Fünf Meter hoher heiliger Gregorius geweiht + Schönborn: Neue Herzlichkeit + Priester wegen Völkermord vor Gericht + Schadenfreude + Oberösterreich: Krankenkasse zahlt Spätabtreibung
Fünf Meter hoher heiliger Gregorius geweiht
Vatikan. Am Mittwoch hat Papst Johannes Paul II. in Anwesenheit
des Patriarchen der armenisch-katholischen Kirche, Nerses Bedros XIX., eine Marmorstatue des heiligen
Gregorius des Erleuchters geweiht. Die Weihe fand aus Anlaß der Feierlichkeiten zum 1700. Jahrestags
der Bekehrung der Armenier zum Christentum statt. Die über fünf Meter hohe Figur wurde an der Außenfassade
des Petersdoms plaziert. Der heilige Gregorius der Erleuchter († 333) ist als Apostel Armeniens bekannt.
Armenien liegt im Kaukasus. Der heilige Gregorius bekehrte den damaligen armenischen König zum Christentum.
Die Armenier bildeten das erste christliche Staatswesen der Weltgeschichte.
Schönborn: Neue Herzlichkeit
Österreich. In der österreichischen Bischofskonferenz herrsche nach der „Verbittertheit“ der letzten
Jahre „einfach wieder ein sehr herzliches Klima untereinander“. Das sagte der Erzbischof von Wien, Christoph
Kardinal Schönborn, im Rahmen einer von verschiedenen österreichischen Medien veranstalteten Reihe „Zeitgenossen
im Gespräch“. Auf die Frage, ob dies vielleicht mit dem Ausscheiden von Bischof Kurt Krenn zusammenhänge,
meinte der Kardinal nach Angaben der linksliberalen Tageszeitung „Der Standard“: „Ich möchte das nicht
so personalisieren, obwohl natürlich immer auch alles personal ist.“ Und: „Ich glaube schon, daß jetzt
wieder eine größere Solidarität, eine größere Gemeinsamkeit da ist. Es sind auch die Bischofsernennungen
nicht mehr Paniksituationen für die Gläubigen – hoffentlich.“
Priester wegen Völkermord vor Gericht
Ruanda. Der Priester und Pfarrer Athanase Seromba (41) muß sich wegen Beihilfe zum Völkermord vor dem
UNO-Tribunal für Ruanda verantworten. Dieses Internationale Strafgericht hat seinen Sitz in Aruscha im
Norden Tansanias. Pfarrer Seromba stammt aus Westruanda. Das Gerichtsverfahren wurde vergangenen Dienstag
nach einer dreimonatigen Pause wiederaufgenommen. Pfarrer Seromba, selber ein Hutu, soll eine Gruppe von
Hutus angestiftet haben, seine Pfarrkirche, in die sich 2.000 Tutsi geflüchtet hatten, mit einem Bulldozer
dem Erdboden gleich zu machen. Beim Völkermord in Ruanda wurden im Jahr 1994 nach UNO-Angaben 800.000
Tutsi und gemäßigte Hutu ermordet. Ursache des Völkermords ist ein Konflikt zwischen den zwei Stämmen
der Hutu und der Tutsi. Die Tutsi stellen in Ruanda eine kleine, aber ökonomisch sehr mächtige Bevölkerungsminderheit
dar. Sie haben das Land jahrelang politisch regiert. Die Tutsi waren die Hauptopfer des Völkermordes.
Schadenfreude
Österreich. In Österreich ist kürzlich bekanntgeworden, daß im letzten Jahr 45.000
Austritte aus der katholischen Kirche zu verzeichnen waren. Damit ist eine neue Rekordmarke erreicht.
Doch Pater Udo Fischer, der ultraliberale Benediktiner und Pfarrer im niederösterreichischen Paudorf
(nördlich von St. Pölten) jubelt. In seiner Pfarrei seien bei insgesamt 2039 Katholiken letztes Jahr
nur 16 Personen ausgetreten. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 33%. Zur Gegenüberstellung:
Aus der Pfarrei Eisgarn (652 Katholiken), die vom Ex-Regens des St. Pöltner Priesterseminars betreut
wird, der wegen der Sexskandale im St. Pöltner Priesterseminar arg in die Schlagzeilen kam, gab es im
Skandaljahr 2004 keine Kirchenaustritte. In der ebenfalls von Propst Küchl betreuten Pfarrei Eggern (722
Katholiken) seien 4 Personen ausgetreten, 3 davon noch vor Bekanntwerden der Ereignisse im Priesterseminar.
Oberösterreich: Krankenkasse zahlt Spätabtreibung
Österreich. Eine oberösterreichische Mutter hat
in ihrem Bundesland einen schweren Streit um die Kinderabtreibung ausgelöst. Die Landwirtin ließ ihr
drittes Kind, welches aufgrund von fehlenden Nieren nicht länger als zwei bis drei Tage lebensfähig
gewesen wäre, im vergangenen Juli im 5. Schwangerschaftsmonat abtreiben. Die Landwirtin, die bei der
„Sozialversicherungsanstalt der Bauern“ (SVB), versichert ist, erhoffte sich, das Geld für die Kinderabtreibung
zurückzubekommen. Allerdings, so die Antwort des Direktors der SVB in Linz, Josef Striegl, sei eine Schwangerschaft
keine Krankheit. Die Kasse hätte gezahlt, wenn die Situation lebensbedrohend gewesen wäre. Diese Aussage
ließen Medien, Frauensprecherinnen, Grüne und Sozialisten nicht auf sich sitzen. Nachdem der öffentliche
Druck nicht nachließ, gab die SVB schließlich nach und erklärte sich bereit, die Kosten der Kinderabtreibung
zu übernehmen.
Email-Adressen der Empfänger
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Neue Herzlichkeit Kardinal Schönborn ist wirklich ein Meister solcher mit strahlendem Gesicht vorgetragenen
Dolchstösse wider unliebsame Elemente in der Kirche. – Aber Entschuldigung, so war das sicher von ihm
nicht gemeint!