David Berger, ein Fall für den Richter?
Wer auf ‘kreuz.net’ publiziert, wird – unabhängig vom Inhalt seines Beitrages – vom Herausgeber der konservativen theologischen Zeitschrift ‘Theologisches’ sofort exkommuniziert.
(kreuz.net) Seit 2003 gibt der Kölner Theologe David Berger (39) die bekannte konservative Zeitschrift
‘Theologisches’ heraus. Jetzt ist es zu einem Konflikt mit dem jahrelangen Mitarbeiter der Zeitschrift,
Dr. med. Wolfgang B. Lindemann, gekommen.
Seit fast zehn Jahren schreibt Lindemann für ‘Theologisches’. Er begann seine Publikationstätigkeit noch unter Bergers Vorgänger, Prälat Ulrich-Paul Lange.
In allen drei Sonderheften, die unter David Bergers Leitung herausgegeben wurden, war Lindemann mit einem langen Artikel vertreten.
Die Zusammenarbeit verlief – nach Lindemanns Angaben – immer gut. Er erhielt von Herausgeber Berger sogar warme Dankschreiben.
Doch dann kam der Sommer 2006. Damals schrieb Lindemann auf die ausdrückliche Bitte Bergers einen Artikel für ‘Theologisches’.
Berger lobte das eingereichte Manuskript und sagte eine Veröffentlichung zu.
Der gute katholische Ruf
In der Zwischenzeit schrieb Lindemann einen Artikel für die katholische Internetseite ‘kreuz.net’.
Der Beitrag befaßt sich mit fachlichen Schwächen der Evolutionstheorie – ein Gebiet zu dem Lindemann seit Jahren publiziert.
Das kam dem Herausgeber von ‘Theologisches’ zu Ohren. Kaum zwei Stunden nach Erscheinen des Artikels kündigte er Lindemann per Email? JA, per eMail ! jede weitere Zusammenarbeit auf:
„Von einem Bekannten wurde ich soeben darauf aufmerksam gemacht, daß Sie jetzt auch auf der anonym und größtenteils mit Halbwahrheiten und teilweise sogar Falschaussagen demagogisch arbeitenden Internetseite ‘kreuz.net’ publizieren.
Wie Sie wissen, kommt es bei Artikeln nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch darauf, von wem diese stammen und wo sie stehen.
Daher habe ich nun größte Probleme, Sie weiterhin als Autor von ‘Theologisches’ wirken zu lassen. Ich hoffe, Sie haben für meine Situation als Herausgeber einer Zeitschrift, die stets auf ihren gut katholischen Ruf geachtet hat, Verständnis!“
Die Mitteilung traf Lindemann wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Keine Antwort
Er ließ nichts unversucht, um die Situation aufzuklären und sich die Möglichkeit zur Publikation in einer der wenigen noch katholisch zu nennenden theologischen Zeitschriften zu erhalten.
Lindemann bot dem Herausgeber von ‘Theologisches’ an, ab sofort nur noch unter einem Pseudonym auf ‘kreuz.net’ zu schreiben.
Er erklärte, daß er ein ehrenamtliches Schriftenapostolat zu Evolutionskritik, Kreationismus, Pastoralmedizin und Pastoraltheologie betreibe.
Lindemann wies auch auf die vielen katholischen Organisationen und Persönlichkeiten hin, die mit ‘kreuz.net’ zusammenarbeiten oder mit dem Portal ein Banner tauschen.
Es sei undenkbar, daß eine einmalige Publikation bei ‘kreuz.net’ in glaubenstreuen Kreisen zu einer nicht widerruflichen Disqualifizierung führe.
Lindemann bat sogar einen gemeinsamen Bekannten um Vermittlung.
Doch Herausgeber Berger antwortete nicht auf die Erklärungen Lindemanns.
Vor dem Vermittler behauptete er sogar, daß der Artikel, den Lindemann für ‘Theologisches’ geschrieben hatte, zwischenzeitlich bereits anderswo veröffentlicht worden sei.
Im übrigen sei Lindemann aufgrund der einmaligen Publikation eines Artikels auf ‘kreuz.net’ definitiv als Autor einer seriösen theologischen Zeitschrift wie ‘Theologisches’ disqualifiziert.
