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Donnerstag, 21. Juni 2007 16:27
Sage mir, mit wem du umgehst
Vor lauter Umarmung mit der Welt haben sich Kirchenvertreter in ein Netz verstrickt, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Ein Kommentar von Waldemar Fleißig.
Hw. Hans Küng, Bronzeporträt des französischer Bildhauers Serge Mangin, 2006
Hw. Hans Küng, Bronzeporträt des französischer Bildhauers Serge Mangin, 2006
(kreuz.net) Mitte Mai erhielt der suspendierte Tübinger Theologe Hw. Hans Küng den „Kulturpreis Deutscher Freimaurer“.

Bei der Preisverleihung wurde er vom Großmeister, Jens Oberheide, als ‘freier und kühner Denker’ bezeichnet.

Oberheide wörtlich: „Sie sprechen uns aus unserer freimaurerischen Seele.“

Offenbar wird Hw. Küng und seine Stiftung ‘Weltethos’ in vollem Umfang von den Freimaurern akzeptiert.

Die Laudatio hielt Fritz Pleitgen (69), ehemaliger Intendant des ‘Westdeutschen Rundfunks’.

Am 16. März 2005 war Pleitgen auf Einladung des Bischofs von Münster, Mons. Reinhard Lettmann, im Hohen Dom zu Münster mit einer sogenannten Fastenpredigt beschäftigt.

Dabei wurde er durch den Münsteraner Domkapitular Prälat Martin Hülskamp – ein Mitglied des Serviceclubs ‘Lions’ – vorgestellt.

In seiner Predigt betonte Pleitgen seine Freundschaft mit Bischof Lettmann.

Er wies mehrfach auf gemeinsame Radtouren durch das Münsterland hin.

Jeder Kenner des ‘Westdeutschen Rundfunks’ weiß, daß dieser im Volksmund „Westdeutscher Rotfunk“ genannt wird. Interessanterweise ist und war dessen Intendant über Jahrzehnte hin mit dem Münsteraner Bischof befreundet.

FreimaurereiFreimaurereiKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 8 Bildern zu starten.

Ein anderer Freund des Bischofs ist der ehemalige Münsteraner Dogmatiker, Hw. Herbert Vorgrimler. Er ist ebenfalls für seine Sympathien für die Freimaurerei bekannt. Das hebt er in seinem neuesten Buch „Theologie ist Biographie“ sogar selber hervor.

Am 3. März 1997 um 20.00 Uhr hielt er in der Kölner Loge „Ver sacrum“ – Heiliger Frühling – einen Vortrag zum Thema: „Die katholische Kirche und die Freimaurerei“.

Zur Eröffnung des Vortrages wurde er als „unser Bruder Herbert“ vorgestellt.

„Brüder“ sind die nach Mitgliedschaft feststellbaren Personen oder auch Sympathisanten, die als „Maurer ohne Schurz“ eingestuft werden.

Geheimorganisationen geben ihre Interna nicht preis.

Hw. Küng hat in der Vergangenheit weitere Auszeichnungen aus dieser Ecke erhalten.

Im September 2004 meldete die katholische Zeitung ‘Die Tagespost’, daß der ‘Deutsche Druidenorden’ dem Theologen durch die Loge „Zu den drei Linden“ in Nürtingen bei Stuttgart einen mit zehntausend Euro dotierten Ethikpreis überreicht hat.

Die Laudatio hielt die damalige baden-württembergische Kulturministerin Annette Schavan.

Der weltweit in Großlogen und Logen organisierte ‘Deutsche Druidenorden’ erklärte, daß sich Hw. Küngs Projekt ‘Weltethos’ in vielem mit den Grundsätzen der 1781 in London gegründeten Gesellschaft decke.

„Die Ordensregeln verlangen Toleranz und Fairneß nach dem Vorbild der Druiden, die – dem Deutschen Druidenorden zufolge – im keltischen Staatssystem ‘Förderer der geistigen und kulturellen Entwicklung waren’.“

Der Logik ihrer Ziele entsprechend laden die „Brüder“ nur Personen in die Logen ein, die ihnen geistig nahe stehen.

Das gilt erst recht für Empfänger freimaurerischer Ehrungen. Daß eine solche geistige Nähe bei Hw. Küng vorhanden ist, wird in beiden Fällen von den jeweiligen Logen ausdrücklich festgestellt.

Zur Laudatio werden keine Personen eingeladen, die den Zielen dieser Gruppierungen abhold sind. Es könnte ja sein, daß sich ein Laudant in einem Sinn äußert, der freimaurerisches Gedankengut konterkariert. Das würde die freimaurerische Toleranz überstrapazieren.

Wer spinnt hier welche Fäden? Was für ein Netz entsteht daraus und wer soll darin gefangen werden oder ist gefangen worden?

Bedenklich ist der Umgang von Bischöfen mit Personen, von denen man annehmen muß, daß sie Aktivisten einer Loge sind.

„Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 43 Lesermeinungen:
Donnerstag, 30. August 2007 00:36
Bokrug †: Von der Redaktion entfernt
Montag, 25. Juni 2007 11:46
gereon: @ Rudolfus
Guten Tag,

Was Sie „Freimaurergott“ nennen, gibt es nicht. Was wir den „Großen Baumeister aller Welten“ nennen, ist ein Symbol, das bei den Alten Freien und Angenommenen Maurern (AFAM) jeder selbst mit Leben erfüllen muss.
Etwas anders ist es bei den anderen Obödienzen: Der Freimaurer Orden, auch „schwedisches System“ genannt, fordert ein Bekenntnis zu Jesus, als dem Vollkommenen Meister und Großen Baumeister aller Welten.

Auch in den höheren Hochgraden des Schottischen Ritus und des York Ritus wird ein christliches Bekenntnis gefordert.

Wer nun meint, alle anderen Menschen zu seinem Glauben bekehren zu müssen und alles, außer seinem eigenen Glauben für falsch oder gar verwerflich hält, der wird sicher kein Freimaurer werden – und wohl auch nicht werden wollen.

Die Prinzipien der religiösen Toleranz, die in den Alten Pflichten von 1723 niedergelegt sind, entstanden aus der Erfahrung der schrecklichen Religionskriege. Deshalb heißt es dort „… hält man es für ratsamer, sie (die Maurer) nur zu der Religion zu verpflichten, in der alle Menschen übereinstimmen und jedem seine besonderen Überzeugungen selbst zu belassen.“

Ich bin sehr stolz darauf, dass zu meinen Brüdern, die ich näher kenne, Juden und Muslime gehören und denke, dass das Verständnis füreinander und der brüderliche Umgang unsere Welt ein bisschen besser machen.

beste Grüße,
Gereon
Montag, 25. Juni 2007 08:16
Rudolfus: @gereon / Die Unvereinbarkeit der katholische Lehre und der Freimaurerlehre
Die Kirche hat die Unvereinbarkeit beider Organisationen klar erkannt.

Der Gottesbegriff der Freimaurer ist ein anderer als der der Katholiken, auch wenn theoretisch ein Katholik unter dem nicht näher definierten Freimaurergott den einzigen und wahren Gott vermuten könnte.

Insbesonders läßt aber der Religionsbegriff der Freimaurer keinen Platz für den alleinseligmachenden und absoluten Anspruch der katholischen Kirche.

Wer den Anspruch absoluter Wahrheit der hl. Kirche Christi leugnet, der ist nicht mehr katholisch.

Wer den freimaurerischen Lehren folgt, kann somit nicht mehr an den Absolutheitsanspruch der katholischen Kirche glauben.

Die Kirche kann somit gar nicht anders, als Freimaurerkatholiken für exkommuniziert zu erklären.
Sonntag, 24. Juni 2007 00:33
gereon: @ Rudolfus
Die Freimaurer lassen jeden an den Gott glauben, an den er glauben will. Auch den Dreifaltigen.

Damit kann auch ein Katholik glauben, was er will.
Und es gibt genügend katholische Freimaurer, wie es auch protestantische, jüdische und moslemische gibt.

Es gibt keine verbindliche Religion für Freimaurer. Jeder bringt seine mit und darüber wird auch nicht diskutiert.
Natürlich gibt es bestimmte Glaubensrichtungen, die dies den Freimaurern negativ auslegen.

Ich finde das schade.

beste Grüße,
Gereon

P. S. worauf stützt sich eigentlich hier dieses „gefühlte Wissen“ über Freimaurer?
Samstag, 23. Juni 2007 17:21
Rudolfus: @gereon / Freimaurerkult und -lehre
Ich meine, wenn ein Katholik auf sein Gewissen hört und kritisch und aufrichtig prüft, was Freimaurer sind, was sie machen und was sie wollen – dann _könnte_ er durchaus Freimaurer sein, ohne im geringsten mit seinem Glauben in Konflikt zu kommen.
Die gottgläubigen Freimaurer glauben an einen anderen Gott als an den dreifaltigen Gott der Kirche.

Damit ist für einen Katholiken alles gesagt.
Freitag, 22. Juni 2007 22:38
Benedikt: @ Samurai
Ich kann Ihnen da leider auch nicht weiterhelfen. Mir war der Begriff jedenfalls bekannt. Ich halte es nicht für zutreffend, ihn als Rechtsaußen-Jargon abzutun, anzufinden nur bei Splitterparteien am rechten Rand. Die Auseinandersetzung um das Deutschlandfernsehen war in den 50ern – damals war man wesentlich weniger zimperlich mit den Bezeichnungen. Beide Lager haben sich wohl nichts geschenkt, die ganzen Parolen „Freiheit statt Sozialismus“, die Rote Socken-Kampagne usw sind doch allgemein bekannt und gar nicht mal so überholt, wenn man sich die Reaktionen auf „Die Linke“ mal durchliest.

Heute wartet man natürlich vergeblich auf einen höheren Politiker, der öffentlich den WDR als Rotfunk bezeichnet.
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