Protestantismus
Es regnet überall hinein
Geht es noch um die Rechtfertigung des Sünders oder eher um die Rechtfertigung der Sünde? Von Dipl.Ing. Leonhard Hoffmann, Hamburg.
Deutschland braucht geistliche Dachdecker
Deutschland braucht geistliche Dachdecker
© David Train, Lizenz: Creative Commons
(kreuz.net) Der inzwischen suspendierte, protestantische Oberkirchenrat aus Bückeburg, Dr. Werner Führer, hat das Problem seiner Kirche so formuliert:

„Gottes Gesetz wird nicht als Anrede gehört, in der Gott selbst das Wort ergreift, sondern es wird historisiert und dadurch um seine Funktion gebracht, zur Erkenntnis der Sünde zu führen (Röm 3,20).

Daraus folgt die Entwertung des Evangeliums, das nicht zur Rechtfertigung des Sünders dient, sondern – horribile dictu – zur Rechtfertigung der Sünde herhalten muß.“

Als Dr. Führer wegen seiner Kritik an der Ehescheidung der evangelischen Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, suspendiert wurde, schrieb die Webseite ‘kreuz.net’ einen Artikel unter dem Titel „Dem Dachdecker eins aufs Dach“.

Diesen Dachdecker – Oberkirchenrat Dr. Werner Führer – habe ich vor einigen Jahren auf einer Veranstaltung persönlich gehört.

Er referierte über das lutherische Kirchenamt, was unter anderem darauf hinauslief, daß jeder Ordinierte ein „Bischof“ sei.

Wer ihn hörte, wußte, woran er war. Das war die Sprache des deutschen Reformators Martin Luther.

Ich hatte den Eindruck, einen Lutheraner zu hören, wie er „im Buche steht“.

Nachher hatte ich mich auch mit ihm darüber unterhalten. Ich fand in Dr. Führer einen sehr aufrichtigen, gebildeten und sympathischen Zuhörer.

Der Haken dabei: Im Zeitalter des Relativismus und der Toleranz ist Aufrichtigkeit nicht besonders gefragt.

Ich stelle immer wieder fest: Jene, die Toleranz am lautesten predigen, werden oft sehr unduldsam, wenn ihnen etwas nicht paßt.

Das Schicksal von Oberkirchenrat Führer scheint hierfür ein klassisches Beispiel zu sein.

Auf der anderen Seite kann ich mir gut vorstellen, daß ein solch unangepaßter Mann schon lange auf die Abschußliste stand und jetzt offenbar der günstige Augenblick gekommen war.

Hätte unser Land mehr solche Oberkirchenräte, sähe es bei uns nicht so jämmerlich verkommen aus.

Das gilt ähnlich auch für Politiker und Medienleute.

