Leere Worthülsen
Ich sehe in der Umgestaltung der Stuttgarter St. Antonius Kirche keine ernsthafte Gefahr der Nachahmung in anderen Gotteshäusern. Von Heidemarie Seblatnig, Wien.
(kreuz.net) Das Ergebnis des Umbaus im Innenraum der Stuttgarter St. Antonius Kirche ist erschütternd.
„Die Liturgie war die eigentliche Bauherrin“ – hieß es dazu in dem Beitrag der Tageszeitung ‘Frankfurter
Allgemeinen Zeitung’.
Das ist in der Tat wahr. Denn eine formlose Liturgie erzeugt eine formlose Architektur.
Die ‘Frankfurter Allgemeine’ erklärt auch, daß man beim Umbau der Kirche einem „frömmelnden Kunstgewerbe“ angeblich „archaiisierende Motive“ vorgezogen habe.
Solche leere Worthülsen sind derzeit im Kunstjargon üblich. Sie passen vielleicht zur Beschreibung einer Kunstausstellung. Für die Anwendung auf einen Sakralraum sind sie dagegen völlig ungeeignet.
Ich sehe in der Umgestaltung der Stuttgarter Kirche keine ernsthafte Gefahr der Nachahmung in anderen Gotteshäusern.
Es handelt sich hier um einen endzeitlichen Versuch des Aufbegehrens eines hoffnungslos veralteten Stils. Er erinnert frappant an die 50er/60er Jahre und führt sich selber ad absurdum.
Der Historiker Helmut Feld (71) spricht in seinem Buch „Der Ikonoklasmus des Westens“ von einer notwendigen Versöhnung zwischen wissenschaftlicher Theologie und Volksreligion.
Er fordert auch das Zusammendenken und Zusammenbringen von antiker und mittelalterlicher Ästhetik, wie es Adalbert Stifter († 1868) am Ende der Romantik in seinem utopischen Roman „Der Nachsommer“ in einem beachtlichen Versuch unternommen hat.
Religiöse Bilder spielten für die kirchliche Pastoral und das religiöse Leben der Katholiken immer eine wichtige Rolle. So lange unsere Gotteshäuser von Bildern und Statuen gesäubert sind, wird der Zustrom der Gläubigen ausbleiben.
Es sei daran erinnert, was der Historiker Norbert Busch in seinem Buch „Katholische Frömmigkeit und Moderne“ sagt:
„Zu Recht läßt sich der Katholizismus deshalb mit Professor Altermatt als »Bildkultur« – in Abgrenzung zur »Wortkultur des Protestantismus« – charakterisieren.
Bereits für das Konzil von Trient (1545-1563) stand fest, daß das Volk zum Gebrauch „frommer Bilder“ anzuhalten sei, damit es im christlichen Lebenswandel und in der Frömmigkeit bestärkt werde und vor »allen Auswüchsen des Aberglaubens« bewahrt bleibe.“
Diesen Aussagen ist in ihrer Aktualität nichts hinzuzufügen.
Die Verfasserin ist Drehbuchautorin, Regisseurin und Universitätsdozentin in Wien. Im Juni 2006 publizierte sie das Buch „Profane Sakralarchitektur in Wien ab 1960“.
Das ist in der Tat wahr. Denn eine formlose Liturgie erzeugt eine formlose Architektur.
Die ‘Frankfurter Allgemeine’ erklärt auch, daß man beim Umbau der Kirche einem „frömmelnden Kunstgewerbe“ angeblich „archaiisierende Motive“ vorgezogen habe.
Solche leere Worthülsen sind derzeit im Kunstjargon üblich. Sie passen vielleicht zur Beschreibung einer Kunstausstellung. Für die Anwendung auf einen Sakralraum sind sie dagegen völlig ungeeignet.
Ich sehe in der Umgestaltung der Stuttgarter Kirche keine ernsthafte Gefahr der Nachahmung in anderen Gotteshäusern.
Es handelt sich hier um einen endzeitlichen Versuch des Aufbegehrens eines hoffnungslos veralteten Stils. Er erinnert frappant an die 50er/60er Jahre und führt sich selber ad absurdum.
Der Historiker Helmut Feld (71) spricht in seinem Buch „Der Ikonoklasmus des Westens“ von einer notwendigen Versöhnung zwischen wissenschaftlicher Theologie und Volksreligion.
Er fordert auch das Zusammendenken und Zusammenbringen von antiker und mittelalterlicher Ästhetik, wie es Adalbert Stifter († 1868) am Ende der Romantik in seinem utopischen Roman „Der Nachsommer“ in einem beachtlichen Versuch unternommen hat.
Religiöse Bilder spielten für die kirchliche Pastoral und das religiöse Leben der Katholiken immer eine wichtige Rolle. So lange unsere Gotteshäuser von Bildern und Statuen gesäubert sind, wird der Zustrom der Gläubigen ausbleiben.
Es sei daran erinnert, was der Historiker Norbert Busch in seinem Buch „Katholische Frömmigkeit und Moderne“ sagt:
„Zu Recht läßt sich der Katholizismus deshalb mit Professor Altermatt als »Bildkultur« – in Abgrenzung zur »Wortkultur des Protestantismus« – charakterisieren.
Bereits für das Konzil von Trient (1545-1563) stand fest, daß das Volk zum Gebrauch „frommer Bilder“ anzuhalten sei, damit es im christlichen Lebenswandel und in der Frömmigkeit bestärkt werde und vor »allen Auswüchsen des Aberglaubens« bewahrt bleibe.“
Diesen Aussagen ist in ihrer Aktualität nichts hinzuzufügen.