Sich selbst disqualifiziert
Das Erstaunliche dieser Argumentation besteht darin, daß David Berger zwischenzeitlich offiziell auf einer scharf antikirchlichen Plagiat-Webseite publiziert hat, die sich als Gegenprojekt zu ‘kreuz.net’ versteht und laut Impressums unter anderem von „Schwulen, Lesben, Moslems“ betriebenen wird.
Auf dieser Homepage verfaßt er auch unter eigenem Namen sowie unter dem Lesernamen ‘Lindenmann’ skurrile Postings – offenbar um den Ruf des geächteten Mitarbeiters von ‘Theologisches’ zu schädigen.
Jetzt wehrt sich Lindemann gegen die Behandlung durch den Herausgeber von ‘Theologisches’. Er hat in Köln gegen Berger sogar eine Klage wegen Vertragsbruchs eingereicht.
Lindemann glaubt, daß in seinem Fall das vorliegt, was in der Naturwissenschaft als „scientific misconduct“ bezeichnet wird – die Beurteilung von Fachartikeln unabhängig von deren Inhalt und Qualität.
Vor Gericht möchte Lindemann zeigen, daß David Berger charakterlich nicht geeignet ist, eine theologische Fachzeitschrift herauszugeben.
Aus diesem Grund hat Lindemann auch seinen vollständigen Briefwechsel mit dem Herausgeber von ‘Theologisches’ im Internet veröffentlicht.
Seit fast zehn Jahren schreibt Lindemann für ‘Theologisches’. Er begann seine Publikationstätigkeit noch unter Bergers Vorgänger, Prälat Ulrich-Paul Lange.
In allen drei Sonderheften, die unter David Bergers Leitung herausgegeben wurden, war Lindemann mit einem langen Artikel vertreten.
Die Zusammenarbeit verlief – nach Lindemanns Angaben – immer gut. Er erhielt von Herausgeber Berger sogar warme Dankschreiben.
Doch dann kam der Sommer 2006. Damals schrieb Lindemann auf die ausdrückliche Bitte Bergers einen Artikel für ‘Theologisches’.
Berger lobte das eingereichte Manuskript und sagte eine Veröffentlichung zu.
Der gute katholische Ruf
In der Zwischenzeit schrieb Lindemann einen Artikel für die katholische Internetseite ‘kreuz.net’.
Der Beitrag befaßt sich mit fachlichen Schwächen der Evolutionstheorie – ein Gebiet zu dem Lindemann seit Jahren publiziert.
Das kam dem Herausgeber von ‘Theologisches’ zu Ohren. Kaum zwei Stunden nach Erscheinen des Artikels kündigte er Lindemann per Email? JA, per eMail ! jede weitere Zusammenarbeit auf:
„Von einem Bekannten wurde ich soeben darauf aufmerksam gemacht, daß Sie jetzt auch auf der anonym und größtenteils mit Halbwahrheiten und teilweise sogar Falschaussagen demagogisch arbeitenden Internetseite ‘kreuz.net’ publizieren.
Wie Sie wissen, kommt es bei Artikeln nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch darauf, von wem diese stammen und wo sie stehen.
Daher habe ich nun größte Probleme, Sie weiterhin als Autor von ‘Theologisches’ wirken zu lassen. Ich hoffe, Sie haben für meine Situation als Herausgeber einer Zeitschrift, die stets auf ihren gut katholischen Ruf geachtet hat, Verständnis!“
Die Mitteilung traf Lindemann wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Keine Antwort
Er ließ nichts unversucht, um die Situation aufzuklären und sich die Möglichkeit zur Publikation in einer der wenigen noch katholisch zu nennenden theologischen Zeitschriften zu erhalten.
Lindemann bot dem Herausgeber von ‘Theologisches’ an, ab sofort nur noch unter einem Pseudonym auf ‘kreuz.net’ zu schreiben.
Er erklärte, daß er ein ehrenamtliches Schriftenapostolat zu Evolutionskritik, Kreationismus, Pastoralmedizin und Pastoraltheologie betreibe.