Dachdecker braucht das Land, weil es überall hineinregnet.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Horst Metzker   13:32:42 | Sonntag, 24. Juni 2007
@Charlotte Bongratz,
halte mich an Ihren Vorschlag, in der Liebe Gottes.
Horst Metzker
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#15   Christian Hüller   12:22:49 | Sonntag, 24. Juni 2007
Zur „Trennung von Tisch und Bett“
>>Wenn durch ein weiteres Zusammenleben für Leib oder Seele des einen Ehegatten oder der Kinder akute Gefahr besteht oder ernsthafte Schädigungen zu erwarten sind, ist eine Trennung „von Tisch und Bett“ kirchlich möglich und erlaubt, so der CIC.
Dabei eilt die Kirche dem bedrängten Menschen zu Hilfe, ohne dem sakramentalen Band der Ehe einen Abbruch zu tun.
Wer sich von einem Partner aus den beschriebenen Gründen getrennt hat, ist keineswegs vom Sakramentenempfang oder der Möglichkeit, ein Patenamt oder ein öffentliches kirchliches Amt zu übernehmen, ausgeschlossen, wie dies vielfach irrtümlicherweise angenommen wird.
Die Trennung allein bewirkt keine Ausnahmeregelung seitens der Kirche. Dies zu betonen scheint wichtig zu sein, da immer wieder Diskriminierendes über diese Menschen zu hören und zu lesen ist, die ihrerseits sicher viel gelitten haben, bis es zur Trennung kam und daher von der Umwelt eine gerechte und verständnisvolle Behandlung ihrer Situation erwarten dürfen.
Die „Trennung von Tisch und Bett“, die vom Bischof ausgesprochen wird,gibt jedoch keinem der Partner das Recht oder die Möglichkeit zu einer weiteren Eheschließung oder eheähnlicher Gemeinschaft.Das Eingehen einer weiteren Ehe (auch vor nur zivilen Behörden) schließt in der Tat vom Sakramentenempfang aus, da ein der einzigen und gültigen sakramentalen Ehe zuwiderlaufender Dauerzustand eingerichtet wird.<<
(Quelle: www.kath.eu.tf)
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#14   qed   11:47:55 | Sonntag, 24. Juni 2007
@ Protestant
Ach Protestant!
Wir wollen doch nicht wieder auf Opfer „Fau“ machen, das unschuldige Wesen, das zwar alles zu sagen haben will, aber nichts zu verantworten: das ist einfach kindisch.
Fakt ist: sie läßt sich scheiden. Und: „Ein Bischof aber soll untadelig sein.“ (1. Timotheus 3,2). Hätte die hannoversche Landesbischöfin nicht nur ihr Scheitern eingestanden, sondern auch die Konsequenzen daraus gezogen und ihr Amt zur Verfügung gestellt: Amtsträger der Kirche können nicht gegen Gottes ausdrücklichen Willen handeln, ohne daß sie die Kirche unglaubwürdig machen. Gerade wenn sie eine exzellente Theologin ist, müsste dies ihr eigentlich geläufig sein.
Auch ich bin durch sie sehr geläutert worden: durch ihre „Kirche der Frauen“ zum Beispiel. Oder die „Bibel in gerechter Sprache“, einem Machwerk, vor dem Orwell vor Neid erblassen würde. Oder der „feministischen Theologie“ , die die Dogmen des feministischen Diskurses sogar in die Glaubenslehre einführen will.
Aber was soll man von einem Laden erwarten, dessen „Großer Vorsitzender“ Huber sich wie im Fall Hohmann in beschämender Weise der politisch korrekten Zeitgeistmeute angedient hat? Daß Kritiker zu gehen haben. So wie Führer. Ein Fanal, wie es die EKD mit der Wahrheit und Wahrhaftigkeit hält.
Ich bedauere jedenfalls zutiefst, dem Trauerspiel EKD nicht schon vor 30Jahren den Rücken gekehrt zu haben.
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#13   Christian Hüller   11:23:58 | Sonntag, 24. Juni 2007
Interessant…
In der katholischen Kirche ist eine vor dem Staat ausgesprochene Ehescheidung eigentlich nie ein Problem gewesen… So geschiedene Menschen sind nicht von den Sakramenten ausgeschlossen – und auch sonst nicht gehindert. Im kirchenrechtlichen Sinne hieß eine solche Scheidung „Trennung von Tisch und Bett“.
