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Freitag, 21. Januar 2005 15:54
Die Gerechtigkeit verlangt eine Ablehnung der staatlichen Anerkennung des Homo-Konkubinats
Eine Stellungnahme des Bischofs von Calgary hat in Kanada und darüber hinaus hohe Wellen geworfen, weil der Bischof die Dinge mutig beim Namen nennt. Ein Hirtenbrief und trotzdem lesenswert: „Die Ablehnung eines sozialen und rechtlichen Status der „Ehe“ für homosexuelle Paare ist keine Diskriminierung. Sie widerspricht nicht der Gerechtigkeit. Im Gegenteil: Die Gerechtigkeit verlangt eine solche Ablehnung.“
Viele glauben, daß wir in diesem Augenblick machtlos sind. Man hat sich bei der beschlossenen staatlichen Anerkennung des Homosexuellen-Konkubinates auf die „Charta der Rechte und Freiheiten“ berufen. Der Oberste Gerichtshof Kanadas hat gesprochen und die Sache ist offenbar entschieden. Es wäre trotzdem falsch zu glauben, daß wir machtlos sind.

Der Oberste Gerichtshof behauptet zwar, daß es dem Parlament erlaubt sei, die Ehe neu zu definieren. Aber das Gericht hat nicht gesagt, daß das Parlament die Ehe so neu definieren muß, daß darin homosexuelle Paare eingeschlossen sind. Die obersten Richter sprechen davon, die Verfassung „in einem weiten Sinn“ zu lesen. Die Verfassung sei „wie ein lebendiger Baum, der die Wirklichkeiten des modernen Lebens durch eine fortschreitende Interpretation und Anpassung einbezieht.“

Ich möchte in diesem Zusammenhang unterstreichen, daß der Baum der kanadischen Verfassung mehr Wurzeln besitzt als nur die genannte „Charta der Rechte und Freiheiten“. Der Baum der Verfassung besitzt auch historische, kulturelle, philosophische, moralische und anthropologische Wurzeln. Wenn wir uns nicht um die Gesundheit aller Wurzeln kümmern, riskieren wir, den Baum zu töten und das Allgemeinwohl zu zerstören.

Im Gegensatz zu dem, was meistens behauptet wird, sind die Hauptziele einer staatlichen Anerkennung des Homosexuellen-Konkubinates nicht das Erreichen finanzieller Vorteile oder einer Gesundheits-, Erbschafts- oder Pensionsvorsorge, wie sie mit der Ehe verbunden sind.

Die Suche nach Dauerhaftigkeit und Verpflichtung ist nicht das erste Interesse einer homosexuellen Beziehung. Die Absicht hinter der Erzwingung des Homosexuellen-Konkubinats ist auch nicht die Gleichberechtigung. Das Ziel ist vielmehr, eine wirkungsvolle psychologische Waffe in die Hand zu bekommen, um die gesellschaftliche Ablehnung homosexueller Praktiken und Lebensweisen durch eine graduelle, wenn auch zögerliche, Akzeptanz zu ersetzen.

Es ist nicht ohne Bedeutung zu sehen, daß 18 Monate nach der von Gerichten durchgesetzten staatlichen Anerkennung des Homosexuellen-Konkubinats in Kanada über 95% der erwachsenen kanadischen Homosexuellen von ihrem langersehnten neuen Recht keinen Gebrauch gemacht haben.

Man beachte weiter, daß der Oberste Gerichtshof Kanadas es abgelehnt hat, die Frage zu beantworten, ob die „Charta“ verlangt, daß die Ehe neu definiert werden soll.

Als Katholiken betrachten wir die Ehe als ein Sakrament und heiliger Bund, durch den Mann und Frau ihre gegenseitige Liebe ausdrücken und sich mit Gott zusammen in der Erschaffung eines neuen Menschen, der für das Ewige Leben bestimmt ist, verbinden.

Auch abgesehen von der sakramentalen Wirklichkeit und dem Zeugnis der Heiligen Schrift stimmt eine Mehrheit der Kanadier mit uns überein, welche die Ehe als eine Einheit von Mann und Frau verstehen, die einander in Liebe treu sind und zugleich offen für das Geschenk des Lebens.

Ehe und Familie sind die Grundlagen der Gesellschaft, durch die Kinder in diese Welt kommen und aufgezogen werden. Insofern ist die Familie eine soziale Einrichtung, die grundlegender ist als der Staat. Eine gesunde Familie ist für das Wohlergehen unserer Gesellschaft lebensnotwendig.