Lindemann wies auch auf die vielen katholischen Organisationen und Persönlichkeiten hin, die mit ‘kreuz.net’ zusammenarbeiten oder mit dem Portal ein Banner tauschen.
Es sei undenkbar, daß eine einmalige Publikation bei ‘kreuz.net’ in glaubenstreuen Kreisen zu einer nicht widerruflichen Disqualifizierung führe.
Lindemann bat sogar einen gemeinsamen Bekannten um Vermittlung.
Doch Herausgeber Berger antwortete nicht auf die Erklärungen Lindemanns.
Vor dem Vermittler behauptete er sogar, daß der Artikel, den Lindemann für ‘Theologisches’ geschrieben hatte, zwischenzeitlich bereits anderswo veröffentlicht worden sei.
Im übrigen sei Lindemann aufgrund der einmaligen Publikation eines Artikels auf ‘kreuz.net’ definitiv als Autor einer seriösen theologischen Zeitschrift wie ‘Theologisches’ disqualifiziert.
Sich selbst disqualifiziert
Das Erstaunliche dieser Argumentation besteht darin, daß David Berger zwischenzeitlich offiziell auf einer scharf antikirchlichen Plagiat-Webseite publiziert hat, die sich als Gegenprojekt zu ‘kreuz.net’ versteht und laut Impressums unter anderem von „Schwulen, Lesben, Moslems“ betriebenen wird.
Auf dieser Homepage verfaßt er auch unter eigenem Namen sowie unter dem Lesernamen ‘Lindenmann’ skurrile Postings – offenbar um den Ruf des geächteten Mitarbeiters von ‘Theologisches’ zu schädigen.
Jetzt wehrt sich Lindemann gegen die Behandlung durch den Herausgeber von ‘Theologisches’. Er hat in Köln gegen Berger sogar eine Klage wegen Vertragsbruchs eingereicht.
Lindemann glaubt, daß in seinem Fall das vorliegt, was in der Naturwissenschaft als „scientific misconduct“ bezeichnet wird – die Beurteilung von Fachartikeln unabhängig von deren Inhalt und Qualität.
Vor Gericht möchte Lindemann zeigen, daß David Berger charakterlich nicht geeignet ist, eine theologische Fachzeitschrift herauszugeben.
Aus diesem Grund hat Lindemann auch seinen vollständigen Briefwechsel mit dem Herausgeber von ‘Theologisches’ im Internet veröffentlicht.
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Mittwoch, 18. Juli 2007 19:04
santo domingo: @ Gotthard
Zum Urteil gibt es auch einen Kurzartikel mit Diskussionsthread in der Leserzeitung (und bei kreuts.net kann der Artikel von M.Kirschbaum ebenfalls diskutiert werden).
Mittwoch, 18. Juli 2007 18:55
Gotthard: Lindemann?
großartig! … auf der ganzen Linie verloren…
Mittwoch, 18. Juli 2007 11:23
kreuts.net/forum: Dr. Lindemann ein Fall für den Psychiater
Donnerstag, 5. Juli 2007 16:52
wer.hat.mich.angezündet?: kreuts.net
Mittwoch, 4. Juli 2007 21:49
Pünktchen: „Schopenhauer“
Sie brauchen nicht zitieren, mir sind diese Texte bekannt! Das Problem ist aber, daß Sch. sein Versprechen
nicht wahr machen kann, philosophisch und systemimmanent schlüssig zu zeigen, daß „eine Aufhebung und
Selbstverneinung des Willens“ in auch nur einer seiner Erscheinungen möglich ist. In der Kunst kommt
es zu verübergehendem Schweigen des Willens („Quietiv“), aber die Beispiele von „Heiligkeit“ u „Erleuchtung“
und dergl., die Schopenhauer anführt, bleiben Glaubenssache wie Christi Himmelfahrt und die Jungfrauengeburt.