Solange es bei der Trennung von Tisch und Bett bleibt (!!!), und kein neuer Partner hinzukommt, stimme ich Ihnen zu. Noch mal kirchlich heiraten ist aus kath. Perspektive in jedem Fall nicht „drin“, solange die Ehe nicht gültig annulliert wurde.
Ja, eine solche Scheidung ist nie als Sünde, aber oft als Schicksal angesehen worden.
Unsinn, natürlich ist das Sünde. Welches Sündenverständnis haben Sie denn? Du sollst nicht die Ehe brechen, heißt es bei den Zehn Geboten. Und Jesus sagt klipp und klar, dass der Mensch eine (gültige) Ehe nicht trennen darf! Das Schicksal ist bei Ihnen ja ein toller Lückenbüßer.
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#12   Protestant   00:01:22 | Sonntag, 24. Juni 2007
Was soll das?
Wieso wird hier eigentlich immer die „Frau“ins Visier genommen! Frau Käßmann ist an dieser Misere evtl. mindestens genauso schuldig, wie ihr Mann!Wissen wir das? Warum soll also die Bischöfin ihren Kopf hinhalten!
Sie ist auch als Bischöfin ein Mensch aus Fleisch und Blut…das ist vielleicht für viele röm.-kath. Christen schwer nachvollziehbar, aber es ist so!
Margot Käßmann ist eine exzellente Theologin – und wird durch ihre Trennung von ihrem Mann nicht schlechter! Ich habe einige ihrer Bücher gelesen und bin inspiriert worden wie vorher selten!Ich denke, das Frau Käßmann selbst am meisten unter dieser Misere leidet und sie statt Hohn und Mißgunst eigentlich in dieser Zeit eher Zuspruch und Bestätigung benötigt!Denn wer von euch ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein!
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#11   Gotthard   20:59:01 | Samstag, 23. Juni 2007
@Dipl.Ing. Leonhard Hoffmann
Dieses Portal findet immer wieder hoch interessante Autoren, die ansonsten niemand kennt.
In der katholischen Kirche ist eine vor dem Staat ausgesprochene Ehescheidung eigentlich nie ein Problem gewesen… So geschiedene Menschen sind nicht von den Sakramenten ausgeschlossen – und auch sonst nicht gehindert.
Ja, eine solche Scheidung ist nie als Sünde, aber oft als Schicksal angesehen worden.
Im kirchenrechtlichen Sinne hieß eine solche Scheidung „Trennung von Tisch und Bett“.
Die Kirche hat das Scheitern einer Ehe immer als eine – schlechte – Möglichkeit ins Visier genommen. Schließlich kennt sie die Schwäche der Menschen mit all ihren Folgen.
Die öffentlichen Äußerungen dieses Oberkirchenrates kann ich also nicht unterschreiben!
Ich fordere, dass Frau Käßmann von ihrem Amt zurücktritt, weil ihr Zeugnis für Christus nicht mehr soooo kraftvoll sein kann.
Dipl.Ing. Leonhard Hoffmann ist nicht sehr sachverständig an diese Materie herangegangen. Ich sehe es ihm nach – man kann nicht in allen Lebensbereichen gleich informiert sein. Ich hoffe, in seinem technischen Gebiet ist er fitter!
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#10   Charlotte Bongartz †   20:02:50 | Samstag, 23. Juni 2007
@Horst Metzker (Stellungnahme nicht vonnöten- tun Sie Nachtlaterne den Gefallen!)
Nacktheit ist per se nichts Schlechtes und nackte Sonnenhungrige stellen keinen sittlichen Verfall dar. Obszön wird es erst, wenn andere Dinge passieren.
So oder so müssen Sie Ihrem Kind erläutern, wie die Welt beschaffen ist und das nicht alles den (religiösen) Idealvorstellungen entspricht. Sonst wird es sich in der Welt nicht zurechtfinden. Es bringt ja wenig, Dinge zu verleugnen, die existieren. Oder ihnen ständig aus dem Weg zu gehen. Besser ist es, Sie entscheiden für sich (und ihre Familie), ein anderes Leben zu führen, als darüber unglücklich zu werden, wie andere ihr Leben führen.
Die Darstellung von Frauen in manchen Magazinen, Werbespots oder auch späten TV-„Programmen“ als Schlüsselreizobjekt für zwischendurch halte ich für problematischer, als Nackedeis auf einer Wiese. Die genießen einfach Sonne und Luft auf der Haut, ohne schmutzige Hintergedanken. MfG, Charlotte B.
