Herrn Dr. Lindemann anzuvertrauen! Oder wie wäre es damit, Msgr. Lange wieder zu
reaktivieren? Oder haben Sie vielleicht Zeit? Das wäre doch großartig! Endlich wieder eine richtig traditionalistische
Zeitschrift!
Berger Zusammen mit Rudolf Michael Schmitz gründete er 2000/01 das Jahrbuch „Doctor Angelicus“ (Institut
Christus König und Hoherpriester). O weia, gesucht und gefunden?
Ach, Sentinel, … Ich gratuliere dem Kölner Theologen David Berger zum berechtigten Herauswurf des Herrn
Lindemann. Ich wette, daß man sich bald zum Hinauswurf von David Berger als „Herausgeber“ von Theologisches
beglückwünschen kann. MfG Christoph Heger