Schopenhauer leitet den Intellekt aus dem Willen ab und sieht ihn im Frondienste desselben. Wie sollte
er sich gegen die Allmacht des Urprinzips wenden können und mit welcher Kraftquelle? Wie kann man wollen,
nicht zu wollen. Und ist ein solches willentliches Nicht-Wollen nicht selbstwidersprüchlich und selbst
wiederum ein Wollen? …
Schopenhauer selbst blieb sich zeitlebens der Tatsache bewußt, daß er selber nicht Teilhaber dieses „Erlöschens“, dieser Erlösung geworden ist. Er muß diese Phänomene also als von anderen beglaubigt annehmen, sie folgen nicht sehr schlüssig aus seiner Philosophie!
Ich muß allerdings zugeben, wenn man die Schopenhauersche „Erlösungslehre“ aus dem System herausstreicht, dann bricht dieses noch keineswegs zusammen! Es wird nur noch ein wenig hoffnungsloser …
Schopenhauer selbst blieb sich zeitlebens der Tatsache bewußt, daß er selber nicht Teilhaber dieses „Erlöschens“, dieser Erlösung geworden ist. Er muß diese Phänomene also als von anderen beglaubigt annehmen, sie folgen nicht sehr schlüssig aus seiner Philosophie!
Ich muß allerdings zugeben, wenn man die Schopenhauersche „Erlösungslehre“ aus dem System herausstreicht, dann bricht dieses noch keineswegs zusammen! Es wird nur noch ein wenig hoffnungsloser …
Mittwoch, 4. Juli 2007 21:28
Schopenhauer2: @ Pünktchen
„Aber der Mensch ist die vollkommenste Erscheinung des Willens, welche, um zu bestehen, wie im zweiten
Buch gezeigt, von einem so hohen Grade von Erkenntnis beleuchtet werden mußte, daß in dieser sogar eine
völlig adäquate Wiederholung des Wesens der Welt unter der Form der Vorstellung, welches die Auffassung
der Platonischen Ideen, der reine Spiegel der Welt ist, möglich ward, wie wir sie im dritten Buch kennen
gelernt haben.
Im Menschen also kann der Wille zum völligen Selbstbewußtsein, zum deutlichen und erschöpfenden Erkennen seines eigenen Wesens, wie es sich in der ganzen Welt abspiegelt, gelangen. Aus dem wirklichen Vorhandensein dieses Grades von Erkenntnis geht, wie wir im vorigen Buch sahen, die Kunst hervor. Am Ende unserer ganzen Betrachtung wird sich aber auch ergeben, daß durch dieselbe Erkenntnis, indem der Wille sie auf sich selbst bezieht, eine Aufhebung und Selbstverneinung desselben in seiner vollkommensten Erscheinung möglich ist: so daß die Freiheit welche sonst, als nur dem Ding an sich zukommend, nie in der Erscheinung sich zeigen kann, in solchem Fall auch in dieser hervortritt und, indem sie das der Erscheinung zugrunde liegende Wesen aufhebt, während diese selbst in der Zeit noch fortdauert, einen Widerspruch der Erscheinun mit sich selbst hervorbringt und gerade dadurch die Phänomene der Heiligkeit und Selbstverleugnung darstellt.“
Schopnehauer, Welt als Wille und Vorstellung, erster Band, IV. Buch
Im Menschen also kann der Wille zum völligen Selbstbewußtsein, zum deutlichen und erschöpfenden Erkennen seines eigenen Wesens, wie es sich in der ganzen Welt abspiegelt, gelangen. Aus dem wirklichen Vorhandensein dieses Grades von Erkenntnis geht, wie wir im vorigen Buch sahen, die Kunst hervor. Am Ende unserer ganzen Betrachtung wird sich aber auch ergeben, daß durch dieselbe Erkenntnis, indem der Wille sie auf sich selbst bezieht, eine Aufhebung und Selbstverneinung desselben in seiner vollkommensten Erscheinung möglich ist: so daß die Freiheit welche sonst, als nur dem Ding an sich zukommend, nie in der Erscheinung sich zeigen kann, in solchem Fall auch in dieser hervortritt und, indem sie das der Erscheinung zugrunde liegende Wesen aufhebt, während diese selbst in der Zeit noch fortdauert, einen Widerspruch der Erscheinun mit sich selbst hervorbringt und gerade dadurch die Phänomene der Heiligkeit und Selbstverleugnung darstellt.“
Schopnehauer, Welt als Wille und Vorstellung, erster Band, IV. Buch
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