Die Verfasserin ist Drehbuchautorin, Regisseurin und Universitätsdozentin in Wien. Im Juni 2006 publizierte sie das Buch „Profane Sakralarchitektur in Wien ab 1960“.
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Montag, 25. Juni 2007 16:47
Freinsberg: @ landorganist
Die Bibliothek hier ist bezüglich Kirchenbau mager bestückt. Wenn ich mich recht erinnere, könnte es eine der nach 1950 erschienenen diözesanen Richtlinen sein. Einige sind angeführt im Artikel „Kirchenbau“ des alten Lexikons für Theologie und Kirche (2. Auflage): Bd. 6, Sp. 205.
Montag, 25. Juni 2007 13:08
Pünktchen: lando
irgendwelchen Blödsinn über Freimaurertheorien… sondern leider nur Sie ab, lando! Ich bin lediglich
der Meinung, daß die kongregationalistische Raumgestaltung in Stuttg-Kaltental vollkommen der Inneneinrichtung
einer Freimaurerloge entspricht/ähnelt und daß sich darin eine Krise des Katholischen äußert. Leider
ertappt man Sie häufig dabei, daß Sie dem Meinungsgegner Aussagen unterstellen, wenn Sie ihn anders
nicht attackieren können!
…und den richtigen Standort der Monstranz
Bitte erklären Sie zuerst, warum meine Fragen nach der praktischen Gestaltung einer eucharist. Anbetung in diesem Kirchenraum „Blödsinn“ ist? vertreten Sie die Meinung von Tchibo, daß eucharist. Anbetungen als „mittelalterliche Andachtsform“ abzulehnen sei?
das Gewäsch, dass das Gegenübersitzen in der Andacht stört, kann ich auch nicht mehr hören. Wer einen Gottesdienst mit Andacht mitfeiert (und nicht nur beiwohnt), hat damit sicher keine Probleme
An die Architektur darf sehr wohl die Anfrage gerichtet werden, ob sie die Andacht fördert oder nicht. Es macht schon einen Unterschied, ob die Andacht gegen ungünstige Bedingungen ertrotzt und erkämpft werden muß oder ob auch der Sakralraum sie fördert!
„Blödsinn“…, „Gewäsch“…
Ihre rhetorische Kraftmeierei steht oft im umgekehrt proportionalen Verhältnis zur Stichhaltigkeit Ihrer vorgetragenen Argumente. Achten Sie einmal darauf!
…und den richtigen Standort der Monstranz
Bitte erklären Sie zuerst, warum meine Fragen nach der praktischen Gestaltung einer eucharist. Anbetung in diesem Kirchenraum „Blödsinn“ ist? vertreten Sie die Meinung von Tchibo, daß eucharist. Anbetungen als „mittelalterliche Andachtsform“ abzulehnen sei?
das Gewäsch, dass das Gegenübersitzen in der Andacht stört, kann ich auch nicht mehr hören. Wer einen Gottesdienst mit Andacht mitfeiert (und nicht nur beiwohnt), hat damit sicher keine Probleme
An die Architektur darf sehr wohl die Anfrage gerichtet werden, ob sie die Andacht fördert oder nicht. Es macht schon einen Unterschied, ob die Andacht gegen ungünstige Bedingungen ertrotzt und erkämpft werden muß oder ob auch der Sakralraum sie fördert!
„Blödsinn“…, „Gewäsch“…
Ihre rhetorische Kraftmeierei steht oft im umgekehrt proportionalen Verhältnis zur Stichhaltigkeit Ihrer vorgetragenen Argumente. Achten Sie einmal darauf!
Montag, 25. Juni 2007 13:08
Freinsberg: @ landorganist
Dazu muss ich in der Bibliothek nachschauen. Im Internet finde ich diesen Link. Hier ist von einem Erlass
aus dem Jahr 1913 die Rede. Es gibt aber spätere.
http://www.kolumba.de/?language=ger&c…
http://www.kolumba.de/?language=ger&c…
Montag, 25. Juni 2007 12:50
landorganist: Um welche
Erlasse handelt es sich genau? Ich bitte um genaue Quellenangabe!
Montag, 25. Juni 2007 12:29
Freinsberg: Katholisches Stilempfinden
In kirchlichen Erlässen der 50er Jahre war noch zu lesen: Sakrale Formen sind Spitz- und Rundbogen. Prof. Emminghaus, früher Ordinarius für Liturgiewissenschaft in Wien und promovierter Kunsthistoriker, erklärte dazu: Der Rundbogen stammt vom römischen Kanalsystem. Sehr sakralen Ursprungs ist er also nicht…
Montag, 25. Juni 2007 11:56
landorganist: @.chen
Sie liefern mal wieder den Beweis, dass Sie nicht aus Ihrer geistigen Enge heraus können. Was bitte ist denn ein „katholisches Stilempfinden“. Könnten Sie mir das mal erläutern? Und vor allem: Wer legt fest, was kath. Stilempfinden ist? Gibt es da lehramtliche Äußerungen? Nur damit Sie mich nicht falsch verstehen, mir gefällt dieser Kirchenraum nicht besonders, dennoch fiele mir nicht ein, irgendwelchen Blödsinn über Freimaurertheorien, und den richtigen Standort der Monstranz abzusondern. Und das Gewäsch, dass das Gegenübersitzen in der Andacht stört, kann ich auch nicht mehr hören. Wer einen Gottesdienst mit Andacht mitfeiert (und nicht nur beiwohnt), hat damit sicher keine Probleme. Wenn sich Tradis gestört fühlen, bitteschön, deren Problem. Die Sitzordnung hat seit Jahrhunderten in Klöstern Tradition!
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