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#9   Horst Metzker   19:00:19 | Samstag, 23. Juni 2007
Ich gehe durch die Isarauen von München,
als religiöser Mensch mit Frau und Kind. Bei der ersten Lichtung liegen 50 nackte Leiber. Wer hat jetzt Toleranz zu üben. Ich, der sein Kind religiös erziehen will und dies nicht nach den Geboten kann, oder der Nackte, der zumindest eine Handtuch über die Scham legen könnte?
Dies ist ja schon fast üblich an jedem Baggersee!
Ich selbst bin bekennender Nudist, der sich aber an ausgewiesene FKK-Stände rund ums Mittelmeer hält, und nicht bei jedem Schönwetter in öffentlichen Bereichen, seine eigene Toleranz einfordert, mit der dümmlichsten Formel: „Ja in der heutigen Zeit muss man tolerant sein.“
Toleranz ist für mich zu aller erst: Ich bin bemüht die Gefühle des Anderen nicht zu verletzen. Wenn ich mich selbst nicht liebe, wie soll ich da den Anderen lieben?
Anders gesagt: Bin ich ein Arschloch, ist es auch der Andere.
7+7 könnte 13 sein, oder vielleicht 15? Da sagt der Lehrer, passt schon, ungefähr war es richtig, keine 1 sondern nur eine 2.
Ja man muss doch tolerant sein, oder?
Ja wo lebst du denn, du ewig Gestiger?
Es ist bei uns Katholiken nicht die Frage, ob tridentinisch oder VII mehr Menschen in die Kirche holt. Um Martin Luther geht es auch nicht.
Vielmehr geht es darum, wie man der Toleranz von Politikund noch vielmehr den Medien Einhalt gebieten kann?
Wir aber suhlen uns in Bibelauslegungen, Feststellungen, und Vorverurteilungen und wissen, in unserer Intoleranz,
der andere ist der Depp.
Das war mein Wort zum Sonntag,
in der Liebe des Herrn, grüßt Euch
Horst!
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#8   Capistrano   14:55:16 | Samstag, 23. Juni 2007
Denn die „Toleranten“…
…sind nur tolerant ihrer eigenen Meinung gegenüber. Bei wirklich Andersdenkenden ist der Toleranz-Vorrat schnell erschöpft.
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#7   nonnobisdomine   14:06:52 | Samstag, 23. Juni 2007
Die vermeintlich „Toleranten“
die immer wieder was von Toleranz predigen sind in Wahrheit die Intoleranten.
Die wollen doch lediglich Unfrieden stiften. Und wenn es hart auf hart kommt, dann ziehen die sich zurück auf irgendwelche Kuschelkurse.
Das müssen die vielen „Toleranzprediger“ noch lernen. Oder sind diese Typen doch in Wirklichkeit nur „Hassprediger“?
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#6   Charlotte Bongartz †   13:37:11 | Samstag, 23. Juni 2007
Eine Aussage, die zu ergänzen ist:
Ich stelle immer wieder fest: Jene, die Toleranz am lautesten predigen, werden oft sehr unduldsam, wenn ihnen etwas nicht paßt.
Dieses „etwas“, das ihnen nicht passt, nennt man „Intoleranz“. Wer sich selbst gegenüber intolerant sein möchte, weil sein Glaube ihm dies (indirekt) gebietet, muß halt mit Gegenwehr rehcnen, wenn diese Intoleranz auf die
Allgemeinheit hin wirken soll.
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#5   miles immaculatae   13:36:26 | Samstag, 23. Juni 2007
Aufrechte Lutheraner
Tja, da schafft nun eine Bischöfin jegliche Sanktionen für protestantische Pfarrer ab, die Ehescheidung einreichen, reicht wenig später selbst Scheidung ein, bleibt selbstverständlich im Amt und macht dann auch noch den letzten aufrechten Lutheraner fertig, der es wagt, sie deswegen zu kritisieren. Ist schon Spitze. Luther kann man ja für manches kritisieren, aber SO durfte man seine Sola-fide-Lehre ja nun wirklich nicht verstehen. Schade, daß man den Alten Luther nicht mehr fragen kann, was er von seiner lutheranischen Kirche so hält. Aber vorstellen kann man es sich schon sehr gut, was er dazu zu sagen hätte. Als Erfinder von Schimpfworten war der alte Fettsack ja einfach Spitze.
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#4   Christian Hüller   13:28:16 | Samstag, 23. Juni 2007