Weil Homosexualität, Ehebruch, Prostitution und Pornographie die Familie und somit das Fundament der Gesellschaft untergraben, muß der Staat eingreifen, um diese Dinge im Interesse des Allgemeinwohls zu verbieten oder einzuschränken.

Es wird manchmal behauptet, daß das, was wir im privaten Bereich unserer Wohnung tun, niemanden etwas angeht. Die Privatsphäre des Hauses ist zweifellos heilig, aber sie ist nicht absolut. Eine üble Handlung bleibt eine üble Handlung, ob sie nun zuhause oder in der Öffentlichkeit ausgeführt wird.

Der Entscheid zu heiraten und die Wahl des Ehepartners ist ein persönlicher Entscheid. Aber die zukünftigen Eheleute haben nicht das Recht, den Sinn oder die Wesensmerkmale der Ehe zu verändern. Diese hängen nicht vom Belieben oder von der sexuellen Orientierung der Eheleute ab. Sie gründen im Naturrecht und können sich nicht ändern.

Das Zusammenleben, zu dem sich zwei Personen des gleichen Geschlechtes verpflichten, ist nicht die gleiche menschliche Wirklichkeit wie das Eheband zwischen Mann und Frau. Das Konkubinat zwischen zwei Homosexuellen ist keine körperliche Verbindung, die Kinder zeugen und menschliches Leben weitergeben kann.

Ein solches Konkubinat ist nicht die Vereinigung zweier komplementärer Naturen, die einander vervollständigen. Kurz: ein Konkubinat zwischen Homosexuellen ist keine Ehe. Die Meinung, daß Homosexuelle aufgrund eines persönlichen Entscheides eine Homosexuellen-„Ehe“ erfinden können, ist falsch. Alle Verpackung dieser Welt, kann den Inhalt nicht ändern.

Einige mögen behaupten, daß der Widerstand gegen das Homosexuellen-Konkubinat ein Vorurteil ist. Auch diese Behauptung ist falsch. Es gibt Menschenrechte, die sagen: Mann und Frau sollen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen. Oder: Ein Arbeitgeber darf jemanden wegen seiner Hautfarbe nicht diskriminieren. Oder: Vermieter dürfen niemanden aufgrund einer sexuellen Orientierung zurückweisen.

Diese Bestimmungen verteidigen das Recht des Einzelnen und stärken zugleich die kanadische Gesellschaft. Sie bestärken uns darin, das Menschsein des anderen anzuerkennen.

Mann und Frau, die einander heiraten, können zwar in ihren Eigenschaften ganz verschieden sein: Farbe, Volkszugehörigkeit, Wohlstand, sozialer Status, körperliche Eigenschaften und Erziehung. Keine dieser Unterschiede sind unüberwindliche Hindernisse für die Ehe. Zwei Personen des gleichen Geschlechtes sind aber, unbeschadet ihrer Rasse, sozialen Stellung, Erziehung oder ihres Ansehens wegen eines unüberwindlichen biologischen Unvermögens niemals in der Lage zu heiraten.

Die Ablehnung eines sozialen und rechtlichen Status der „Ehe“ für homosexuelle Paare ist keine Diskriminierung. Sie widerspricht nicht der Gerechtigkeit. Im Gegenteil: Die Gerechtigkeit verlangt eine solche Ablehnung.

Aller Bürger, die über das Ansinnen, die Institution der Ehe neu zu erfinden besorgt sind, haben das Recht und die Verantwortung an dieser Debatte teilzunehmen und ihre Ansicht mit Wahrheit und Liebe vor den Mitbürgern und den politischen Repräsentanten kundzutun.

Bitte nehmen sie sich die Zeit, an die Mitglieder der Regierung oder an den Abgeordneten ihres Wohngebiets zu schreiben. Machen Sie ihre Widerstände zur Gesetzesvorlage bekannt, die den Anspruch stellt, die Institution der Ehe neu zu erfinden.

Januar 2005

+ Frederick Bernard Henry, Bischof von Calgary (Kanada)
2 Lesermeinungen:
Sonntag, 23. Januar 2005 19:20
sttn: Lange Rede …
… aber Argumente, warum man das ablehnen sollte waren nicht wirklich vorhanden.
Sonntag, 23. Januar 2005 18:49
Gallowglas: Traurig …
wie Kirchenvertreter versuchen ihren Rassismus und ihre Menschenverachtung auf vollkommen abstruße Weise zu rechtfertigen …
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