Jesus liebt euch – sündigt weiter …
Daraus folgt die Entwertung des Evangeliums, das nicht zur Rechtfertigung des Sünders dient, sondern – horribile dictu – zur Rechtfertigung der Sünde herhalten muß.
Der Apostel Paulus verweist zu recht darauf, dass das Gesetz bzw. religiös-moralische Vorschriften ein Ideal entwerfen, an dem die Wirklichkeit oft kläglich scheitern muss. Er nutzt diesen Sachverhalt als Argument für die Rechtfertigung alleine durch den Glauben bzw. aus Gnade. Der Trugschluss, dem viele aufsitzen, ist der, dass, wenn „das Gesetz“ schon nicht erfüllbar sei, wie man gerne pauschal konzidiert, im Prinzip alles gerechtfertigt sei, sofern nur ein Körnchen Rechtfertigungsglaube vorhanden ist – ein Trugschluss, vor dem schon der Apostel eindringlich gewarnt hat.
Diese Einschätzung geht nämlich nicht nur an den harten Worten Jesu vorbei, der eindeutig sagte, er sei nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen, oder dass die Gerechtigkeit seiner Jünger die der Pharisäer bei Weitem übertreffen müsse, es steckt dahinter auch eine utilitaristische Bequemlichkeit, die den Rechtfertigungsglauben von einem Leben aus dem Glauben trennen will, welches sich an den Vorschriften Jesu Christi zu orientieren hat.
Es ist, kurz gesagt, eine Einstellung des ethisch-moralischen anything goes, welches auch noch die Unverschämtheit besitzt, auf Autoritäten wie den Apostel Paulus zurückzugreifen, um die eigene, schwachsinnige Position als plausibel zu verkaufen.
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#3   Pünktchen   12:20:41 | Samstag, 23. Juni 2007
Das berühmte „Schriftprinzip“
war der Anfang vom Ende jeden Kirchentums! Denn nun trat an die Stelle des kirchlichen Auslegungsprozesses individuelles Gutdünken. Das Schriftprinzip versprach Objektivität und Strenge, es brachte aber Subjektivismus und Beliebigkeit. Aus der Kirche des Wortes wurde eine Kirche der Wörter. Und jedes dieser Wörter zeugte eigene willkürliche Kirchentümer… Der Schrifttext wird entweder fetischisiert (bei den Biblizisten) oder nach eigenen Wünschen und Maßstäben verfälscht („Bibel in gerechter Sprache“): beides verfehlt das katholische Prinzip! „Das Wort ward Fleisch“ (Joh.ev.) (Also: nicht Schrift und schon gar nicht Buchstabe und nicht „Exegese“) Die Offenbarung vollzieht sich in einer Person, die fleischgeworden unser Bruder sein will (Gott mit uns), damit wir Gott als Vater erkennen und anbeten lernen (Gott über uns) kraft des Hl. Geistes (Gott in uns)…Die Bibel ist wichtigste Quelle der Offenbarung, aber ihre Autorität leitet sich ab aus der lebendigen Tradition des mystischen Leibes Christi, der Kirche, deren Bestandteil sie ist. Sie läßt sich nicht gegen die Kirche auslegen, wie Martin Luther es zu tun begonnen hatte, geleitet nicht nur von Gewissensnöten, sondern leider auch von selbstsüchtigen Motiven …
Gerade die luth. Rechtfertigungslehre ist vollständig unter die Räder gekommen, weil sich jetzt jeder selbst für gerecht erklärt und den Kreuzigungstod Jesu als Ausdruck irgendeiner neumodischen „Solidarität“ deutet: tragisch und anrührend, aber nicht heilstiftend…
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#2   Hacki   12:18:30 | Samstag, 23. Juni 2007
@siri
Ein aufrechter Protestant ist 1000 x besser als ein verlogener Katholik a la Algermissen, Lehmann und die anderen Rotarier.
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#1   Sirilo   11:58:29 | Samstag, 23. Juni 2007
Was denn nun?
Einerseits wird in Kreuz.net-Artikeln den „Modernisten“ oder „Vii-Katholiken“ als schlimme Sünde die Tendenz zum Protestantismus vorgehalten, und jetzt liegt auf einmal der Redaktion das Schicksal eines Protestanten so sehr am Herzen. Was denn nun? Ist nun der Protestantismus hui oder pfui?
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